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2. Chance - Ausbildung mit Mitte 30 und Schulkind?

7. März 2012 um 15:10

Hallöchen zusammen!

Seit 1 Jahr sammle ich nun fleissig goFeminin-Rezepte in meiner Mailbox und komme jetzt doch mit einem ernsten Anliegen zu Euch ins Forum geplatzt...

Zur Sache: Wie soll ich anfangen, mein Leben verläuft seit ein paar Jahren....naja,...suboptimal. Selber Schuld, sage ich, denn Entscheidungen, die ich für mein Leben getroffen habe, haben sich als "falsch" erwiesen. Meine persönlichen Eigenschaften sind nicht alle sonnigen Ursprungs und, um mal ganz ehrlich zu sein, ich stolpere schusselig und kopflos durchs Leben DENNOCH: ich bin ganz in Ordnung. Prinzipiell alles halbsoschlimm, aber ich trage da auch noch die Verantwortung für meinen 9-jährigen "Wonneproppen" ( )
Tja, mittlerweile bin ich 35 und zwar weit entfernt von der Midlife-Crisis, aber dennoch "alt" genug, um zu dem Entschluss zu kommen: entweder ich mache mir in meinem Job weiter was vor und geh spätestens mit 50 (so um die Midlife-Crisis) unter oder ich steh JETZT auf und werde meines eigenen Glückes Schmied.

Mein gelernter Beruf ist Bürokauffrau, arbeite aber seit 1999 als Quereinsteiger mal im Tonträgerbereich (was meine ganze Leidenschaft war - scheiß Internet hat alles kaputt gemacht aber mittlerweile weiß ich ja auch, dass es gut so war) - Tschuldigung für die Ausschweifungen - mal in der Touristikbranche. Alles sehr interessante Jobs, doch was ich dabei herausgefunden habe war, dass ich schon immer ein Fable dafür hatte, Menschen wirklich zu helfen. (Sei es der Song im Radio, ach, wie hieß er doch gleich?! - sei es das echte Bemühen, für das Wohlergehen der Gäste zu sorgen) Ich hatte immer eine Bremse und das war: die Profitgier meiner Chefs. Ich meine, klar, wir wollen alle Geld verdienen, aber ich rede tatsächlich von der ProfitGIER - das Maul nicht voll genug zu bekommen - immer noch mehr - Time is cash - "Wir sind nicht das Sozialamt" bla bla bla....alles verständlich, aber leider nichts für mich...

Seit einigen Monaten reift eine Idee in mir: Mein auserwählter Traumberuf ist "Masseur und med. Bademeister". Manche mögen sagen: Die Handlanger der Physios....Ich sage: Aber Hallo! Mieses Image! Ich finde diesen Beruf einfach faszinierend! Wer sich mit dem klassischen Aufgabenbereich schon befasst hat, wird mir da vielleicht zustimmen können.

Meine Frage: Wer hat Erfahrung darin gemacht, im"zarten" Alter von 35 Jahren (plus/minus 10 Jahre), alleinerziehend, ohne Großeltern & Co. und mit schulpflichtigem Kind, einen derartigen Schritt zu machen? Ist es machbar? Die meisten Schulen verlangen Schulgeld. Also im Geldbeutel wäre erstmal Ebbe (um nicht zu jammern, denn wir wollen ja weg von Teufel Profitgier). Da die Ausbildung nicht in jeder Stadt möglich ist, würde ein Umzug anstehen. Komplettes Neuland für Junior und mich bzw. ein Sprung ins eiskalte Kneippwasser!

- ward ihr in der Lage, während der Ausbildung einen Nebenjob auszuüben um z. B. nicht verhungern zu müssen?

- wie habt ihr Euch mit der Betreuung des Sprösslings zu helfen gewusst?

Ich wäre so dankbar für alles mögliche Feedback: Erfahrungsberichte, Abwägungen, Tipps, konstruktive Kritik, Aufmunterungen..... denn in der Umsetzung drehe ich mich derzeit echt noch im Kreis. Es ist halt doch ein gewaltiger Schritt und wäre definitiv eine Belastung für meinen Sohn! (bisher sind wir finanziell gut klargekommen)

Danke schonmal für Euer Feedback!
Liebe Grüße
Ute

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7. März 2012 um 22:55

BIBIIIIIIII
Ich mach mir gerade in die Hosen vor Lachen! Wie geil ist das denn??????? Moment, muss Deinen Beitrag erst fertiglesen, meld mich gleich......

