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Ich liebe den Beruf, aber hasse die Schule. Tipps zum Durchhalten gesucht...

10. April um 22:21

Hallo ihr Lieben,

ich bin mitten in einer dreijährigen medizinischen Ausbildung, die aus schulischen und Praktikumsblöcken besteht. Der Beruf selbst ist mir wie auf den Leib geschnürt, nach eineinhalb Jahren bin ich jetzt in der dritten Praktikumsphase und es ist einfach top. Die Arbeit macht Spaß, das Feedback der Menschen an jeder Praktikumsstelle ist super, die Kollegen sind super und ich weiß, es ist genau der Job, den ich machen will.

Mein großes Problem: Die Schule! Es geht hier nicht um meine Noten, die passen. Es geht prinzipiell um meine Mitschülerinnen und die Unterrichtsmethoden.

Da sind zum einen die Lehrer, vor allem die in den praktischen Fächern. Die Methoden und Materialien, mit denen wir dort arbeiten, werden so in der Praxis nicht mehr angewandt und sind wohl schon seit 20 Jahren nicht mehr aktuell. Dann herrscht in den Praxisfächern ein mir teilweise unendlich vorkommender Zeitvorrat, die Labore und Technikräume dürfen aber in allen Fächern nur zu den Pausenzeiten und für Toilettengänge verlassen werden.

Da kommt dann die Klasse ins Spiel. Durch die ständigen Wartepausen (wir sind 21 Schüler und für einige Versuche und Übungen gibt es nur 2 oder 3 Geräte) kommt es zu einer teilweise ohrenbetäubenden Geräuschkulisse. Es wird nur Bullshit geredet und über andere Leute hergezogen. Die Praxis-Lehrer sind auch relativ oft nicht im Raum, sitzen nebenan im Büro, vergeben vorher Aufgaben, die bis Unterrichtsende erledigt werden sollen.

Im Theorieunterricht ist das alles erträglich, da haben wir recht gute Lehrkräfte, die dafür sorgen, das Ruhe herrscht und alle aufpassen. Die Klasse ist in mehrere Gruppen gespalten, es herrschen teilweise so furchtbare Zickereien, das Gift kann man förmlich einatmen, wenn man das Klassenzimmer betritt. Zwei Mitschülerinnen von mir haben das nicht mehr ausgehalten und deswegen schon im ersten Jahr bzw. jetzt erst vor Kurzem die Ausbildung abgebrochen. Ein anderer kommt nur noch zu den Prüfungen und sammelt viele Fehltage, Ende ungewiss.

Der Albtraum begann zum Ende des ersten Halbjahrs, als es zwischen den beiden "Alpha-Weibchen", die am Anfang noch best friends waren, zum Streit kam und sich eine andere Mitschülerin von einem Schüler aus der Parallel einen Korb holte. Es muss wohl noch mehr passiert sein, Genaues weiss etwa die halbe Klasse inklusive mir nicht, wir müssen nur mit den Konsequenzen leben...

Ich selbst halte mich aus dem ganzen Trubel raus, bin eine Einzelgängerin dort. Fühle mich manchmal so, als würde ich ein anderer Mensch, wenn ich die Schule betrete. Ich kenne mich so überhaupt nicht.

Den Lehrern sind die Probleme bekannt und unsere Klasse ist an der Schule auch bekannt dafür, "schwierig" zu sein. Allerdings wird sich nicht in interne Probleme eingemischt, die Direktorin meinte zu mir, es handele sich hier um "Erwachsenenbildung", private Probleme muss man selbst klären. Außerdem sähe der Lehrplan genau den Unterricht vor, den wir bekommen. Mein Versuch, mich in die Angelegenheit selbst einzumischen, war auch nicht gerade von Erfolg gekrönt....

Wie schon gesagt, ich liebe die Praktikas. Bin jetzt seit Februar an meiner aktuellen Stelle und auch hier ist alles super. Das ist genau der Beruf, den ich immer machen wollte. Allerdings ist in drei Wochen damit Schluss. Dann beginnt wieder der Schulblock und ich kriege jetzt schon Magenschmerzen und Angst, wenn ich daran denke, wieder "dahin" gehen zu müssen. Eigentlich muss mich das überhaupt nicht interessieren, was da vor sich geht, aber ich habe leider diese "feinen Antennen" und ein vergiftetes Klima ist überhaupt nicht meins...

Daher frage ich euch, ob ihr in der Ausbildung sowas hattet und was ihr getan habt, damit der Schulalltag etwas erträglicher wurde. Ich muss bis nächstes Jahr zum Abschluss noch ein bisschen in der Schule sein. Wie kann ich mich erfolgreich distanzieren. Wie gesagt, ich bin von den Reibereien nur insofern betroffen, das ich diese Konflikte der anderen mitbekomme und diese Spannung nicht abhaben kann...

