Home / Forum / Job & Karriere / Lange arbeitslos - Übernahme der Krankenkasse?

Lange arbeitslos - Übernahme der Krankenkasse?

6. August 2013 um 3:45

Hallöchen,

meine Situation ist, dass es mir recht dreckig ging, nachdem meine Mutter und mein Bruder vor 7 Jahren bei einem Verkehrsunfall starben. Das hatte mich damals sehr mitgenommen und depressiv gemacht - hab mich fast die ganze Zeit daheim verkrochen, bin regelrecht soziophob geworden - hatte Verlustängste und hab dadurch den Kontakt zu allen realen Personen abgebrochen. Bin auch keinem Job mehr nachgegangen und hab mich auch nie beim Arbeitsamt arbeitslos gemeldet oder dergleichen.

Inzwischen bin ich 29, lebe immer noch bei meinem Vater, der kriegt um die 1400.- Rente und hat sich um mich gekümmert und mich immer mit durchgefüttert, aber da er alte Kredite abstottern muss, bleibt für mich außer dem Dach übern Kopf und das Nötigste zum Essen auch nichts übrig. Eigenes Geld hab ich nur durch PC-Heimarbeit im kleinen Rahmen unter der Hand verdient und ab und zu mit Sportwetten vermehrt um zumindest selbstständig meine Beiträge zur Krankenkasse (~150.-) jeden Monat bezahlen zu können, damit ich nicht vom Staat abhängig bin - diese kleine Unabhängigkeit (auch wenn sie nur minimalen Ertrag brachte) war mir immer sehr wichtig. Aber viel mehr Geld hatte ich aber nie zusammenkratzen können. Die letzte Zeit krieg ich das Geld aber kaum noch zusammen und bin jetzt auch schon 2 Monate im Rückstand.

Deshalb interessiert mich vorallem, welche Ansprüche ich beim Amt hätte. Leider schrecke ich vorm Gang zum Arbeitsamt zurück, weil ich nicht weiß, was ich den Leuten da drin erzählen soll. Ich schäme mich für mein Leben. Wie soll ich denen überhaupt klarmachen, dass ich die letzten Jahre praktisch wie in einem selbstgewählten Gefängnis gelebt habe und kaum vor die Tür gegangen bin? Das Internet war meist mein einziger Kontakt zu anderen Personen. Lange Zeit war mein Vater die einzige Vertrauensperson, mit der ich überhaupt richtig geredet habe. Sowas kann man doch niemand erzählen, die halten mich doch für total gaga.

ALGII, Mietzuschüsse oder anderen Kram will ich eigentlich gar nicht haben, nur die Übernahme der Krankenkasse wäre mir für die nächsten Monate wichtig - ich kann das einfach nicht mehr allein aufbringen. Hab ich nach so langer ungemeldeter Arbeitslosigkeit darauf überhaupt Anspruch - und falls ja - ist das dann auch an Bedingungen gebunden? Ich will nämlich keinesfall in irgendwelche 1-Euro-Jobs oder andere sinnlose Weiterbildungsmaßnahmen gesteckt werden, da ich immer noch schnell zu Panikattacken neige, wenn ich zum Kontakt mit anderen Personen gezwungen werde oder mich mit vielen Menschen in einem Raum befinde. Aus dem Grund hab ich auch immer den Gang zu allen Ämtern gescheut.

Seit einigen Monaten hab ich wieder mehr kleine Schritte in die Gesellschaft gewagt und eine Bekannte hat mir für Anfang nächsten Jahres einen PC-Job angeboten. Dort hätte ich ein eigenes Büro und werde wenigstens nicht ständig mit fremden Menschen konfrontiert - sonst könnte ich mit mit solch einem Job gar nicht anfreunden - ich muss mich da langsam rantasten. Den Job würde ich eigentlich gern annehmen, aber wie ich die Zeit bis dahin finanziell noch überbrücken soll, weiß ich nicht so ganz. Wird das Amt meine Krankenkassen-Beiträge bis dahin bedingungslos übernehmen, oder ist das eher aussichtslos dort anzufragen?

Hoffe, irgendwer hat einen Tipp für mich, wie ich das mit der Krankenkasse geregelt kriege, damit ich wieder einen neuen Start ins Leben wagen kann.

Liebe Grüße
Tiffy

Mehr lesen

Frühere Diskussionen

Natural Deo

Teilen
Lust auf mehr Farbe in deinem Leben?
wallpaper

Das könnte dir auch gefallen