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Kündigung Ausbildungsvertrag in der Probezeit

21. Juni 2015 um 13:59

Hallo,
hier benötige ich mal einen rechtlichen Rat, da Vermutungen uns leider nicht helfen.
Zur Situation:
Mein Sohn hat im letzten Sommer eine kaufmännische Ausbildung begonnen und wurde zum Ende der Probezeit entlassen (Begründung: er passe nicht in den Betrieb). Traurig und gefrustet hat er die Berufsschule erst einmal weiter besucht und auch nach einigen Bewerbungen eine zweite Lehrstelle im gleichen Ausbildungsberuf gefunden. Dort ist er seit Januar diesen Jahres beschäftigt. Die neue Probezeit von 4 Monaten war fast vorbei und wurde von der Ausbilderin um 2 Monate verlängert. Das musste mein Sohn "sofort" akzeptieren und ein Schriftstück unterzeichnen. Hätte er das nicht getan, wäre er sofort entlassen worden. Nun sind in ein paar Tagen auch diese 2 Monate um. Man könnte meinen, dass nun alles gut ausgeht, da er mein Sohn sich bemüht und auch Lust zu der Ausbildung hat. Mit den Mitarbeitern versteht er sich auch gut. Allerdings erzählt er uns in den letzten 2-3 Wochen vermehrt, dass ihm z. B. Dinge (am PC, firmeninterne Programm) erklärt werden und er sie dann üben soll. Das geht natürlich nur im Betrieb. Die Ausbilderin gibt ihm aber keine Zeit dafür sondern beschäftigt ihn mit unwichtigeren Arbeiten wie Aufräumarbeiten, Kataloge einsortieren, etc. Dann beordert sie ihn wieder an den Arbeitsplatz und mein Sohn soll plötzlich jeden Schritt in dem Programm beherrschen. Sobald er mit der Maus nicht gleich den richtigen Button anklickt meckert sie. Auch wird er mit Mails bombadiert (freie Nachmittage werden verschoben und er muss direkt von der Schule doch in den Betrieb fahren, oder sie werden von einem Tag auf den anderen ganz gestrichen- weil irgendwelche Arbeiten nicht erledigt wurden, Urlaub wurde genehmigt, dann sollte er ihn verlegen, dann verkürzen und zum Schluss wurde ihm nahegelegt ganz darauf zu verzichten, weil er ja noch in der Probezeit sei.) Nun hat er erfahren (von einer Kollegin), dass am Mittwoch ein Gespräch mit ihm, der Ausbilderin und der Chefin geplant ist und erwartet wird, dass er auch seine Klassenarbeiten aus der Berufschule dabei hat (die nicht so toll sind) und die Klassenarbeiten (von 2 bis 5 alles dabei) ihm dabei auch schaden könnten. Eine 5 wird sicher auch als "Desinteresse" ausgelegt. Dabei interessiert sich mein Sohn natürlich für die Schule, aber es gibt eben Themen die einem absolut nicht liegen und wo trotz üben einfach nichts sitzen bleibt.
Er ist völlig mit den Nerven am Ende, da er befürchtet, das die Ausbilderin ihn mit allen Mitteln loswerden will.

Wir wissen keinen Rat, da die Ausbilderin mit der Chefin wohl angefreundet ist. Wäre es sinnvoll, dass mein Sohn erst einmal versucht mit der Chefin allein zu sprechen? Falls ja, was soll er sagen ohne sich dabei selbst ins Aus zu schicken?
Und ist die Verlängerung der Probezeit um weitere 2 Monate rechtens? Begründet wurde das so: Bei einem Lehrstellenwechsel wäre es rechtens nach der bis zu 4 Monate dauernden Probezeit eine Verlängerung um 2 Monate dranzuhängen.

Ich freue mich auch besonders auf rechtskundige Antworten, danke!!!!