Danke für Tipps

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19. April um 20:22

Vielleicht ist ein Studienkolleg, wie https://www.studienkolleg-paderborn.de/ etwas für dich 

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28. April um 22:41
In Antwort auf resaboll

Hallo ihr Lieben,

ich bin mitten in einer dreijährigen medizinischen Ausbildung, die aus schulischen und Praktikumsblöcken besteht. Der Beruf selbst ist mir wie auf den Leib geschnürt, nach eineinhalb Jahren bin ich jetzt in der dritten Praktikumsphase und es ist einfach top. Die Arbeit macht Spaß, das Feedback der Menschen an jeder Praktikumsstelle ist super, die Kollegen sind super und ich weiß, es ist genau der Job, den ich machen will.

Mein großes Problem: Die Schule! Es geht hier nicht um meine Noten, die passen. Es geht prinzipiell um meine Mitschülerinnen und die Unterrichtsmethoden.

Da sind zum einen die Lehrer, vor allem die in den praktischen Fächern. Die Methoden und Materialien, mit denen wir dort arbeiten, werden so in der Praxis nicht mehr angewandt und sind wohl schon seit 20 Jahren nicht mehr aktuell. Dann herrscht in den Praxisfächern ein mir teilweise unendlich vorkommender Zeitvorrat, die Labore und Technikräume dürfen aber in allen Fächern nur zu den Pausenzeiten und für Toilettengänge verlassen werden.

Da kommt dann die Klasse ins Spiel. Durch die ständigen Wartepausen (wir sind 21 Schüler und für einige Versuche und Übungen gibt es nur 2 oder 3 Geräte) kommt es zu einer teilweise ohrenbetäubenden Geräuschkulisse. Es wird nur Bullshit geredet und über andere Leute hergezogen. Die Praxis-Lehrer sind auch relativ oft nicht im Raum, sitzen nebenan im Büro, vergeben vorher Aufgaben, die bis Unterrichtsende erledigt werden sollen.

Im Theorieunterricht ist das alles erträglich, da haben wir recht gute Lehrkräfte, die dafür sorgen, das Ruhe herrscht und alle aufpassen. Die Klasse ist in mehrere Gruppen gespalten, es herrschen teilweise so furchtbare Zickereien, das Gift kann man förmlich einatmen, wenn man das Klassenzimmer betritt. Zwei Mitschülerinnen von mir haben das nicht mehr ausgehalten und deswegen schon im ersten Jahr bzw. jetzt erst vor Kurzem die Ausbildung abgebrochen. Ein anderer kommt nur noch zu den Prüfungen und sammelt viele Fehltage, Ende ungewiss.

Der Albtraum begann zum Ende des ersten Halbjahrs, als es zwischen den beiden "Alpha-Weibchen", die am Anfang noch best friends waren, zum Streit kam und sich eine andere Mitschülerin von einem Schüler aus der Parallel einen Korb holte. Es muss wohl noch mehr passiert sein, Genaues weiss etwa die halbe Klasse inklusive mir nicht, wir müssen nur mit den Konsequenzen leben...

Ich selbst halte mich aus dem ganzen Trubel raus, bin eine Einzelgängerin dort. Fühle mich manchmal so, als würde ich ein anderer Mensch, wenn ich die Schule betrete. Ich kenne mich so überhaupt nicht.

Den Lehrern sind die Probleme bekannt und unsere Klasse ist an der Schule auch bekannt dafür, "schwierig" zu sein. Allerdings wird sich nicht in interne Probleme eingemischt, die Direktorin meinte zu mir, es handele sich hier um "Erwachsenenbildung", private Probleme muss man selbst klären. Außerdem sähe der Lehrplan genau den Unterricht vor, den wir bekommen. Mein Versuch, mich in die Angelegenheit selbst einzumischen, war auch nicht gerade von Erfolg gekrönt....

Wie schon gesagt, ich liebe die Praktikas. Bin jetzt seit Februar an meiner aktuellen Stelle und auch hier ist alles super. Das ist genau der Beruf, den ich immer machen wollte. Allerdings ist in drei Wochen damit Schluss. Dann beginnt wieder der Schulblock und ich kriege jetzt schon Magenschmerzen und Angst, wenn ich daran denke, wieder "dahin" gehen zu müssen. Eigentlich muss mich das überhaupt nicht interessieren, was da vor sich geht, aber ich habe leider diese "feinen Antennen" und ein vergiftetes Klima ist überhaupt nicht meins...