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7. März 2012 um 23:47


Okay, hab mich wieder gefangen! Fands so witzig, dass wir uns parallell gegenseitig geschrieben hatten und dass Du auch noch genau diesen Beruf gelernt hast, hat mir den Rest gegeben

Also, erstmal hoffe ich, dass Du die negativen Aussagen über den Beruf nicht in den falschen Hals bekommen hast. Das ist natürlich nicht meine eigene Meinung (eher so ein Klischee) sonst würde ich den Masseuren nicht als meinen neu ernannten Traumberuf bezeichnen. Ich habe mich in der letzten Zeit in alle Richtungen mit dem Beruf auseinandergesetzt und bin gerade heute erst auf einer Seite gelandet, wo sich angeblich frisch ausgelernte Masseure negativ und genau mit diesen Worten über den Beruf geäußert hatten. Es ging sogar noch weiter: Die Physios würden einem die gesamte Grundlage nehmen, es würde sich gar nicht mehr lohnen, rein auf Massage zu lernen bla bla bla etc. etc. Viele denken auch schnell mal an ne heiße Massage zu zweit, wenn Du weißt, was ich meine.... (da wären wir auch schon bei der Masseuse) ich weiß sehr gut, dass das alles Quatsch ist. Es ist ein Heilberuf, der Konsequenz und Verantwortung, soziales Denken und Aufopferung abverlangt. Wenn ich so an die Abteilungen denke, die man in der Ausbildung durchläuft, Gyn, Onkologie, Unfallstation,etc., wenn ich so an den Schulstoff denke, Anatomie, Physiologie, Bewegungslehre, Krankheitslehre, Therapietechniken,etc. etc. das hat sicher nichts mit einem 5Tage-Massage-Kurs zu tun, der natürlich auch in die breite "Ausbildungs"landschaft mit eingestreut ist.

Ich würde am liebsten in einem Klinikum lernen. Bisher war die einzige kostenfreie Ausbildungsstätte die Uni Köln, alle anderen Kliniken nehmen immerhin zwischen 220 und 250 , manche haben auch Wohnheime vor Ort. Bei den Privatschulen liegt der Durchschnitt bei 300 .

Warum willst Du eine andere Ausbildung machen?? Du schreibst aus gesundheitlichen Gründen, aber es hört sich so an, als wolltest Du Dich als Masseurin selbständig machen? So, wie Du von Deinem Beruf sprichst, wäre es wirklich schade, wenn Du ihn nicht mehr ausüben könntest.

Also, vielen Dank für die Tipps! An Wohngeldbeantragung habe ich noch gar nicht gedacht, hätte ich ja auch mal drauf kommen können. Allerdings Bafög läuft bei mir nicht mehr, bin ich zu alt für. Es würde mich schon interessieren, ob du weißt, wie Deine Mama-Mitschülerinnen das alles gehandlet bekommen haben? Hatten sie kleinere Kinder oder auch schulpflichtig? Das ist mir bis jetzt immer noch die größte Sorge...Klar, es gibt Horte, Ganztagsschulen, Nachmittagsbetreuung... aber da ist in der Regel um vier Feierabend, oder? (Wohne auf dem Dorf, da ist das so)

Also, liebe Bibi, ich danke Dir ganz arg, dass Du mir heute geschrieben hast! Finde ich echt witzig, den Zufall! Ähm, eins interessiert mich noch: Hatte meine Schulsekretärin etwa nicht recht? Wie war denn bei Deinem Jahrgang der Altersdurchschnitt? Ich meine.....du warst doch sicher nicht die jüngste, oder?! Sollte sich deine Angst, mit deinen 22 Jährchen zu alt für Schule/Ausbildung zu sein doch erübrigt haben oder hat mir die Dame etwa nen Bären aufgebunden?

Guds Nächtle!

