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Ist es notwendig, meine Epilepsie an einem neuen Arbeitsplatz zu erwähnen?

7. Mai 2018 um 17:56

Liebe Community,

im Internet lese ich verschiedenes bezüglich der Frage, ob man Epilepsie an einem neuen Arbeitsplatz erwähnen sollte. Manche schreiben, es sei ein k.o.-Kriterium. Andere wiederum meinen, es sei ein Muss, damit Kollegen wissen, wie sie im Falle eines Anfalls damit umgehen sollen.

Nur frage ich mich, was das in MEINEM Falle bringen soll. Wenn ich die Diagnose Epilepsie bei Freunden und Bekannten erwähnte, kamen Reaktionen nach dem Motto: Dumdidumdidum, du hast das doch sowieso nicht!
Sogar ein Neurologe nahm mich nicht für voll, als ich ihn wegen einer Zweitmeinung aufsuchte. Als ich ihm meine Symptome schilderte, fragte er gelangweilt, ob das alles sei. In den Mund guckte er erst gar nicht, um sich meine vernarbte Zunge anzugucken. Er verpasste mir die Diagnose "Angststörung", ohne dass ich mit ihm über Ängste gesprochen hatte!
Nach Meinung des Neurologen, der die Diagnose stellte, habe ich Absencen und Anfälle im Schlaf (daher die zerbissene Zunge). Im EEG wurde eine erhöhte Anfallsbereitschaft nachgewiesen.

Man könnte jetzt sagen, dass Absencen doch gar nicht auffallen und Schlafepilepsie eh niemanden interessiert, aber dem ist nicht ganz so.
Ich hatte in vergangenen Jobs immer das Problem, einiges nicht mitzubekommen, wenn mir etwas erklärt wurde. Wie oft habe ich ein wütendes "Das habe ich doch gerade erklärt!" zu hören bekommen. Ich war auch oft sehr schusselig und vergaß alles mögliche, auch bei Routinearbeiten. Nach Nächten, wo ich mir Bissverletzungen zugefügt habe, bin ich auch immer sehr gereizt und fühle mich wie zerschlagen.

Im Juni kann ich wahrscheinlich einen Job als Alltagsbegleiterin antreten. Es wird so aussehen, dass ich für einen mobilen Hilfsdienst zu verschiedenen Haushalten fahre und hilfsbedürftige Menschen bei der Hausarbeit unterstütze, zum Arzt begleite und sie betreue in Form von Vorlesen, Spaziergänge machen, etc.

Was meint ihr?
Sollte ich den Vorgesetzten und Kollegen darüber informieren, dass ich Epilepsie habe?
Vielleicht wird man mich auch da mit dieser Diagnose nicht ernst nehmen und es wäre somit überflüssig, es zu erwähnen?

Liebe Grüße,
Serlina
 

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7. Mai 2018 um 22:43

Du musst deinen Arbeitsgeber über Krankheiten etc. informieren, die deine Arbeitsleistung beeinträchtigen.

Und nein, ich würde erst einmal nichts sagen. Du scheinst im neuen Job nicht 8,5 Stunden mit denselben Leuten in einem Raum zu sitzen, daher weisst du sowieso nicht, wer im Falle eines Anfalls gerade bei dir ist.

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8. Mai 2018 um 11:32

Du musst deinen Arbeitsgeber über Krankheiten etc. informieren, die deine Arbeitsleistung beeinträchtigen.

Yep. Dazu gehört alles, was die Arbeitsumgebung bzw. die Kollegen, den Prozess etc. beeinflussen kann.
Wenn du ohne Probleme Auto fahren kannst (kann da kein Anfall kommen?), dann wäre es in deinem Fall wohl nicht kritisch.

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8. Mai 2018 um 14:38
In Antwort auf serlina78

Liebe Community,

im Internet lese ich verschiedenes bezüglich der Frage, ob man Epilepsie an einem neuen Arbeitsplatz erwähnen sollte. Manche schreiben, es sei ein k.o.-Kriterium. Andere wiederum meinen, es sei ein Muss, damit Kollegen wissen, wie sie im Falle eines Anfalls damit umgehen sollen.

