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Mitarbeiterin sucht freundschaftlichen Kontakt zu mir, aber ich bin die Chefin

5. Februar 2014 um 23:37

Ich habe mit meinem Freund in den letzten 7 Jahren ein Unternehmen aufgebaut in der Lebensmittelindustrie mit einem Dutzend Mitarbeitern. Da wir dann vor 3 Jahren den Standort gewechselt haben blieb natürlich kaum Zeit für Freizeit und Freunde, meine Familie wohnt auch ettliche Kilometer enfernt, so dass ich eigentlich nur meinen Freund habe- das ist auch soweit alles okay, aber manchmal fehlt mir schon etwas im Leben.
Leider haben unsere Mitarbeiter auch recht häufig gewechselt und von manchen wurde unsere Gutmütigkeit auch ausgenutzt, so dass wir eigentlich versuchen das Private vom beruflichen zu trennen. Nun habe wir aber seit fast einem Jahr eine Mitarbeiterin, die irgendwie "anders" ist . Sie arbeitet nur 2 Tage die Woche bei uns - hat immer ein Lächeln auf den Lippen - selbst im größten Stress und bringt mich immer wieder zum lachen. Schon das Vorstellungsgespräch war irgendwie anders mit ihr - so lange wie mit ihr werde ich wohl auch keines jemals wieder haben.

Auch bei ihren Kollegen ist sie beliebt, aber sie gibt mir immer wieder das Gefühl, dass sie mich besonders mag und sagt es mir auch direkt so - allerdings nur wenn wir allein zusammen arbeiten- es kommen dann einfach auch so Sätze , die mir einfach gut tuen - wie :" Vielen Dank Chefin - sie sind ein Engel ... " - das wirkt bei ihr nicht gekünstelt oder unehrlich. Ich hab einfach Vertrauen zu ihr - weil sie auch gute Arbeit abliefert und versucht immer 110% zu geben.

Wenn wir "nur" Kollegen wären - wären wir sicher mittlerweile gute Freundinnen, aber diese Grenze, dass ich ihre Chefin bin - ist einfach ne blöde Situation - auch für mich .
Das fängt schon mit dem Siezen an- ab und zu rutscht mir bei ihr auch schon ein Du raus ( Ihr im übrigen Nie )

Wie gesagt - eigentlich will ich berufliches von privatem trennen, aber so richtig gelingt mir das bei ihr einfach nicht und Menschen , die das Potential haben - auch "Echte" Freunde zu werden findet man nicht an jeder Ecke - weiß nur nicht wie das alles werden sollte - will auch nicht , dass irgendwelcher Neid aufkommt und sie dann bei den Anderen gemoppt oder so wird und privat duzen und beruflich siezen ist vielleicht auch schwierig.

Vielleicht hat ja jemand einen Rat - also mein Bauch sagt JA zur Freundschaft - mein Kopf ist da leider sehr skeptisch...

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6. Februar 2014 um 10:51

Take it easy...
Schalt' einfach Deinen Kopf aus... Sicher solltest Du Berufliches und Privates trennen, aber es geht ja darum, dass die Mitarbeiterin Dich auch dann noch respektiert und als Autorität begreift, wenn Ihr in der Freizeit ein lockeres freundschaftliches Verhältnis zueinander pflegt. Das musst Du halt trennen können. Wenn Du das Gefühl hast, dass sie Dich trotz Duzen und Freundschaft als Chefin respektiert und ordentlich arbeitet, dann sag' JA! Gibt viele Fälle, in denen das funktioniert... das hängt auch viel von einem selbst ab.

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7. Februar 2014 um 18:41


Wenn dein Bauch ja zur Freundschaft sagt solltest du es zulassen. Klar, berufliches und privates sollte dennoch getrennt werden, aber wenn die freundschaftliche Chemie zwischen euch stimmt dann weiss sie das auch! Und solange du sie nicht bevorzugst gibt es doch auch keinen plausiblen Grund, warum bei den anderen Mitarbeitern Neid oder gar Mobbing aufkommen sollte.

