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Lebensgefährten wurde übel mitgespielt

29. November 2018 um 17:33

Hallo, 

ich weiß jetzt nicht genau, was ich mir erhoffe, aber mal alles loszuwerden, aufzuschreiben ist eventuell mal ganz schön und vielleicht hat jemand einen guten Rat. Das ganze ist ein ziemlicher Roman...

So. Vor etwa 2 Jahren hat sich ein enger Freund von uns und dem Bruder meines Lebensgefährten selbstständig gemacht. Er hat eine kleine Firma gegründet und sowohl meinen Lebensgefährten als auch den Bruder bei sich eingestellt (hat beide aus einem festen Arbeitsverhältnis heraus abgeworben). Da alle drei schon jahrelang zusammen gearbeitet haben und wussten, was sie miteinander so erwarten würde, war das ja eine ganz gute Sache.

Nach einiger Zeit fing es an, dass der Freund (Ich nennen ihn der Einfachkeit halber Ulf) meinen LG nicht mehr so wahnsinnig gut behandelt hat. Er hat ihm jeden noch so kleinen Fehler vorgehalten, hat wirklich heillos übertrieben und hat sich da gegen ihn eingeschossen. Mein LG konnte sich dieses Verhalten nicht erklären und hat das Gespräch gesucht, aber er wurde abgeblockt. Ulf hatte ganz offensichtlich kein Interesse daran, das zu klären. Der Bruder war keine Hilfe: der nahm den bequemen Weg und hielt sich raus. Nun, mein LG versuchte durch Leistung zu glänzen, arbeitete viel, lieferte gute Ergebnisse, Kunden waren zufrieden. Er steuerte innovative Ideen bei, aber das brachte ihm alles gar nichts. 
Ulf redete kaum mit ihm und wenn, dann unfreundlich und war nur noch entnervt. Wann immer Ulf nicht in der Firma war, ging der Bruder heim, machte lang Mittag oder schaute YouTube... die meiste Arbeit machte tatsächlich mein LG. Ulf merkte das nicht oder es war ihm egal.

Der absolute Höhepunkt war, als Ulf ihn fristlos kündigen wollte, weil er an einem Tag früher ging, weil er krank war. Letztendlich ging das natürlich nicht, die Stimmung wurde aber natürlich nicht besser. Der Bruder tat nichts zur Vermittlung oder so.
Nach mittlerweile 1 1/2 Jahren hat Ulf meinen LG jetzt gekündigt. Begründung: es ginge ihm gesundheitlich sehr schlecht, er schließt die Firma. Er hat aber von sich aus angeregt, dass er meinem LG eine neue Stelle sucht und er bis dahin noch in Lohn und Brot steht. Das war erst mal ein Schock. Dem Bruder würde er nächstes Jahr was suchen, mein LG sei zuerst dran.

Irgendwie kam uns das komisch vor. Zum Beispiel wurden trotz einer baldigen Betriebsschließung auf alle Rechner Updates gespielt etc. Wer macht denn sowas? Gut. Meinem LG wurde noch eine Schulung bezahlt... hat er selbstverständlich gemacht. Bei dieser Schulung traf er einen Mitarbeiter einer Firma, die Kunde in Ulfs Firma ist. Natürlich hat man sich unterhalten. Mein LG erwähnte, dass der Ulf ja so schlimm krank sei. Der Kunde wusste nichts davon, zeigte sich erstaunt und erwiderte, dass er nur darüber informiert sei, dass Ulf "personelle Änderungen" vornimmt und einen Mitarbeiter durch einen selbstständigen Freien ersetzen wird. 

Tja. Alles klar. Nichts mit Betriebsschließung. Da läuft eine echt üble Nummer ab. 

Mein LG ist momentan krank geschrieben. Psychisch ist er ohnehin am Boden. Wie ein enger Freund, den man mehrere Jahrzehnte immer um sich hatte, so was abziehen kann... und warum sein eigener Bruder da mitmischt. Schwer zu verstehen. 

