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Fühle mich in Arbeit unwohl

5. Juni 2007 um 9:58

Hallo, ich bin hier neu, und fange gleich mit jammern an... aber ich weiß nicht, wo ich mich sonst ausheulen soll...
Ich habe letztes Jahr im Juli mein Studium abgeschlossen, an einer Fachhochschule im Bereich internationales Management (eine Mischung aus Rechnungswesen, Marketing, diversen Rechtsfächern, viele Fächer in Englisch gehalten; mit Auslandssemester und Praktikumssemester).
Nach zwei Monaten Erholung bin ich dann richtig auf Jobsuche gegangen, ich habe davor auch schon ein wenig gesucht, aber eben nicht intensiv... Als ich im September zwar bei vielen Vorstellungsgesprächen geladen war, immer in die engere Wahl kam, aber nie genommen wurde, kam die Erleichterung: ein Unternehmen wollte mich, und ich konnte im November anfangen zu arbeiten.
Ich wurde in den Bereich Controlling geschickt, der Bereich, in dem ich meine Vertiefung gemacht hatte, jedoch der mich nicht besonders interessierte, und ich nahm den Job nur an, weil mir gesagt wurde, dass mir einige Chancen in dem Unternehmen geboten werden würden.
Dann kam alles anders, ich war positiv überrascht. Es war Budgetzeit, und es gab viel zu tun, und obwohl ich mich von meinem Studium nicht übermäßig gut ausgebildet fühlte, und sicher in vielen Bereichen Defizite hatte, bekam ich interessante Aufgaben, wurde von den Kollegen net aufgenommen, und die Arbeit machte mir riesigen Spaß. Nach nicht mal 2 Monaten bekam ich (gemeinsam mit einem Kollegen) mein erstes richtig großes Projekt zu betreuen. Ich war total aufgeregt, freute mich, legte mich noch mehr ins Zeug.
Mitte Februar aber änderte sich alles. Die Hauptarbeit bestand darin, für einen Kollegen seine "Drecksarbeit" aufzuarbeiten, denn er hatte keine Zeit mehr dafür. Zusätzlich wurde ich von meinem Kollegen, der mit mir das Projekt betreute, zusehends herausgedrängt. Er rief die Leute an, er erstellte Budgets und ToDo Tasks, er strich an Angeboten herum. Ich durfte nur ein paar Mails verschicken, und ihm sagen, wo er was finden könne, wenn er etwas suchte... Bei der "Drecksarbeit" ging es darum, Altdaten abzustimmen, und später dann auch die aktuellen Reports zu erstellen und zu kontrollieren... Da ich für den Kollegen 30 Firmen betreuen musste, da er ja beschäftigt war, die Firmen aber kaum kannte (und auch jetzt, da ich einen Teil davon alleine betreuen soll, kaum kenne) passierten mir klarerweise Fehler, die ich aber zum Großteil selbst sah, und auch ausbesserte. Mein Kollege hatte dann die Güte, zwei Stunden bevor alles fertig sein sollte, noch einen Blick drüber zu werfen... Und fand prompt einige Fehler, die ER verschuldet hatte, nämlich diverse Zuordnungsfehler, die in jedem Report so geschehen waren, und die ich auch nicht aufdecken konnte, als ich mir die vormonatsreports ansah... dennoch hatte ich das Geühl, er gibt mir die Schuld daran...
Dann kam im Mai eine neue Kollegin, die schon Berufserfahrung hatte, und nicht in unsere Abteilung kam, sondern in unsere "Schwesternabteilung", ich bin im Auslandscontrolling, sie im Inland. Sie wurde für eine bestimmte Firma als Betreuerin geholt, und bekam klarerweise diese als Projekt. Jetzt gibt es diesen Monat einen Workshop, an dem einige Leute teilnehmen wollen, unter anderem sie und ich. Die Koordinatorin bei uns kam zu mir, und meinte, es müssen ein paar Leute dableiben, unter anderem solle eben ich bleiben, ich könne ja im Winter so einen Workshop besuchen. Die Kollegin, welche neu gekommen is, soll aber dorthingehen...
Es stehen einige Dinge bei uns derzeit an, einige Projekte, bei denen man mich unterstütztend hätte hinzuziehen können, denn ich mache im Endeffekt ja nichts anderes, als unterstützend zu fungieren... Aber mein Chef meinte beim einen Projekt fehle mir die Erfahrung, beim anderen würde ich das Haus noch nicht gut genug kennen (wir sind eine große Firma, ich kam eben in der Budgetzeit, wurde nie irgendjemandem vorgestellt, ergo kennt mich keiner, und ich kenne niemandem, ebensowenig kann ich einfach in verschiedene Abteilungen reinlaufen und sagen: hallo, hier bin ich, oder?) und bei dem könne ich das nicht, und jenes nicht...
Und jetzt leider ich eben an Selbstzweifeln: bin ich schlecht, stelle ich mich blöd an, bin ich unfähig, glauben die anderen, dass ich nichts auf die Reihe kriege, fehlt mir einfach nur Erfahrung? Warum werde ich so oft übergangen? Warum fühle ich mich so nutzlos hier, so ausgeschlossen und so unfähig irgendetwas alleine zu machen?
Klar stelle ich Fragen, wenn ich mich nicht auskenne. Unter anderem muss ich mittlerweile für einige Firmen diverse statistische Daten erheben, und wenn ich diese nicht finde, frage ich einen Kollegen, wo ich sie herbekommen könnte. Natürlich ist das nicht einfach für mich, denn ich kenne mich bei vielen Dingen einfach nicht aus, aber es nimmt sich auch nicht wirklich jemand Zeit, mich irgendwo einzuschulen (so auf die Art: schau, das is die Firma, die hat diese Eigenheiten, oder: diese Zahlen und Fakten kriegst aus dem und dem Bericht, den findest du dort und dort...)

