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Leitende Tätigkeit - richtiges Verhalten

17. Januar 2017 um 14:28

Hallo zusammen,

ich habe ein kleines "Problem", wobei ich das gar nicht als wirkliches Problem definieren würde, aber es stört mich irgendwie. Folgendes...

Ich (m24) habe vor 2 Jahren die Aufgabe bekommen, unsere neuen Lehrlinge in unserer Abteilung einzulernen. Da ich mich viel mit unserem Programm auseinander gesetzt habe, viel wusste, zum Teil mehr als die, die schon einige Jahre hier arbeiten, hat mich mein Chef dieser Aufgabe anvertraut. 

Ich bin eigentlich eine sehr ruhige Person, bin auch nicht der Typ, der jemand schlecht macht, oder mal ordentlich jemandem seine Meinung sagt, wenn was nicht passt..

Mir ist seitdem aufgefallen, dass ich mit den Lehrlingen immer in die Kumpelschiene falle und das ist meiner Ansicht nach ein kleines Problem. Der Respekt geht zum Schluss hin einfach etwas verloren. Es ist nicht so, dass ich meine Arbeit schlecht machen würde, mein Chef ist sehr zufrieden mit mir, aber ich würde gerne Versuchen dieses Kumpelhafte abzuschaffen und doch mal etwas strenger/respektvoller zu wirken. Ich will niemanden schlecht machen, aber ich würde gerne lernen, eine leitende Tätigkeit besser ausführen zu können.

Vor einem halben Jahr nun wurde eine Stelle als Systemadministrator frei für das Programm mit dem wir arbeiten und mein Chef hat mich direkt als Ersatz vorgeschlagen. Ich habe natürlich angenommen, doch diese Stelle verlangt noch viel mehr Durchsetzungsvermögen als das einlernen der Lehrlinge, was ich nebenzu immer noch machen werde.

Ich habe nun etwa 60 Kollegen unter mir, ich muss Richtlinien festlegen, Vorgänge beschließen und diese dann auch an die Leute bringen und Vertreten, ich bin Ansprechpartner für Probleme und Fehler und stehe im direkten Kontakt mit dem Entwickler. Mir ist aufgefallen, dass ich oft nicht für ernst genommen werde, was durchaus an meinem Alter liegen könnte. Wer lässt sich schon gerne nach 25 Jahren Betriebszugehöhrigkeit was von einem Jungspund wie mir vorschreiben. 

Unser Team besteht aus 3 Personen und den IT-Leuten. Wenn ich nicht gerade den E-Mail verkehr oder das Telefon nutze, werde ich einfach nicht ernst genommen. Wenn ich persönlich am Arbeitsplatz der betroffenen Person erscheine, wird erst mal schief geschaut. Wenn ich sage, so wird das nicht gemacht, wird mir mehr oder weniger vorgeworfen dass ich mist erzähle und nicht wisse wovon ich rede. Es ist dann oft so, dass ich erst auf Richtlinien verweißen muss oder einen der anderen Zwei mit ins Boot holen muss, damit meine Aussage dann auch für voll genommen wird.

Ich tuhe mir einfach extrem Schwer als Respektperson aufzutreten. Ich weiß nicht wann ich eine bestimmte Schwelle überschreite, aber mir ist bewusst dass ich oft zu zaghaft und zurückhaltend bin.

Zum Teil beschließen wir Vorgänge, die uns einfach einige Tausende Euros einsparen. Sogar die höheren Chefs sitzen uns da im Nacken und ich weiß, dass ich auch das Recht habe hier etwas strenger zu sein, um das dann auch durchzusetzten, aber ich bekomm es momentan einfach noch nicht so wirklich hin.

Ich habe bereits meinen Chef gebeten, ob ich nicht einen Kurs, eine Weiterbildung machen kann, in dem mir so ein Verhalten nahe gelegt wird, aber leider wird das momentan von der Geschäftsführung nicht genehmigt. (zu niedrige Priorität).