Nur frage ich mich, was das in MEINEM Falle bringen soll. Wenn ich die Diagnose Epilepsie bei Freunden und Bekannten erwähnte, kamen Reaktionen nach dem Motto: Dumdidumdidum, du hast das doch sowieso nicht!
Sogar ein Neurologe nahm mich nicht für voll, als ich ihn wegen einer Zweitmeinung aufsuchte. Als ich ihm meine Symptome schilderte, fragte er gelangweilt, ob das alles sei. In den Mund guckte er erst gar nicht, um sich meine vernarbte Zunge anzugucken. Er verpasste mir die Diagnose "Angststörung", ohne dass ich mit ihm über Ängste gesprochen hatte!
Nach Meinung des Neurologen, der die Diagnose stellte, habe ich Absencen und Anfälle im Schlaf (daher die zerbissene Zunge). Im EEG wurde eine erhöhte Anfallsbereitschaft nachgewiesen.

Man könnte jetzt sagen, dass Absencen doch gar nicht auffallen und Schlafepilepsie eh niemanden interessiert, aber dem ist nicht ganz so.
Ich hatte in vergangenen Jobs immer das Problem, einiges nicht mitzubekommen, wenn mir etwas erklärt wurde. Wie oft habe ich ein wütendes "Das habe ich doch gerade erklärt!" zu hören bekommen. Ich war auch oft sehr schusselig und vergaß alles mögliche, auch bei Routinearbeiten. Nach Nächten, wo ich mir Bissverletzungen zugefügt habe, bin ich auch immer sehr gereizt und fühle mich wie zerschlagen.

Im Juni kann ich wahrscheinlich einen Job als Alltagsbegleiterin antreten. Es wird so aussehen, dass ich für einen mobilen Hilfsdienst zu verschiedenen Haushalten fahre und hilfsbedürftige Menschen bei der Hausarbeit unterstütze, zum Arzt begleite und sie betreue in Form von Vorlesen, Spaziergänge machen, etc.

Was meint ihr?
Sollte ich den Vorgesetzten und Kollegen darüber informieren, dass ich Epilepsie habe?
Vielleicht wird man mich auch da mit dieser Diagnose nicht ernst nehmen und es wäre somit überflüssig, es zu erwähnen?

Liebe Grüße,
Serlina
 

"...Ich hatte in vergangenen Jobs immer das Problem, einiges nicht mitzubekommen, ...Ich war auch oft sehr schusselig und vergaß alles mögliche, auch bei Routinearbeiten. ..."

Hm, wenn ich das so lese, habe ich ehrlich gesagt Zweifel, ob Du überhaupt Auto fahren solltest. Würde ich das als Chef so hören, würde ich Dich jedenfalls nicht für meine Firma ans Steuer lassen.
 

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8. Mai 2018 um 16:02

Ob du Auto fahren kannst/darfst, war zwar nicht deine Frage, aber wenn hier jetzt aufgegriffen wird: Das musst du mit deinem Neurologen klären. Es gibt dafür sehr klare Richtlinien.

Dem Arbeitgeber würde ich es nicht sagen. Aber wohlgemerkt ICH!
So wie ich lese, hast du tagsüber keine Anfälle, bei denen es darauf ankommt, dass dein Umfeld richtig reagiert. Also daher schon mal kein Vorteil.
Wenn es später dann wirklich so sein sollte, dass deine Leistungen krankheitsbedingt zu wünschen übrig lassen, kannst du dich immer noch mit der Diagnose erklären. Würde aber erst mal abwarten, ob das wirklich so kommt - scheint ja ein anderer Job zu sein, als der den du früher gemacht hast. Wenn du es vorab schon ankündigst, wirst du gleich ganz anders beäugt!
Und dann weißt du nicht, wie dein AG darauf reagiert. Manche Leute sind mit dieser Krankheit komplett überfordert und unterstellen da ganz falsche Sachen! Am Ende fliegst du in der Probezeit raus, weil es deinem Chef "zu heiß" ist oder ähnliches...