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21. Juni 2015 um 23:43

.
An seiner Stelle würde ich mir ja eher überlegen, ob ich in dem Betrieb überhaupt bleiben würde.
Schon alleine die Probezeitverlängerung an sich ist nichtig. Hierzu mal ein Link der Handelskammer Kassel-Marburg
https://www.ihk-kassel.de/auw_ausbildung_ausbildunga_z_probezeit
Das klingt alles n wenig danach, dass man ihn von Anfang an nicht länger beschäftigen wollte - und seriös schon gar nicht.

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22. Juni 2015 um 8:53

Probezeitverlängerung
Also meines Wissens nach ist eine Probezeitverlängerung über das Maximum von 4 Monaten unzulässig. Lediglich wenn der Azuni in diesem 4 Monaten mehr als 1 Dritten der Ausbildungszeit nicht wahrnehmen konnte (z.B. wg. Krankheit)

Aber wenn die Arbeitsbedingungen so schlecht sind, würde ich mir überlegen ob ich da tatsächlich weiterarbeiten möchte.

Ein genehmigter Urlaub darf nur dann verweigert werden (auch teilweise) wenn wichtige betriebliche oder soziale Gründe dem entgegenstehen. Ein einmal gewährter Urlaub kann meines Erachtens nicht wegen "liegen gebliebener Arbeit" verweigert werden. Wobei in der Probezeit seitens des Betriebs kein Urlaub gewährt werden muss. Wurde es aber trotzdem gemacht, bin ich der Meinung, dass der Urlaub gewährt werden muss.

Aber eine rechtlich fundierte Aussage kann dir nur ein Anwalt geben. Ich gehe jedoch davon aus, dass das nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

LG

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22. Juni 2015 um 10:20
In Antwort auf sporty1287

Probezeitverlängerung
Also meines Wissens nach ist eine Probezeitverlängerung über das Maximum von 4 Monaten unzulässig. Lediglich wenn der Azuni in diesem 4 Monaten mehr als 1 Dritten der Ausbildungszeit nicht wahrnehmen konnte (z.B. wg. Krankheit)

Aber wenn die Arbeitsbedingungen so schlecht sind, würde ich mir überlegen ob ich da tatsächlich weiterarbeiten möchte.

Ein genehmigter Urlaub darf nur dann verweigert werden (auch teilweise) wenn wichtige betriebliche oder soziale Gründe dem entgegenstehen. Ein einmal gewährter Urlaub kann meines Erachtens nicht wegen "liegen gebliebener Arbeit" verweigert werden. Wobei in der Probezeit seitens des Betriebs kein Urlaub gewährt werden muss. Wurde es aber trotzdem gemacht, bin ich der Meinung, dass der Urlaub gewährt werden muss.

Aber eine rechtlich fundierte Aussage kann dir nur ein Anwalt geben. Ich gehe jedoch davon aus, dass das nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

LG

Lehrstellen sind rar
Hallo sporty 1287,

erst einmal vielen Dank für deine Zuschrift.
Die Sache mit der Probezeitverlängerung hatte ich auch so ermittelt. Jedoch wurde mir von einem Personalchef die Auskunft gegeben, dass es die Möglichkeit der Verlängerung gäbe, wenn man eine zweite Lehrstelle beginnt weil man die erste abgebrochen hat. Diese Auskunft konnte ich allerdings nirgends nachlesen. Krank war mein Sohn auch keinen Tag.
Sicher wäre es schön, wenn mein Sohn zufrieden in seinem Betrieb die Lehrstelle absolvieren könnte. Aber ob es in einem anderen so viel besser wäre, glaube ich auch nicht unbedingt. Mein Sohn hört von seinen Klassenkameraden aus der Berufsschule auch von ähnlichen und teilweise schlimmeren Zuständen.
Was den Urlaub angeht, ist es ja wirklich so, dass ihm in der Probezeit gar kein Urlaub gewährt werden muss. Warum die Ausbildungsleiterin es trotzdem getan hat rechne ich ihrer Unwissenheit zu. Sie ist erst Mitte zwanzig und hatte vor meinem Sohn erst einen Auszubildenden. Da lief wohl einiges schief, wie ich inzwischen hörte. Als dieser ausgelernt hatte und übernommen wurde ging er in die Niederlassung der Firma. Dort fragte man, was sie ihm eigentlich beigebracht hätte... Vielleicht möchte sie an meinem Sohn "üben" und durch Gemeinheiten die nicht vorhandene Fähigkeiten überspielen. Wir haben gestern alles durchgespielt, damit er am Mittwoch etwas besser vorbereitet ist auf ein Gespräch.
Inzwischen sind wir bei dem Gedanken angekommen, dass die Chefin über die ganzen Missstände wahrscheinlich gar nicht informiert ist. Zwei ausgelernte Kollegen haben schon gemutmaßt, dass die Ausbilderin eher keinen vor die Nase gesetzt bekommen möchte, den sie vorher ausgebildet hat. Sie hat nur eine niedrige Position in der Firma.
Wie es auch immer am Mittwoch kommen mag, schön wird es nicht...

