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Erster Job nach Studium und anfängliche Überforderung - was tun?

20. Oktober um 20:51 Letzte Antwort: 26. Oktober um 9:12

Hallo Leute, ich bin neu hier im Forum!

wie der Titel schon sagt: Ich habe vor Kurzem, direkt im Anschluss an meine Masterarbeit und den letzten Prüfungen, in einem Start-Up das arbeiten angefangen. Das ist meine erste richtige Festanstellung nach dem Studium. Zu dem Job bin ich eher durch Vitamin B gekommen. Mir hat von Anfang an zugesagt, mit was sich die Firma beschäftigt, sowie die potentiellen Aufgaben, die ich bekommen sollte. Eine weitere Motivation für den Job war die Angst, aufgrund der aktuellen Corona-Lage, nichts zu finden. 

Jetzt zu meinem Problem: ich habe mir meine Aufgaben und die Arbeit ganz anders vorgestellt. Es ist jetzt nicht so, dass ich "überzogene Vorstellungen" davon habe, wie der erste Job aussehen soll. Es ist mir auch durchaus bewusst, dass man nicht sofort durchstarten kann, sich einarbeiten muss und ggf. alles selber erarbeiten muss. Aber mir fehlt einfach dennoch die Struktur. Ich bin mir nicht einmal genau klar, wie mein Aufgabenbereich abgegrenzt wird. Die anderen Mitarbeiter, die mit mir neue angefangen haben, sind älter, haben schon länger gearbeitet und dementsprechend mehr Erfahrung. Die finden sich schon total gut zurecht (so wirkt es zumindest auf mich). Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich hinten dran hänge und nicht mitkomme. 
Hinzu kommt auch noch, dass in der Firma viel Englisch gesprochen wird, weil das Produktmanagement und die Software-Entwicklung (die Firma beschäftigt sich mit der Entwicklung einer App) ins Ausland outgesourced wurden. Ich bin leider nicht gerade gut in Englisch und muss dann immer dumm nachfragen. Und ja ich weiß auch genau, dass man mit einem Masterabschluss Englisch beherrschen sollte, aber ich war einfach noch nie gut in Sprachen und es ist mir aufgrund meiner Schüchternheit unangenehm Englisch zu sprechen. Hätte mein jetztiger Chef das gewusst, hätte er mich sicher nicht eingestellt, davon bin ich überzeugt.
Dann kommt auch noch dazu, dass bei mir nach den 6 Monaten Masterarbeit und der Prüfungsphase einfach die Luft raus ist, um produktiv zu sein. Ich hatte keine "Erholungsphase". Am 30. September hatte ich die letzte Prüfung und am 01. Oktober habe ich bereits das arbeiten angefangen. Ich bin mehr oder weniger von einem Stress in den anderen hineinkatapultiert worden. Davor hatte ich immer wieder extreme Tiefs, Gefühle der Überforderung und depressive Verstimmungen wegen meiner Masterarbeit und der Prüfungsphase. Es war sogar so schlimm, dass ich spekuliert habe, das Studium hinzuschmeißen. Am Ende habe ich mit einer 1,0 die Masterarbeit bestanden, aber diese Hochs und Tiefs haben mich so sehr geschlaucht, dass ich mich jetzt einfach nur noch richtig ausgelaugt fühle. 

Nun weiß ich nicht was ich tun soll. Ich würde echt gerne Einsatz und Elan zeigen und motiviert sein für den neuen Job. Ich würde meinem Chef gerne beweisen, dass ich nicht nur gute Noten abliefern kann, sondern wirklich was auf dem Kasten habe und dass ich die Anstellung verdient habe.
Aber 1. bin ich einfach so erschöpft und 2. fühle ich mich einfach so alleine gelassen in dem neuen Job, weil mir einfach die Struktur fehlt. Komme mir immer so extrem dumm vor, wenn ich nachfragen muss, was ich machen soll oder wenn mir eine Aufgabe nicht ganz klar ist. In meinen Nebenjobs oder Praktika hatte ich irgendwie nie diese Probleme, da habe ich sogar zum größten Teil selbstständig an kleinen Projekten gearbeitet und immer super Feedback und Bewertungen bekommen. Am Wissen/Können liegt es also nicht, eher an mangelnder Motivation und Elan und der Angst zu Versagen. 
Habt ihr einen Tipp, was ich tun könnte? Ich habe schon überlegt, ob ich nicht einfach das Handtuch werfen und mich erstmal von dem Uni-Stress erholen sollte, vielleicht bin ich dann mental und emotional gefestigter. Oder soll ich jetzt die Zähne zusammenbeißen und mich durchkämpfen? Ist ja nicht gerade so, als ob das die einzige stressige Phase in meiner beruflichen Laufbahn sein wird. Aber gerade habe ich keine Ahnung, ob ich das in meiner aktuellen psychischen Verfassung hinbekomme. 