Also ich würde erst mal abwarten, so kein Risiko für dich oder andere besteht, wenn du es nicht sagst.

LG und alle Gute!

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9. Mai 2018 um 9:22
In Antwort auf saskia11831

Ob du Auto fahren kannst/darfst, war zwar nicht deine Frage, aber wenn hier jetzt aufgegriffen wird: Das musst du mit deinem Neurologen klären. Es gibt dafür sehr klare Richtlinien.

Dem Arbeitgeber würde ich es nicht sagen. Aber wohlgemerkt ICH!
So wie ich lese, hast du tagsüber keine Anfälle, bei denen es darauf ankommt, dass dein Umfeld richtig reagiert. Also daher schon mal kein Vorteil.
Wenn es später dann wirklich so sein sollte, dass deine Leistungen krankheitsbedingt zu wünschen übrig lassen, kannst du dich immer noch mit der Diagnose erklären. Würde aber erst mal abwarten, ob das wirklich so kommt - scheint ja ein anderer Job zu sein, als der den du früher gemacht hast. Wenn du es vorab schon ankündigst, wirst du gleich ganz anders beäugt!
Und dann weißt du nicht, wie dein AG darauf reagiert. Manche Leute sind mit dieser Krankheit komplett überfordert und unterstellen da ganz falsche Sachen! Am Ende fliegst du in der Probezeit raus, weil es deinem Chef "zu heiß" ist oder ähnliches...

Also ich würde erst mal abwarten, so kein Risiko für dich oder andere besteht, wenn du es nicht sagst.

LG und alle Gute!

naja, wenn die TE nicht Auto fahren kann / sollte (und afaik sind die Anforderungen bei Personenbeförderung auch noch höher), dann macht sie sich u.U. sogar strafbar, wenn sie es dem AG nicht erzählt.

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9. Mai 2018 um 15:14
In Antwort auf avarrassterne1

naja, wenn die TE nicht Auto fahren kann / sollte (und afaik sind die Anforderungen bei Personenbeförderung auch noch höher), dann macht sie sich u.U. sogar strafbar, wenn sie es dem AG nicht erzählt.

Dann mach sie sie sich schon eines Vergehens schuldig, wenn sie Auto fährt. Das hat mit dem Arbeitgeber nichts zu tun.

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9. Mai 2018 um 16:42
In Antwort auf saskia11831

Dann mach sie sie sich schon eines Vergehens schuldig, wenn sie Auto fährt. Das hat mit dem Arbeitgeber nichts zu tun.

Danke für eure Antworten.

Um die wichtigste Frage schon mal zu beantworten: ich habe noch immer ein Fahrverbot, da ich bisher kein Jahr anfallsfrei bin. Ich halte mich auch weitestgehend daran und mache nur mal eine Ausnahme, wenn ich meinen Vater oder meine Mutter mal zum Arzt fahren muss. Das kommt zum Glück selten vor. Sie wissen nichts von meiner Epilepsie, denn ich möchte sie nicht damit belasten.
In einem Job würde ich aber diesbezüglich nichts riskieren und mich nicht ans Steuer setzen.

Meinem wahrscheinlich zukünftigen Arbeitgeber habe ich gesagt, dass ich nicht mobil bin. Er fand das nicht toll, meinte aber, dass ich dann halt mit dem Bus oder Fahrrad zu den Haushalten seiner Kunden fahren müsse.
Für mich wird es auf jeden Fall ein Zeitverlust bedeuten und die Fahrzeit zwischen den einzelnen Haushalten wird ja nicht bezahlt. Doch ich bin froh, bald wieder einen Job zu haben. Ich habe vorher im Büro gearbeitet, war aber für den Arbeitgeber aufgrund meiner langsamen Arbeitsweise und Vergesslichkeit nicht mehr tragbar.