Daher frage ich euch, ob ihr in der Ausbildung sowas hattet und was ihr getan habt, damit der Schulalltag etwas erträglicher wurde. Ich muss bis nächstes Jahr zum Abschluss noch ein bisschen in der Schule sein. Wie kann ich mich erfolgreich distanzieren. Wie gesagt, ich bin von den Reibereien nur insofern betroffen, das ich diese Konflikte der anderen mitbekomme und diese Spannung nicht abhaben kann...

Danke für Tipps

Grüß dich,

Als jemand der nach der Realschule Ausbildung, Abi & Studium gemacht hat nehm ich mir mal die Freiheit heraus zu sagen ich weiß wovon ich spreche. 

Was du über die Organisation und Lehrmethoden sagst klingt alles logisch, dass es unwirtschaftlich und nicht wirklich produktiv für alle ist. Leider lässt sich daran aber absolut nichts ändern, weder wenn du allein noch zusammen in einer Gruppe den Finger erhebst. Selbst wenn dir deine Lehrer zustimmen würde das nichts verändern, die haben nämlich ihre Vorgaben und Lehrpläne, die sie das Schuljahr über mit euch abarbeiten müssen. Lehrer und auch Schulleiter sind nicht in der Position um sich über Sinn oder Unsinn Gedanken zu machen. Meiner Erfahrung nach lernt man 1. in der Schule nichts was einem in der Arbeit weiter hilft, 2. in der Arbeit nichts was einem in der Schule was bringt, 3. in einem Studium nichts was man in der Arbeitswelt (Freie Wirtschaft oder verbeamtete Berufe) brauchen kann. 

Leider wirst du das akzeptieren müssen, dass es Menschen gibt, die nicht so denken wie du. Diejenigen machen sich keine Gedanken drüber, ob etwas sinnvoll ist, solang sie den Tag rumbringen und ihr Geld dafür kassieren. Aber diese Art von Leuten findet sich leider auch in so gut wie jedem Beruf wieder, nicht nur in der Schule. Das ist auch etwas womit man sich abfinden muss. 

An das Gejammer und Gezicke von deinen Mitschülern würde ich an deiner Stelle keine Gedanken verschwenden. Was bringt es dir mittendrin zu sein & dich einmischen zu wollen? Ob du es dir alles negative was dir in der Schule auffällt auch außerhalb durch den Kopf gehen lässt oder nicht macht keinen Unterschied. Es wird so oder so passieren, wichtig ist einzig und allein wie du damit umgehst. Wenn du weiterhin drüber nachdenkst schenkst du der Sache mehr Aufmerksamkeit als sie verdient hat.

Genauso verhält es sich mit deiner Angst dort wieder hingehen zu müssen. Passieren wird es so oder so, ob du dir Wochen zuvor schon Sorgen deshalb machst oder erst sobald du durch die Tür gehst am ersten Tag der nächsten Schulphase. Spielt keine Rolle, aber was sehr wohl eine Rolle spielt ist wie du damit umgehst. 

Such dir eine Ablenkung, etwas sinnvolles. Außerhalb der Schule. Geh zum Sport, lies ein gutes Buch, unternimm was mit Freunden. Finde etwas worauf du dich freuen kannst in den Momenten in denen du in der Schule sitzen musst und dir denkst: Wann komm ich endlich wieder hier weg? Etwas was dich daheim erwartet was dir Freude bereitet. 

Die Hälfte der Ausbildung ist doch schon geschafft. Und du sagst doch selbst du blühst in deinem Job auf. Ist es das dann nicht wert auch die schwierigen Phasen zu überstehen? Mit der Belohnung einer abgeschlossenen Berufsausbildung und dem Wissen, dass du nie mehr zurück in die Berufsschule musst wenn du das nicht selber möchtest? 

Freunde dich vielleicht mit jemandem an aus deiner Klasse, jemand mit dem du auch die Pausen verbringen kannst. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die anderen 20 alle gleich bescheuert sind und wirklich überhaupt niemand da ist, mit dem du nicht mindestens ein paar Überschneidungspunkte hast. 

Auf solche Späße wie blau machen oder unentschuldigt fehlen würde ich verzichten und das mein ich auch so wie ich es sag. Denk daran, dass die Hälfte deiner Ausbildung schulisch ist, wenn du mit Absenz statt Präsenz glänzt beeinflusst das genauso den beruflichen Teil deiner Ausbildung bei deinem Arbeitgeber. 

Und wenn du einen weiteren Anreiz brauchst: Erkundige dich was für einen Notendurchschnitt man für eine Lehrzeitverkürzung braucht. Häng dich rein, lern regelmäßig und sei vorbereitet, dann sparst du dir ein halbes Jahr. 

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