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Im Job im Stich gelassen - HILFE

22. Juli 2017 um 0:08

Liebe Forumgemeinde,

wie der Titel schon verrät, bin ich mit meinem Job zurzeit absolut nicht zufrieden. Und es tut mir auch leid, euch damit zu belästigen, aber falls jemand so etwas schon mal durchgemacht hat, oder einen Rat weiß, bitte helft mir. - Ich bin total verzweifelt.

Ich studiere Jura und bin mittlerweile fast fertig. Vor zwei Jahren habe ich angefangen, bei einem Notar als Sachbearbeiterin zu arbeiten. Am Anfang lief alles super, ich habe mich vor allem mit dem älteren Chef sehr gut verstanden. Wir hatten dann in der Kanzlei relativ viel Stress und da man annahm, dass ich durch mein Studium vermeintlich alles kann, wurde ich mit meinen Akten, auch von meinem Juristen, der mir die Akten und Abläufe erklären sollte, ziemlich im Stich gelassen. Er meinte damals, er würde mir bei Zeiten alles beibringen.

Da ich mein Studium für fast ein Jahr deswegen unterbrochen habe, da man mir zusicherte, dass ich als Juristin später dort eine Karriere haben könnte, strengte ich mich wirklich immer an.


Mein älterer Chef meinte nach ca. einem halben Jahr, dass er sich doch wirklich sehr wünschen würde, dass ich mein Studium fertig mache. Er bot mir daraufhin an, nachmittags an drei Tagen für ca. 5 Stunden im Außenbüro unserer Kanzlei zu arbeiten, die ältere Kollegin (die auch immer als Kollegin gemeint ist) dort, solle mir alles beibringen und als mein Mentor dienen.

Dies lief am Anfang auch gut, ich kam immer ein wenig früher, sodass sie mir noch Dinge erklären konnte. Sie ging dann und ich war im Büro alleine, denn wir haben dort nur einen Computer und ein Besprechungszimmer und zwei können dort gleichzeitig nicht arbeiten.

Wir haben uns irgendwie zusammengerauft, sie hat mir dann die ganzen Todesfallsachen überlassen und hat mir wesentliche andere Dinge nicht beigebracht und mich auf später vertröstet. Wir teilen unsere Akten und viele Dinge, macht sie anders als im Hauptbüro und an ihr ist in vielerlei Hinsicht kein Vorbeikommen möglich.

Ich habe mich meinem Schicksal mehr oder weniger gefügt und wurde bzw. werde von ihr hauptsächlich als Sekretärin, die ihre Sachen einscannt und als Putzfrau, die hinter ihr sauber macht, behandelt und soll nebenbei die Todesfallsachen alle bearbeiten, dabei auch explezit von ihr als ihre Akten bezeichnete.

Fehler, auch jene, für die ich absolut und nachweislich nichts kann, die oft auch von ihr verursacht worden sind, sind offiziell und auch in der Hauptkanzlei immer meine Schuld. Ich habe auch schon versucht, mich dagegen zu wehren, schreibe mir sogar immer alles auf, was ich mache und dergleichen, in letzter Zeit sogar die falschen Anschuldigungen. Es sind wichtige Dokumente von ihr vertrullert worden, mir hat sie es versucht anzuhängen, sie geht in ihren vier Stunden, auswärts Kaffee trinken, telefoniert mit Mann und Kind übers Betriebstelefon und meint zu mir, ich würde nicht arbeiten, wenn sie nicht da sei....

Der jüngere Chef, der mich einstellte und alle Gespräche am Anfang mit mir führte, hatte nie wirklich mit mir zutun, wenn wir mal Akten zusammen hatten, haben wir immer aneinander vorbeigeredet.

Unser jüngerer Chef mag die Arbeitsweise meiner Kollegin nicht und nimmt bei jeder Gelegenheit, bei der meine Kollegin (sie ist auch älter als meine Chefs) im Urlaub ist, ihre Akten mit und bemängelt diese eigentlich immer.

Ich hatte im Mai ein Gespräch bei ihm und da habe ich ihn auf viele Dinge hingewiesen, dass an meiner Kollegin kein Vorbeikommen sei, dass wir (sie ist vormittags 4 einhalb Stunden da, ich an drei Nachmittagen 5 Stunden) viele Sachen aus Zeitnot gar nicht so machen könnten, wie im Hauptbüro. Er hat gesagt, er nimmt es zur Kenntnis und kümmert sich darum. Er wolle mich auch in der Firma behalten, denn wenn ich fertig bin, solle ich ja die ganze Abteilung, in welcher ich jetzt auch tätig bin, übernehmen.