Da ich nicht mit Kollegen zusammenarbeiten werde, würde es also niemand mitbekommen, wenn ich mal Absencen (kurze Bewusstseinspausen) habe. Ich habe nur etwas Angst, dass ich vielleicht mal einen Moment nicht aufmerksam genug bin und dann etwas passieren könnte.
In meinem Praktikum in einem Altenheim wäre eine Bewohnerin bei der Gymnastik fast gestürzt, weil ich kurz geistig abwesend war. Ich habe aber ein gutes Reaktionsvermögen und bekam sie gerade noch rechtzeitig am Arm zu fassen.
Oder es passierte etwas anderes ärgerliches, wenn auch nichts bedrohliches. Doch es kam vor, dass ich das Mittagessen aus dem Kühlschrank nehmen und zum Erhitzen in einen speziellen Wagen stellen sollte und dabei einen Teil versehentlich im Kühlschrank stehen ließ. Ausnahmsweise durfte es dann in die Mikrowelle, aber die strafenden Blicke vom Personal sagten mir genug!

Ich werde es so machen, dass ich im Vorfeld nichts von der Epilepsie sagen werde. Denn es ist leider noch immer noch so, wie Saskia geschrieben hat, dass viele Arbeitgeber mit der Erkrankung überfordert sind.

Ich werde mein Bestes geben, aufmerksam zu sein und möglichst wenig zu vergessen.

Liebe Grüße,
Serlina
 

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11. Mai 2018 um 11:57
In Antwort auf serlina78

Danke für eure Antworten.

Um die wichtigste Frage schon mal zu beantworten: ich habe noch immer ein Fahrverbot, da ich bisher kein Jahr anfallsfrei bin. Ich halte mich auch weitestgehend daran und mache nur mal eine Ausnahme, wenn ich meinen Vater oder meine Mutter mal zum Arzt fahren muss. Das kommt zum Glück selten vor. Sie wissen nichts von meiner Epilepsie, denn ich möchte sie nicht damit belasten.
In einem Job würde ich aber diesbezüglich nichts riskieren und mich nicht ans Steuer setzen.

Meinem wahrscheinlich zukünftigen Arbeitgeber habe ich gesagt, dass ich nicht mobil bin. Er fand das nicht toll, meinte aber, dass ich dann halt mit dem Bus oder Fahrrad zu den Haushalten seiner Kunden fahren müsse.
Für mich wird es auf jeden Fall ein Zeitverlust bedeuten und die Fahrzeit zwischen den einzelnen Haushalten wird ja nicht bezahlt. Doch ich bin froh, bald wieder einen Job zu haben. Ich habe vorher im Büro gearbeitet, war aber für den Arbeitgeber aufgrund meiner langsamen Arbeitsweise und Vergesslichkeit nicht mehr tragbar.

Da ich nicht mit Kollegen zusammenarbeiten werde, würde es also niemand mitbekommen, wenn ich mal Absencen (kurze Bewusstseinspausen) habe. Ich habe nur etwas Angst, dass ich vielleicht mal einen Moment nicht aufmerksam genug bin und dann etwas passieren könnte.
In meinem Praktikum in einem Altenheim wäre eine Bewohnerin bei der Gymnastik fast gestürzt, weil ich kurz geistig abwesend war. Ich habe aber ein gutes Reaktionsvermögen und bekam sie gerade noch rechtzeitig am Arm zu fassen.
Oder es passierte etwas anderes ärgerliches, wenn auch nichts bedrohliches. Doch es kam vor, dass ich das Mittagessen aus dem Kühlschrank nehmen und zum Erhitzen in einen speziellen Wagen stellen sollte und dabei einen Teil versehentlich im Kühlschrank stehen ließ. Ausnahmsweise durfte es dann in die Mikrowelle, aber die strafenden Blicke vom Personal sagten mir genug!

Ich werde es so machen, dass ich im Vorfeld nichts von der Epilepsie sagen werde. Denn es ist leider noch immer noch so, wie Saskia geschrieben hat, dass viele Arbeitgeber mit der Erkrankung überfordert sind.

Ich werde mein Bestes geben, aufmerksam zu sein und möglichst wenig zu vergessen.

Liebe Grüße,
Serlina
 

sei vorsichtig. Auch wenn Du nur ab und an mal fährst - das ist keine Kleinigkeit.
WENN etwas passiert bist Du mit grober Fahrlässigkeit dran - im besten Falle. Dann steigt auch Deine Haftpflicht aus, Du musst alles sebst bezahlen, bist wahrscheinlich den Führerschein los...

