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Pendelei erschöpft mich - Jobwechsel allgemein

24. September 2018 um 22:11

Hallo zusammen,

zu meiner Situation: ich bin im Juli mit meinem Freund zusammengezogen. Nach etwas mehr als einem Jahr Fernbeziehung (nur 130 km) und einigen Monaten Überlegungen, sind wir in eine Kleinstadt zwischen unseren Wohnorten gezogen. Mir ist es sehr schwer gefallen, aus meiner Heimatstadt wegzuziehen, weg von meinen Freunden und "meinem Leben". Trotzdem habe ich es gemacht, weil ich meinen Freund wahnsinning liebe, wir beide schon Anfang 30 sind und in der Beziehung auch irgendwie "weiterkommen" wollte, seine Nähe öfter genießen, als nur am Wochenende.

Aktuell pendelt er 35 Minuten zur Arbeit, ich ca. eine Stunde, mal fünf Minuten weniger, mal auch 15 Minuten mehr, so dass ich manchmal über zwei Stunden am Tag im Auto sitze. Vor dem Umzug bin ich auch schon 35 Minuten je Weg gefahren - ich wusste zwar, dass es anstrengend wird, aber für zwei Jahre machbar. Da ich oft im Stau stehe und wir beide auch am Wochende oft zu unseren Freunden fahren (was ja auch wieder mind. eine Stunde je Weg ist), ist schon echt viel. Er ist Lehrer und fährt daher zu etwas besseren Zeiten, ohne Baustellen und Stau. Selbst bei ihm habe ich manchmal das Gefühl, dass es hm zu viel ist. Aber er kann dann nachmittags schon etwas runterkommen. Wir gehen beide um 6.30 Uhr aus dem Haus, ich bin dann gegen 18.15 Uhr zu Hause, +/1 Im Vgl. zu Kollegen gehe ich super früh, arbeite in einem großen Konzern. Bin meistens um 16.45 oder 17.00 Uhr weg, damit ich wenigstens noch etwas vom Abend habe. Abends bin ich jedoch meist platt. Zwinge mich dann noch zum Sport, aber da ich (schon mehrere Jahre) Probleme mit Mirgäne habe, ist es dann spätestens nach der Autofahrt so übel, dass ich fast nichts mehr machen kann.

Ich merke, dass mir die Belastungen zu groß werden, obwohl ich es nicht will und mich wirklich oft zusammenreiße. Ich bin sehr dünnhäutig geworden, meine Migräne ist deutlich schlimmer geworden, oft gereizt und traurig. Ich bereue sehr, dass ich nicht "einfach" zu ihm gezogen bin, er hing auch sehr an seiner Wohnung und es hätte ihn sehr glücklich gemacht. Ich habe ca. 25 Bwerbungen geschrieben, jedoch nur eine ernsthafte Möglichkeit gehabt. Hier habe ich mich nicht getraut, da ich zu Jahresbeginn noch nichtmal ein Jahr bei meinem jetztigen Arbeitgeber war und Chancen nicht verbauen wollte. Sonst nur Absagen und denke jetzt wird es nicht leichter. Ich habe BWL studiert, mit Schwerpunkt Personalmanagement, arbeite jetzt als Assistentin der Geschäftsführung, bei der ich auch einige Randthemen aus dem Personalmanagement übernommen habe, bin unter anderen Ausbilderin. Plane auch ganz viele Events für die Mitarbeiter, was echt toll ist. Trotzdem quäle ich mich oft durch den Tag, ich bin nachmittags manchmal so erschöpft, dass ich es gar nicht mehr schaffe, mich auch nur halbwegs zu konzentrieren. Ich kann viel mehr, als ich derzeit zeige/mache. Ich kanns nur derzeit nicht besser. Manchmal mag ich den Job, dann verfluche ich ihn, weil so viel für mich nicht passt. Mir ist jedoch noch nicht ganz klar, ob es die Randbedingungen sind (Entfernung, nicht entsprechend dem Studium), warum ich den Job dann so negativ sehe (habe innerlich wohl schon gekündigt) oder der Job selbst. Manchmal, eigentlich inzwischen oft, geht es so weit, dass ich denke, das falsche studiert zu haben. Bis ich ganz blöd in die Ausbildung zur Bürokauffrau "gerutscht" bin, war immer klar, dass ich ins Gesundheitswesen möchte, etwas sinnvolles tun. Mich ekelt das mittlerweile alles so extrem an: das ganze Getue, dieses Arsch aufreißen, nur um reiche Menschen noch reicher zu machen, MA so zu beeinflussen, dass sie noch besser, schneller,... werden. So bin ich nicht, so will ich nicht sein. Klingt blöd, denke daher ganz oft selbst: du warst und bist alt genug, du hast die Entscheidungen getroffen, jetzt musst du auch mit den Konsequenzen leben. Wollte immer ins Gesundheitswesen, deswegen habe ich ursprünglich auch mal den Weg eingeschlagen und Fachabi in dem Bereich. Bin manchmal so tief frustriert, dass ich gar nicht mehr weiß, was ich tun soll. Mein Freund hat seine Wohnung für mich aufgegeben und fährt nun ja auch weiter, 35 anstatt 20 Minuten. Ich fühle mich SO schlecht.