Ich hatte das Gefühl, dass ich auch endlich von ihm einmal geschätzt wurde. Denn ich sitz in dem Außenbüro auch immer alleine, es redet aus der Hauptkanzlei telefonisch niemand mit mir und Akte über Telefon zu besprechen (denn in vielen Dingen kenne ich mich nicht aus, da ich auch noch nicht alle Situationen hatte) hat sich als total Reinfall erwiesen. Diesen Umstand teilte ich auch meinem jüngeren Chef mit. Auch, dass ich keinen präsenten Fachmann da hätte, der mich berät und das Infos, die meine Kollegin bekommt, mich manchmal gar nicht erreichen. Eine Lösung blieb aus.

Meine ältere und einzige direkte Kollegin hat in den letzten Wochen einige Fehler gemacht, sie auf mich, teils unberechtigterweise überwälzt und mich nur angeschrieben und zum Putzen verdonnert. Sie hat vor ihrem Urlaub einen Akt mit ins Hauptbüro und einer Juristin zur Bearbeitung gegeben. Am nächsten Tag, da bin ich dann für meine Kollegin, ausnahmsweise vormittags eingesprungen, kam dann eine mörderisch lange Mail, was an dem Akt alles absolut nicht in Ordnung ist. Ich rief sie daraufhin an und musste gleich anfang dieser Woche ins Hauptbüro kommen, wo ich eigentlich gar nicht mehr bin. Mir wurde in einem ernsten Ton gesagt, wie schlampig die Akten doch geführt werden und und und. Da habe ich dann gesagt, dass ich den Akt auch erst ein paar Tage vorher bekommen habe und meiner Kollegin vertraue, dass alle notwendigen Informationen eingeholt worden sind, ist ja schließlich ihr Akt. Dem war nicht so. Sie hat mir eine lange Liste zum Abarbeiten gegeben. In dem Gespräch wurde auch nach unserer Organisation im Außenbüro gefragt und ich, sprach halt auch an, dass man mir viele Dinge, selbst im großen Büro nicht erklärt hat und dass ich der Dienstälterin, ihre Arbeitsweise nicht vorschreiben kann und diese mich sowieso mehr als ihre Sekretärin ansieht.

Danach hatte ich noch ein Gespräch mit dem jüngeren Chef gehabt, über einen Akt, der zwei Tage darauf abgehandelt wurde. Er sagte mir, ich solle noch das und das herausfinden und das wird bis übermorgen ja schon passen. Das Gespräch war ungefähr um halb fünf vorbei, ich wieder zurück ins Außenbüro, mich an die Arbeit gemacht und versucht, die Infos noch einzuholen. Es war leider keiner bei besagten Stellen mehr erreichbar, mein Chef in einem längeren Termin und unser Außenbüro hatte Internetschwierigkeiten, sodass gar nichts mehr ging. (wir sind in Österreich ansässig, das Außenbüro in einem kleinen Dorf, da kommt das täglich öfters vor). Und ich auch auf den Hauptserver konnte ich mangels Internet nicht mehr zugreifen. Am nächsten Tag, hatte ich frei und war auf der Uni und bat die Vertretung meiner Kollegin, die erforderlichen Infos einzuholen. Das tat diese auch, nur halt nicht so, wie das mein Chef anscheinend hätte haben wollen. Wir orientieren uns alle am älteren Chef, der sieht gewisse Dinge anders. Der jüngere verlangt immer Sachen, da steigen selbst die Kollegen in der Hauptkanzlei nicht ganz hinter.

Der war dann gestern während des Termins schon total sauer, wollte mich unbedingt, in der Kanzlei haben, ich war aber leider wieder auf der 60 km entfernten Uni und hatte schon Schwierigkeiten, rechtzeitig zu meinem Termin auf Arbeit zu kommen. Jedenfalls habe ich ihn nach dem Termin sofort angerufen und nachgefragt, was denn schief gelaufen sei und er wetterte los. Am Telefon sagte ich ihm, dass ich zu der späten Uhrzeit keinen mehr erreicht habe und die Infos auch von meiner Kollegin eingeholt werden konnten und es halt keine Möglichkeit gibt, dass ich an meinem freien Tag ins Außenbüro fahr und neben meiner Kollegin arbeiten kann. (Die Institution, welche ich anrufen sollte, hat nämlich nur immer bis mittag auf und ich fange nachmittags wenn ich nicht gerade auf der Uni bin erst an). Zudem ist die Vertretung auch besser geschult als ich und kennt sich bei vielen Sachen besser aus. Ich machte ihm daraufhin dann das Angebot, die Sache am nächsten noch zu klären. Heute habe ich ebenfalls frei, bin frühs jedoch ins Büro gefahren und wollte genau wissen, was bei der Kommunikation schief gelaufen ist, zudem sollte ich gleich auch noch Akte von meiner Kollegin mitbringen, über die hat er sich dann ebenfalls aufgeregt.

