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Ausschließlich frustrierte Erzieher/innen?

11. April 2013 um 19:26

Einen wunderschönen guten Abend wünsche ich..

Seit Tagen kreisen meine Gedanken um oben stehende Frage. In Zeitungsartikeln, Fernsehberichten und Foreneinträgen lässt sich nur noch die absolute Frustration im Erzieherberuf entnehmen.

Viel Stress und viel Verantwortung für wenig Geld - dem stimme ich zu, das kann ich nachvollziehen, keine Frage!
Aber kann es wirklich sein, dass die absolute Mehrheit der Erzieher unter euch diesen Job als aussichtslose Last empfindet?
Ist es wirklich so, dass es die wenigsten sind, die ihren Job trotz der schlechten Verhältnisse auch im hohen Alter als Bereicherung empfinden?

Man liest so vieles.. dass die gesundheitlichen Schäden durch diesen Beruf mit der Zeit erheblich seien, dass man mit seinem Gehalt noch nichtmal das eigene Kind vernünftig druchbringen könne, dass es keine beruflichen Aufstiegschancen gäbe, dass mindestens die Hälfte nach 5 Jahren als Erzieher den Beruf hinschmeiße, und und und..


Meine Frage richtet sich an alle Erzieher - aus dem Kindergarten, einem Kinderheim oder einer Einrichtung für Behinderte:

Ist der Beruf des Erziehers wirklich so schwarz, wie er gemalt wird?



Ich verbleibe mit großem Interesse an euren Antworten!

Effi

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12. April 2013 um 8:38

Tja..
..wie es mit den schulischen Anforderungen Aussieht, weiß ich nur von einem Freund, welcher im 2. Lehrjahr ist.
"Das was wir in Deutsch machen, ist nicht mal ein Drittel von dem, was wir im Abitur gemacht haben. Das verleitet zu absoluter Langeweile und Nicht-Lernen, die Prüfungen schafft man sowieso mit links.."
und ich muss dazu sagen, dass er kein guter Schüler der Oberstufe war. Auch jetzt ist er noch ein Schlunz, besteht aber jede Prüfung mit Bravour.

- wobei das Abitur mittlerweile als Aufnahmevoraussetzung für die Erzieherausbildung gilt, zumindest in NRW.
Und nicht nur das, eine einschlägige Praxiserfahrung von mindestens 12 Monaten wird auch erwartet - was nach Absolvierung noch lange keine Garantie für die Aufnahme in die Ausbildung ist!
(Sicher gibt es noch andere Wege: Fachoberschulreife
und eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung, einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren und FOR...)


Für mich sieht es nach hohen Aufnahmevoraussetzungen, aber geringen schulischen Anforderungen innerhalb der Ausbildung aus.


Da tritt bei mir ja gleich schon die nächste Frage auf: ist die Frustration im Erzieherberuf bei den Abiturienten ebenso verbreitet?
Schließlich gibt es hier einige Möglichkeiten - ein berufsbegleitendes Studium der Sozial- oder Elementarpädagogik, viele Möglichkeiten der Weiterbildung...
Vielleicht ergeht es nur den Festgefahrenen so "schlecht", welche sich nicht großartig fortbilden können, bei denen bei "staatlich anerkannte/r Erzieher/in" Schluss ist..

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25. April 2013 um 19:55

Ja, ich empfinde schon so...
...dass fast alle frustiert sind. Ich schaffte es nicht länger Vollzeit irgendwo zu bleiben,da es mich total verausgabt in meinem Job zu arbeiten. Ich liebe die Arbeit mit Kindern. Aber ich werde ständig überfordert (und kann mich nicht den Kindern genügend widmen) und kann nach der Arbeit schlecht runter kommen. Meinen Kollegen geht es ähnlich. Viel Personalwechsel, da jeder versucht was besseres zu finden. Ich werde es trotz finanziellen Verlust als Tagesmutter versuchen. Ich kann so nicht alt werden.

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26. April 2013 um 14:15
In Antwort auf bananana86

Ja, ich empfinde schon so...
...dass fast alle frustiert sind. Ich schaffte es nicht länger Vollzeit irgendwo zu bleiben,da es mich total verausgabt in meinem Job zu arbeiten. Ich liebe die Arbeit mit Kindern. Aber ich werde ständig überfordert (und kann mich nicht den Kindern genügend widmen) und kann nach der Arbeit schlecht runter kommen. Meinen Kollegen geht es ähnlich. Viel Personalwechsel, da jeder versucht was besseres zu finden. Ich werde es trotz finanziellen Verlust als Tagesmutter versuchen. Ich kann so nicht alt werden.

..
... Darf ich fragen, wo du arbeitest? In einem Kindergarten, einem Heim, einer Wohngruppe?
Ich, als noch Außenstehende", stelle mir die Arbeit mit ihrer Belastung - je nach Bereich - sehr unterschiedlich vor.. in einer Wohngruppe für Jugendliche hat man sicher keinen Haufen lärmender Kinder, dafür Schichtdienst. Im Kiga verteilt sich die Arbeit ausschließlich auf Mo - Fr, jedes Wochenende ist frei, ein geregelter Rythmus, aber viel Geschrei".

Ich steige nächste Woche ins, mittlerweile vorgeschriebe, 12 monatige Praktikum in einem kleinen Kindergarten mit 2 Gruppen ein um im kommenden Jahr die Erzieherausbildung aufnehmen zu können. Ich habe dafür ein Studium in den Sand gesetzt.
Ich fühle mich mit meiner Entscheidung wohl und habe ein gutes Gefühl dabei - die schlechten Worte vieler Erzieher wirken dennoch irritierend. Waren die schlechten Umstände" schon immer so? Wie ergeht es Heilerziehungspflegern, Krankenschwestern? Ähnliches Gehalt, aber bessere Bedingungen?