Liebe Grüße und Danke schonmal für eure Antworten!

Eure Andi
 

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21. Oktober um 0:02

Herzlich willkommen im erwachsenen Leben. Bitte hör mit dem jammern auf. Wir haben alle Studium, Nebenjob, Haushalt und Rechnungen durch. Jetzt heisst es anpacken! 

du bist in einem startup.  Dies bedeutet, dass du deine Strukturen größtenteils selber machen kannst. Du bist unerfahren und Berufseinsteiger. Es ist ganz normal dass die anderen dir um einiges voraus sind. Du kannst sie fragen und solltest das auch. So bekommst du mehr Übung und Sicherheit. Das gilt auch in englisch. Das lernst du mit der Zeit. Wenn du dich jetzt zurückzieht, unsicher bist, demotiviert und schwach, wird dein Chef dich innerhalb der Probezeit entlassen. Dann bist du gescheitert. Startup ist noch einfach. Danach wird der Einstieg noch schwerer.

Mach es dir nicht so schwer. Sei optimistisch. Freu dich auf Herausforderungen, Ziele die du erreichen wirst. 

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21. Oktober um 19:51
In Antwort auf andicandi2040

Hallo Leute, ich bin neu hier im Forum!

wie der Titel schon sagt: Ich habe vor Kurzem, direkt im Anschluss an meine Masterarbeit und den letzten Prüfungen, in einem Start-Up das arbeiten angefangen. Das ist meine erste richtige Festanstellung nach dem Studium. Zu dem Job bin ich eher durch Vitamin B gekommen. Mir hat von Anfang an zugesagt, mit was sich die Firma beschäftigt, sowie die potentiellen Aufgaben, die ich bekommen sollte. Eine weitere Motivation für den Job war die Angst, aufgrund der aktuellen Corona-Lage, nichts zu finden. 

Jetzt zu meinem Problem: ich habe mir meine Aufgaben und die Arbeit ganz anders vorgestellt. Es ist jetzt nicht so, dass ich "überzogene Vorstellungen" davon habe, wie der erste Job aussehen soll. Es ist mir auch durchaus bewusst, dass man nicht sofort durchstarten kann, sich einarbeiten muss und ggf. alles selber erarbeiten muss. Aber mir fehlt einfach dennoch die Struktur. Ich bin mir nicht einmal genau klar, wie mein Aufgabenbereich abgegrenzt wird. Die anderen Mitarbeiter, die mit mir neue angefangen haben, sind älter, haben schon länger gearbeitet und dementsprechend mehr Erfahrung. Die finden sich schon total gut zurecht (so wirkt es zumindest auf mich). Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich hinten dran hänge und nicht mitkomme. 
Hinzu kommt auch noch, dass in der Firma viel Englisch gesprochen wird, weil das Produktmanagement und die Software-Entwicklung (die Firma beschäftigt sich mit der Entwicklung einer App) ins Ausland outgesourced wurden. Ich bin leider nicht gerade gut in Englisch und muss dann immer dumm nachfragen. Und ja ich weiß auch genau, dass man mit einem Masterabschluss Englisch beherrschen sollte, aber ich war einfach noch nie gut in Sprachen und es ist mir aufgrund meiner Schüchternheit unangenehm Englisch zu sprechen. Hätte mein jetztiger Chef das gewusst, hätte er mich sicher nicht eingestellt, davon bin ich überzeugt.
Dann kommt auch noch dazu, dass bei mir nach den 6 Monaten Masterarbeit und der Prüfungsphase einfach die Luft raus ist, um produktiv zu sein. Ich hatte keine "Erholungsphase". Am 30. September hatte ich die letzte Prüfung und am 01. Oktober habe ich bereits das arbeiten angefangen. Ich bin mehr oder weniger von einem Stress in den anderen hineinkatapultiert worden. Davor hatte ich immer wieder extreme Tiefs, Gefühle der Überforderung und depressive Verstimmungen wegen meiner Masterarbeit und der Prüfungsphase. Es war sogar so schlimm, dass ich spekuliert habe, das Studium hinzuschmeißen. Am Ende habe ich mit einer 1,0 die Masterarbeit bestanden, aber diese Hochs und Tiefs haben mich so sehr geschlaucht, dass ich mich jetzt einfach nur noch richtig ausgelaugt fühle. 