Was soll ich denn jetzt nur machen?

Sorry, dass es so lange geworden ist, aber das brennt mir schon seit.. ja, jetzt bald 4 Monaten auf der Seele...
Danke fürs zulesen!

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5. Juni 2007 um 22:43

Hmmm
ich hab so des Gefühl, des es sich da um einen Internen Positions Machtkampf handelt. Du bist Neu und aus Deinem Bericht kommt so das Gefühl rüber das der Kollege, Irgendwas gegen Dich zu haben scheint. Vielleicht hat Er Ansgt das Du, wenn man Dich Richtig einweisen würde, besser bist. Dir werden Fehler zugeschoben, zumindest hast Du jenes Gefühl, welche Du nicht Verursacht hast.

Also wenn Du da Seelisch nicht Untergehen möchtest, sprech das Vorhandene Unwohlgefühl mit dem Chef aus.
Den Job hast ja Erhalten, weil Du was kannst, was Er haben möchte. Er hätte sich ja auch für andere Bewerber entscheiden können.


Gegen Neue wird gern Gemopt, warum ist mir schleierhaft. Neue Menschen in einer Firma bringen Veränderungen, neue Ideen, sind vielleicht Besser Motivierter oder oder und davor haben Alteingesessene ANGST !! Nicht auszudenken wenn der Chef zu einem kommt und sagt, des die neue besser ist.

Viele Firmen Verlieren dadurch Gute Arbeitskräfte. Aber wenn Firmen das NEIDPROBLEM so Unterschätzen, sind Sie selbst Schuld.

Sprich wenn das Gespräch nichts bringt, bewirbst dich halt weiter.

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3. Juli 2007 um 8:05

Stand up!
Hallo learin,

aus meiner Sicht klassischer Fall von mangelnder Erfahrung. 1. Du musst zusehen, dass sich Gleichrangige nicht über Deinen Schreibtisch entlasten (i.e. Dein Kollege, der Dir die "Drecksarbeit" zugeschustert hat, Deine Arbeit aber auch meint beurteilen zu müssen, ist das Dein Chef? Wenn nein, leg ihm Deine Arbeiten nicht vor, sondern nur Deinem Chef (Punkt)).
2. Natürlich weist Dich niemand umfassend ein, sondern die Leute sagen nur "das finden Sie da und da und dort und dort" (das ist normal, erstens haben die selbst genug zu tun, da hast Du wohl falsche Vorstellungen, zweitens wurdest Du eingestellt (und bezahlt), um möglichst selbständig Dinge zu erledigen, also streng Dein Hirn an, mach die Dinge fertig und leg sie Deinem VORGESETZTEN / CHEF / WEISUNGSBEFUGTEN vor - und niemandem sonst (außer eine(r)m wirklich vertrauenswürdige(n)m Mentor/Mentorin - finde die/den, wenn's irgendwie geht - Dein Kollege ist es sicher nicht).
3. Schaff Dir ein Netzwerk. Sprich unbedingt mit den Leuten, stell Dich selbst vor. Egal, ob Du das in der Kantine oder wegen der Abstimmung einiger Zahlen / Firmeninformationen machst. Geh zum Vertrieb (die kennen alle Companies), verabrede Dich mit Leuten, die Du magst (egal welcher Abteilung - das erweitert den Horizont!) auch mal außerhalb der Arbeit (wenn Du da nicht aus den Puschen kommst, verlierst Du nicht nur auf mittelfristige, sondern auch auf lange Sicht - hier geht's um Kompetenzen, die im Studium nicht gelehrt werden!).
4. Leg Deine "Unterstützungshaltung" ab, stell aber jetzt auch noch keine Ansprüche! (egal ob auf Weiterbildung oder tolle Projekte). Erledige die Dinge, die Dir Dein WEISUNGSBEFUGTER aufträgt gut, schnell, verantwortungsbewusst, akkurat, eigeninitiativ und präsentiere in der Form, inder er/sie es gern sehen möchte selbstbewusst.
Es wird Dir nichts geschenkt, aber Du musst dich auch nicht (duck, duck) in die "Unterstützerfunktion" für alle und jeden Kollegen drängen lassen.
Kopf hoch! Arbeite gut, schaff Dir ein Netzwerk, grenze Dich gegen Ansprüche Deiner (gleichgestellten) Kollegen ab. Du bist erst 4 Monate da (Ich hatte selbst Studenten als Mitarbeiter, die waren in 4 Monaten noch weiter entfernt von "fit" als Nichtakademiker mit Lehre). Geduld also und ein paar Strategien s.o.
Liebe Grüße
Motorship2

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