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Kaputt und ein mutiger Schritt..

31. März um 9:34 Letzte Antwort: 10. April um 8:05

Hallo liebe Community,

ich arbeite in einem Großraumbüro Nähe Hamburg arbeite , männlich und 21 Jahre.

Mich kotzt meine Arbeit nur noch an. Dies war auch mein Ausbildungsbetrieb. Im August diesen Jahres wäre ich dort bereits 5 Jahre am arbeiten. Ich komm mir dort mittlerweile vor wie ein "Bürosklave" und Azubi zugleich. Mein Chef hat mir vor Monaten bereits bestätigt, dass er mich für die unangenehmen Arbeiten (wie zum Beispiel Archive aufräumen und wichtige Güter in einem Raum zum anderen schleppen, eigentlich alles Azubi arbeiten...) anfragt, weil ich halt nie Nein dazu sagen würde. Dies hat er gemacht und dies hätte er wohl auch schon ein paar Mal ausgenutzt wie er sagte.. Er hat sich dafür auch entschuldigt, allerdings ist die Situation immer noch so.

Obendrein ist es so (zwar "nur" meine Wahrnehmung), dass ich in meinen Beruf falsch ausgebildet worden bin im Betrieb. Theorie in der Berufsschule habe ich mit "gut" bestanden. Mein Abschlusszeugnis und mein Berufsschulzeugnis waren allesamt top. Bloß komm ich mir im Betrieb vor, als hätte ich nie was gelernt. Wenn ich fragen bzgl. einen bestimmten Thema kommen unr als Antworten: "Das muss du eigentlich wissen, dass ist Lehrjahr 1..." usw. Aber in Wirklichkeit wurde mir dies hier (wenn überhaupt) nur einmal gezeigt und mich dann damit allein gelassen oder mir wurden sowelche Aufgaben gar nicht mehr gegeben..

Eigentlich müssten wir 3 Azubis im Betrieb haben. Ein Azubi für das entsprechende Lehrjahr. Dies war auch noch so bis ich in die Ausbildung kam, da hatte ich zwei Azubis über mir. Allerdings wurden danach keine neuen Azubis angestellt, somit blieb alles an mir kleben. Darum wurde ich ggfs. vernachlässigt und mir wurden nur die Drecksarbeiten zugetan anstatt die Arbeit die ich hätte in meinen Beruf lernen müssen.

Dann ist das Arbeitsklima im Büro heftig gestört. Jeder hat sich in den Haaren. Selbst ich habe mich mit einer Kollegin, weil diese meint ich hätte mir den Arsch in meiner Ausbildung nicht so aufgerissen.. Da war mir klar. Es muss sich was in meinen Leben ändern. Dies ist jetzt knapp ein halbes Jahr her. Und seitdem spiele ich mit folgenden Gedanken:

Ich möchte noch bis Ende Juni im Betrieb arbeiten. Dann werde ich kündigen und meinen Resturlaub nehmen, somit ich am 01.08.2020 arbeitslos bin. Ich möchte mir ungerne eine neue Vollzeitstelle suchen ggfs. einen Teilzeitjob oder halt gar nichts neues machen. Bis Ende Juli möchte ich viel sparen (ich habe so auch noch Rücklagen). Nur das nötigste an Ausgaben ausgeben und den Rest zur Seite legen. Damit ich in meiner "arbeitslosen" Zeit meine Ausgaben decken und auch weiterleben kann (neben dem Arbeitslosengeld das ich dann bekomme.). Ich wohne bei meinen Eltern, somit habe ich keine Mietkosten und keine Kosten für die Verpflegung. Mein Plan ist es solange dies zu machen bis die Bewerbungsfristen für meinen Traumjob (Ende des Jahres) wieder beginnen. Darauf möchte ich mich dann bewerben und hoffen angenommen zu werden. Diese neue Ausbildung beginnt dann im September 2021. Da wäre ich als insgesamt ein Jahr arbeitslos. Ich weiß, es steht in den Sternen ob ich die Ausbildungsstelle dann auch bekomme, aber ich bin super dafür qualifiziert und werde von meinen jetzigen Arbeitgeber ein gutes Arbeitszéugnis bekommen.