Nun weiß ich nicht was ich tun soll. Ich würde echt gerne Einsatz und Elan zeigen und motiviert sein für den neuen Job. Ich würde meinem Chef gerne beweisen, dass ich nicht nur gute Noten abliefern kann, sondern wirklich was auf dem Kasten habe und dass ich die Anstellung verdient habe.
Aber 1. bin ich einfach so erschöpft und 2. fühle ich mich einfach so alleine gelassen in dem neuen Job, weil mir einfach die Struktur fehlt. Komme mir immer so extrem dumm vor, wenn ich nachfragen muss, was ich machen soll oder wenn mir eine Aufgabe nicht ganz klar ist. In meinen Nebenjobs oder Praktika hatte ich irgendwie nie diese Probleme, da habe ich sogar zum größten Teil selbstständig an kleinen Projekten gearbeitet und immer super Feedback und Bewertungen bekommen. Am Wissen/Können liegt es also nicht, eher an mangelnder Motivation und Elan und der Angst zu Versagen. 
Habt ihr einen Tipp, was ich tun könnte? Ich habe schon überlegt, ob ich nicht einfach das Handtuch werfen und mich erstmal von dem Uni-Stress erholen sollte, vielleicht bin ich dann mental und emotional gefestigter. Oder soll ich jetzt die Zähne zusammenbeißen und mich durchkämpfen? Ist ja nicht gerade so, als ob das die einzige stressige Phase in meiner beruflichen Laufbahn sein wird. Aber gerade habe ich keine Ahnung, ob ich das in meiner aktuellen psychischen Verfassung hinbekomme. 

Liebe Grüße und Danke schonmal für eure Antworten!

Eure Andi
 

Das klingt alles nach ziemlich viel auf einmal.

Teilweise kann ich mich da gut einfühlen. ich habe Anfang des Jahres eine Weiterbildung abgeschlossen. Das war auch viel Streß für mich, weil ich auch unbedingt die 1,0 haben wollte.
Danach war ich auch erstmal sehr ausgelaugt. Glücklichweise habe ich mir gleich einen Monat Erholung eingeplant, bevor ich dann durchstarten wollte.
Der Monat war dann auch voll mit Bewerbungsstreß und schlußendlich der Entscheidung, welcher Arbeitsplatz es werden soll.

Ich war Anfangs auch sehr überfordert. In den Praktika hatte ich auch nie Probleme und bekam positive Rückmeldung. Aber du wurde ich auch richtig angeleitet und "eingearbeitet".
Dann stand ich da und sollte voll ind ie Arbeit reingehen und an jedem Ende dachte ich: Oh Gott, wie soll ich das denn machen??? - Nicht geholfen hat, dass man mit harscher Kritik dann auch schnell zur Hand war.

An 2 von 3 Tagen habe ich beschlossen, zu kündigen.

Aber ich habe mich reingewurschtelt. Und mit der Zeit machte es mir Spaß.
Ich hatte mir anfangs 2 Monate gegeben. Wenn es dann nicht deutlich besser gewesen wäre, dann hätte ich gekündigt.

Ich denke du solltest dich nicht mit denen vergleichen, die den Job schon Jahre gemacht haben. Wenn ich jetzt den AG wechseln würde, dann wäre es natürlich wieder einiges neues, aber ich hätte schon Routine bei allen grundlegenden Sachen und auch einfach bei der Planung drumherum. Ich käme viel schneller zurecht und wäre auch schneller nützlich.

Ein Chef sollte wissen, dass dir einfach die Erfahrung fehlt.
Es ist nur richtig, gezielt nachzufragen, wenn du unsicher bist. Besser als es falsch machen. Solange du nicht immer wieder dieselben Fragen stellst, sollte das passen.

