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Ich kann einfach nicht mehr

21. Juni um 17:33 Letzte Antwort: 27. Juni um 15:42

Hallo,

bisher war ich immer stille Mitleserin, nun habe ich mir endlich mal einen Account erstellt.

Ich habe ein Problem mit meinem Job und muss mich einfach mal auskotzen.

Ich bin 25 Jahre alt, habe mein Studium gerade abgeschlossen und direkt auch einen Job gefunden zu dieser schwierigen Zeit, worüber ich unglaublich dankbar bin. 
Ich bin seit 01.04.2020 dort angestellt und habe in dem Unternehmen auch meine Abschlussarbeit geschrieben, daher kenne ich die Leute dort. 

Ich habe eine experimentelle Studie für dieses Unternehmen selbstständig durchgeführt und durfte die Daten in meiner Abschlussarbeit nutzen. Schon damals wurde viel von mir verlangt und ich war eigentlich froh dort bald wieder weg zu sein. Nach meiner Abschlussarbeit wurde mir dort der Job angeboten, also dachte ich: "Besser als nichts" und nahm den Job an. 

Ich war damals schon permanent am Limit und habe ständig neue Aufgaben bekommen. Ich habe mich überarbeitet und mir hängen die Folgen heute noch nach. Ich bin depressiv, will manchmal einfach nur sterben, oder schlafen und nie wieder aufwachen, bin täglich erschöpft. Das Wochenende reicht nie zur Erholung und sonntags breche ich regelmäßig zusammen.

Nun ist es so, dass ich die Schwangerschaftsvertretung übernehmen muss von einer Kollegin, die bald in Mutterschutz geht und zusätzlich noch andere Aufgaben erledigen soll. Ich bin schnell überarbeitet und es fällt mir schwer die Aufgaben zu priorisieren. Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Teilweise muss ich durch den Mehraufwand länger bleiben. Meine Beziehung leidet darunter.

Auf dem Weg zur Arbeit wünsche ich mir manchmal, dass mir irgendwas passiert, damit ich nicht zur Arbeit muss. Kurz bevor ich den Laden betrete kriege ich Magenkrämpfe. Manchmal bin ich kurz vorm Heulen.

Meiner Chefin habe ich schon gesagt, dass ich überfordert bin. Die meint es wäre ein gutes Zeichen überfordert zu sein. Es wäre normal beim Einstieg. Glaube ich ihr auch. Als ich dann ein weiteres mal darauf aufmerksam gemacht habe, dass es mir ein bisschen zu viel ist, meinte sie ich soll nicht immer sagen ich wäre überfordert. "Die Mama kann ja nicht immer dabei sein und Händchen halten". Wenn sie wüsste, dass ich eigentlich nie Eltern hatte, die sich um mich gekümmert haben.. Kann sie ja nicht wissen. Hat mich innerlich sehr aufgewühlt. Ist halt so.

Jetzt hat die Chefin mich und 3 andere Kollegen zum Essen eingeladen. Mir wird schlecht wenn ich an das Essen denke. Ich würde am liebsten absagen.

Jetzt habe ich mir die Seele echt ein wenig vom Leib geschrieben. Danke, dass ihr bis hier hin gelesen habt.

Ich hätte diesen Job einfach nie annehmen sollen. Ich wusste, dass es mir nicht gut tun wird. Ich hasse mein Leben so oft deshalb.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

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22. Juni um 1:48
Beste Antwort

Jetzt runter vom Gas! 

Du sagst noch einmal, dass du die Aufgaben nicht übernehmen kannst, da es für zu viel ist. Du bist Berufseinsteigerin und dem nicht gewachsen. Du musst für dich einstehen. Was nicht geht, geht nicht. Nebenbei suchst du dir einen neuen Job und kündigst dann. Schritt für Schritt. Du machst dir gerade selbst alles zur Hölle. Bleib besonnen und denke weiter. 

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22. Juni um 9:27
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an Deiner Stelle würde ich mit der Priorisierung anfangen.
Das ist eine wichtige Fähigkeit, die man in JEDEM Job braucht, vom Anfang bis zur Rente.

Deine Grenzen sind ebenfalls Deine Aufgabe, nicht die Deiner Chefin.
Wenn man in der normalen Arbeitszeit nicht alles schafft, macht man in AUSNAHMEFÄLLEN Überstunden, in allen anderen Fällen bleibt das, was nicht zu schaffen war, eben liegen!!!
Bei jedem von uns. Bei Deiner Chefin auch. In dem meisten Jobs kann man auch 60h/Woche arbeiten, wenn man nicht auf die Bremse tritt.