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22. Juni 2015 um 10:29
In Antwort auf kyurem

.
An seiner Stelle würde ich mir ja eher überlegen, ob ich in dem Betrieb überhaupt bleiben würde.
Schon alleine die Probezeitverlängerung an sich ist nichtig. Hierzu mal ein Link der Handelskammer Kassel-Marburg
https://www.ihk-kassel.de/auw_ausbildung_ausbildunga_z_probezeit
Das klingt alles n wenig danach, dass man ihn von Anfang an nicht länger beschäftigen wollte - und seriös schon gar nicht.

Wenn das so einfach wäre..
Hallo kyurem,

danke für deine Zuschrift.
Mein Sohn würde auch lieber heute als morgen den Ausbildungsbetrieb wechseln. Nur liegen die Lehrstellen nicht auf der Straße, sind für diesen Sommer bestimmt schon vergeben und gut macht es sich in einer Bewerbung auch nicht mit zwei abgebrochenen Lehrstellen. Egal ob begründet oder nicht, bei den Bewerbungen fällt das sehr negativ auf und da wird er bestimmt gleich "aussortiert".
Es ist alles ein sehr unbefriedigender Zustand, der natürlich an der Seele nagt. Das Selbstwertgefühl rutscht in den Keller. Da kann man als Eltern viel reden - ankommen wird bestimmt nur ein Bruchteil davon.
Mit der Probezeitverlängerung habe ich auch keinen einzigen Eintrag gefunden, der die Verlängerung rechtfertigen würde.

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22. Juni 2015 um 11:48

Leider hört man das viel zu oft.
dass es in Betrieb in denen ausgebildet wird, nicht nett abläuft.

Ich bilde selbst aus und ich denke, ich behandle meine Azubis fair. Bei uns läuft eben vieles anders. Meine Azubis bekommen auch während der Probezeit Urlaub. zumindest anteilig nach gearbeiteten Monaten. Aber das ist bei der ausgelernten Kräften nicht anders. Urlaub bleibt gewährt auch wenn es drunter und drüber geht.
Aber auch von meinen Azubis höre ich, dass bei anderen Azubis in anderen Betrieben wohl nicht so toll aussieht.
Ich finde das schade, was mit den Azubis gemacht wird.
Ein junger Mensch macht ja eine Ausbildung, um einen Beruf zu erlernen in dem er später arbeiten kann.
Wir hier nicht ordentlich ausgebildet, sieht es danach schlecht aus.

Vorallem verstehe ich nicht, warum Betriebe das machen. Ich meine, ein schlecht ausgebildeter Azubi wirft doch auch ein schlechtes Licht auf die Firma.

Von dem was du sagt, kann es schon sein, dass die junge Chefin selbst keine Ahnung hat und das überspielen möchte. Meistens sind das die schlimmsten. Leider können diese Menschen ihre Unfähigkeit aber sehr oft kaschieren.
Wenn man ihn vor ein Programm setzt und sich dann zeigen lässt, was er macht, sieht es schon fast danach aus, als ob dein Sohn herausfinden soll wie alles funktioniert und die Chefin sich das dann abschauen möchte.

