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Im Recht oder nur zu empfindlich?

14. Juni 2013 um 13:00

Liebe gofeminin-Gemeinde. Ich habe eine Frage an euch. Bin ich auf Grund dessen, was ich gleich hier beschreiben werde, mit meiner Enttäuschung und meiner Unzufriedenheit im Recht oder einfach zu empfindlich?

Ich arbeite als Assistentin der Geschäftsleitung bereits seit über 11 Jahren mit meiner Chefin zusammen. Auf Grund unserer Persönlichkeitsanalyse, die wir vor 2 Jahren mal gemacht haben, sind wir unterschiedlich wie Hund und Katze, Feuer und Wasser. Dafür hätte es keine Analyse gebraucht, das wusste ich schon immer, aber meine Chefin war davon beeindruckt, weil ihr diese Unterschiede nie aufgefallen waren. In meiner Analyse stand z.B. explizit drin, dass ich, um 100 pro arbeiten zu können, ein harmonisches Umfeld und hin und wieder auch mal die Anerkennung für meine Leistungen brauche. Ihre Analyse bescheinigt ihr, dass sie die typische Managerin und Führungskraft und damit in der Chefetage völlig richtig ist. Wenig zwischenmenschliche Züge hat sie, dafür ist sie aber in Gelddingen straight und unbeugsam. Soviel dazu.

Vor 2 Jahren bekam ich eine eigene Assistentin. Eine Freundin meiner Chefin. Die beiden kannten sich über ihre Kinder privat und ich kam mit meiner neuen Kollegin sehr schnell sehr gut aus. Meine Chefin liess sich in einer persönlichen Gesprächsrunde dazu hinreißen, uns ein Wellness-Wochenende zu dritt in Aussicht zu stellen. Kurze Zeit später bekam meine Kollegin die einmalige Möglichkeit, einen Ganztagsjob woanders anzutreten, sie war weg und das Thema Wellness-WE kam nie wieder. Ein Jahr später sollte ich mit meiner Chefin für ein langes Wochenende in den Süden zu einem anderen Büro unseres Konzerns fahren, um dort mit anderen Assistentinnen und deren Chef ein schönes langes WE zu verbringen. Der Termin stand schon fest, alles haben sich gefreut. Leider hat der Konzern keinen Kostenanteil an diesem geplanten Event heraus gerückt und so platzte auch diese Fahrt, die eigentlich eine kleine Belobigung darstellen sollte.
Letztes Jahr im Oktober bekam ich eine neue Assistentin. Sie wurde uns von einer Verwandten meiner Chefin empfohlen. Obwohl ich wegen einiger Dinge total abgeneigt war, diese Frau einzustellen, hat meine Chefin sie eingestellt. Da ich aber mit ihr zusammen arbeiten muss, war mir schnell klar, dass das nicht gut geht. Meine Argumente prallten an meiner Chefin ab. So kam es auch, dass mich diese Kollegin ausgerechnet zu einer Zeit im Dezember, zu der es erfahrungsgemäß im Büro hoch her geht, wegen Ferien ihrer Kinder im Stich lies. Alles blieb an mir hängen und ich hatte den umsatzstärksten Monat in 6 Jahren allein zu bewältigen, was mir mit viel Anstrengung, Überstunden und Stress auch gelang. Am letzen Tag hatte ich Geburtstag und bekam von meiner Chefin lediglich eine SMS mit "Alles Gute". Nicht, wie in den Jahren davor, eine kleine Aufmerksamkeit (okay, an meinem 40. Geburtstag hatte ich eine Anti-Falten-Creme von ihr bekommen, die genauso nutz- wie einfallslos war, aber immerhin war es ein Geschenk). Ein Danke für meinen Einsatz habe ich nie bekommen. Im Februar diesen Jahres wurde bekannt, dass im Juli 2013 eine Veranstaltung unseres Konzerns stattfinden sollte, zu dem ich unbedingt hin wollte. Ich sprach meine Chefin darauf an und sie meinte, sie würde sich schlau machen, ob sie mich mitnehmen kann. Ich wusste von Kolleginnen, dass jeder Chef eine Person seiner Wahl mitnehmen kann. Nachdem meine Chefin dieses Jahr bereits 4 Fahrten ins Ausland mit ihrem Mann gemacht hatte (alle diese Fahrten hatte sie sich durch ihren Arbeitseinsatz für unseren Konzern erarbeitet und durfte daher ihren Mann mitnehmen und jede Fahrt ging zu einem interessanten Ziel im Ausland), dachte ich, sie würde mich zu dieser Veranstaltung im Juli mitnehmen. Ich habe sie mehrmals darauf angesprochen - es wäre eine vergleichsweise kleine Veranstaltung, für mich aber interessant - und wurde immer hingehalten. Kürzlich bekam ich zufällig mit, dass meine Chefin mit ihrem Mann telefonierte und sich mit ihm darüber unterhielt, ob sie nach der Veranstaltung ein Hotel nehmen sollten oder in der Nacht noch heimfahren sollten. Also war mir klar: da bist du dieses Mal auch nicht dabei.