Okay, mein LG braucht ganz klar eine neue Stelle und ist ab nächstem Jahr arbeitslos (Ulf hat nämlich nicht mehr vor, ihm einen neuen Job zu suchen. Er hätte das nie angeboten). Ich rege an, einen Anwalt zu konsultieren: das kann doch bitteschön nicht rechtens sein?! Ist jemandem ähnliches passiert?

Liebe Grüße, 
Rugele

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30. November 2018 um 10:17
In Antwort auf rugele

Hallo, 

ich weiß jetzt nicht genau, was ich mir erhoffe, aber mal alles loszuwerden, aufzuschreiben ist eventuell mal ganz schön und vielleicht hat jemand einen guten Rat. Das ganze ist ein ziemlicher Roman...

So. Vor etwa 2 Jahren hat sich ein enger Freund von uns und dem Bruder meines Lebensgefährten selbstständig gemacht. Er hat eine kleine Firma gegründet und sowohl meinen Lebensgefährten als auch den Bruder bei sich eingestellt (hat beide aus einem festen Arbeitsverhältnis heraus abgeworben). Da alle drei schon jahrelang zusammen gearbeitet haben und wussten, was sie miteinander so erwarten würde, war das ja eine ganz gute Sache.

Nach einiger Zeit fing es an, dass der Freund (Ich nennen ihn der Einfachkeit halber Ulf) meinen LG nicht mehr so wahnsinnig gut behandelt hat. Er hat ihm jeden noch so kleinen Fehler vorgehalten, hat wirklich heillos übertrieben und hat sich da gegen ihn eingeschossen. Mein LG konnte sich dieses Verhalten nicht erklären und hat das Gespräch gesucht, aber er wurde abgeblockt. Ulf hatte ganz offensichtlich kein Interesse daran, das zu klären. Der Bruder war keine Hilfe: der nahm den bequemen Weg und hielt sich raus. Nun, mein LG versuchte durch Leistung zu glänzen, arbeitete viel, lieferte gute Ergebnisse, Kunden waren zufrieden. Er steuerte innovative Ideen bei, aber das brachte ihm alles gar nichts. 
Ulf redete kaum mit ihm und wenn, dann unfreundlich und war nur noch entnervt. Wann immer Ulf nicht in der Firma war, ging der Bruder heim, machte lang Mittag oder schaute YouTube... die meiste Arbeit machte tatsächlich mein LG. Ulf merkte das nicht oder es war ihm egal.

Der absolute Höhepunkt war, als Ulf ihn fristlos kündigen wollte, weil er an einem Tag früher ging, weil er krank war. Letztendlich ging das natürlich nicht, die Stimmung wurde aber natürlich nicht besser. Der Bruder tat nichts zur Vermittlung oder so.
Nach mittlerweile 1 1/2 Jahren hat Ulf meinen LG jetzt gekündigt. Begründung: es ginge ihm gesundheitlich sehr schlecht, er schließt die Firma. Er hat aber von sich aus angeregt, dass er meinem LG eine neue Stelle sucht und er bis dahin noch in Lohn und Brot steht. Das war erst mal ein Schock. Dem Bruder würde er nächstes Jahr was suchen, mein LG sei zuerst dran.

Irgendwie kam uns das komisch vor. Zum Beispiel wurden trotz einer baldigen Betriebsschließung auf alle Rechner Updates gespielt etc. Wer macht denn sowas? Gut. Meinem LG wurde noch eine Schulung bezahlt... hat er selbstverständlich gemacht. Bei dieser Schulung traf er einen Mitarbeiter einer Firma, die Kunde in Ulfs Firma ist. Natürlich hat man sich unterhalten. Mein LG erwähnte, dass der Ulf ja so schlimm krank sei. Der Kunde wusste nichts davon, zeigte sich erstaunt und erwiderte, dass er nur darüber informiert sei, dass Ulf "personelle Änderungen" vornimmt und einen Mitarbeiter durch einen selbstständigen Freien ersetzen wird. 

