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Doktorin und kurzzeitig arbeitslos

7. Februar 2013 um 12:13

Huhu,
nach einer anstrengenden Zeit (Studium, Promotion) bin ich nun im zarten Alter von 28 mit allem fertig und möchte die Welt kennenlernen. Fünf Jahre Studium und knapp 4 Jahre Promotionszeit reichen auch vorerst. Bei uns an der Universität ist eine durchgehende Weiterbeschäftigung leider auch nicht möglich, so dass ich das kurze Streicholz gezogen habe (keine Kinder, keinen ehemann) arbeitslos geworden bin. Eine Jobaussicht für Juli habe ich allerdings schon.

Jetzt wollte ich die freie Zeit nutzen und die Welt kennenlernen und eine Backpackerreise unternehmen (Stichwort BIldungsreise). Ich habe ja jetzt schließlich 4 Monate Zeit und möchte mich von meinen stressigen Jahren erholen. Nur wie kläre ich das sinnvoll mit dem Arbeitsamt? Ich war bereits da, aber die Abgabe meines Leistungsantrages muss persönlich erfolgen. Und das gesetzte Datum kollidiert mit meiner Reisezeit. Habt ihr da Ideen? Es wäre schon schön, ein geringfügiges Einkommen zu erhalten, um zumindest meine Lebenskosten zu decken.

Moralisch ist das meist immer eine Frage... auch bei meinen Freundinnen. Urlaub haben und ALG erhalten auf der einen Seite hat immer einen faden Beigeschmack und ist auch nicht ganz sauber.... Auf der anderen Seite habe ich jetzt 4 Jahre lang Geld verdient, Steuern gezahlt und einen Job in Aussicht (und überdies vermutlich auch zukünftiug gute Jobaussichten). Ich bin also so oder so jetzt für 4 Monate arbeitslos, da mich ja für die kurze Zeit auch niemand einstellt. Pauschaljobs nehmen ja keine promovierten Frauen um an der Kasse zu sitzen . Und ab Juli steht auch schon wieder eine ordentlcihe Vollbeschäftigung an...

Habt ihr da eine Idee? Ich bin ratlos

Danke und liebe grüße
anne

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8. Februar 2013 um 15:42

Hallo Anne!
Die moralische Seite würde ich mal ganz aussen vor lassen, denn FAIR ist im Arbeitsleben ohnehin nichts!
Deine Überlegung sit meiner Meinung nach völlig legitim und nachvollziehbar!

Das Problem bei der ganzen Sache werden allerdings dann eher die regelmäßigen Termine bei der AfA sein. Man hat ja so alle 4-6 Wochen ein Vermittlungsgespräch mit seinem Vermittler!
Da ist der Abgabetermin noch das kleinere Problem!

Eine Idee, wie man die Termine umgehen könnte, habe ich leider auch nicht. Regelmäßige Besuche zu Hause werden bei einer Backpackerreise wohl kaum möglich sein

Liebe Grüße und alles Gute!

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16. Februar 2013 um 11:33

Komisch!
Hier kommst Du mit erhobenem Zeigefinger an und sprichst von unfairem Verhalten gegenüber der Beitragszahler!

In einem anderen Thread kannst Du nicht verstehen, warum eine Frau statt ALG nicht einfach H4 bezieht und sich damit volle drei Jahre auf Kosten der Beitragszahler auf ihrem Allerwertesten ausruht?!
Auch das fände ich moralisch betrachtet mehr als unfair...
Ich richte mich nicht nur nach einer Gesetzeslage (die es sich möglichst einfach macht), sondern beurteile einiges auch unabhängig dabvon!!
Kaum jemand kann sich heute noch volle 3 Jahre Elternzeit erlauben, aber die Ärmsten der Armen schon... das soll fair sein??

Davon abgesehen dass ich es beängstigend finde, wie einfach und schnell immer zur Sozialhilfe/H4/Stütze geraten wird. Als sei es so selbstverständlich in Anspruch zu nehmen wie die Beantragung des Kindergelds
Und als sei ja ohnehin klar, dass dies heute JEDER Familie zusteht!
Das bekommt nur, wer als arm deklariert wurde, also bis auf den Freibetrag keine Rücklagen hat, der Partner nur wenig verdient usw.!!
Wer sagt dass sie diese Voraussetzungen mitbringt!