Ich habe viele Fragen, mit einigen konnte ich mich an meine Tante wenden. Sie arbeitet quasi schon ihr Leben lang im Kindergarten - sie empfindet die Arbeit auch mit 55 Jahren noch als wunderschön und ist glücklich in ihrem Beruf. Allerdungs hat sie noch einen alten Arbeitsvertrag - aber wirken sich ein paar hundert Euro mehr oder weniger so sehr auf die eigene Sicht auf den Erzieherberuf aus?


Vielleicht hängt es auch nur mit der eigenen Einstellung und der persönlichen Erwartung ans Leben zusammen.... es ist schwer, zumindest im Internet, auf wirklich glückliche Erzieher zu treffen!

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25. Mai 2013 um 4:05

Hallo,


also ich weiß nicht, ob du auch mich ansprichst: Ich habe Pädagogik studiert und arbeite in einem Hort für Realschulkinder bzw. bin ich zum Teil auch im Hort der Grundschule eingeteilt.

Ich bin jetzt 25 und muss sagen, dass ich diesen Job als sehr zwiespältig empfinde. Ich bin in einer privaten Einrichtung untergebracht und verdiene im Gegensatz zum derzeitigen Trend relativ gut. Die Arbeitsbedingungen sind auch ok. Die Arbeit mit den Kindern selbst ist allerdings oft SEHR belastend. Kinder, die kaum zu bändigen sind, die keinen Respekt vor einem haben, bei denen es sich leider nicht mal lohnt, ihnen was beizubringen, weil es eh nichts nützt.

Die Arbeit mit Kindern ist für mich ok. Ich bin keine, die ihre Arbeit hasst, aber direkt mögen tu ich sie dann auch nicht. Es gibt Tage, da läuft alles super und die Kinder sind brav und dann gibt es Tage, die sind der Horror, da könnte ich ein Magengeschwür bekommen. Ich mach den Job eig. nur, weil ich derzeit nichts Besseres finde - ewig möchte ich sicher nicht in diesem Bereich bleiben. Da ist zu viel Zwischenmenschliches, das auf Dauer viel zu viel belastet!!

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9. Juni 2013 um 0:47

Ich habe "nur" 2 jahre ausgehalten
ich habe 2 jahre als erzieherin gearbeitet und dann wars das für mich. habe so viel verdient wie eine festangestellte bei mcdonals an der kasse (das ist kein witz!), ständig war ich krank, zuhause ging die arbeit weiter (sachen für den nächsten tag vorbereiten usw.), der lärm ist extrem, manche eltern können einem verrückt machen und dann gibt es noch das problem der konfession. ich habs einfach nicht mehr gepackt und hab aufgegeben. hab respekt vor jeder erzieherin, die noch durchhält.

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10. Juni 2013 um 18:58
In Antwort auf blanca_12944740

Ich habe "nur" 2 jahre ausgehalten
ich habe 2 jahre als erzieherin gearbeitet und dann wars das für mich. habe so viel verdient wie eine festangestellte bei mcdonals an der kasse (das ist kein witz!), ständig war ich krank, zuhause ging die arbeit weiter (sachen für den nächsten tag vorbereiten usw.), der lärm ist extrem, manche eltern können einem verrückt machen und dann gibt es noch das problem der konfession. ich habs einfach nicht mehr gepackt und hab aufgegeben. hab respekt vor jeder erzieherin, die noch durchhält.

@ lenasusi
Darf ich dich fragen, was du jetzt machst? Bei mir ist es ähnlich: Bin den Job leid und würde gerne was Anderes machen, aber bei der Arbeitsmarktsituation scheint das aussichtslos

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14. Juni 2013 um 10:07
In Antwort auf nonie_11909019

@ lenasusi
Darf ich dich fragen, was du jetzt machst? Bei mir ist es ähnlich: Bin den Job leid und würde gerne was Anderes machen, aber bei der Arbeitsmarktsituation scheint das aussichtslos

@ minki87
Hallo,
ich habe danach eine neue Ausbildung zur Mediengestalterin gemacht und arbeite seit einem jahr darin. Da bekommt man mehr geld (nicht wesentlich mehr aber immerhin mehr) und muss nicht ständig hin und her rennen. zwar gibt es nun keine brüllende kinder mehr, aber dafür geht der seelische stress richtig in den knochen. ich habs aufgegeben nach was besserem zu suchen. wenn ich mir überlege, dass mein aufgabengebiet nicht sehr umfangreich ist und auch nicht unbedingt schwer, bekomme ich dafür gutes geld. aber ich muss auch sagen, dass ich eine sehr gute firma gefunden habe, mit super konditionen für die AN (das war in meiner ausbildungsfirma nicht so - hatte es zwischendurch mal sogar bereut die ausbildung gestartet zu haben!). im grunde genommen ist es so: mediengestalter sein und noch die eigene kreativität einbringen ist nichts (leider denken das viele - ich war damals auch so naiv), manchmal verdient man als mg sogar schlechter als eine erzieherin (kenne leider leute denen es so geht) und viele plätze gibt es nicht. ich kann dir nur raten mehrere praktika zu machen über einen längeren zeitraum. ich habe den fehler gemacht es nicht zu tun und nun sitze ich fest, muss den job machen und leben zu können, hab mich aber bei diesem beruf wenigstens damit abgefunden und wenn ich nach hause komme, muss ich auch nicht mehr vor erschöpfung weinen.

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