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Bin so frustriet, berufliche Neuorientierung als beste Lösung?

22. Mai 2009 um 21:59

Hallo ihr Lieben!

Mir geht es heute so richtig beschissen. Nach diesem Arbeitstag habe ich derbe Kopfschmerzen und mir ist so richtig unwohl, als ob ne dicke Krankheit im Kommen ist.

Ich befinde mich momentan in folgender Situation:
Ich bin jetzt 22 Jahre alt und habe nach meinem Abitur Physiotherapie gelernt.
Es war zwar damals nicht gerade mein Wunschberuf, sondern eher eine Notlösung. Aber da ich trotzdem gespannt war, wie der Beruf so ist, und auch dachte, er passt zu mir, habe ich die Ausbildung gemacht.
Der Gedanke war schön, Gutes zu tun und Menschen helfen zu können.

Die Realität sieht leider ganz anders aus. Zumindest in meinem Umfeld. Statt anderen zu helfen, muss man mit aller Kraft kämpfen, dass man sich selbst helfen kann. Und selbst das schafft man nicht.
Nach meinem Abschluss letztes Jahr war ich gezwungenerweise lange zu Hause, arbeitslos. Ich hatte zwar einige Vorstellungsgepsräche, einige ganz in Ordnung, aber die meisten katastrophal, was auf die Arroganz der selbsternannten Chefs zurückzuführen war.
Ich habe dann viel Zeit, Mühe und vor allem Geld in Weiterbildungen gesteckt. Einerseits um im Beruf zu bleiben, andererseits, damit ich mich in der Qualifikation steigern konnte.

Es kam im März die erste richtige Stelle, die aber komplett gegen den Baum ging, denn man lockte mich in ein unbefristetes, gut bezahltes Arbeitsverhältnis um mich dann nach zwei Wochen wieder herauszuschmeißen, mit den Worten ich sei unfähig. In der Kündigung stand aufgrund von innerbetrieblichen Angelegeneheiten und die mehr als offensichtliche Wahrheit war, dass ich eine billige Urlaubsvertretung war.

Nun, seit April, offiziell seit Mai arbeite ich in einer anderen Praxis. Anfangs war ich serh zufrieden und habe mich gefreut. Die Praxis sah nach was aus. Aber inzwischen musste ich schmerzhaft feststellen, dass das nur Show ist.
Aber der Reihe nach:
Inzwischen kann ich auch über diese Stelle sagen, dass man mich getäuscht hat und mit falschen Versprechungen in ein Arbeitsverhältnis gelockt hat. Das an sich ist wahrscheinlich heutzutage nicht mehr so selten. Aber das hier ist echt schon ganz schön krass und vor Allem dreist.

In der Stellenanzeige stand damals 15-20 Stunden. Da denkt man doch, dass es zwar schwankt, sich aber mal bei 15, mal bei 20 oder so dazwischen hält.
Beim Gespräch warens auf einmal nur noch 15, wenn mehr Patienten kommen, wirds natrülich mehr. Da dachte ich mir, okay. Das klingt vernünftig.
Es stellte sich dann schon in der erste Woche so heraus, dass die Chefin der Meinung ist, dass man nur 15 Stunden offiziell arbeitet und den Rest, was sie jeden Tag an Überstunden (Entschuldigung, "Mehrarbeit") für nass arbeitet. Also ich weiß nicht, wir ihr das seht, aber in meinen Augen ist alles, was über die vertraglich geregelte Arbeitszeit geht, Überstunden. Egal wie sie es nennt.
Es werden jeden Tag an die 2-3 Überstunden, wo ich mich frage, warum sie mich nicht mit den Stunden hochstuft.
Denn ich sehs nicht ein - auch als Berufsanfänger - dass ich hier für nen Hungerlohn noch Überstunden ohne Ende mache. Dann ist sie noch so dreist und kommt mir mit Sprüche wie "Sie müssen schon arbeiten für Ihr Geld." Hallo... ich habe zu jeder Überstunden, und wenn ich sie nach Feierabend spontan massieren sollte, Ja und Amen gesagt und mache alles, was sie mir aufträgt. Und dann stellt sie mich so hin, als wär ich faul!? Ein kurzer Satz dazu: Sie arbeitet Montag bis Donnerstag, Freitag ist Putztag.
Sie fordert Dinge von mir, die sie selber nicht erfüllt. Sie arbeitet ständig mit Verzug und kritisiert mich, wenn ich pünktlich aus der Behandlung komme.

Nun hat meine Kollegin gekündigt. Was die mir so alles erzählt hat, wie es in der Praxis zugeht und wie die Chefin so drauf ist, da stellten sich mir die Nackenhaare auf.
Sie hat die Kollegin dann wahrscheinlich gleich ganz rausgeschmissen, ohne die Frist von nem Monat, die man einhalten muss nach der Probezeit. Nun muss ich siw ganze Arbeit machen, die sie zurückgelasse nhat. Aber die Chefin geht natürlich trotzdem in ihren Urlaub und lässt mich nächste Woche allein in der Praxis. Ich soll da den doppelten Dienst, als vertraglich geregelt, machen plus Überstunden. Und das selbstverständlich für nass. Ich habe sie gefragt, wie das dann vergütet wird und da fuhr sie mich gleich an, ich hätte wohl Angst, dass sie mir mein Geld nicht zahlt und bla und dazu noch gedroht, sie könne mir auch gerne die Stundenzahl runtersetzen auf 10, aber das wöllte ich bestimmt nicht.