Wenn das mit dem siezen und duzen ein Problem ist könnte man darüber nachdenken, grundsätzlich auf duzen umzustellen. Habe ich schon in einigen Betrieben so erlebt und hatte nie den Eindruck dass es schadet...eher im Gegenteil.

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9. Februar 2014 um 12:49

Eine besondere antwort einer besonderen ansicht.
Hier im Forum bleiben wir einfach mal bei du. Schau mal wie leicht das geht und dass, obwohl einige vielleicht bei der Konkurenz arbeiten, garnicht arbeiten? Menschen bei denen es dir nie einfallen wuerde ein Du anzubieten.
Mal ganz im Ernst, ihr tut euch gut, sie arbeitet toll und fleissig, hat sie es nicht verdient? Bei mir auf der arbeit hat die chefin auch eine beste freundin, die bei ihr mit arbeitet. Schlimm wird es nur Kunden als freunde zu haben. Die nutzen dann gerne mal die vorzuege einer verguenstigung o.ä, lass es einfach auf dich zukommen. Vielleicht geht sonst eine wirklich gute freundin an ihr verloren? Nach 10 jahren lacht ihr da vielleicht drueber, sie ist inzwischen abteilungsleiterin und unter den kollegen ist das zur normalitaet geworden? Schlaf mal eine Nacht drueber, ein ''du''beisst nicht vielleicht kannst du dir mal meinen letzten beitrag durchlesen? Gerade du als chefin von einem lebensmittelkonzern koenntest mir eventuell weiterhelfen, mit einem guten rat fuer mein vorstellungsgespraech, trotz 3 im H-abschluss

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9. Februar 2014 um 16:58

....
Ich finde es gut, dass du deine Mitarbeiterin hast, zu der du einen so guten Draht hast. Wenn der Bauch ja sagt, würde ich mich auf die Freundschaft einlassen.
Ich würde sie aber nicht im Geschäft siezen und privat duzen. Das ist Quatsch, und wenn euch mal die falsche Anrede rausrutscht, gibt das nur noch mehr Gerede.

Ob die Anderen Tratschen werden - das hast du nicht im Griff. Ich glaube, Leute, die tratschen wollen, finden immer etwas zu tratschen, egal, ob du einen Anlass bietest oder nicht.

Mein letzter Chef hatte seinen besten Freund als MItarbeiter. Anfangs dachte ich auch, dass vor dem vielleicht der rote Teppich ausgerollt wird aber der Chef hat ihn ganz normal behandelt wie andere Mitarbeiter auch, und wenn er die Termine nicht eingehalten hat, konnte ich ihn auch einsalzen wie alle anderen Säumigen.

Lass es einfach mal auf dich zukommen.

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9. Februar 2014 um 21:10

Danke
Vielen Dank für eure Antworten , ja Kopf ausschalten sollte man ab und zu einfach, aber wie heißt es so schön - gebranntes Kind scheut das Feuer . Wir waren schon mal in der Firma ganz zu Anfang beim DU, als wir den neuen Standort aufgemacht haben und es lief auch anfangs ganz gut , aber nach einer Weile haben einige Mitarbeiter irgendwie den Respekt verloren - es wurde dann eben mit dem Chef rumdiskutiert , so dass wir wirklich für uns die Notbremse ziehen mußten.
Es ist als Chef eben immer ne Gradwanderung- niemand sieht was wir auch für Druck ausgesetzt sind - das wir seit 7 Jahren keinen Urlaub mehr richtig gemacht haben - das wir eben auch oft Entscheidungen treffen müssen, die vielleicht nicht sozial , aber eben für die Firma Richtig und auch wichtig sind und wir nicht einfach so nach Hause gehen können- da wir auf Arbeit zu hause sind und natürlich sind da auch Ängste ...

