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Interne Bewerbung: Stelle will man nur männlich besetzen!

21. Februar 2014 um 20:11

Hallo, ich arbeite im öffentlichen Dienst (Uniklinik) und habe mich auf eine Stellenausschreibung beworben. Es soll die Stelle an der Information/Pforte besetzt werden.
Ich hatte heute (ein sehr frustrierendes) Bewerbungsgespräch: ich sei die einzige interne Bewerbung (weit über 100 Bewerbungen gingen ein) und man will die Stelle nur männlich besetzen (ausgeschrieben war m/w). Nun sind die in der Zwickmühle. Der einfachere Weg wäre, wenn ich meine Bewerbung wieder zurückziehen würde, meinte der Leiter dieser Abteilung.

Man habe nur noch männliche Mitarbeiter dort beschäftigt, weil es gerade im Nachtdienst für eine Frau dort "zu gefährlich" wäre: es treibe sich allerhand Gesocks im Haus herum; Penner hätten schon dort geschlafen; über "Nebeneingänge" kämen unerwünschte Personen ins Haus (sie seien ein offenes Haus), aus der Kaffeeteria wäre schon einiges gestohlen worden; ausländische Familienclans würden oft unangenehm auftreten; ausländische Männer würden sich nichts von einer Frau sagen lassen; ein Mann hätte an dieser Stelle ein anderes Durchsetzungsvermögen. Was soll ich jetzt machen? Meine Bewerbung zurückziehen? Ich WILL die Stelle!

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22. Februar 2014 um 2:34

Hm
Wenn du die Stelle wirklich willst, würde ich die Bewerbung nicht zurückziehen!

Und rein theoretisch hast du jetzt einen, ich nenne es jetzt mal Vorteil: wenn sie schon m/w suchen, dann dürfen sie dich schonmal nicht ablehnen, weil du weiblich bist - Thema Sexismus und so...

Betrachte es mal so: für sie ist es der Weg des geringsten Widerstandes und somit der einfachste, wenn du die Bewerbung zurückziehst, aber es geht doch in erster Linie um DICH! Also solltest du dir Gedanken machen, ob du damit umgehen kannst (und ich denke, das hast du bereits und kannst es) und nochmal mit dem Abteilungsleiter sprechen.

Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen! =)

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23. Februar 2014 um 23:08

...dann dürfen sie in der Stellenausschreibung nicht "m/w" schreiben!
so etwas ist mir (47) in meiner gesamten beruflichen Laufbahn noch nicht untergekommen: das ist doch diskriminierend!!! In der Stellenausschreibung war von Mitarbeiter/in die Rede!
Ich werde keinen Rückzieher machen; wenn, dann mache ich die Sache öffentlich! Es ist beschämend, wenn aus Gründen, welche mir der verantwortliche Abteilungsleiter genannt hat, die Sicherheit einer weiblichen Mitarbeiterin nachts nicht gewährleistet werden kann! Dann stellt sich mir ernsthaft die Frage, ob Patienten und das Personal insgesamt dort sicher sind.

Mir sind einige Krankenhäuser bekannt, in denen sehr wohl weibliche Mitarbeiter auch nachts ihren Dienst an der Pforte tun!

Sollten sich ausländische, männliche Besucher/Angehörige in dermaßen unpassender Form gegenüber einer weiblichen Mitarbeiterin benehmen, dann ist es Sache des Hauses, mit entsprechendem Wachpersonal dagegen anzugehen.

In einigen Behörden stehen bereits tagsüber Wachposten an der Eingangstüre, um die Mitarbeiter zu schützen. (traurig, aber wohl erforderlich und wirksam)

Absolut nicht hinnehmen kann ich jedoch, dass ich als deutsche Staatsbürgerin meine Bewerbung zurückziehen soll, weil eine mögliche Bedrohung durch ausländische Besucher des Hauses die Folge sein könnte. So weit sind wir also in Deutschland schon gekommen?

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