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Momentan total unzufrieden im FSJ ... langer Text, aber ich bin momentan echt am Zweifeln

6. November 2013 um 18:20

Hallo,
ich mache seit August ein FSJ in einer Behindertenwerkstatt.
Bisher waren es 3 Gruppenleiter in meiner Abteilung und eine Chefin, die aber durch viele Termine nur sehr selten im Haus ist. Daher habe ich keinerlei Kontakt zu ihr.
Nun ist die eine Gruppenleitung gegangen, da wir nicht genug neue Teilnehmer haben dieses Jahr (Berufsbildungsbereich, da sind die Leute immer nur 2 Jahre und 3 Monate, danach wechseln sie in den Arbeitsbereich der Werkstatt)und mit der Gruppenleitung 7 Leute gegangen sind, also eine ganze Gruppe.
[haben einen Betreuungsschlüssel von 1:6]

Am Anfang war ich immer total fröhlich und alles war gut, bis ich dann irgendwann alle Aufgaben übernehmen musste und mich momentan nur wie eine billige Aushilfe fühle.
Die 3. Gruppenleiterin ist eigentlich die gewesen, mit der ich am besten klar gekommen bin und die mich immer informiert hat über alles.
Denn an den Teamsitzungen konnte ich bis jetzt nicht teilnehmen, da ich die 7 Wechseler in der Zeit betreuen musste (die letzten 3 Monate haben sie nämlich keine Berufsschule mehr).

Nun ist es so, dass ich Aufgaben bekomme, die ich in der Zeit machen soll. Sie sehen ein, dass es wichtig wäre dass ich dabei bin, aber dann sind die Aufgaben immer total dringend, obwohl der Termin zu dem es sein muss seit Monaten bekannt war.
Aber wenn sie keine Lust haben, muss ich es dann im letzten Moment übernehmen, weil es ja so dringend ist.

Ich muss auch die ganze Büroarbeit machen, wo es am Anfang noch hieß, dass ich das nie machen muss, weil ich dafür nicht ausgebildet bin (z.B. Kompetenzanalysen auswerten).
Der eine Gruppenleiter hat sogar gesagt, dass er darauf keine Lust hat und froh ist, dass ich das dann machen kann.

Wenn ich mal was nachfrage heißt es immer mach es so wie du denkst, egal ob beim Erstellen von Arbeitsblättern oder der Arbeit mit den Behinderten. Oder ich soll die Leute fragen, die haben das schon sooo oft gemacht.
Am Ende werde ich dann angemeckert, weil sie es sich anders vorgestellt hätten oder etwas immer anders machen, was ich ja eben nicht wusste. Wenn ich die Fragen soll und die sagen sie machen es so und so, dann muss ich es ihnen ja glauben.
Danach durfte ich mir dann in einem Zwischengespräch mit den Gruppenleitern (ohne Chefin, da es inoffiziell war) anhören, dass ich ja zu wenig Frage.
Als ich dann meinte, dass sie mir auf Fragen nie richtig antworten haben sie das abgestritten, obwohl ich konkrete Beispiele der Situationen gebracht habe.

So geht es immer wenn ich irgendwelche Kritik bekomme. Wenn sie gerechtfertigt ist stört mich das ja nicht, ich finde es sogar gut, damit ich es ändern kann.
Aber wenn sie etwas nicht mitbekommen haben und ich das erklären will, dann hören sie nicht zu oder ignorieren es.

Ich soll z.B. ein Arbeitsblatt machen. Wieder mit der Vorgabe mach es so wie du denkst.
Ich habe es dann so gemacht wie die anderen waren vom groben Aufbau.
Als ich dann nach 10 Minuten gefragt habe, ob das vom groben her so geht haben sie ja gesagt.
Dann habe ich natürlich so weiter gemacht und als ich dann nach 30 Minuten mein Ergebnis gezeigt habe kam nur ein:
Nein, also dass stelle ich mir ganz anders vor. Das musst du komplett nochmal machen.
Dann sagen sie mir wie, ich mache es so und dann kommt: Oh, finde ich doch nicht so gut, verändere es nochmal.
Ich überarbeite es wieder, dann ist es ok und genau so haben sie es sich vorgestellt.
Am nächsten Tag komme ich zur Arbeit, liegt da ausgedruckt was anderes und die sagen: ich habe es doch nochmal selber gemacht, es wäre ja doch schwer wenn die was im Kopf haben und ich es machen soll.
Keine 2 Tage später wiederholt sich das gleiche Spiel. Aber sie können es nicht gleich machen, denn sie haben ja keine Zeit dafür und ich kann es ja auch.

