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Arbeitsunfall bei Probearbeit

7. Dezember 2010 um 14:57

Hallo zusammen,

ich hatte einen Arbeitsunfall während meiner Probearbeitszeit/Praktikum. Hierzu ist zu erklären, daß ich seit 06/09 Arbeitssuchend und vor etwa 7 Wochen an einen neuen Wohnort gezogen bin. Da der Zeitpunkt, ab welchem ich in Hartz IV fallen würde immer näher rückte, suchte ich natürlich dringend nach einer neuen Beschäftigung.

Kurz vor dem Stichtag hatte ich ein Angebot im Internet gefunden, von dem ich mir etwas versprach. Nach dem Vorstellungsgespräch wurde eine Probearbeitszeit von 2 Tagen vereinbart, welche um weitere 14 Tage verlängert wurde. Alles sah soweit gut aus. Bis zum letzten Tag des Praktikums/Probearbeitens, an welchem ich den Unfall hatte.

Als Disponent gehört es u.a. zu meinen Aufgaben, die LKW's zu wiegen und Wiegescheinie auszudrucken. An diesem morgen war plötzlich der Diesel alle und ich sollte auf Anweisung des GF, welcher an diesem Tag ebenfalls bereits früh da war, in jedes Fahrerhaus auf die Tankanzeige schauen, wenn die LKW's auf der Waage standen, um zu prüfen, ob jemand mehr Diesel als benötigt getankt hatte. Erklärungen dazu gibts später weiter unten.

Solche Waagen sind normalerweise eingefaßt, in diesem Fall durch Stahlträger auf beiden Seiten. Ich mußte also auf diesen Stahlträger, welcher von der Innenseite der Waage lediglich etwa 20 cm hoch war, dann über diesen ungesicherten Träger (ohne Geländer oder anderer Absicherung) zum Fahrerhaus balancieren und wieder zurück. Als ich zurückbalancieren wollte, rutschte ich von dem vereisten Träger ab und stürzte zur anderen Seite, welche etwa 50-60 cm vom Boden war. Dort schlug ich hart mit dem Rücken auf. Sehr mühsam konnte ich mich selbst wieder aufrichten, jedoch nicht völlig gerade. Außerdem litt ich an starken Schweißausbrüchen und Atemnot. Nachdem ich mich zum Büro geschleppt hatte, meldete ich der anwesenden Angestellten was passiert war und erklärte, daß ich zum Arzt müsse. Natürlich ließ sie mich gehen. Allerdings hätte ich an ihrer Stelle einen RTW gerufen und den Mitarbeiter keinesfalls sich selbst überlassen.

Derzeit bin ich noch bis 10.12. AU geschrieben, glaube aber daß ich noch bis zum Jahreswechsel oder noch länger aus dem Verkehr bin.

Nun zu den oben genannten Erklärungen zur Firma. Es gibt dort einen GF, einen externen Bauleiter, die bereits mehrfach genannte Angestellte und einen Disponenten. Weiter noch etwa 10 eigene Fahrer, 2 Schlosser und einen Radladerfahrer. Die Kiesgrube dort ist als Niederlassung von einem Hauptbetrieb mit Sitz im Hamburger Raum zu sehen, allerdings offensichtlich mit eigener Budgetverantwortung. In den 16 Praktikumstagen konnte ich feststellen, daß sämtliche Ausgaben (Diesel, Arbeitshandschuhe, Ersatzteile, usw.) grundsätzlich in bar bezahlt werden. Fahrer stehen morgens am Fenster bei mir und fragen nach Geld zum Tanken, was jedoch meist nicht da ist. Wenn der Sprit noch ausreicht, fahren sie dann die erste Tour und fragen dann nochmal nach. Geld kann erst beschafft werden, wenn die Abrechnung durch ein externes Unternehmen für die gefahrenen Touren erfolgt und angewiesen worden ist. Zu der angeordneten Überprüfung und dem Unfall kam es, weil einen Tag vorher für 4000 Diesel geliefert worden, dieser jedoch am anderen Morgen bereits wieder alle war.

Auch wurde ich bereits von 2 BG's angerufen, die wissen wollten welcher Betrieb und welche BG dort zuständig ist. Es stellte sich dabei heraus, daß die zuständige BG mit einer anderen fusioniert ist. Auch hat mich die Angestellte der Fa. bereits angerufen und mich gefragt, wieso ich die AU-Bescheinigungen an sie schicke, das liefe alles über die Arbeitsagentur. Ich habe ihr dazu erklärt, daß dies mit der Agentur so abgesprochen sei und diese eine Kopie der Bescheinigung erhalten. Außerdem ist der Unfall auf dem Betriebsgelände während der Arbeitszeit passiert. Somit muß ich über die betriebliche Unfallversicherung abgesichert sein.

Eigentlich würde ich mich von so einem Unternehmen distanzieren, aber da ich bereits 55 bin und dies die erste Chance auf Anstellung war, halte ich daran fest, zumal mich auch einien kleinen Firmen-PKW nutzen kann, um die weite Entfernung nicht mit dem eigenen zurück legen zu müssen. Auch der AG scheint weiter daran interessiert zu sein, da er bereits "Beute" wittert, ist ihm doch durch die Agentur für Arbeit für mehrere Jahre eine Förderung im Falle einer Einstellung zugesagt worden

Meine Frage lautet daher, wen kann man hier im Falle eines Dauerschadens o.so zur Verantwortung ziehen? Gibt es in diesem Fall ein Verletztengeld (ich erhalte weder ALG I noch ALG II, weil ALG I ausgelaufen ist und ALG II nicht gewährt wird, weil ich eine Unfallrente aus früheren Zeiten beziehe, welche über dem Regelsatz liegt)? Wen kann man z.B. für Schmerzensgeld oder Schadensersatz verantwortlich machen?

Hat jemand einen Tipp für mich, wie ich mich in dieser verzwickten Situation verhalten soll?

Für Eure Antworten vorab schonmal herzlichen Dank.

Gruß Hacker

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8. Dezember 2010 um 8:47

AW
Vielen Dank, geofraggle,

tja, das AA und die BG halten sich zunächst noch bedeckt. Keiner will richtig zuständig sein. Daher die Frage hier im Forum.

Auf deine Frage, warum ich nicht da ins Fahrerhaus gestiegen bin, wo auch der Fahrer rein geht, kann ich nur sagen, es war dort, wo der Fahrer auch einsteigt, nur irgendwelche Sicherung, etc. gibts dort nicht. Auch ich kenne die Waagen, wie du sie beschreibst, jedoch in diesem Fall Fehlanzeige.

Auch gibt es dort weder ein Tankbuch, noch sonst etwas vergleichbares.

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