Letzte Woche eröffnete mir meine "neue" Kollegin dann, dass sie im Juli 3 Wochen Urlaub nehmen würde, ohne Absprache mit meiner Chefin, denn diese hätte gesagt, das müsste meine Kollegin lediglich mit mir absprechen und sie müsse ja Urlaub nehmen, wenn ihre Kinder Ferien haben. 3 Wochen! Ich habe in 11 Jahren niemals mehr als 2 Wochen am Stück bekommen. Auch der Urlaub, den sich die Kollegin nimmt, geht über einen Zeitpunkt, zu dem wir einen bestimmten Termin im Konzern haben, zu dem sonst niemand Urlaub bekommt. Ich musste also unsere 400-Euro-Kraft förmlich anbetteln, wenigstens für 2 Tage, zu schlimmsten und stressigsten Zeit, ins Büro zu kommen, damit ich nicht alles allein machen muss. Da diese Kollegin die Empfehlung der Verwandtschaft meiner Chefin war, stieß mein Protest bei meiner Chefin auf taube Ohren. Und den Rest gab mir meine Kollegin dann letzte Woche, als sie mich darauf ansprach, was wir doch im Dezember für eine sagenhafte Leistung hingelegt hatten.....wir?????? Ich hatte das alles allein gestemmt und dafür weder ein danke noch ein Geburtstagsgeschenk oder auch nur eine andere Anerkennung zu bekommen, muss jetzt noch zu Kreuze kriechen, damit Madame wenigstens 2 Tage ins Büro kommt, wenn es hier "brennt" und dann das Wort "wir"?

Ich bin einfach enttäuscht. Zermürbt. Ich komme mir vor wie eine alte Stehlampe, die immer da ist, immer funktioniert, die immer ihren Dienst tut und keiner nimmt sie zur Kenntnis. Wäre der Job ansonsten nicht so harmonisch, hätte ich mir schon längst einen neuen gesucht. Ich fahre dafür jeden Tag 40 km (ein Weg) und verzichte auf viel Geld, das ich woanders sicher verdienen könnte. Aber bin ich jetzt zu empfindlich oder ist das etwas, worüber man sich ruhig mal aufregen kann? Ich weiß: wenigstens habe ich einen Job. Und es könnte schlimmer sein....jaja, schon klar. Aber kann man etwas tun, damit der Rest der Belegschaft hier mal wieder wach wird? Ich habe inzwischen mal vor lauter Frust ein paar Tage krank gefeiert. Mit dem Resultat, dass meine Kollegin allein gar nicht klar kam und am Ende blieb mehr Arbeit für mich zum Nachholen als vorher!!! Also auch hier war keine heilsame Wirkung zu sehen. Wie seht ihr das? Danke vorab für eure Geduld. Sorry, das musste ich jetzt so ausführlich erklären.....

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21. Juni 2013 um 14:31

Entweder oder
Entweder du überlegst dir mal ersnthaft zu kündigen oder du sprichst all das an - geh zu deiner chefin und sag ihr all das in Ruhe, dass du auch gerne mal Urlaub hättest, aber drei Wochen am Stück nicht gehen (das geht auch in anderen Firmen nicht) und dass die Kollegin nicht zu dir passt.