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8. März 2012 um 11:11

Ja, es gibt auch die Kehrseite der Medaille
Also als erstes finde ich es sehr schade, dass Du wegen Deinem Unfall nicht mehr die volle Leistung in Deinem Beruf bringen kannst. Du hörst Dich wirklich sehr danach an, dass Du dazu in der Lage bist, Dich auf dem hart umkämpften Markt zu beweisen. Wir kennen uns ja nicht, aber ich habe noch vor Kurzem erst ein Buch gelesen, das mich sehr geflasht hat. Es geht um einen Dokumentar-Filmemacher, der in den 80er Jahren einen schweren Unfall hatte mit dem Ergebnis zerschmetterter 2. Lendenwirbel, sprich: Freischein für den Rollstuhl, weil querschnittsgelähmt. Er beschreibt seinen Weg, wie er sich in den ersten Wochen im KKH durch die zwangsweise Meditation in einem Kampf/Dialog mit Ego (Schicksal akzeptieren) und Seele (Schicksal nicht akzeptieren) allmählich selbst geheilt hat. Zwangsweise deshalb, weil ihm durch seine Unbeweglichkeit nichts anderes übrig blieb. Und aus lauter Dankbarkeit hat er es sich zum nächsten Ziel gemacht, dem Phänomen "Selbstheilung" auf die Spur zu kommen. Er hat Schamanen, Geistheiler, wie auch immer man sie nennen mag, in aller Welt bzw. in allen Kulturen gesucht. Es ist erstaunlich, was dabei herauskam! Als erstes kam er dadurch zum Buddhismus und hat eine geniale Buddhismus-Trilogie geschaffen (DVD, u. a. Living Buddha, sehr, sehr interessant). Seine Reise endete da aber nicht, obwohl er befürchtete, dass, wenn er mit anderen Glaubensrichtungen sympathisieren würde, das einem "Fremdgehen" gleichkäme. Weit gefehlt, der Mann versteht es, die Dogmen einer jeden Glaubensrichtung zu entkräften und hat die Vision, dass die "westliche Zivilisation" von den sog. "primitiven Stämmen" profitieren können - und umgekehrt. Natürlich in einem vernünftigen Maß. Das Hauptproblem ist aber, dass mehr oder weniger jede Glaubensrichtung/Kultur ihren Weg für den Besten hält.... super interessantes Buch. Ich habe beim Lesen sämtliche Gefühlslagen durchlaufen, weil der Mann einem so aus der Seele spricht und ich liebe seinen selbstironischen Humor!!. Vielleicht gefällt es Dir ja, und vor allem, vielleicht setzt es bei Dir ja was in Gang....?! Der Autor: Clemens Kuby, "Unterwegs in die nächste Dimension" (Über YouTube kannst Du dir auch den gleichnamigen Film anschauen, aber das Buch entstand NACH dem Film!) . Er hält auch Seminare und solchen Quatsch, davon halte ich,persönlich, ehrlich gesagt, nicht so viel, weil solche Leute oft zu Gurus gemacht werden. Ob er sich in einer solchen Rolle sieht, kann ich nicht beurteilen. Aber er ist ohne Zweifel auf einer Mission!

Scheisse, jetzt habe ich hier eine halbe Rezension abgegeben, Sorry, für den Fall, dass ich das Thema verfehlt habe. Aber wenn nicht.......gut so!!

Ja, die Bezahlung nach der Ausbildung ist schwach. Denke, das ist Ost wie West gleich. Wenn man bedenkt, wie teuer man die Ausbildung bezahlt. da muss tatsächlich Leidenschaft für den Beruf und Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung vorhanden sein. Tja, Geld regiert halt doch irgendwie die Welt. Zuviel davon ist kacke, zuwenig auch.....

Es ist komischerweise auch in fast jeder Stadt kein Problem, die Physio-Ausbildung zu machen. Die Massage-Ausbildung dagegen muss man echt genau planen und, wie in meinem Fall, mal eben umziehen. Tendiere trotzdem zum Schwerpunkt Massage, denn die Option für die verkürzte Physio-Ausbildung besteht ja weiterhin. Überhaupt, es sind danach Türen und Tore in alle Richtungen offen. Mit der Ausbildung allein ist es halt leider nicht getan, es ist "nur" eine gute Basis. Man sollte sich vielleicht auf eine Besonderheit spezialisieren und darin richtig gut werden. Du hörst Dich echt danach an!!!!

Liebe Grüße!!

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