Klar - wir haben uns das ausgesucht , aber ab und zu wünsche ich mir auch , dass das mal jemand anerkennt, das wir uns Mühe geben unsere Mitarbeiter auch zu unterstützen - wir sind auch "nur" Menschen , aber als Chef steht man oft ziemlich einsam da.

Vielleicht ist das der entscheidende Punkt - mit ihr zusammen muss ich mich nicht "allein" fühlen, denn ich fühle mich verstanden auch als Chefin und sie tut eben immer nen Ticken mehr als die anderen , aber ich hab das Gefühl , dass sie es nicht tut um zu "punkten" sondern um mich zu entlasten und auch die anderen Mitarbeiter...

Sie stand dann schon mit mir bis 22 Uhr im Kühlhaus um was fertigzumachen und das mit einem Lächeln , so als ob es grade nix Schöneres gäbe.

Ich fühle mich mit ihr eigentlich nicht als Chefin und das macht mir auf der einen Seite Angst , aber auf der anderen Seite ist es auch befreiend ... aus irgendeinem Grund habe ich zu ihr ein unglaubliches Vertrauen ohne so richtig mit ihr vertraut zu sein - manche Dinge kann man einfach nicht erklären ...

Und "privat" ( was ist das eigentlich noch mal ?) und berufliches zu trennen ist bei meinem Leben eigentlich kaum möglich ...

Ich lasse es jetzt einfach sich entwickeln - mal schauen wohin es geht -





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10. Februar 2014 um 22:11
In Antwort auf ione_12133989

Danke
Vielen Dank für eure Antworten , ja Kopf ausschalten sollte man ab und zu einfach, aber wie heißt es so schön - gebranntes Kind scheut das Feuer . Wir waren schon mal in der Firma ganz zu Anfang beim DU, als wir den neuen Standort aufgemacht haben und es lief auch anfangs ganz gut , aber nach einer Weile haben einige Mitarbeiter irgendwie den Respekt verloren - es wurde dann eben mit dem Chef rumdiskutiert , so dass wir wirklich für uns die Notbremse ziehen mußten.
Es ist als Chef eben immer ne Gradwanderung- niemand sieht was wir auch für Druck ausgesetzt sind - das wir seit 7 Jahren keinen Urlaub mehr richtig gemacht haben - das wir eben auch oft Entscheidungen treffen müssen, die vielleicht nicht sozial , aber eben für die Firma Richtig und auch wichtig sind und wir nicht einfach so nach Hause gehen können- da wir auf Arbeit zu hause sind und natürlich sind da auch Ängste ...

Klar - wir haben uns das ausgesucht , aber ab und zu wünsche ich mir auch , dass das mal jemand anerkennt, das wir uns Mühe geben unsere Mitarbeiter auch zu unterstützen - wir sind auch "nur" Menschen , aber als Chef steht man oft ziemlich einsam da.

Vielleicht ist das der entscheidende Punkt - mit ihr zusammen muss ich mich nicht "allein" fühlen, denn ich fühle mich verstanden auch als Chefin und sie tut eben immer nen Ticken mehr als die anderen , aber ich hab das Gefühl , dass sie es nicht tut um zu "punkten" sondern um mich zu entlasten und auch die anderen Mitarbeiter...

Sie stand dann schon mit mir bis 22 Uhr im Kühlhaus um was fertigzumachen und das mit einem Lächeln , so als ob es grade nix Schöneres gäbe.

Ich fühle mich mit ihr eigentlich nicht als Chefin und das macht mir auf der einen Seite Angst , aber auf der anderen Seite ist es auch befreiend ... aus irgendeinem Grund habe ich zu ihr ein unglaubliches Vertrauen ohne so richtig mit ihr vertraut zu sein - manche Dinge kann man einfach nicht erklären ...

Und "privat" ( was ist das eigentlich noch mal ?) und berufliches zu trennen ist bei meinem Leben eigentlich kaum möglich ...