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22. Juni 2013 um 13:20

Stimme dir zu
Entwender sprichst du an, was dich stört oder du musst dir über kurz oder lang einen neuen Job suchen.

Anders wird es nicht gehen.
Wenn die Kollegin ein Kind, und somit im den Ferien Vorrang hat, sollte das aber trotzdem abgesprochen werden.
Ich finde es schade, dass deine Chefin da so subjektiv und weniger objektiv entscheiden. Als Chefin sollte sie letzteres tun.

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22. Juni 2013 um 13:21
In Antwort auf eartha_12906135

Entweder oder
Entweder du überlegst dir mal ersnthaft zu kündigen oder du sprichst all das an - geh zu deiner chefin und sag ihr all das in Ruhe, dass du auch gerne mal Urlaub hättest, aber drei Wochen am Stück nicht gehen (das geht auch in anderen Firmen nicht) und dass die Kollegin nicht zu dir passt.

Doch
bei uns und ich kenne viele Firmen, da ist es gewollt, dass beim großen Sommerurlaub 3 Wochen am Stück genommen werden.
Ich kenne das eher auch kleineren Firmen so, dass mehr als 2 Wochen am Stück nicht drin sind.

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24. Juni 2013 um 15:23

Danke
für eure Kommentare! Mir ist natürlich bewusst, dass meine Kollegin ihren Urlaub vor allem während der Sommerferien nehmen muss. Diese Ferien sind aber 6 Wochen lang. Ihr Mann muss auch nicht unbedingt in der Zeit frei nehmen, die sie sich jetzt eingetragen hat, das hat sie mir selber gesagt. Von daher hätte sie in den 6Wochen jeden anderen Termin belegen können, aber nicht ausgerechnet diesen einen (also, es sind 2 Tage, um genau zu sein, die hier wichtig sind und eigentlich die Anwesenheit von uns dreien erfordern).

Im Nachhinein habe ich erfahren, dass es für die Veranstaltung im Juli tatsächlich noch Karten gibt, dass dort Kolleginnen hinfahren werden, die erst kürzlich bei uns angefangen haben und eine dabei ist, der man bereits letzten Monat gekündigt hat, die aber ihre Einladung schon vorher bekommen hatte. Für mich ist keine Karte vorgesehen und betteln werde ich natürlich auch nicht darum, mitgenommen zu werden. Wenn meine Chefin nicht von selber darauf kommt, dann tut es mir persönlich leid.

Ich habe inzwischen mit einem Kollegen darüber gesprochen, der schon seit vielen Jahren in unserem Konzern arbeitet und als "alter Hase" angesehen wird. Er hat ein eher väterliches Verhältnis zu meiner Chefin und fand ihr Verhalten absolut daneben, da er meine Arbeitsweise und meinen Einsatz schon immer zu schätzen wusste. Er hat mir angeboten, mit meiner Chefin zu reden und ihr die Augen zu öffnen, dass ich es auch mal verdient hätte, mitzufahren. Ich habe ihn darum gebeten, das sein zu lassen. Das wäre mir dann doch zu peinlich und ich möchte nicht als Petze dastehen.

Somit werde ich mich wohl an den Rat von einigen von euch halten und meine Chefin bei Gelegenheit darauf ansprechen. Erst muss ich warten, bis mein Ärger verraucht ist, damit ich nichts sage, was mir hinterher leid tut. Denn natürlich ist eine Einladung meiner Chefin an mich und auch eine Belobigung oder ein Geburtstagsgeschenk immer ein Entgegenkommen von seiten der Geschäftsleitung, freiwillig. Und es steht mir ja nicht zu, darum zu betteln oder mich zu beschweren, wenn ich nichts bekomme. Trotzdem finde ich halt, nach so langer Zeit eine Aufmerksamkeit verdient zu haben. Warten wir es also mal ab. Danke für eure überwiegend netten Worte. Vielleicht helfen sie auch jemand anderem, so wie mir!

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