Dann bin ich ja nunmal Berufsanfänger und muss die ganze Routine noch erlernen. Heute kam zu diesem Thema der absolute Hammer:
Sie machte mich heute so dumm, wie noch nie einer zuvor. Aufhänger war eine kleine Übung, die so enorm wichtig ist, dass man sonst als Physiotherapeut gar nicht die Approbation hätte bekommen dürfen. (Achtung Ironie). Es handelte sich um eine ganz minimale Sache, aber sie machte da nen riesen Aufriss drum. Und wurde natrülich gleich weider beleidigend und persönlich. Sie meinte, was ich überhaupt in den drei Jahren Ausbildung gemacht hab, ich könne ja gar nichts. Und wie ich davor überhaupt zu meinem Abitur kommen konnte. Das ging für mich echt unter die Gürtellinie. Die Frau ist selbst das blanke Grauen als Geschäftsfrau. Sogar die Patienten bekommen das mit und meinen, sie müsse sich mal ändern und sie ist ganz schön biestig etc. Wo ich manchmal gar nciht weiß, was ich da drauf sagen soll. Noch dazu bekommen es die Patienten mit, dass dort jedes Jahr die Mitarbeiter wechseln, weil es keiner länger aushält. Und ich muss ehrlich sagen, ich bin jetzt schon am Ende. Ich bin heute heulend nach Hause gefahren, weiß gar nicht, wie ich das nächste Woche schaffen soll und bin am Ende. Noch dazu kommt ein sehr schwerer Patient nächste Woche. Besser gesagt einer, wo es richtig gefährlich wird, wenn man einen Fehler macht. Und die Gefahr ist in meinem Fall des Berufsanfängers natürlich sehr hoch.

Dann kontrolliert sie mich ständig, ich soll mich immer brav ab und anmelden, wenn ich zum Hausbesuch gehe (als ob ich dafür Zeit hätte). Diese Woche fragte sie auch, warum ich mich vor ihr verstecke. Ich dachte mir nur "Ich mache hier nur ganz normal meine Arbeit." Da könnt ihr mal sehen, mein Arbeitsplan ist so vollgestopft dass meine Chefin denkt, ich würde mich vor ihr verstecken.
Ich komme mit meiner Chefin überhaupt nicht klar. Das ganze Arbeitsklima ist - sorry - fürn Arsch und weiß schon gar nicht, wo ich überhaupt noch den Antrieb herbekomme, jeden zweiten Tag dort hin zu fahren. Montag lege ich ihr eine Kündigung auf den Tisch.

Ich könnte hier noch Seiten darüber schreiben, was alles vorgefallen ist.... aber ich komme nun mal lieber zu meinem Hauptanliegen:
Nach dieser Pleite habe ich überhaupt keine Lust mehr auf Physiotherapie. Ich habe geradzu richtigen Hass zu dem Beruf entwickelt.
Nun bin ich am Überlegen, ob ich den Beruf ganz an den Nagel hänge und lieber noch eine andere Ausbildung mache, oder ob ich mir ne Auszeit nehme (bevor es richtig angefangen hat, wenn mans so betrachtet) und später nen Neuanfang wage...
Obwohl esm ir eigentlich lieber wäre, ich könnte etwas anderes machen. Ich wollte schon nach dem Abitur gerne Schauspiel studieren und habe auch immer wieder daran gedacht. Nun habe ich sogar schon das Anmeldeformular für einen Eignungtest an unserer Schauspielschule ausgefüllt. Die Berufsausbildung hatte ich damals nur aus Vernunft gemacht, weil Schauspielerei nicht immer von Erfolg gekrönt sein muss.
Aber wenn ich noch einmal die Wahl hätte. Niemals würde ich mich für die Physiotherapie entscheiden.

Momentan ist es so, dass ich überhaupt nicht weiß, was ich tun soll. Kündigen ist klar. Denn die Frau macht mich richtig krank, körerperlich wie seelisch. Aber wie gehts dann weiter...
Ich weiß überhaupt nicht mehr wo mir der Kopf steht...

Was sagt ihr zu meiner fragwürdigen "Berufserfahrung"?

Liebe Grüße,
Christiane

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25. Mai 2009 um 21:37

Kann nur besser werden
Hat sich erledigt... ich weiß nun, wie es weitergehen wird.

Habe heute gekündigt und es endete natürlich damit, dass man mich dafür übel beschimpfte. Da kann man nur den Kopf drüber schütteln.

Ich kann nur jedem, der genauso und noch viel schlimmer gemobbt wird, dass er oder sie die Notbremse zieht! Tut es euch zuliebe und quält euch nicht unnötig in nem Job, der euch nicht glücklich macht.

Nun kanns ja nur noch besser werden.

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10. Februar 2013 um 14:08


Das tut mir leid für Dich. Habe selber auch schon ähnliches erlebt, aber nicht nur. Selber habe ich auch ein wenig genug von der Physiotherapie. Was tust Du denn momentan? Alles Gute für Dich.

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