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Ich habe Angst! Chef trennt sich von fast jedem Mitarbeiter im Unfrieden!

14. Februar 2017 um 21:41

Hallo, liebe Community,

ich bin Ende 30, weiblich und arbeite seit fast 6 Jahren in einem Notariat.
Anfangs ist es mir schwer gefallen, mich an das Arbeitsklima dort zu gewöhnen, da ich ein sensibler Mensch bin. Der Chef ist ein echter Muffel und Egoist, der aber immer so tut, als wenn er für seine Mitarbeiter nur das Beste möchte. Er ist ein Mensch, mit dem man sich nicht anlegen sollte, denn er droht dann recht schnell mit Rausschmiss. Daher war ich immer freundlich, auch wenn mir sein Verhalten oft gegen den Strich ging.
Sein Büroleiter schien mir zuerst noch ein lockerer und umgänglicher Typ zu sein. Doch nach kurzer Zeit bemerkte ich, dass er sehr zynisch und herablassend drauf war. Aber ok, ich musste ihn halt so nehmen.  
Desweiteren gab es noch eine Mitarbeiterin in Teilzeit in meinem Alter, mit der ich mich gut verstanden habe und 2 Azubis.

Seit einem halben Jahr hat eine regelrechte Entlassungswelle eingesetzt.
Im Sommer kündigte der Chef einem Auszubildenden fristlos. Einen Monat später stellte er 2 neue weibliche Azubis ein. Als nächster flog sein Büroleiter, weil ihm sein Verhalten nicht mehr passte. Er hatte sich unverschämterweise über die verspätete Gehaltszahlung beschwert und angeblich seine Arbeit vernachlässigt, weil er mit eine der beiden Azubis poussierte.  
Im Herbst bekam dann diese Auszubildende die fristlose Kündigung, weil sie eine Woche krankgeschrieben war. Das Gehalt blieb er ihr schuldig bis sie kurz vor Weihnachten mit einem Anwalt drohte.
Nur wenige Wochen später schmiss der Chef die Mitarbeiterin raus. Sie war ein paar Tage krankgeschrieben, war aber beim Feiern in der Altstadt gesehen worden. Was ich mir nicht vorstellen kann, denn ich hatte während ihrer AU mit ihr telefoniert und sie hatte sich den Noro-Virus eingefangen.
Auf diese Mitarbeiterin hat der Chef immer noch eine Stinkwut. Bis heute wartet sie auf ihr Gehalt für den November. Er weigert sich zu zahlen, weil sie ihm angeblich großen Schaden zugefügt hat (ich musste ihr ein entsprechendes Schreiben zuschicken).
Im Dezember stellte er einen neuen Auszubildenden ein und es vergeht fast kein Tag, an dem der Chef sich nicht über ihn beschwert und ablästert. Er sei faul und doof und er würde diesen Depp wohl nicht behalten. Ich muss dazu sagen, dass der junge Mann einfach noch unsicher und deswegen etwas verpeilt ist. Gestern hat der Chef ihn sehr anmaßend kritisiert und der Azubi hat vor Wut die Tür zugeknallt, woraufhin ihm die fristlose Kündigung angedroht wurde, wenn das noch einmal vorkäme.

Natürlich habe ich inzwischen auch gewaltig mein Fett wegbekommen. Durch die Blume vermittelte mir der Chef, dass ich mich nach einer neuen Stelle umsehen solle.

Ich habe jetzt nicht nur Angst, meinen Arbeitsplatz zu verlieren, sondern auch, dass er mir gewaltig Steine in den Weg legen könnte. Er könnte z.B. wie der Kollegin das Gehalt schuldig bleiben und behaupten, ich habe die Kündigung selbst verschuldet. Dann bekäme ich auch noch eine Sperre vom Arbeitsamt!

Ich weiß, dass der Chef private Probleme hat und finanziell sieht es wohl auch nicht so rosig aus.
Doch deswegen kann er seinen Angestellten nicht das Leben zur Hölle machen!

Wie seht ihr das ganze?
Muss ich mir Sorgen machen, dass auch ich bald aus irgendeinem erfundenen Grund die Kündigung bekomme?

Liebe Grüße,
Tropicalwind

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17. Februar 2017 um 21:07

Nun mach aber mal langsam. Behaupten kann der ja viel, aber nur deshalb bekommst du nicht gleich eine Sperre. Ich empfehle dir mal dringend, dich beizeiten über Kündigungsschutzklagen und weiteres zu informieren.

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18. Februar 2017 um 8:02

Einfach so kann er dir nicht kündigen und du kannst eine Kündigungsschutzklage einreichen.
Dafür brauchst du auch keinen  Anwalt, denn vor dem Arbeitsgericht herrscht kein Anwaltszwang. Die Arbeitsgerichte entscheiden für gewöhnlich arbeitnehmerfreundlichen und gerne wird etwas im Vergleich geregelt.
Du erhältst selbstverständlich dein Gehalt.
Es ist anzuraten dass auch die anderen Mitarbeiter die gefeuert worden sind, Klage einreichen sollten. 
Wenn du Leistungsempfängerin bist könnte dir auch ein Beratungsscfhein vom Amt zustehen oder eine sog. Prozesskostenhilfe, so dass du sogar anwaltlichen Beistand hättest. 
Er könnte sich sogar wegen Mitarbeitermobbing schadensersatzpflichtig machen.
Azubis kann man nicht so leicht kündigen, wenn sie außerhalb der Probezeit sind. 
Ich kann dir raten dich schon jetzt nach einem anderen Arbeitgeber umzusehen und das sinkende Schiff zu verlassen. 

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21. Februar 2017 um 17:20

Tipp für die Jobsuche: große, internationale Anwaltskanzleien suchen immer händeringend Leute mit Berufserfahrung - und zahlen daher gut.

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28. Februar 2017 um 16:14

Bist du in einer Gewerkschaft? Dein Chef scheint wirklich ein regelrechter Tyrann zu sein. Wer leichtfertig mit dem Schicksal seiner Mitarbeiter spielt und damit droht euch rauszuwerfen (und damit billigend in Kauf nimmt, dass ihr finanzielle Probleme bekommt) sollte in die Schranken gewiesen werden.

Meine Empfehlung: Schnell in die Gewerkschaft eintreten - da hast du Rechtsbeistand! 

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