Das ist schon auch etwas, was man mit den Vorgesetzten absprechen muss, allerdings sinnvoller Weise nicht als "ich bin überfordert" sondern als "ich habe morgen den halben Tag für Projekt x verplant, 2h noch für Projekt y, den Rest werde ich für spontane ad hoc Aufgaben brauchen. Übermorgen ist der ganze Tag reserviert für ... also mit Projekt Z kann ich frühestens in 2 Tagen starten. Geht das ok? Wenn nicht - welches Projekt sollte statt dessen um 2 Tage verschoben werden?"
Du kannst auch Deine Chefin darauf ansprechen, dass Du bei der Priorisierung Unterstützung brauchst, weil Dir dafür die Erfahrung noch fehlt. Aber auch da bitte nicht als "mir alles zu viel" sondern als "Bitte sagen Sie mir / sag mir, was für das Unternehmen ein höheres Gewicht hat. xyz hat ein hohes Auftragsvolumen, aber abc ist ein Projekt für unseren Topkunden und für unseren Kunden sehr dringend. Zudem ist da noch das interne Thema 4711, das ist nicht ganz so dringend, wartet aber schon sehr lange, weil ich nicht dazu komme. Bis morgen werde ich nur eines dieser drei schaffen und ein anderes zumindest anfangen können - wie soll ich in solchen Fällen entscheiden?"

Es gibt außerdem endlos viel Literatur und eine Unzahl Seminare zum Thema "Zeitplanung" - vielleicht solltest Du Dir zusätzlich etwas davon gönnen, auch das ist eine Fähigkeit, von der man sein Leben lang profitiert.

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22. Juni um 18:08

Danke ihr Lieben für eure Antworten! 

Ich denke auch, dass ich dort erst mal ankommen muss. 
Eins nach dem anderen. Nichtsdestotrotz halte ich die Augen offen nach einem anderen Job. 

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22. Juni um 19:15
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In Antwort auf magicdumpling

Danke ihr Lieben für eure Antworten! 

Ich denke auch, dass ich dort erst mal ankommen muss. 
Eins nach dem anderen. Nichtsdestotrotz halte ich die Augen offen nach einem anderen Job. 

Richtige Einstellung! Bleib positiv und mach eines nach dem anderen.  Schau nebenbei dich um, wenn es gar nicht geht. 

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22. Juni um 21:38
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In Antwort auf magicdumpling

Hallo,

bisher war ich immer stille Mitleserin, nun habe ich mir endlich mal einen Account erstellt.

Ich habe ein Problem mit meinem Job und muss mich einfach mal auskotzen.

Ich bin 25 Jahre alt, habe mein Studium gerade abgeschlossen und direkt auch einen Job gefunden zu dieser schwierigen Zeit, worüber ich unglaublich dankbar bin. 
Ich bin seit 01.04.2020 dort angestellt und habe in dem Unternehmen auch meine Abschlussarbeit geschrieben, daher kenne ich die Leute dort. 

Ich habe eine experimentelle Studie für dieses Unternehmen selbstständig durchgeführt und durfte die Daten in meiner Abschlussarbeit nutzen. Schon damals wurde viel von mir verlangt und ich war eigentlich froh dort bald wieder weg zu sein. Nach meiner Abschlussarbeit wurde mir dort der Job angeboten, also dachte ich: "Besser als nichts" und nahm den Job an. 

Ich war damals schon permanent am Limit und habe ständig neue Aufgaben bekommen. Ich habe mich überarbeitet und mir hängen die Folgen heute noch nach. Ich bin depressiv, will manchmal einfach nur sterben, oder schlafen und nie wieder aufwachen, bin täglich erschöpft. Das Wochenende reicht nie zur Erholung und sonntags breche ich regelmäßig zusammen.

Nun ist es so, dass ich die Schwangerschaftsvertretung übernehmen muss von einer Kollegin, die bald in Mutterschutz geht und zusätzlich noch andere Aufgaben erledigen soll. Ich bin schnell überarbeitet und es fällt mir schwer die Aufgaben zu priorisieren. Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Teilweise muss ich durch den Mehraufwand länger bleiben. Meine Beziehung leidet darunter.

Auf dem Weg zur Arbeit wünsche ich mir manchmal, dass mir irgendwas passiert, damit ich nicht zur Arbeit muss. Kurz bevor ich den Laden betrete kriege ich Magenkrämpfe. Manchmal bin ich kurz vorm Heulen.

Meiner Chefin habe ich schon gesagt, dass ich überfordert bin. Die meint es wäre ein gutes Zeichen überfordert zu sein. Es wäre normal beim Einstieg. Glaube ich ihr auch. Als ich dann ein weiteres mal darauf aufmerksam gemacht habe, dass es mir ein bisschen zu viel ist, meinte sie ich soll nicht immer sagen ich wäre überfordert. "Die Mama kann ja nicht immer dabei sein und Händchen halten". Wenn sie wüsste, dass ich eigentlich nie Eltern hatte, die sich um mich gekümmert haben.. Kann sie ja nicht wissen. Hat mich innerlich sehr aufgewühlt. Ist halt so.

Jetzt hat die Chefin mich und 3 andere Kollegen zum Essen eingeladen. Mir wird schlecht wenn ich an das Essen denke. Ich würde am liebsten absagen.

Jetzt habe ich mir die Seele echt ein wenig vom Leib geschrieben. Danke, dass ihr bis hier hin gelesen habt.