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11. Mai 2018 um 17:03
In Antwort auf serlina78

Danke für eure Antworten.

Um die wichtigste Frage schon mal zu beantworten: ich habe noch immer ein Fahrverbot, da ich bisher kein Jahr anfallsfrei bin. Ich halte mich auch weitestgehend daran und mache nur mal eine Ausnahme, wenn ich meinen Vater oder meine Mutter mal zum Arzt fahren muss. Das kommt zum Glück selten vor. Sie wissen nichts von meiner Epilepsie, denn ich möchte sie nicht damit belasten.
In einem Job würde ich aber diesbezüglich nichts riskieren und mich nicht ans Steuer setzen.

Meinem wahrscheinlich zukünftigen Arbeitgeber habe ich gesagt, dass ich nicht mobil bin. Er fand das nicht toll, meinte aber, dass ich dann halt mit dem Bus oder Fahrrad zu den Haushalten seiner Kunden fahren müsse.
Für mich wird es auf jeden Fall ein Zeitverlust bedeuten und die Fahrzeit zwischen den einzelnen Haushalten wird ja nicht bezahlt. Doch ich bin froh, bald wieder einen Job zu haben. Ich habe vorher im Büro gearbeitet, war aber für den Arbeitgeber aufgrund meiner langsamen Arbeitsweise und Vergesslichkeit nicht mehr tragbar.

Da ich nicht mit Kollegen zusammenarbeiten werde, würde es also niemand mitbekommen, wenn ich mal Absencen (kurze Bewusstseinspausen) habe. Ich habe nur etwas Angst, dass ich vielleicht mal einen Moment nicht aufmerksam genug bin und dann etwas passieren könnte.
In meinem Praktikum in einem Altenheim wäre eine Bewohnerin bei der Gymnastik fast gestürzt, weil ich kurz geistig abwesend war. Ich habe aber ein gutes Reaktionsvermögen und bekam sie gerade noch rechtzeitig am Arm zu fassen.
Oder es passierte etwas anderes ärgerliches, wenn auch nichts bedrohliches. Doch es kam vor, dass ich das Mittagessen aus dem Kühlschrank nehmen und zum Erhitzen in einen speziellen Wagen stellen sollte und dabei einen Teil versehentlich im Kühlschrank stehen ließ. Ausnahmsweise durfte es dann in die Mikrowelle, aber die strafenden Blicke vom Personal sagten mir genug!

Ich werde es so machen, dass ich im Vorfeld nichts von der Epilepsie sagen werde. Denn es ist leider noch immer noch so, wie Saskia geschrieben hat, dass viele Arbeitgeber mit der Erkrankung überfordert sind.

Ich werde mein Bestes geben, aufmerksam zu sein und möglichst wenig zu vergessen.

Liebe Grüße,
Serlina
 

P.S. hättest Du ein Fahrzeug gestellt bekommen oder mit Deinem privaten fahren müssen?

Wenn man dem Chef (in Spe) sagt, dass man nicht Auto fahren kann / darf, empfiehlt es sich auch, zu sagen, warum - sonst landet man ganz schnell in der "Führerschein wegen Alkohol verloren" - Kiste. Wegen Deiner Medikamente darfst Du vermutlich auch keinen Alkohol trinken? Das hat lustige Effekte auf Betriebsfeiern, zusammen mit nicht Auto fahren bist Du ruckzuck "trockener Alkoholiker". Dann besser von vorn herein Klartext.

Hättest Du hingegen Dein eigenes Auto nehmen müssen, kann es auch mit "habe kein Auto mehr" abgehen.

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30. Mai 2018 um 9:11
In Antwort auf serlina78

Liebe Community,

im Internet lese ich verschiedenes bezüglich der Frage, ob man Epilepsie an einem neuen Arbeitsplatz erwähnen sollte. Manche schreiben, es sei ein k.o.-Kriterium. Andere wiederum meinen, es sei ein Muss, damit Kollegen wissen, wie sie im Falle eines Anfalls damit umgehen sollen.