So, sorry dass ich vom Thema abgekommen bin.
Ich kann da einfach Deine unterschiedlichen Einstellungen nicht nachvollziehen.





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16. Februar 2013 um 12:40

Die Kinderbetreuung kann vom Jugendamt größtenteils
übernommen werden wenn man bedürftig ist bzw. die Einkünfte nicht mehr zum Leben reichen würden.
Das ist kein Grund, sich von vornherein zurück zu lehnen und wie Du selbst sagst, sich vom Steuerzahler aushalten zu lassen. In so einem Fall sollte man sich dahinter klemmen eine Lösung zu finden und nicht "aufgeben" und ausruhen!

Mir ging es eben wie gesagt nicht darum, was laut Gesetz geht oder nicht erlaubt ist oder sonst was...
Es ging mir einfach um das aus moralischer Sicht "unfaire Verhalten", worauf Du ja auch abgestellt hast!

Im vorliegenden Fall halte ich es rein organisatorisch ohnehin fast unmöglich, die Sache so durchzuziehen. Man hat ja auch regelmäßige Vermittlungsgespräche wahrzunehmen- ich denke das würde nicht funktionieren!

Sagen wir so, nachdem ich über 10 Jahre in meine Haftpflicht eingezahlt habe, hab ich dann mal den Couchtisch meiner Bekannten beschädigt, der eigentlich meiner war!
Korrekt ist das nicht, aber man kann es auch übertreiben...

Übrigens hat meine Vermittlerin von der AfA damals, als ich meine Alosenvers. in Anspruch nahm, mit einem Augenzwinkern betont "Sie haben doch sicher eine Mutter/Schwiegermutter zum Aufpassen, stimmts"?!?




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16. Februar 2013 um 14:08

Wenn Du
aber von dreist und unfair sprichst, gehts Dir wohl auch nicht allein um die rechtliche Seite, sondern eben auch in gewisser Weise um die moralische.

Und was sind 4 Monate ALG gegen 3 JAHRE H4?
Mir gehts wie gesagt darum, dass ich es als dreist beurteilen würde, sich von vornherein 3 ganze JAHRE zurück zu lehnen und gar keine Versuche mehr in Sachen Betreuung zu starten.

Weißt Du, in H4 zu rutschen, zieht oft einen ziemlichen Rattenschwanz nach sich.
Gerade bei jungen Leuten sollte man da vorsichtig sein und nur dazu raten wenn wirklich alles andere ausgeschöpft ist.

Und traurig finde ich wie gesagt, dass man wohl oft schon automatisch von einer Bedürftigkeit ausgeht (nicht nur Du, das liest man häufiger) wenn man "junge Mutter mit Kind" hört...
Da nirgens was von "alleinerziehend" stand sollte man doch primär davon ausgehen, dass es einen Partner gibt, der die Familie über Wasser halten kann!

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16. Februar 2013 um 17:12

Du klärst das gar nicht,
sondern beginnst Deine Reise und nimmst halt die 4 Monate ohne ALG in Kauf. Wenn die erfahren, dass Du welche beantragst und dann auf Back-Packing gehst, dann zeigen die mit dem Finger - zurecht - an ihren Kopf.
Im Übrigen geht es nicht um Lebenshaltungskosten zuhause, sondern offensichtlich um Unkosten während des Backpackings. Ich gehe davon aus, dass Du als Post-Doc an der Uni Geld verdient und für das Backpacking zurückgelegt hast. Was an Kosten während Deiner Abwesenheit anfällt, musst Du aus dem eigenen Säckel bezahlen.
Außerdem wünscht das Arbeitsamt ja während der 4 monatigen Leistungserbringung, dass Du ihnen zur Verfügung stehst. Denn die wollen Dich kurzfristig unterbringen und wenn es nur darum geht, Dir einen Job in einem Museum als Aufseher-in anbieten können.

www.internetrecherche.npage.de

PS: Und falls es mit dem Job hernach nicht klappt: Wir suchen immer wieder Menschen mit Krips für besondere Aufgaben in der Internetrecherche auf Abruf.

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