Nicht zu ändern ist leider, dass du schon saftlos in die Arbeit gestartet bist. Da musst du jetzt einfach selbst gucken, ob du die Kurve kriegst.

Und dann muss dir klar sein, dass jeder seine Stärken und seine Schwächen hat. Wenn du aber weißt, dass englisch deine Schwäche ist, und du das für den Job nunmal gut hinbekommen musst, dann musst du das angehen.
Ich bin auch schüchtern und englisch sprechen hat mich auch mal viel Überwindung gekostet. Aber so schlimm ist es gar nicht, wenn man sich traut.

Vielleicht kannst du diesbezüglich nochmal einen Onlinekurs belegen oder bei der VHS, um das zu verbessern und dich sicherer zu fühlen. Oder du lernst einfach bei der Arbeit schnell. Wenn deine anderen Qualitäten passen, und du beim nächsten Mal weißt, was es heißt, wenn du gefragt hast (weißt du es denn? Merkst du es dir oder notierst es dir?) - dann sollte das auch kein allzu großes Problem sein.

Vielleicht ist aber auch dein Selbstbewusstsein ein Problem.
Vielleicht fühlst du dich einfach wie ein Hochstapler. Wie nicht würdig für diesen Job? Und hast Angst, dass die anderen das merken?
Da hilft nur, am Selbstbewusstsein zu arbeiten, das geht auf verschiedene Weisen.

Ich wünsche dir zumindest gute Entscheidungfindung!

Pass auf dich auf, damit du nicht bald im burn-out landest. Das ist kein Job der Welt wert.

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21. Oktober um 22:54
In Antwort auf muc.ist

Herzlich willkommen im erwachsenen Leben. Bitte hör mit dem jammern auf. Wir haben alle Studium, Nebenjob, Haushalt und Rechnungen durch. Jetzt heisst es anpacken! 

du bist in einem startup.  Dies bedeutet, dass du deine Strukturen größtenteils selber machen kannst. Du bist unerfahren und Berufseinsteiger. Es ist ganz normal dass die anderen dir um einiges voraus sind. Du kannst sie fragen und solltest das auch. So bekommst du mehr Übung und Sicherheit. Das gilt auch in englisch. Das lernst du mit der Zeit. Wenn du dich jetzt zurückzieht, unsicher bist, demotiviert und schwach, wird dein Chef dich innerhalb der Probezeit entlassen. Dann bist du gescheitert. Startup ist noch einfach. Danach wird der Einstieg noch schwerer.

Mach es dir nicht so schwer. Sei optimistisch. Freu dich auf Herausforderungen, Ziele die du erreichen wirst. 

Danke für dein ehrliches Feedback. Ja ich weiß auch, dass ich nicht jammern sollte und auch froh sein soll, dass ich trotz aktueller Lage einen Job bekommen habe.
Ich denke ich werde jetzt einfach das Beste aus der Situation machen und versuchen mich so gut es geht durchzukämpfen. Denn mehr kann ich gerade auch nicht machen. 

Darf ich fragen, wie du den Einstieg von Schule/Uni etc. ins Berufsleben gemeistert hast?  

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21. Oktober um 23:33
In Antwort auf schnuckweidev

Das klingt alles nach ziemlich viel auf einmal.

Teilweise kann ich mich da gut einfühlen. ich habe Anfang des Jahres eine Weiterbildung abgeschlossen. Das war auch viel Streß für mich, weil ich auch unbedingt die 1,0 haben wollte.
Danach war ich auch erstmal sehr ausgelaugt. Glücklichweise habe ich mir gleich einen Monat Erholung eingeplant, bevor ich dann durchstarten wollte.
Der Monat war dann auch voll mit Bewerbungsstreß und schlußendlich der Entscheidung, welcher Arbeitsplatz es werden soll.

Ich war Anfangs auch sehr überfordert. In den Praktika hatte ich auch nie Probleme und bekam positive Rückmeldung. Aber du wurde ich auch richtig angeleitet und "eingearbeitet".
Dann stand ich da und sollte voll ind ie Arbeit reingehen und an jedem Ende dachte ich: Oh Gott, wie soll ich das denn machen??? - Nicht geholfen hat, dass man mit harscher Kritik dann auch schnell zur Hand war.

An 2 von 3 Tagen habe ich beschlossen, zu kündigen.