Nur frage ich mich, was das in MEINEM Falle bringen soll. Wenn ich die Diagnose Epilepsie bei Freunden und Bekannten erwähnte, kamen Reaktionen nach dem Motto: Dumdidumdidum, du hast das doch sowieso nicht!
Sogar ein Neurologe nahm mich nicht für voll, als ich ihn wegen einer Zweitmeinung aufsuchte. Als ich ihm meine Symptome schilderte, fragte er gelangweilt, ob das alles sei. In den Mund guckte er erst gar nicht, um sich meine vernarbte Zunge anzugucken. Er verpasste mir die Diagnose "Angststörung", ohne dass ich mit ihm über Ängste gesprochen hatte!
Nach Meinung des Neurologen, der die Diagnose stellte, habe ich Absencen und Anfälle im Schlaf (daher die zerbissene Zunge). Im EEG wurde eine erhöhte Anfallsbereitschaft nachgewiesen.

Man könnte jetzt sagen, dass Absencen doch gar nicht auffallen und Schlafepilepsie eh niemanden interessiert, aber dem ist nicht ganz so.
Ich hatte in vergangenen Jobs immer das Problem, einiges nicht mitzubekommen, wenn mir etwas erklärt wurde. Wie oft habe ich ein wütendes "Das habe ich doch gerade erklärt!" zu hören bekommen. Ich war auch oft sehr schusselig und vergaß alles mögliche, auch bei Routinearbeiten. Nach Nächten, wo ich mir Bissverletzungen zugefügt habe, bin ich auch immer sehr gereizt und fühle mich wie zerschlagen.

Im Juni kann ich wahrscheinlich einen Job als Alltagsbegleiterin antreten. Es wird so aussehen, dass ich für einen mobilen Hilfsdienst zu verschiedenen Haushalten fahre und hilfsbedürftige Menschen bei der Hausarbeit unterstütze, zum Arzt begleite und sie betreue in Form von Vorlesen, Spaziergänge machen, etc.

Was meint ihr?
Sollte ich den Vorgesetzten und Kollegen darüber informieren, dass ich Epilepsie habe?
Vielleicht wird man mich auch da mit dieser Diagnose nicht ernst nehmen und es wäre somit überflüssig, es zu erwähnen?

Liebe Grüße,
Serlina
 

Epilepsie ist eine Diagnose.
​deswegen habe ich hier diesen Satz nicht verstanden:ich schilderte die Synptomen.
​Als 10 Jahre kKopfschmerzen hatte.habe auch bei Neurologe Untersuchung gemacht.
​Also ich habe keine.
Wenn bei die Untersuchung gemacht wuerde, dann hast es auf den Papier stehen.
​Alltagsbegleiterin ein schöne Job.Wenn du eine Behinderung hast,dann liege deinem Arbeitsgebe vor. Du hast nur ein Tag Urlaub mehr.
​Und ich gehe davon aus du hast diese Bescheinigung.
Ich glaube es ist nicht wichtig dem Arbeitsgebe alle Diagnosen erzählen.
 

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8. Juni 2018 um 22:24
In Antwort auf serlina78

Liebe Community,

im Internet lese ich verschiedenes bezüglich der Frage, ob man Epilepsie an einem neuen Arbeitsplatz erwähnen sollte. Manche schreiben, es sei ein k.o.-Kriterium. Andere wiederum meinen, es sei ein Muss, damit Kollegen wissen, wie sie im Falle eines Anfalls damit umgehen sollen.

Nur frage ich mich, was das in MEINEM Falle bringen soll. Wenn ich die Diagnose Epilepsie bei Freunden und Bekannten erwähnte, kamen Reaktionen nach dem Motto: Dumdidumdidum, du hast das doch sowieso nicht!
Sogar ein Neurologe nahm mich nicht für voll, als ich ihn wegen einer Zweitmeinung aufsuchte. Als ich ihm meine Symptome schilderte, fragte er gelangweilt, ob das alles sei. In den Mund guckte er erst gar nicht, um sich meine vernarbte Zunge anzugucken. Er verpasste mir die Diagnose "Angststörung", ohne dass ich mit ihm über Ängste gesprochen hatte!
Nach Meinung des Neurologen, der die Diagnose stellte, habe ich Absencen und Anfälle im Schlaf (daher die zerbissene Zunge). Im EEG wurde eine erhöhte Anfallsbereitschaft nachgewiesen.

