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Erzieher-Klasse droht zu eskalieren

1. Mai 2018 um 19:28

Hallo,
derzeit mache ich eine Ausbildung zur Erzieherin und bin im ersten Jahr (dritte, wenn man den Sozialassitenten mitzählt). In unserm Jahrgang gibt es zwei Klassen, die aus den drei Klassen der Sozialassitent, sowie Quereinsteigern "zusammengewürfelt" wurden und das erste Halbjahr haben wir auch komplett die Sitzordnung alle zwei Wochen neu gelost. Unsere Klasse ist vom Alter "gemischt", also etwa ein drittel ist 18-20 Jahre, etwas mehr als ein Drittel ist etwa um die 23-24 und der rest ist irgendwo dazwischen oder älter.
Anfangs war die Stimmung in der Klasse auch wirklich gut, allerdings haben sich mit der Zeit Grüppchen gebildet (was natürlich vollkommen normal ist), die untereinander nicht alle miteinander klar kommen. Auch das ist nicht ungewöhnlich, aber mittlerweile ist die Stimmung in der Klasse wirklich unerträglich und vorallem "explosiv". Dabei gibt es eine Gruppe, die besonders "Verhaltensauffällig" (sehr laut im Unterricht, väkale Sprache untereinander), die auf gut Deutsch gesagt der ganzen Klasse auf den Keks geht.

Hier ein (verkürzter und vereinfachter) Verlauf dazu:
Wir halten in der Klasse regelmäßig Klassenrate ab, mit ganz klaren Regeln (Kein Anprangern, Sachlichkeit, nur unlösbare zwischenmenschliche Probleme werden in den Klassenrat getragen,...). Diese oben beschriebene Gruppe hat auch vor den Weihnachtsferien eine Liste mit "Problemen" angefertigt und in den Klassenrat getragen, die sich allerdings auf einzelnen Personen in der Klasse bezogen und ohne Probleme hätten in zweier Gesprächen gelöst werden können (zumal die Hälfte der Probleme nicht wirklich existent waren). Seitdem ist die Stimmung am Tiefpunkt. Ironischerweise hat diese Gruppe dann vorgeschlagen, privat Aktionen mit der Klasse zu veranstalten. Die Klassensprecher (ein Klassenkamerad und ich) haben dann zweimal etwas organisiert. Es waren alle da, abgesehen von der Gruppe. In dem selben Klassenrat wurde auch beschlossen, dass Gruppen für Leistungsnachweise und im Unterricht immer gelost werden, da sich einige Schüler benachteiligt gefühlt haben, weil es objetkiv gesehen einfach sehr große Leistungsunterschiede in den "festen" Gruppen gab.
​Wir gingen dann Anfang Januar ins Blockpraktikum und haben uns erst Anfang April nach den Osterferien "wiedergetroffen". Die ersten beiden Tage waren eigentlich wieder entspannt, bis die feste Sitzordnung festgelegt wurde. Es war sehr konfliktreich, konnte aber mehr oder weniger kompromisreich geregelt werden (durch die Klassenlehrerin). Ab hier wurde allerdings der Geräuschpegel in der Klasse so enorm hoch, dass unterricht teilweise unmöglich ist und Schüler schon den Raum verlassen haben. Parallel haben sich aus den gelosten Gruppenarbeiten neue Konflikte in der gesamten Klasse entwickelt (Zuverlässigkeit, Arbeitsniveau,...).
Blöderweise muss unsere Klassenleherin aufgrund ihres Unterrichts (wir hängen sehr weit hinter) den Klassenrat aussetzen lassen, aber als Klassensprecher werden viele Probleme an mir heran getragen und "eine Lösung" erwartet. Es fand ein Gespräch mit der Klassenleherin statt und es wird am kommenden Montag ein Klassenrat bei einer anderen Leherin stattfinden, die viele Schüler bereits aus der SoziAss-Klassen kennt. Dennoch hat unsere Klassenlehererin uns Klassensprecher gebeten, die Probleme gezielt "zu lösen" bzw. Lösungsansätze zu finden. Durch die Vielfalt der Probleme weiß ich aber ehrlich gesagt nicht, wo ich anfangen soll und was wichtig ist. Ich versuche wirklich objektiv die Sache zu betrachten, aber natürlich bin ich auch in manchen Konflikten involviert, wenn auch nur indirekt durch meine Freunde. Dazu muss man sagen, dass ich als Persönlichkeit gerade in der Schule eher Professionell unterwegs bin und Konflikte einfach direkt, möglichst diplomatisch, versuche zu lösen. Leider fehlt es vielen in der Klasse an eben dieser "Professionalität" und selbst sachliche Reflexionen nach z.B. Referaten wird als persönlicher Angriff gesehen und führen oft wieder zu konflikten.
​Ich kann nicht wirklich sagen, was "das Hauptproblem" ist und die Konflikte beeinflussen sich untereinander und verstärken sich gegenseitig. Nach einigen Gesprächen mit Mitschülern steht für mich nur fest, dass sich jeder benachteiligt und angegriffen fühlt. Die oben beschriebene Problem-Gruppe fühlt sich gemobbt, was ich objektiv nachvollziehen kann, subjektiv jedoch nicht so sehe (zugegeben bekommen sie aber viel mehr Kritik ab und werden von vielen als störend und "Problemherd" benannt). Die gelosten Gruppenarbeiten stören scheinbar alle, dabei hat mehr als die hälfte der Klasse ja dafür gestimmt (hier ist durchaus etwas Schadefreude von mir, da ich von Anfang an provezeit habe, dass es die nun herrschenden Problematiken geben wird). Es gibt noch zahlreiche, vergleichweise kleinere, Konflikte, die den Rahmen aber wirklich sprengen würden.

​Meine Frage ist hier eigentlich "nur", was ich nun tun kann um die Klasse wieder "zusamme zu führen" bzw. helfen kann, ein zumindest respektvolles Klassenklima zu gestalten. Ich weiß dabei natürlich, dass ich das nicht alleine machen kann, bin aber offen für verschiedene Methoden o.ä., insbesondere als Alternative zum Klassenrat, der leider erfahrungsgmeäß mehr Konflikte auslöst. Einen ausgeblideten Mediator gibt es in der Klasse, der allerdings nicht genutzt wird (dabei ist aber vorallem der Beziehungsaspekt ein Problem). 

​Danke schon einmal für Ideen!
 

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