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Bin selbständig und kann meine Aufträge nicht mehr bewältigen

14. Februar 2014 um 9:17

Hallo ihr Lieben,

seit einigen Jahren arbeite ich von daheim aus als freiberufliche Übersetzerin. Zunächst lief mein Geschäft sehr schlecht, und ich habe deswegen jeden Auftrag angenommen.

Nun bin ich gut etabliert, die meisten meiner Aufträge bekomme ich von einer Justizbehörde. Mir gefällt meine Arbeit auch im Großen und Ganzen sehr gut, und ich freue mich natürlich, dass mein Geschäft gut läuft.

Seit einer Weile bin ich jedoch hart an meiner persönlichen Belastungsgrenze. Aufträge von Justizbehörden sind nicht immer planbar und teilweise auch eilig. Solange ich nicht nur solche Aufträge bekomme, ist das auch kein Problem für mich. Aber nun fühle ich mich wie ein Hamster im Hamsterrad. Ich bekomme ständig sehr eilige Aufträge, alle von derselben Abteilung. Kaum habe ich einen Auftrag angefangen, kommt sofort wieder ein sehr eiliger Auftrag, mit dem Kommentar "bitte einschieben". Außerdem habe ich auch Aufträge, die zwar nicht eilig sind, die aber nun mal auch gemacht werden müssen. Ich bin nur noch mit Abarbeiten und irgendwie Durchkommen beschäftigt. Ich habe zwar Geschäftszeiten, aber momentan bedeutet das nur, dass ich zu gewissen Zeiten für die Kunden nicht erreichbar bin, aber trotzdem arbeite. Eine 7-Tage-Woche mit 10-12-Stunden-Tagen ist für mich nun die Regel geworden, und ich spüre das inzwischen körperlich. Durch den Dauerstress komme ich nachts kaum zur Ruhe, fühle mich tagsüber wie gerädert und kämpfe ständig mit Magenproblemen und Erkältungen. Ich bin auch ständig gereizt und gehe wegen Kleinigkeiten in die Luft. Ich bräuchte eigentlich ganz dringend mal Erholung, aber momentan reicht meine sogenannte "Freizeit" gerade mal dazu, das Nötigste im Haushalt zu machen. Blöderweise muss mein Mann im Moment auch sehr viel arbeiten und kann mir fast nichts abnehmen.

Klar muss ich keinen Auftrag annehmen, aber mit meinem wichtigsten Kunden will ich es mir nicht verscherzen, denn dann kann ich meinen Laden gleich dichtmachen.

Irgendetwas muss aber passieren, sonst breche ich irgendwann zusammen. Hat jemand einen Tipp für mich? Vielen Dank!

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14. Februar 2014 um 13:36

Danke...
...für Deinen Beistand!

Das mit dem freiberuflichen Mitarbeiter ist so eine Sache. Bei den Übersetzungen der Behörde geht es oft um laufende geheime Ermittlungen. Möglichst wenig Leute sollen Einblick bekommen. Ich bräuchte von ihnen eine Genehmigung, damit ich die Texte weitergeben darf, und zwar für jeden Auftrag extra. Die habe ich mir zwar schon geholt, aber die freiberuflichen Mitarbeiter haben so schlechte Arbeit abgeliefert, dass ich es beim besten Willen nicht so lassen konnte und praktisch alles neu machen musste. Das ist mehr Arbeit als wenn ich es selber mache.

Ein Limit habe ich denen auch schon öfter mitgeteilt, so nach dem Motto "ich schaffe maximal XX Seiten pro Woche" (ist besser als eine Auftragszahl zu nennen, weil die Texte unterschiedlich lang sind). Das fruchtet immer nur vorübergehend. Vor ein paar Monaten haben die mich so eingedeckt, dass ich ihnen sogar mal mitteilen musste, dass ich die nächsten Wochen gar nichts mehr annehmen kann. Auch das hat nur vorübergehend gewirkt.

Schade, denn eigentlich macht mir meine Arbeit ja Spaß, meistens jedenfalls..

Momentan ist es bei mir wirklich extrem. Zeit zum Kochen habe ich praktisch gar nicht und esse nur Fertiggerichte, was natürlich nicht gesund ist. Meinen täglichen Spaziergang von ca. einer Stunde schaffe ich auch meistens nicht. Und ich fange an zu merken, dass sich bei mir die Prioritäten verschieben. Morgen feiert eine Freundin von mir ihren Geburtstag. Ihre Feiern sind immer sehr nett. Doch momentan empfinde ich das als Belastung und würde morgen ehrlich gesagt am liebsten einfach daheim bleiben und früh schlafen gehen. Das kann's auch nicht sein...

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