Man könnte jetzt sagen, dass Absencen doch gar nicht auffallen und Schlafepilepsie eh niemanden interessiert, aber dem ist nicht ganz so.
Ich hatte in vergangenen Jobs immer das Problem, einiges nicht mitzubekommen, wenn mir etwas erklärt wurde. Wie oft habe ich ein wütendes "Das habe ich doch gerade erklärt!" zu hören bekommen. Ich war auch oft sehr schusselig und vergaß alles mögliche, auch bei Routinearbeiten. Nach Nächten, wo ich mir Bissverletzungen zugefügt habe, bin ich auch immer sehr gereizt und fühle mich wie zerschlagen.

Im Juni kann ich wahrscheinlich einen Job als Alltagsbegleiterin antreten. Es wird so aussehen, dass ich für einen mobilen Hilfsdienst zu verschiedenen Haushalten fahre und hilfsbedürftige Menschen bei der Hausarbeit unterstütze, zum Arzt begleite und sie betreue in Form von Vorlesen, Spaziergänge machen, etc.

Was meint ihr?
Sollte ich den Vorgesetzten und Kollegen darüber informieren, dass ich Epilepsie habe?
Vielleicht wird man mich auch da mit dieser Diagnose nicht ernst nehmen und es wäre somit überflüssig, es zu erwähnen?

Liebe Grüße,
Serlina
 

Oh, ich kenne dein Problem. Beim Vorstellungsgespräch würde ich es nicht erwähnen, später aber schon. Glaube mir, die meisten Menschen haben Vertsändnis dafür. Falls nicht, ist es das falsche Unternehmen.

Was passiert wenn du mal einen Anfall am Tag hast? So einen Anfall mit an zu sehen kann echt traumatisch sein. Wenn aber klar ist, dass es Epilepsie ist dann kann man damit entspannter umgehen. Da du in enem sozialen Beruf arbeitest, sollte das ,,Problem" ohnehin bekannt sein. Wenn deine Anfälle nur in der Nacht auftreten, sollte das ohnehin kein Problem darstellen. Aber eine Erklärung für deine Müdigkeit und fehlende Konzentration sein.

Geh offen damit um, du glaubt gar nicht wie weit verbreitet Epilepsie ist. Es spricht nur niemand darüber.

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19. Juni 2018 um 11:48

oh an Selbstsicherheit mangelt es mir bestimmt nicht
Aber ich habe die Erfahrung schon gemacht, dass es zwar - RICHTIG - niemanden etwas angeht, warum ich nahezu nie Alkohol trinke, aber praktisch lustige Wellen schlug, dass ich den wöchentlichen (!) Wein immer abgelehnt habe.
Nunja, ich habe dann, als es mir schließlich zu Ohren kam, mal gründlich geklärt - aber faszinierend ist so eine Dynamik schon

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19. Juni 2018 um 15:18

och, es war mir auch ein Fest, das Thema, was da wohl hinter meinem Rücken so entzückende Blüten trieb, mal schön direkt auf den Tisch zu packen, muss ich ehrlich sagen.
Aber in der Firma war ich nicht so lange, stimmt

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22. Juni 2018 um 11:05

Epilepsie ist "leider" eine schwierige Erkrankung die viele Menschen im Griff hat, aber auch anders herum.

​Du solltest zumindest für deine "eigene Sicherheit" mit deinem Arbeitgeber über deine Erkrankung sprechen, es muss dir nicht peinlich sein, wir leben in einer modernen Welt in der man in der Regel verständnis für sowas hat. Stell dir r du bekommst einen Anfall während der Arbeit, niemand weiß darüber bescheid und handelt eventuell nicht richtig..

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