Ein Danke oder gut gemacht oder ähnliches habe ich bis jetzt nur von meiner Chefin bekommen, als ich einmal was für sie gemacht habe und von der Gruppenleitung die nun weg ist.
Die anderen würdigen meine Arbeit nie. Ich verlange ja auch nicht immer ein Danke, aber wenn ich etwas total aufwendiges nerviges für sie übernehme, wäre zumindest irgendeine andere Reaktion als Ok oder hast du es denn schon gedruckt nett, wenn ich sage, dass ich fertig bin.


Zudem bekomme ich ständig die schlechte Laune des einen Gruppenleiters ab.
Ich denke mir da schon lieber ich, als die anderen, weil einige kaum mit Kritik umgehen können und dann bei ungerechtfertigter total mit den Nerven am Ende sind, weil sie nicht verstehen warum (gibt ja auch keinen Grund).
Unsere Chefin bekommt das aber eben nicht mit, da sie kaum im Haus ist und beweisen könnte ich nichts, da auch strenges Handyverbot ist, damit fällt aufnehmen flach.
Außerdem hätte ich danach vermutlich bei dem Gruppenleiter vollkommen verspielt!

Ein gutes Beispiel für die schlechte Laune:
Wir müssen Briefe verschicken für eine Firma. Wir haben die Briefe, Überweisungszettel die aneinander hängen und Briefumschläge.
Ich hatte 2 Teilnehmer mit denen ich es machen sollte.
Eine sollte Briefe falten und in eine Kiste tun, der 2. sollte Briefe mit Überweisungszettel drinnen eintüten. Er kann die Überweisungszettel aber nicht selber rein tun, da er nicht gut greifen kann. Das soll also ich machen.
Dann habe ich natürlich die nötigen Überweisungszettel abgerissen, um sie in die Briefe zu tun, denn wenn sie nicht abgerissen sind sondern 500Stück aneinander hängen ist es schwer die einzeln in einen Briefumschlag zu tun.
Als der Gruppenleiter kam hat er mich angemeckert ich solle das Abreißen nicht machen, nur das in Briefe legen, abreißen soll jemand der den Rest nicht kann.
Darauf, dass aber gerade kein anderer da ist und die anderen beiden was anderes tun sollten (ER hatte zugeteilt, dass sie das machen sollen), aber welche dafür gerissen werden müssen hat er mich nur wütend angeguckt und ist gegangen. Danach hat er mich 2 Stunden ignoriert.

Die andere Gruppenleiterin hat zwar auch starke Macken und ist momentan nicht so gut drauf, aber immerhin lässt sie die Wut nicht an mir oder den Teilnehmern aus. Sie ist nur total schnell gereizt und reagiert dann manchmal etwas über, aber damit kann man leben.

Es gibt ja auch Tage, da frage ich mich, wie ich es schaffen soll da in 9 Monaten wieder zu gehen, weil es echt Spaß macht und die Leute so toll sind, aber die schlechten Tage nehmen einfach immer mehr zu.
Mittlerweile frage ich mich sogar schon, warum ich mich eigentlich quäle morgens aufzustehen.

Ich weiß momentan wirklich nicht weiter, was ich machen soll.

Da meine Mutter auch in der Firma arbeitet, wenn auch einer komplett anderen Abteilung, kann ich nicht einfach auf nach mir die Sintflut machen.
Sonst hätte ich vermutlich schon mal mit der Frau geredet, die vom Träger zuständig ist für mich und mit der wir die Seminare haben.
Die Zuständige aus der Firma kenne ich nämlich nicht und ich rede generell nicht oft über Probleme, schon gar nicht mit jemandem, den ich noch nie gesehen habe.
Es fällt mir schon schwer hier darüber zu schreiben, reden wäre quasi unmöglich. Daher ist es auch so lang, weil sich mittlerweile einfach viel angestaut hat

Zumal ein wechseln innerhalb des Betrieben nicht möglich wäre, da wir in einem ganz andern Gebäude sind, als die anderen Abteilungen.
Daher habe ich auch zu den anderen FSJlern keinen Kontakt, da ich sie nur ganz selten sehe und dann oft keine Zeit für lange Gespräche ist.