Ich hätte diesen Job einfach nie annehmen sollen. Ich wusste, dass es mir nicht gut tun wird. Ich hasse mein Leben so oft deshalb.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Nicht zu beginn, sobdern nach 30 jshren kam uns die abteilungsleitung so: die grenze drr belastbarkeit ist der maßstab. Ein paar jahre danach ist alles noch viel schlimmer. Wer kann haut ab, vor allem die jungen und uns haut man in die pfanne. 2 hörstürze und tinnitus chronisch, dazu 1 jahr nervenarzt .. Ich kannbjetzt damit umgehen, aber es hat spuren hinterlassen. Unser sohn hat in ruhe einen neuen arbeitgeber gesucht. Weniger streß, mehr wertschätzung ... Das gibt es heute auch noch. Er tut natürlich alles für die firma- abercsie auch für ihn.
Also: in ruhe was neues suchen und jetzt schon innerlich kündigen! Ist nur fair von dir, wenn es dir si geht wie beschrieben

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23. Juni um 9:05
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In Antwort auf magicdumpling

Danke ihr Lieben für eure Antworten! 

Ich denke auch, dass ich dort erst mal ankommen muss. 
Eins nach dem anderen. Nichtsdestotrotz halte ich die Augen offen nach einem anderen Job. 

Ich habe wirklich oft die Erfahrung gemacht, dass der Druck an dieser Stelle manchmal viel, viel weniger von den "Chefs" ausgeht, als man annimmt.

Bevor das jemand in den falschen Hals bekommt: oh jaaaaaaaaaa, es gibt auch reinrassige @**** unter den Chefs und Firmenpolitik jenseits von Gut und Böse. Diese Fälle sind klar, da hilft nur eins: Bewerbungen schreiben und bis dahin den *** innerlich die Zunge rausstrecken.

Aaaaaaaaaaaaaaber man darf dabei nicht vergessen, dass Ursache von Überforderung, Stress, schlimmstenfalls Burout genauso gut sein kann, dass man selbst keine Grenzen setzt. Eben nicht auch den Rest liegen lassen kann / will, der eben nicht mehr im normalen Rahmen zu schaffen ist. Nicht auch "NEIN!" sagt, wenn der Plan schon voll ist und der 27894562te mit seinem ach so dringenen Anliegen kommt. Nach Feierabend nicht abschaltet, sondern die Gedanken noch um die Arbeit kreisen lässt, ggf. sogar von zu Hause aus noch freiwillig weiter die Mails von Arbeit checkt. Sich am besten um alles selbst kümmert und zig Aufgaben noch auf den eigenen Tisch zieht, statt auch einiges an die Kollegen zu verteilen, wenn es passt.
Das Zeitmanagement und die eigene Organisation im Job vielleicht im Argen liegen, man sich damit "verzettelt" und kein Land mehr sieht.
Oder man alles "perfekt" machen will - was vor allem schrecklich unwirtschaftlich ist.

All diese Dinge führen oft genug zum gleichen Ergebnis wie ein *** als Chef / Firmenpolitik - nur dass der Chef da herzlich wenig dafür kann. Ok, er / sie könnte einschreiten, wenn es bemerkt wird, wird aber selten passieren, denn diese Dinge liegen vor allem in der eigenen Verantwortung.
Man muss seine Grenzen und Schwächen kennen - und sich darum kümmern.
Alles andere fühlt sich toll an, weil man sich unglaublich wichtig und engagiert fühlen kann - schadet aber letztlich allen Beteiligten. Sich selbst und dem Unternehmen auch. So wird man nie gut in seinem Job sein.
 

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27. Juni um 15:42

Also ganz ehrlich: Ich war anfangs an meiner neuen Stelle auch überfordert. Dass es Anfangs oft nicht leicht ist, wenn alles neu ist, ist normal. Aber du bist dort ja nun seit 3 Monaten. Da sollte es doch mittlerweile sehr viel besser geworden sein?

Du warst da vorher schon nicht glücklich.

Ich an deiner Stelle würde sofort aufhören.
Deine Gesundheit kann dir keiner ersetzen, auch die psychische nicht.

Was du über deine Depression schreibst ist für mich nur hochgradig alarmierend. Das nimmt kein gutes Ende, kann ich nicht glauben. Die Situation scheint auch schon sehr festgefahren und alleingelassen fühlst du dich auch noch.

Hast du dich denn nicht einfach schonmal sonstwo beworben?

Manchmal ist nichts doch besser als das, was man haben kann.
Arbeit beansprucht so viel Zeit im Leben. Sie sollte einem Freude machen.

Ich hatte einmal eine Stelle, bei der wurds mir abends schon anders, wenn dran dachte, dass ich morgens hin muss. Am liebsten hätt ich nur beim Gedanken geheult.

Ich würde sofort kündigen und mich vermutlich auch krank schreiben lassen. Auch gleich mal eine Kur beantragen.

Wie schaut es denn sosnt auf dem Arbeitsmarkt aus? Mittlerweile gibts da doch wieder mehr Hoffnung, als noch vor 3 Monaten?

Wenn du irgendwann am Fuße einer Brücke liegst, dann hilft es dir auch nich.

Alles Gute!

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