Tja. Alles klar. Nichts mit Betriebsschließung. Da läuft eine echt üble Nummer ab. 

Mein LG ist momentan krank geschrieben. Psychisch ist er ohnehin am Boden. Wie ein enger Freund, den man mehrere Jahrzehnte immer um sich hatte, so was abziehen kann... und warum sein eigener Bruder da mitmischt. Schwer zu verstehen. 

Okay, mein LG braucht ganz klar eine neue Stelle und ist ab nächstem Jahr arbeitslos (Ulf hat nämlich nicht mehr vor, ihm einen neuen Job zu suchen. Er hätte das nie angeboten). Ich rege an, einen Anwalt zu konsultieren: das kann doch bitteschön nicht rechtens sein?! Ist jemandem ähnliches passiert?

Liebe Grüße, 
Rugele

"Ulf" ist auch beim besten Willen nicht dafür zuständig, Deinem LG einen neuen Job zu suchen. Egal, ob er mal gesagt hat, dass er das tun will oder nicht

Dass er bei den Gründen für die Kündigung gelogen hat - wenn das in der Kündigung so drin steht (!) ist die nicht rechtens.
Ist es eine betriebsbedingte Kündigung, weil die Stelle entfällt ("durch einen externen freien Mitarbeiter ersetzt" - hingegen wahrscheinlich schon.
Genau kann das aber wirklich nur ein Anwalt beantworten.

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30. November 2018 um 10:33
In Antwort auf avarrassterne1

"Ulf" ist auch beim besten Willen nicht dafür zuständig, Deinem LG einen neuen Job zu suchen. Egal, ob er mal gesagt hat, dass er das tun will oder nicht

Dass er bei den Gründen für die Kündigung gelogen hat - wenn das in der Kündigung so drin steht (!) ist die nicht rechtens.
Ist es eine betriebsbedingte Kündigung, weil die Stelle entfällt ("durch einen externen freien Mitarbeiter ersetzt" - hingegen wahrscheinlich schon.
Genau kann das aber wirklich nur ein Anwalt beantworten.

Sprich: der gute "Ulf" hatte schlichtweg nicht die Eier, meinem LG ehrlich zu sagen, dass er einfach ersetzt wird (das genaue persönliche Problem werden wir sowieso wohl niemals herausfinden) und kommt traurigerweise damit durch. Schriftliche Kündigung ist noch nicht da, sollte aber wohl demnächst ins Haus flattern. 

Dass die Jobsuche nicht Ulf's Aufgabe ist, ist uns so natürlich auch klar. Er hatte das eben von sich aus angesprochen und angeboten. War demnach nur eine Vertröstungstaktik.

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30. November 2018 um 10:53
In Antwort auf rugele

Sprich: der gute "Ulf" hatte schlichtweg nicht die Eier, meinem LG ehrlich zu sagen, dass er einfach ersetzt wird (das genaue persönliche Problem werden wir sowieso wohl niemals herausfinden) und kommt traurigerweise damit durch. Schriftliche Kündigung ist noch nicht da, sollte aber wohl demnächst ins Haus flattern. 

Dass die Jobsuche nicht Ulf's Aufgabe ist, ist uns so natürlich auch klar. Er hatte das eben von sich aus angesprochen und angeboten. War demnach nur eine Vertröstungstaktik.

dann kommt es darauf an, was auf der schriftlichen Kündigung steht, das solltet Ihr in jedem Falle erst einmal abwarten.

Wenn die ok ist, ist es m.E. ein rein persönliches Problem, ja.

(der Vollständigkeit halber: Updates auf den Rechnern einspielen muss man tatsächlich auch dann, wenn man das Unternehmen in Kürze schließen will, zumindest wenn man sich nicht auf den letzten Metern noch hoch verschulden möchte - dieser eine Punkt sagt gar nichts)

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