Aber ich habe mich reingewurschtelt. Und mit der Zeit machte es mir Spaß.
Ich hatte mir anfangs 2 Monate gegeben. Wenn es dann nicht deutlich besser gewesen wäre, dann hätte ich gekündigt.

Ich denke du solltest dich nicht mit denen vergleichen, die den Job schon Jahre gemacht haben. Wenn ich jetzt den AG wechseln würde, dann wäre es natürlich wieder einiges neues, aber ich hätte schon Routine bei allen grundlegenden Sachen und auch einfach bei der Planung drumherum. Ich käme viel schneller zurecht und wäre auch schneller nützlich.

Ein Chef sollte wissen, dass dir einfach die Erfahrung fehlt.
Es ist nur richtig, gezielt nachzufragen, wenn du unsicher bist. Besser als es falsch machen. Solange du nicht immer wieder dieselben Fragen stellst, sollte das passen.

Nicht zu ändern ist leider, dass du schon saftlos in die Arbeit gestartet bist. Da musst du jetzt einfach selbst gucken, ob du die Kurve kriegst.

Und dann muss dir klar sein, dass jeder seine Stärken und seine Schwächen hat. Wenn du aber weißt, dass englisch deine Schwäche ist, und du das für den Job nunmal gut hinbekommen musst, dann musst du das angehen.
Ich bin auch schüchtern und englisch sprechen hat mich auch mal viel Überwindung gekostet. Aber so schlimm ist es gar nicht, wenn man sich traut.

Vielleicht kannst du diesbezüglich nochmal einen Onlinekurs belegen oder bei der VHS, um das zu verbessern und dich sicherer zu fühlen. Oder du lernst einfach bei der Arbeit schnell. Wenn deine anderen Qualitäten passen, und du beim nächsten Mal weißt, was es heißt, wenn du gefragt hast (weißt du es denn? Merkst du es dir oder notierst es dir?) - dann sollte das auch kein allzu großes Problem sein.

Vielleicht ist aber auch dein Selbstbewusstsein ein Problem.
Vielleicht fühlst du dich einfach wie ein Hochstapler. Wie nicht würdig für diesen Job? Und hast Angst, dass die anderen das merken?
Da hilft nur, am Selbstbewusstsein zu arbeiten, das geht auf verschiedene Weisen.

Ich wünsche dir zumindest gute Entscheidungfindung!

Pass auf dich auf, damit du nicht bald im burn-out landest. Das ist kein Job der Welt wert.

Danke für deine Antwort! Schön zu wissen, dass es anderen auch ähnlich geht/ging wie mir.
Ich werde mir deine Tipps zu Herzen nehmen und auch erstmal die nächsten zwei Monate schauen, ob ich noch die Kurve bekomme oder nicht und an meinen Schwächen arbeiten. Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. 

Ich denke leider auch, dass es bei mir eine Sache des Selbstbewusstseins ist.
Du sprichst mir auf jeden Fall aus der Seele: Ich möchte einfach nicht inkompetent und wie eine "Hochstaplerin", rüberkommen. Ich bin eigentlich nur an den Job gekommen, weil ich mehr oder weniger ein persönliches Verhältnis zu meinem Chef habe (wir sind Nachbarn) und ich Ihn gebeten habe, sich meine Masterarbeit anzusehen, denn er hat das gleiche studiert wie ich und sich auch auf den gleichen Fachbereich spezialisiert. Von der Masterarbeit und meiner Herangehensweise war er irgendwie so extrem begeistert, sodass er mir einfach spontan einen Job in seiner Firma angeboten hat. Dann habe ich die 1,0 bekommen und sollte meine Masterarbeit allen Kollegen auf Englisch im Online Meeting vorstellen. Das war schon eine Ehre, aber nun habe ich einfach das Gefühl, dass mein Chef extrem hohe Erwartungen an mich hat, weil er mich auch noch in den höchsten Tönen bei allen lobt. Ich habe das Gefühl, dass er mir besonders auf die Finger schaut und prüft, ob ich es wirklich drauf habe oder nicht. Da verspüre ich echt nen krassen Druck und weiß einfach nicht, ob ich seine Erwartungen erfüllen kann. 