Ich möchte in dieser Zeit aber nicht faul sein. Ich habe einen YouTube Kanal mit knapp 700 Abonnenten. Diesen würde ich in meiner freien Zeit gerne weiterausbauen und ggfs. meinen Unterhalt mit bestreiten, sobald es möglich ist. In einem Jahr kann sich auf YouTube viel entwickeln. Nebenbei wollte ich dann noch anfangen zu streamen. Ein weiteres Ziel wäre die Konzentration auf mein Übergewicht, was ich dann in Angriff nehmen möchte. Abnehmen und Sport anfangen. Die Zeit hätte ich und könnte sie auch gut dafür nutzen.

Was denkt ihr zu diesem Schritt? Sollte man es probieren oder mich psychisch auf der Arbeit weiter rumärgern und mich weiter in den Burnout arbeiten (ja, ein wenig übertrieben, aber trotzdem...)

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31. März um 14:08

wäre da nicht die logische Konsequenz, mal "Nein sagen" zu lernen und für Deine Interessen und Ziele einzustehen? Oder glaubst Du, in anderen Jobs wird sowas nie vorkommen?

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31. März um 18:14

also... nicht falsch verstehen, ich bin immer Fan davon, seinem Traumberuf so nah wie möglich zu kommen, aber so einiges passt in Deinem Beitrag irgendwie gar nicht.

1. Lehre ist keine Schule. Da ist sehr viel mehr Eigeninitiative gefragt. 
Es gehört auch später noch zum Berufleben dazu (und zwar bis zur Rente! ), dass man auch mal vor Aufgaben steht, die einem noch nie einer gezeigt hat. JEDEM begegnen im Berufsleben Dinge, die in der Ausbildung / im Studium gar nicht vor kamen oder nur ganz kurz (oder zuweilen auch welche, die in der Ausbildung / im Studium so unwichtig erschienen und die man plötzlich doch braucht) - was glaubst Du machen wir anderen dann?

2. "Ihr müsstet eigentlich 3 Azubis haben"? Nein, Ihr MÜSST(et) gar keinen haben. Es gibt genug Unternehmen, die bilden gar nicht aus. Schon mal darüber nachgedacht, wie die sowas regeln? Tu es mal

3. Nein sagen, für Dich und Deine Ziele, Deine Wünsche, Deine Interessen eintreten, wirst Du in jedem Beruf und in jedem Unternehmen brauchen. Wenn Du schon so direkt mit der Nase darauf gestoßen wirst, dass Dir das fehlt - auch das gehört zur Ausbildung! - warum nutzt Du die Chance nicht und änderst was? 

4. warum wartest Du nicht mit der Kündigung, bis Du eine Alternative hast? Ist ja nicht so, dass Dir die Bewerbung für die Traumjobausbildung damit versperrt ist. Im Gegenteil, ein Jahr Arbeitslosigkeit muss viel mehr erklärt werden als ein Berufswechsel (und NICHTS, was Du hier in Deinem Beitrag geschrieben hast, sollte in dieser Erklärung vorkommen, wenn Du die Stelle haben willst... )

5. Hast Du nen Gewerbeschein für Deinen Youtube-Kanal und bist fit, was das Angeben der Einkünfte (und Ausgaben) für die Steuer angeht? Weißt Du, was Du Streamen darfst (und unter welchen Bedingungen! ) und wo Du vllt. gegen Urheberrechte und / oder GEMA-Auflagen verstoßen würdest? Sollte zumindest vor dem "Ausbauen" alles geregelt sein. Das Finanzamt kommt auch mehr und mehr darauf, dass sowas wie youtube existiert - und so einige damit auch Geld verdienen. Wenn die das bei Dir rausfinden bevor Du alles geregelt hast, wird das herzlich wenig lustig. Die GEMA (und Urheberrechtsanwälte allgemein) sind auch ziemlich biestige Zeitgenossen, die haben Dir schnell mehr an Kosten aufgebrummt, als Du je Einkünfte hattest. Das alles hast Du im Blick, ja?

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10. April um 8:05

Oh Mann 

Also. Arbeitslosengeld bekommst du schon mal die ersten drei Monate gar keines bei Eigenkündigung. Und ein Jahr Leerlauf im Lebenslauf macht sich ganz kacke!

Dass du bestimmte Dinge noch nicht kannst, hast du Pech, musst du dir selber aneignen. 

Wenn du denkst, du brauchst jetzt 1 Jahr gar nicht zu arbeiten, hast du falsch gedacht. Du musst dich bewerben, um weiterhin ALG zu bekommen

Bewirb dich in einem anderen Büro für die Zwischenzeit. Dann kannst du immer noch deine Ausbildung machen 

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