Sogar 3 Gruppenleiter einer andern Abteilung, wo wir Arbeitstraining machen, haben mitbekommen, dass ich immer alles als letzte erfahre.
So haben die mir gesagt, worauf ich genau achten soll bei der Arbeit dort (der eine soll z.B. erst mal mehr mit andere Kontakt aufnehmen, während der andere das schon gut getan hat und da mehr Augenmerk auf die Arbeit soll).
Das hatte nämlich der Gruppenleiter aus meiner Abteilung mit dem dort abgesprochen, da ich es ja begleite und nicht er selbst, aber nie für nötig gehalten mir zu sagen.
Auf meine Frage ehe wir los sind, ob ich noch was wissen müsse, kam ein nö.
Immerhin sind die 3 dort so nett und sagen mir dann Sachen, damit ich am Ende nicht ärger kriege, warum ich da nicht drauf geachtet habe. Wirklich unternehmen können die dort aber nichts.
Der eine von denen ist nämlich total nett und daher rede ich öfters mal mit ihm während wir dort sind (auch wenn ich z.B. über das ungerecht behandelt werden nicht offen reden kann, da ich nicht weiß, wie viel er weitererzählt).
Der meinte auch, dass das sowas (nicht informiert werden) in deren Abteilung nicht geben würde, da nehmen selbst Schulpraktikanten am Gespräch teil, damit sie Bescheid wissen, immerhin gehören sie n dem Moment zum Team und ein FSJler sollte es erst recht wissen. Die Betreuung oder zu der Zeit nötiger Bürokram können die immer irgendwie regeln, einfach weil sie es wollen.

Ich weiß echt nicht mehr weiter momentan.
Kündigen wäre auch keine Option, weil ich eigentlich die 2 Wartesemester gut gebrauchen kann und das Geld für meine Studienzeit spare, also auch brauche.
Zudem würden mich meine Eltern rauschmeißen, wenn ich nichts mache, da sind sie nämlich komplett gegen.
Es kommt auch im Lebenslauf nicht gut, wenn man ein FSJ abbricht, da man sich später im Berufsleben ja auch nicht einfach gehen kann, wenn einem etwas am Vorgesetzten nicht passt.

Dazu kommen auch noch die Gedanken, dass die Behinderten die ganze schlechte Laune abkriegen würden, sobald ich weg wäre

Alleine auf Grund der geschilderten Situationen, die schätzt ihr die Lage ein?
Es ist einfach so, dass solche Situationen mindestens 3 mal die Woche vorkommen.
Am Anfang dachte ich auch so, dass ich es einfach ignoriere, aber so langsam wird das echt immer schwerer
Habt ihr irgendwelche Ideen, was ich machen kann?
Bin momentan echt für alles offen.
Mit meiner besten Freundin kann ich nämlich momentan nicht reden, da sie totales Beziehungsstress hat (ihr Freund hat sie evtl betrogen, viel Alkohol und nun ist nicht klar ob er nur rumgemacht hat mit dem Mädchen oder ob sie weiter gegangen sind, da das Mädchen auch zu viel getrunken hatte) und sie hat sich nun getrennt, liebt ihn aber noch über alles und will ihm evtl. verzeihe und so weiter
Sie ständig zu trösten zehrt natürlich auch noch an den Nerven, zumal ich meinen Freund selber total vermisse (haben eine Fernbeziehung und da will ich ihn mit den Problemen nicht nerven, auch wenn es ihn nicht stören würde, aber eben mich die wenige Zeit bei Treffen oder Video-Telefonaten damit zu verschwenden).

Tut mir leid, dass der Text so lang geworden ist, aber ich bin momentan echt am Zweifeln, wie es weiter geht.
Und da ich immer alles in mich reinfresse muss es nun mal irgendwann raus
Ich weiß selbst nicht so genau, was ich von euch möchte, ihr könnte ja auch nicht viel helfen.
Ich musste das nur mal von der Seele schreiben

Danke, für alle Antworten und Meinungen.

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29. Dezember 2013 um 17:29

Also
Also ich finde, wenn es dich so sehr stört, solltest du gehen.

Aber: Versuch erst einmal mit den richtigen Leuten (Chef) darüber zu sprechen, dass du dich überlastest fühlst und ausgenutzt. Denn dafür ist en FSJ ja nicht da.

Allerdings. Sieh es anders herum - die Kollegen vertrauen dir und übertragen dir die Arbeit. Kompetenz gleich Verantwortung. Einem dummen Menschen überlässt man keine Verantwortung. Oder sind es nur Hilfsarbeiten?

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