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Gekündigt durch betrunkenen Mitarbeiter per SMS

11. Juli 2011 um 13:41

Ich habe jetzt über ein halbes Jahr in einer Bar gearbeitet.
Der Chef ist völlig unfähig, und eigentlich chronisch pleite. Wenn er mal ein paar Einnahmen hat, haut er sie direkt in den Spielautomaten, beschwert sich dann, dass das Geschäft zu schlecht läuft und macht seine Mitarbeiter dafür verantwortlich, weil sie angeblich zu schlecht verkaufen. Unter verkaufen versteht er das was er macht, z.B. zu einem Kumpel gehen, sagen "Komm, trink ma an Schnaps" und zack sind zwei Schnäpse auf dessen Rechnung =)

Der Laden macht unter der Woche so geringe Umsätze, dass er ihn locker alleine schmeißen könnte, aber er lässt lieber Bedienungen kommen, die sich dann die Beine in den Bauch stehen, gleichzeitig beschwert er sich dann wieder bei seinen Mitarbeitern über hohe Personlakosten.
Während die Bedienungen sich dann langweilen, sitzt er den ganzen Tag mit seinem I-Phone rum, betrinkt sich mit Kumpels oder verzockt sein Geld an seinem Spielautomaten. (Das krasseste was ich mitbekommen hab, waren 1000 in drei Tagen, das macht der Laden grad mal als reinen Umsatz in fünf Werktagen)

Jeden Abend liegt eine ellenlange Einkaufsliste bereit, bedeutet, genau diese Dinge fehlen auch jeden Tag.

Auf Rechnung bekommt er keine Getränke mehr, also muss er alles direkt bezahlen, weshalb er immer nur kleine Mengen kauft und deshalb alles aus ist.

Die Hälfte von dem was in der Karte steht gibt es schon nicht mehr, da vor 7! Monaten eigentlich schon die neuen Karten hätten kommen sollen, allerdings kann er die net bezahlen und die Rechnungen für seine Sponsoren schafft er nicht zu schreiben.
Bei Mitarbeitern, die es zulassen, hat er ebenso Schulden, bei einem Koch über Tausen Euro, die er auch selbstständig nicht abbezahlt.

Jetzt war am Wochenende ein Fest, mit vielversprechenden Umsätzen.
Vor zwei Wochen stellte er zwei 19jährige ohne Gastro-Erfahrung ein, und einen Barkeeper, der ziemlich offensichtlich Drogen nimmt, aber das sei dahingestellt.
Aus diesem neuen Mitarbeiter-Kreis stellte sich eine Pärchen-Runde zusammen, Barkeeper mit der einen 19jährigen, und ein anderer Mitarbeiter der seit knapp 2Monaten ebenso ohne vorherige Erfahrung im Team war mit anderer 19jähriger.

Im normalen Barbetrieb war das kein großes Problem, weil ja eh nix los war, am Wochenende nun, trennte sich die Spreu vom Weizen. Das Arbeiten war eine Katastrophe. Der Barkeeper war regelmäßig um zehn Uhr betrunken, der Chef auch, die Kiddies haben ihre Getränke raus ohne zu bonnieren oder vergessen abzukassieren und ich mittendrin, die, abgesehen davon dass ich die Tische von den anderen noch mitübernehmen konnte, auch noch ihre Getränke teilweise selbst machen konnte, denn an einem Weizen is es schon gescheitert.

So, Samstag dann stimmjte von der einen neuen die Kasse nicht, genauso wie eine Woche zuvor, obwohl damals gar nix los war.
Ich geh zum Chef, frag wie wir das dann mit dem Trinkgeld regeln sollen, der sagt "Ich hab heute mit dem Laden nichts mehr zu tun, der xxx (Mitarbeiter, der 2 Monate dabei ist) ist heute Geschäftsführer." Ich so: "Äh, alles klar". so, der allerdings is ja mit der zusammen, deren Kasse net gestimmt hatte. Wir schmeißen unser Trinkgeld zusammen, der "Geschäftsführer" (dem ich dann allerdings alles sagen musste, was wir noch zu erledigen hatten, weil er noch nie selbstverantwortlich Schlussdienst gehabt hat) teilt das Trinkgeld, und am Ende hatte ich genauso viel wie die, deren Kasse net gestimmt hatte.
Eigentlich, hätte ich es ok gefunden, wenn net wie gesagt bei der die Kasse eine Woche vorher auch gestimmt hätte, und wenn ich net zufällig am Anfang des Tages mitbekommen hätte, wie se mich dumm nachgeäfft hat.
Aber so, hab ich das einfach net eingesehen, abgesehen davon musste ich die letzten zwei Mal, als mir bei großen Feiern, als ich net gleich abkassieren durfte, zwei Tische abgehauen sind, und ich einmal 80 und einmal 20 selbst übernehmen musste.
Ich hab dann gesagt, sie kann 5 Trostpflaster haben, zu mehr Abgabe sei ich net bereit. Ihr Freund hat mich dann als Geldgeil hingestellt und gesagt, ihm sei das Geld egal, ich meinte dann nur, also wenn cih net wegen dem Geld da wär, dann hätt ich auch zu Hause bleiben können.

Ich komm mal zum Punkt. Die sind dann mit dem Chef noch weiter saufen gegangen und Nachts um 2 kommt dann die SMS vom "Geschäftsführer" sie hätten als Team entschieden, dass ich am nächsten Tag nicht arbeiten dürfe. Ich hab erst mal geantwortet, dass sie das wohl net zu entscheiden hätten. Es kam dann "Du kommst nich morgen!" und der Plan sei für mcih die nächsten Wochen leer, sprich, cih bräuchte gar nicht mehr zu kommen-der CHef muss ja daneben gesessen haben.