Mich würde einfach mal eure Meinung, eure Erfahrung interessieren. Wie handhabt ihr sowas. Wie tretet ihr auf und wo setzt ihr euch selbst Grenzen. Was darf man sagen was nicht, was sollte man sagen usw. Ich habe das leider nie gelernt.

Vielen Dank schon mal.

Grüße

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17. Januar 2017 um 14:36

grundsätzlich individuell.

Ich gehe mit Kollegen A anders um als mit Kollegen B - und als Chef persönlich distanzierter.
Ich denke, da gibt es wenig, was man so ganz allgemein sagen kann.

Wenn ich das richtig verstehe, bist Du in der IT? Da gelten ja schon mal ganz andere Regeln als in einer Bank

Warst Du erst Kollege und bist jetzt Chef? Verstehe ich das richtig? Oder kamst Du schon "von aussen" hinein?

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17. Januar 2017 um 14:54
In Antwort auf avarrassterne1

grundsätzlich individuell.

Ich gehe mit Kollegen A anders um als mit Kollegen B - und als Chef persönlich distanzierter.
Ich denke, da gibt es wenig, was man so ganz allgemein sagen kann.

Wenn ich das richtig verstehe, bist Du in der IT? Da gelten ja schon mal ganz andere Regeln als in einer Bank

Warst Du erst Kollege und bist jetzt Chef? Verstehe ich das richtig? Oder kamst Du schon "von aussen" hinein?

Nein, ich habe in dem Betrieb meine Ausbildung angefangen, abgeschlossen, wurde übernommen und bin jetzt seit 7 Jahren hier, heißt ich war erst Kollege und habe mich seitdem stetig hochgearbeitet. 

In der IT arbeite ich nicht speziell, aber wir arbeiten mit dieser eng zusammen. Ich gehe auch weiterhin meiner eigentlichen Tätigkeit mit einem gewissen Zeitanteil nach, was aber nur gemacht wird, wenn gerade nicht viel Anfällt.

Um meine Tätigkeit mal zu beschreiben ...

Beschreibung
Prozessmanagement - Engineering

Aufgaben
Projektarbeit 
- Preozessdesign und Prozessanalysen
 - Erstellung von Vorgaben und Einhaltung der Standardabläufe
- Lokalisierung und Bewertung von Effizienzpotentialen
- Abnahmen von neuen und geänderten Prozessabläufen

Anwenderunterstützung
- Einarbeitung
- Aufbau und Weitergabe von Know-how

Problemmanagement
- First Level Support
- Erstellen von Supportmeldungen und Interaktion mit 2nd und 3rd Level Support

Nur damit ich mal gezeigt habe, für was genau ich zuständig bin und was ich mache, vielleicht ist es somit etwas klarer.

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17. Januar 2017 um 15:59

^^ der Chef über 60 Leutz macht 1st-Level - Support? Hab ich so auch noch nie gesehen.

However: der Wechsel von "gestern Kollege" zu "heute Chef" ist für beide Seiten meistens schwerer als das viel zitierte "irgend einen (unbekannten) Schnösel vor die Nase gesetzt bekommen". Das ist ganz normal - und für beide Seiten in erster Linie mal eine Frage der Gewöhnung.

Dass das Kommunikationsmittel (EMail oder nicht z.B.) eine sehr große Rolle spielt, kenne ich auch so - hat mit Dir nichts zu tun.

Das "Kumpelhafte" stört in der IT üblicher Weise auch nicht. Die Chefs, die ich in meinem laaaaaaaangen Berufsleben schon so hatte, waren im Alltag auch meist "kumpelhaft" - also zumindest auf einer Ebene mit den Kollegen. Stört nicht und tut dem Respekt auch nichts.

Ich denke, das ist eher die "Umgewöhnung", die Dir noch die meisten Probleme macht.

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