Er, wieder einmal tierisch wütend, erklärt mir, ich hätte die Infos selber einholen sollen, von einem "ich kann aus dem und dem Grund nicht" wollte er rein gar nichts hören, denn man bekommt die Stellen, ja auch außerhalb ihrer Öffnungszeiten ans Telefon, die Bandansage überspringt man halt und den Termin hätte man ja verschieben können und ich hätte ihn anrufen sollen. Dass ich keinen Dienst hatte und wenigstens versucht habe, die Infos anderweitig für ihn zu beschaffen, hat er vollkommen ignoriert, sowie unser ganzes Gespräch am Dienstag und ich sei seiner Meinung unfähig zu allem. Ich bat ihn dann noch, mir bei diesen Akten etwas zu erklären, da meinte er dann, nein, das tut er nicht.

Mein Angebot, in Zukunft die Akten mit ihm vorher zu besprechen, lehnte er ab, er wolle sie nur vorher auf dem Tisch haben. Ich habe vormittags keine Möglichkeit, wenn die Chefs im Außenbüro sind (zwei Mal in der Woche, jeweils einer), Akten mit ihnen zu besprechen. Und rechtliche Fragen, muss ich mir generell selber erarbeiten und ich solle selber sehen, wie alles besser wird.

Ich bin am Ende mit meinen Nerven und frage mich wirklich nach der Sinnhaftigkeit des Ganzen. Es kommen und gehen so viele bei uns, weil die betriebsinterne Kommunikation und die Einarbeitung total mies sind.

Teilweise komme ich mir auch wirklich vor, als wurde ich aufs Abstellgleis gestellt und werde von niemandem ernst genommen. Ich versuche ja viele Dinge, wie in der Hauptkanzlei zu machen und in vielen Bereichen funktioniert das auch, aber für die Schwierigkeiten im Außenbüro nimmt sich keiner Zeit. Nicht dafür, dass der Drucker täglich spinnt, die Telefonverbindung täglich kurz total wegfällt oder dass man mal eine anständige Information über offene Fragen bekommt. Das Außenbüro ist in aller Mitarbeiteraugen das schwarze Schaf.

Ich würde am liebsten kündigen, das geht aber nicht, weil es in Österreich sehr schwer ist, überhaupt in einer Kanzlei, sei es beim Anwalt oder gar Notar einen Job zu bekommen.

Zudem schafft es jeder in der Kanzlei auch, dass ich mir absolut nichts mehr zutraue, obwohl ich auf Arbeit und im letzten Jahr bei großen Prüfungen eigentlich gar nicht so schlecht gewesen bin und eigentlich auch ein super interessantes Thema für meine Abschlussarbeit habe.

Weiß jemand Rat - ich wäre ihm wirklich sehr dankbar



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23. Juli 2017 um 21:46

Es wären beide zuständig. Das Gespräch mit meiner Kollegin habe ich gesucht, brachte allerdings nichts, außer, dass sie das letzte Wort bei allem hat und gewisse Dinge nicht zur Debatte stehen.

Der ältere Chef ist eigentlich auf meiner Seite, aber der jüngere schießt da immer dazwischen, sodass der Senior ihm entgegen kommen muss, da beide ja gleichberechtigt sind. 

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24. Juli 2017 um 8:53

Die Chefs sind zwei Mal die Woche da, weil sie es von Gesetzes wegen aus müssen. Sie sind nie länger als zwei Stunden da und nehmen die Arbeitsweise meiner Kollegin so hin. Beschwerden gibt es eh genug und sie versuchen über mich hintenrum den Laden aufzuräumen, aber immer unter der Voraussetzung, dass mir meine Kollegin alles beigebracht hat bzw. beibringt.

Und ich brauche mir zwecks reinknien keine Vorwürfe machen, da ich meine Akten und Arbeitschritte so gut wie möglich, den anderen Akten angleiche, soweit dies ohne ausgebildeten (damit meine ich eine praxisorientierte Ausbildung und nicht bloß Studium) Juristen möglich ist.

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