Meinst du es ist eine gute Idee, den Chef nochmal darauf anzusprechen, was der konkrete Aufgabenbereich ist und dass man in gewissen Bereichen noch Schwächen hat, aber wirklich Einsatz zeigen will, um dies zu ändern? Oder ist das eher nicht so sinnvoll, weil der Chef dann aufmerksam darauf wird. Vielleicht bilde ich mir das mit dem schlecht Englisch reden auch nur ein, weil ich einfach kein Selbstvertrauen habe. Gestern habe ich z.B. mit meiner Kollegin gesprochen und ihr gegenüber geäußert, dass ich mich mit Englisch sprechen unglaublich schwer tue. Daraufhin hat sie erwidert, dass sie mein Englisch gut findet . Es kann natürlich auch der Fall sein, dass sie nett sein will.

 

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22. Oktober um 11:07
In Antwort auf andicandi2040

Danke für dein ehrliches Feedback. Ja ich weiß auch, dass ich nicht jammern sollte und auch froh sein soll, dass ich trotz aktueller Lage einen Job bekommen habe.
Ich denke ich werde jetzt einfach das Beste aus der Situation machen und versuchen mich so gut es geht durchzukämpfen. Denn mehr kann ich gerade auch nicht machen. 

Darf ich fragen, wie du den Einstieg von Schule/Uni etc. ins Berufsleben gemeistert hast?  

Durchgehalten uns mich durchgebissen. Hatte fiese Kollegen, bösen Chef abee ich bin dran geblieben. Immer wieder.habe es weit geschafft. 

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26. Oktober um 9:12
In Antwort auf andicandi2040

Hallo Leute, ich bin neu hier im Forum!

wie der Titel schon sagt: Ich habe vor Kurzem, direkt im Anschluss an meine Masterarbeit und den letzten Prüfungen, in einem Start-Up das arbeiten angefangen. Das ist meine erste richtige Festanstellung nach dem Studium. Zu dem Job bin ich eher durch Vitamin B gekommen. Mir hat von Anfang an zugesagt, mit was sich die Firma beschäftigt, sowie die potentiellen Aufgaben, die ich bekommen sollte. Eine weitere Motivation für den Job war die Angst, aufgrund der aktuellen Corona-Lage, nichts zu finden. 

Jetzt zu meinem Problem: ich habe mir meine Aufgaben und die Arbeit ganz anders vorgestellt. Es ist jetzt nicht so, dass ich "überzogene Vorstellungen" davon habe, wie der erste Job aussehen soll. Es ist mir auch durchaus bewusst, dass man nicht sofort durchstarten kann, sich einarbeiten muss und ggf. alles selber erarbeiten muss. Aber mir fehlt einfach dennoch die Struktur. Ich bin mir nicht einmal genau klar, wie mein Aufgabenbereich abgegrenzt wird. Die anderen Mitarbeiter, die mit mir neue angefangen haben, sind älter, haben schon länger gearbeitet und dementsprechend mehr Erfahrung. Die finden sich schon total gut zurecht (so wirkt es zumindest auf mich). Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich hinten dran hänge und nicht mitkomme. 
Hinzu kommt auch noch, dass in der Firma viel Englisch gesprochen wird, weil das Produktmanagement und die Software-Entwicklung (die Firma beschäftigt sich mit der Entwicklung einer App) ins Ausland outgesourced wurden. Ich bin leider nicht gerade gut in Englisch und muss dann immer dumm nachfragen. Und ja ich weiß auch genau, dass man mit einem Masterabschluss Englisch beherrschen sollte, aber ich war einfach noch nie gut in Sprachen und es ist mir aufgrund meiner Schüchternheit unangenehm Englisch zu sprechen. Hätte mein jetztiger Chef das gewusst, hätte er mich sicher nicht eingestellt, davon bin ich überzeugt.
Dann kommt auch noch dazu, dass bei mir nach den 6 Monaten Masterarbeit und der Prüfungsphase einfach die Luft raus ist, um produktiv zu sein. Ich hatte keine "Erholungsphase". Am 30. September hatte ich die letzte Prüfung und am 01. Oktober habe ich bereits das arbeiten angefangen. Ich bin mehr oder weniger von einem Stress in den anderen hineinkatapultiert worden. Davor hatte ich immer wieder extreme Tiefs, Gefühle der Überforderung und depressive Verstimmungen wegen meiner Masterarbeit und der Prüfungsphase. Es war sogar so schlimm, dass ich spekuliert habe, das Studium hinzuschmeißen. Am Ende habe ich mit einer 1,0 die Masterarbeit bestanden, aber diese Hochs und Tiefs haben mich so sehr geschlaucht, dass ich mich jetzt einfach nur noch richtig ausgelaugt fühle. 