Ich hab dann den Chef am nächsten Tag kontaktiert, und meinte nur, er mische sich da nicht ein, die wollen nicht mehr mit mir arbeiten, bis auf 2 andere (insgesamt haben wir noch 4 gute Mitarbeiter, 2 sind im Urlaub)und er mischt sich da eben nicht ein, ich sei unkollegial gewesen.
Lustigerweise hab ich über Nacht ein Probearbeiten in einem anderen Laden bekommen und konnte gestern dann so trotzdem arbeiten, bin auch gleich eingestellt worden, aber das alles regt mich so auf...
Ich musste das mir vom Herzen reden und irgendwas will ich auch noch machen...
Ich könnte der Frau vom Chef schreiben, denn die weiß das alles nicht, was bei uns abgeht, ihr erzählt er immer nur, wir seien Schuld am schlechten Umsatz... abgesehen davon erzählt er uns noch dumm wie er is, dass er sie betrügt und hat uns seine Affäre sogar im facebook gezeigt... und sagt, wenn dieKinder net wären hätte er sie schon lang verlassen.
Außerdem glaub ich, der hat uns alle gar nicht angemeldet, er sagt zwar, dass er es hat, hat auch unseren Sozialversicherungsausweis ewig gehabt, aber wir bekommen keine Abrechung und nen Personalplan hat er sich geweigert aufzuhängen, angeblich, weil wir über unsere 400Euro kommen, bei mir hat das aber net gestimmt...
Ja, das war's....
Hat jemand ne Idee, wie ich mich jetzt verhalten sollte?

Danke für's lesen...

Liebe Grüße,

Luise

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11. Juli 2011 um 14:07


Oh man - was für ein sympatischer Arbeitsplatz.

Alles in allem kannst Du glaube ich sehr froh sein da nicht mehr hin zu müssen. Und für den neuen Job gratuliere ich Dir auch erst einmal .

Ich habe so eine extrem Situation glücklicherweise nie erleben müssen - aber ich kann sehr gut nachvollziehen das man Rachegefühle entwickelt *g.

Also, de Ehefrau würde ich eher nichts sagen - wenn sie nichts merkt und zufrieden in der Beziehung ist - dann würde ich sie in ihrer heilen Welt lassen. Wozu soll man jmd. unnötigerweise unglücklich machen ... So dämlich wie Dein alter Chef zu sein scheint verrät er sich früher oder später sowieso, wenn er überhaupt die Wahrheit bei der Affaire sagt (also ich fänd einen ständig alkoholisierten Mann nicht gerade reizvoll...).

Wenn Du keine Gehaltsabrechnungen bekommen hast - hast Du denn dann wenigstens die Meldungen zur Sozialversicherung bekommen (Anmeldung, jahresmeldung, Abmeldung)? Die sind nämlich äußert wichtig wenn Du später mal Rente beziehen möchtest. Dann wäre es ja auch ziemlich schrecklich wenn er euch nicht angemeldet hat - dann bist Du ja auch über den gesamten zeitraum nicht Krankenversichert gewesen (es sei denn Du bist irgendwie anders versichert). Auf der Ebene würde ich ihm allemahl eins pinnen. Du könntest einfach bei der Bundesknappschaft anrufen (da werden alle Minijobber angemeldet - egal bei welcher Krankenkasse sie eigtl. sind) - Deine Sozialversicherungsnummer angeben und nachfragen... denn das wäre ja eine Mega unverschämtheit und äußert kriminell!

Und wenn Du dann noch immer sauer bist - dann kannst Du ihn noch weiter ansch... in dem Du einen anonymen Hinweis auf Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung usw. bei einem gewissen Amt hinterlässt ;o).

Liebe Grüße

Zoey

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11. Juli 2011 um 14:24

Angst
Ich hab da nur Bedenken, dass ich am Ende selbst Probleme bekomm, und ne Strafe krieg. Nee ich hab gar keine Sozialversicherungszettel bekommen...

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11. Juli 2011 um 16:02

Keine Angst ...
Also - bestraft werden kann man nur für Dinge die man selbst verschuldet hat. Dein Arbeitgeber ist verpflichtet Dich anzumelden. In Deinem Interesse (Rente und Krankenkasse) und natürlich aus Interesse des Finanzamtes und der Unfallversicherung, etc. Um eben sicher zu gehen das er Dir diese Bescheinigungen nicht nur einfach nicht ausgehändigt hat - würde ich kurz bei der Bundesknappschaft nachfragen. Die sind eigtl. immer sehr nett und wie gesagt, Du brauchst nur Deine Sozialversicherungsnummer.

Wenn er Dich dann wirklich nicht angemeldet hat - dann würde ich beim Finanzamt bzgl. (Lohn-)Steuerhinterziehung einen anonymen Hinweis geben (so kommt Dein Name gar nicht erst ins Spiel)- übers Internet kannst Du herausfinden welches Finanzamt für Deinen ehemaligen Chef zuständig ist.

Und um Deine Meldebescheinigungen zu bekommen würde ich mich an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht wenden. Das Erstgespräch ist meistens umsonst - wenn Du evtl. eine Rechtschutzversicherung (inkl. Arbeitsrecht, was immer sehr zu empfhlen ist)hast - umso besser, dann kostet es Dich bis zum Ende überhaupt nichts.



LG Zoey

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