Ich lasse es jetzt einfach sich entwickeln - mal schauen wohin es geht -





@gesendet am 9/02/14 um 21:10
Ich verstehe, was du meinst mit dem fehlenden Respekt oder schwindenden Respekt. Du beschreibst deinen Zwiespalt sehr schön und anschaulich.
Auch ich habe schon erlebt, wie Mitarbeiter den Respekt vorloren als die Vorgesetzte duzen konnten. Das passiert manchmal, manchmal auch nicht. Lass es mal drauf ankommen. Ich wäre dann souverän genug, notfalls zu sagen, das ich zum Sie zurückkehren möchte.

Vor einem Jahr hat mir eine Kollegin nach 5 Jahren Zusammenarbeit das Du angeboten. Ich spürte, dass sie das schon früher wollte, habe aber immer abgeblockt, da sie mit jemandem verfeinded ist, mit dem ich kein Problem habe und da sie manchmal recht temperamentvoll reagiert, wenn etwas nicht nach ihrem Willen geht.
Irgendwann bekam kich aber mit, dass sie nach einer Therapie ruhiger wurde und ich sagte ja zum Du. Wäre das mal entgleist, dann hätte ich es wieder zurückgezogen. Aber es läuft jetzt seit einem Jahr gut.

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24. Februar 2014 um 21:06


Also bei uns im Betrieb duzen wir uns alle, die Putzfrau duzt den Chef, alles kein Problem, und ich muss echt sagen dass das suuuuper klappt, man muss den Mitarbeitern einfach klar machen dass die Arbeit trotzdem stimmen muss, auch wenn wirs alle lustig miteinander haben, wenns ernst wird müssen eben ernste Gespräche geführt werden!
Ich bin eine "normale" Mitarbeiterin, gehe aber immer mit einer guten Freundin Mittagessen, sie ist auch eine Vorgesetzte von mir. In meinen Augen klappt das super, und wir haben von Anfang an gesagt, was im Geschäft besprochen, diskutiert usw wird bleibt auch ganz einfach bei der Arbeit, wenn wir uns privat treffen und Zeit miteinander verbringen ist das alles vergessen. Ich habe immernoch grossen Respekt vor ihr in der Arbeit.

Ich denke halt dass man auch ein wenig der Typ Mensch dafür sein muss damit das wirklich klappt, bei uns funktioniert das aber wirklich super...

Wünsche dir auf jeden Fall alles gute und weiterhin viel Glück mit eurer Firma!

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3. März 2014 um 13:37

JA
Also, ich bin auch Chefin. Für die Größe der Firma (120 MA)duzen wir uns auch alle. Selbst den Inhaber. Mir gehört die Firma nicht, bin dort jedoch Geschäftsführerin auch mit Personalverantwortung.

Mit manchen Mitarbeitern verstehe ich mich beruflich gut, wir haben privat aber keinen Kontakt. Klar, man unterhält sich in der Arbeit mal, aber mehr ist da auch nicht.
Mit ein paar von den Mitarbeitern verstehe ich mich jedoch auch privat sehr gut und mit der Zeit haben sich Freundschaften daraus entwickelt. Am Anfang war ich auch etwas skeptisch, weil ich mir nicht sicher war, ob das in der Arbeit auch noch weiterhin so gut klappen wird. Meine Befürchtungen haben sich aber nicht bewahrheitet. Es läuft weiterhin gut und auch die Mitarbeiter sehen mich in der Arbeit als Chefin, privat als Freundin. Wenn man Unternehmungen macht, sollte man halt nicht den Chef raushängen lassen, dann funktioniert das ganz gut. Ich denke, dass kommt auch immer etwas auf die Einstellung der Leute an.

Wenn ich an meine Angestelltenzeit zurückdenke, hat mir der Kontakt zum Chef auf beruflicher Ebene völlig gereicht. Da hätte ich von meiner Seite aus gar keine Freundschaft gewünscht.


Wenn du im beruflichen Umfeld so sympathisch bist, wie du hier schreibst, kann ich mir schon vorstellen, dass eine Freundschaft klappen könnte.


LG

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