Ich hoffe nur, und drücke die Daumen, dass das Gespräch positiv verläuft.

LG

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22. Juni 2015 um 22:33
In Antwort auf sporty1287

Leider hört man das viel zu oft.
dass es in Betrieb in denen ausgebildet wird, nicht nett abläuft.

Ich bilde selbst aus und ich denke, ich behandle meine Azubis fair. Bei uns läuft eben vieles anders. Meine Azubis bekommen auch während der Probezeit Urlaub. zumindest anteilig nach gearbeiteten Monaten. Aber das ist bei der ausgelernten Kräften nicht anders. Urlaub bleibt gewährt auch wenn es drunter und drüber geht.
Aber auch von meinen Azubis höre ich, dass bei anderen Azubis in anderen Betrieben wohl nicht so toll aussieht.
Ich finde das schade, was mit den Azubis gemacht wird.
Ein junger Mensch macht ja eine Ausbildung, um einen Beruf zu erlernen in dem er später arbeiten kann.
Wir hier nicht ordentlich ausgebildet, sieht es danach schlecht aus.

Vorallem verstehe ich nicht, warum Betriebe das machen. Ich meine, ein schlecht ausgebildeter Azubi wirft doch auch ein schlechtes Licht auf die Firma.

Von dem was du sagt, kann es schon sein, dass die junge Chefin selbst keine Ahnung hat und das überspielen möchte. Meistens sind das die schlimmsten. Leider können diese Menschen ihre Unfähigkeit aber sehr oft kaschieren.
Wenn man ihn vor ein Programm setzt und sich dann zeigen lässt, was er macht, sieht es schon fast danach aus, als ob dein Sohn herausfinden soll wie alles funktioniert und die Chefin sich das dann abschauen möchte.

Ich hoffe nur, und drücke die Daumen, dass das Gespräch positiv verläuft.

LG

Eine junge Chefin
hat mein Sohn nicht, es ist die Ausbilderin, die etwa in seinem Alter ist. Ich glaube es ist eher das zukunftsorientierte Konkurrenz - Denken dieser Frau, dass sie so handeln lässt. Sie sieht ihren Arbeitsplatz in Gefahr. Vermutungen könnte ich noch einige anstellen, aber das hilft ja nicht weiter. Mit dem PC-Programm umgehen kann sie, nur versucht sie meinem Sohn das Erlernen zu erschweren. Vielleicht damit sie bei der Chefin sagen kann, dass er "nichts" kapiert und einen Grund hätte ihn zu entlassen.
Was das Entlassen angeht, so habe ich heute von einem Arbeitsrechtler die Auskunft bekommen, dass die Zusatzvereinbarung nichtig ist. Also die Verlängerung der Probezeit um weitere 2 Monate zu den schon festgelegten 4 ist rechtlich nicht durchsetzbar. Das würde bedeuten, dass ihm nicht gekündigt werden kann. Falls der Betrieb es wirklich vor haben sollte, ist es für das zukünftige Arbeitsverhältnis natürlich sehr bedrückend und unentspannt. Aber solange mein Sohn keine Alternative hat, muss er da leider durch.
Beste Grüße
latinum1

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28. Juni 2015 um 19:20

Ich habe Ihnen
gerade in Ihrem anderen Thread geschrieben geantwortet!

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28. Juni 2015 um 19:21

Ich habe Ihnen
gerade in Ihrem anderen Thread geschrieben gehabt!

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2. Juli 2015 um 17:19

Einen rechtlichen Rat bekommst du hier im Forum nie!
Das dürfen nur Rechtsanwälte machen und auch nur gegen Vergütung.
Aber google doch mal in 20 Berufsbildungsgesetz, da findest du die Lösung.

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