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Ordner wälzen und der Sinn darin

7. Juli 2010 um 12:11

Seit 3 Jahren bin ich nun hier in der Firma. Als Finanzverwalterin tätig. Ich habe eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht, weil ich keine Ahnung hatte, was ich machen könnte, was ich will. . Privat zeichne ich, bin kreativ, mache Musik. und nun?Bin damals vom Gymnasium zur Realschule gewechselt,weil ich lieber schwänzte und mens machte, als in der Schule zu hocken und mir sagen zu lassen, wei ich mich zu verhalten hätte.

Ich stehe still, jeden Tag das Gleiche. Routine, Unterforderung, Verblödung..ich zeichne nicht mehr, mache keine Musik mehr, bin eine faule Bürofrau geworden, die nachm Büro nach Haus ko0mmt und zu nichts mehr Bock hat. Das komplette Gegenteil meines Ichs. Ich habe kaum noch Sex, bin nur gereizt, liebe es zu streiten und mein Selbstwert ist sehr gering.

Soeben wurde ich gebeten wie sooft in letzter Zeit, doch bitte die Belege für den Prüfer zusammen mit der Praktikantin rauszusuchen.
Bumms.Innerlich kocht es, ich könnte heulen, fühle mich minderwertig.
Ich sitze gerade für eine Kollegin an einer Prüfsache, bei der sie eigentlich involviert ist. Wenn es aber ums Eruieren der Belege geht..fragen sie mich, ob ich das bitte machen kann.

Wie dumm ich mir vorkomme, solche dinge nach 3 Jahren noch immer zu machen. Die delegieren schön.
Auf mich. Alles Akademiker hier.
Außer ich..und das spüre ich oft..
Ich möchte nicht mehr die Blöde sein, nur mitm Realschulabschluss und Ausbildung um mein Leben lang, andern Dinge rauszusuchen.

Ist das arrogant?
Sollte ich doch men Abitur nachholen, so wie meine Schwester, die superglücklich und frei und nicht so fremdbestimmt ist?
Woran merke ich, dass der Job, in dem ich mich nicht entwickeln kann, wirklich auf Dauer nichts ist?
Ich habe Angst, dass mein Groll gegen diese Tätigkeit arrogant ist und ich damit klar kommen sollte.

Ich bedanke mich für mögliche Ratschläge und Reflektionen bei euch.. für den Fall.

DANKE fürs Lesen

Stizi

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22. Juli 2010 um 12:02

Ich kann Dich gut verstehen
Hallo Stizi,

ich kann sehr gut nachvollziehen wie Du Dich fühlst. Es ist ganz schön anstrengend, die meiste Zeit der Woche in einem Job festzuhängen, der einen weder kreativ noch geistig herausfordert. Gerade wenn man eigentlich, wie Du Dich ja auch beschreibst, kreativ ist. Das hat nichts mit Arroganz zu tun, es ist menschlich.

Ich denke Du hast schon selber gemerkt, dass Dein momentaner Job auf Dauer nichts für Dich ist. Das allein ist ja schonmal ein erster, kleiner Schritt in die richtige Richtung

Du kannst Dir doch überlegen, welche Art von Arbeit Dir Spaß machen würde, nicht zwangsläufig musst Du dafür Dein Abitur nachholen. Informiere Dich doch am besten einfach mal. Suche im Internet nach Jobs, nach Umschulungs- oder Weiterbildungsmöglichkeiten, frage im Freundes- und Bekanntenkreis rum, etc. Allein das Ideensammeln motiviert und gibt einem Kraft. Du musst ja nicht von heute auf morgen das Richtige für Dich finden, Du kannst Dich in kleinen Schritten dem richtigen Weg nähern. Und Du wirst sehen, dass sich dadurch neue Möglichkeiten für Dich eröffnen werden.

Auch solltest Du Dich vielleicht doch mal wieder zu Dingen aufraffen, die Dir Freude bereiten, wie z.B. das Zeichnen oder die Musik. Überwinde Dich einfach mal dazu, besuche am Wochenende vielleicht einen Zeichenkurs, etc. Auch das gibt Dir wieder die Kraft und den Mut neue Dinge anzupacken und gibt Dir Dein Selbstvertrauen zurück.

Ich weiß, dass das alles leichter klingt als es ist. Aber manchmal muss man sich selber einfach einen Tritt in den Hintern verpassen und sich bewusst machen, dass man das ja für sich selber tut.

Ich hoffe ich konnte Dir etwas weiterhelfen.

Viele Grüße

ziabine

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23. Juli 2010 um 18:13

Andere Blickwinkel suchen
Hallo Stizi,
deine Gedanken zur Arbeit werden von vielen Menschen in unserem Land getragen.

Ich denke, dass es wichtig ist, zunächst für sich selbst einen neuen Blickwinkel zu finden. Wenn das nicht hilft, dann ist es wirklich der falsche Job.

Letztes Jahr wurde ein Buch veröffentlicht. Der Autor hat in einer Studie festgestellt, dass über 90 Prozent der Deutschen unzufrieden sind mit ihrem Arbeitsplatz. Eine Begründung dafür war, dass der Mensch sich an die Tätigkeit und das Gehalt gewöhnt und aus der täglichen Routine heraus eine Unzufriedenheit entwickelt. Die Lösung des Autors ist unter anderem - sich immer wieder vor Augen zu führen, in welcher (vielleicht guten) Lebenssituation man sich befindet und was der schlimmere oder schlimmste Fall sein könnte. Allein mit dieser Überlegung findet man häufig wieder zurück und überdenkt, auf welchem Niveau man gerade unzufrieden ist. Das bedeutet nicht, liebe Stizi, dass du auf hohem Niveau klagst. Versuche einfach mal, auch gute Dinge in deiner Arbeit zu finden (evtl.regelmäßiges Gehalt, Urlaubsregelung, Arbeitszeit, nette Kollegen (ausser die Akademiker)) und vergleiche die positiven Teile mit den negativen Anteilen.

Solltest du dennoch nicht zu mehr Zufriedenheit finden, dann müsstest du wirklich über einen Arbeitsplatzwechsel nachdenken. Bedenke aber, aus dem Hobby ein Beruf zu machen, ist für manch einen auch schon zur Hölle geworden, weil das Hobby dadurch seinen Reiz verloren hat.

Freu mich auf deine Rückmeldung.

LG
Susanne

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28. Juli 2010 um 15:19

Boreout
Ich denke, das ist ein Fall von "Boreout"!

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9. August 2010 um 13:02

Nein, nicht arrogant. Du spürst dich lediglich.
"Woran merke ich, dass der Job, in dem ich mich nicht entwickeln kann, wirklich auf Dauer nichts ist?"

Tut dir dein Job gut?
Du weißt es eigentlich schon, oder?

Das Wertvollste, was ein Mensch meiner Meinung nach besitzt, sind seine Gefühle.
Wenn ich deinen Beitrag lese, sehe ich eine Frau, die täglich gegen ihre Gefühle, das, was sie so wertvoll macht, ankämpft. Das raubt dir viel Energie ...
Du kannst so froh sein, dass du deine Gefühle wahrnimmst ... so vielen Menschen ist ihr inneres Ohr abhanden gekommen.
Hör auf dich, mach, was dich begeistert.

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