Nun weiß ich nicht was ich tun soll. Ich würde echt gerne Einsatz und Elan zeigen und motiviert sein für den neuen Job. Ich würde meinem Chef gerne beweisen, dass ich nicht nur gute Noten abliefern kann, sondern wirklich was auf dem Kasten habe und dass ich die Anstellung verdient habe.
Aber 1. bin ich einfach so erschöpft und 2. fühle ich mich einfach so alleine gelassen in dem neuen Job, weil mir einfach die Struktur fehlt. Komme mir immer so extrem dumm vor, wenn ich nachfragen muss, was ich machen soll oder wenn mir eine Aufgabe nicht ganz klar ist. In meinen Nebenjobs oder Praktika hatte ich irgendwie nie diese Probleme, da habe ich sogar zum größten Teil selbstständig an kleinen Projekten gearbeitet und immer super Feedback und Bewertungen bekommen. Am Wissen/Können liegt es also nicht, eher an mangelnder Motivation und Elan und der Angst zu Versagen. 
Habt ihr einen Tipp, was ich tun könnte? Ich habe schon überlegt, ob ich nicht einfach das Handtuch werfen und mich erstmal von dem Uni-Stress erholen sollte, vielleicht bin ich dann mental und emotional gefestigter. Oder soll ich jetzt die Zähne zusammenbeißen und mich durchkämpfen? Ist ja nicht gerade so, als ob das die einzige stressige Phase in meiner beruflichen Laufbahn sein wird. Aber gerade habe ich keine Ahnung, ob ich das in meiner aktuellen psychischen Verfassung hinbekomme. 

Liebe Grüße und Danke schonmal für eure Antworten!

Eure Andi
 

Sprachen lernt man am besten durch Übung, Übung, Übung. Und da haben wir heute einfach traumhafte Möglichkeiten.

Es stimmt auch, dass das aus der eigenen Perspektive ganz anders aussehen kann. Ich erinnere mich an einen Amerikaner, mit dem ich lange und oft gechatted habe. Irgendwann habe ich mal geschrieben, dass es mich so dermaßen nervt, dass ich ständig nach Worten fische, weil mir die richtigen nie einfallen wollen.
Antwort: "your english is excellent - thought you are a native for a long time" Wow. Oha. Das hatte ich echt nicht erwartet. (und nein, der hatte gar keinen Anlass und keinen Grund, einfach nur höflich zu sein)

Bei meinem ersten Job hatte ich auch das Gefühl "oh Gott, das pack ich nie" ... ist 20 Jahre her und stimmte nicht
Ja, viele Routinen sind erst mit der Erfahrung gekommen. Ich gehe an Aufgaben jetzt anders heran. Keine Frage. Aber nicht unbedingt ein Vorteil. Die "machen wir schon immer so" - Lösung ist nicht zwangsläufig die beste Option. Nur fällt es den "alten Hasen" meist schwerer, neue Wege zu gehen - und überhaupt erst mal zu sehen, als denen, die einen völlig unvoreingenommenen Blick haben.

Was braucht man? Zeitmanagement und Organisation. Vor allem Selbstorganisation. Kannst Du, sonst hättest Du keinen Master.
Reflektion, sich auch selbst überprüfen - auch das brauchst Du, um bis dahin zu kommen.

Dein Chef weiß auch, dass Du noch keine Berufserfahrung hast - und der wußte das auch, bevor er Dir das Angebot gemacht hat, dort zu arbeiten. Also kannst Du davon ausgehen, dass das grundsätzlich schon klar geht.

Such Dir Deinen Weg und gehe ihn. "das Handtuch werfen" macht Dich nur noch viel unsicherer, alles was Du damit erreichst, ist: Dir selbst beweisen, dass Du es nicht schaffst und das für Dich schön solide zementieren.
Beruflich tust Du Dir damit auch keinen Gefallen.
Und klar, man muss das eigene Leben umorganisieren. Wenn Du jetzt eine "Auszeit" machst, übrigens 2x statt einmal. Studium => Auszeit => Job.
 

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