Hinzu kommt (das hatte ich auch immer im Kopf, wohl auch einer der Gründe, warum ich mich fürs Pendeln entschieden habe), dass wir beide in zwei Jahren zurück in meine alte Heimat wollen, das stand schon immer fest. Da er jedoch seine Klasse noch zu Ende begleiten möchte, geht es erst in zwei Jahren mit der Versetzung. Also eine Stelle bekommen würde er sofort, sein Antrag (war nur theoretisch) wurde sogar genehmigt, er hätte jetzt im Sommer wechseln können, wollte es aber nicht. Selbst wenn ich jetzt eine Stelle finden würde, hätte das zur Folge, dass ich in zwei Jahren wieder einen neuen Job wechseln müsste. Denn es käme definitiv nur eine Stelle mit max. 30 min Fahrtzeit je Strecke in Frage, das hatte ich früher ja auch schon und ist völlig ok.

Das alles klingt nach Luxusproblemen, aber mir gehts wirklich schlecht, psychisch und langsam auch körperlich. Ich habe manchmal sogar Angst, dass diese Belastungen meine Beziehungen irgendwann gefährden könnten. Ich möchte nichts überstürzen, aber momentan tendiere ich sogar dazu, eine Stelle bei einer Personalvermittlung anzunehmen, da würde ich höchstwahrscheinlich schnell etwas finden. Das bedeutet vor allem weniger Geld, aber Einsparung von Stress, mehr Zeit, mehr "Ankommen" hier vor Ort (hoffe ich), Einstieg ins Personalwesen..? Dann würde ich zumindest endlich mal richtige Praxis bekommen und so vielleicht eine Stelle darüber langfristig finden in dem Bereich. Und ich könnte herausfinden, ob ich vielleicht doch das richtige studiert habe und es nur wegen der Randbedingungen derzeit so schwarz gesehen habe. Ich würde mich gern weiterbilden, was ich derzeit vergessen kann. Vielleicht könnte ich dann noch irgendwie die Kurve bekommen Richtung Gesundheitswesen... zum Beispiel im betrieblichen Gesundheitsmanagement oder im Bereich der Aus- und Weiterbildung. Irgendetwas muss passieren, so geht es einfach nicht weiter. Ich habe mich schon an eine Beratung gewand, wo ich aber erst in einem Monat wieder einen Termin habe. Hat jemand einen Tipp für mich?

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27. September 2018 um 13:53

Alles sehr verständliche Probleme. Ich habe auch meinen Job gewechselt. Bin vorher knapp 30 min gefahren, was ich in Ordnung fand. Jetzt sollteb es 45 min sein, aber in der Praxis brauche ich selten unter eine Stunde pro Fahrt. Auf den erstwn Blick ist das garnicht so viel mehr, aber wenn man sich das mal auf einen Monat hochrechnet ist das verdammt viel Zeit. Auch ich kann beobachten, dass ich viel gereizter bin. Nach der Arbeit isz man dann so platt, dass man zu nichts mehr Bock hat. Und man verfährt dazu noch so viel Geld.... wenn du die Chance hast einen anderen Job zu bekommen, mach es. 

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30. September 2018 um 10:50

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Antworten!

@dalocu: zu deinen Punkten:

1. Arbeitsweg, Pendeln, Autofahr-Stress: Psychische und körperliche Belastung; durchaus auch Kosten; fehlende Freizeit --> momentan das wichtigste Kriterium

2. Arbeitsinhalte: nicht das, was du eigentlich machen möchtest; sogar das Gefühl, das Falsche zu tun --> zweitwichtigstes Kriterium. Irgendwann sollte ich mal konkrete praktische, nachweisliche Erfahrungen sammeln - erst dann kann ich objektiv wirklich sagen: mein Studium war das falsche oder ich nutze dies als Grundlage und nimm es auf mich, noch einmal eine Weiterbildung zu machen.

3. Familie: Spätestens mit Kind(ern) brauchst du sowieso einen anderen Job, oder? --> Hier muss ich noch einmal betonenn, dass wir im Sommer in zwei Jahren zurück in meine Heimat bzw. die Region (Münsterland) möchten. Wechsle ich jetzt den Job, müsste ich es spätestens dann wieder, da ich sonst wieder eine enorm weite Strecke hätte. DAS genau ist einer der Punkte, der mich wohl auch noch (neben der extrem guten Bezahlung, auch wenn ich Geld nicht für das wichtigste halte, habe bis vor einer Woche noch mein Auto abgezahlt) bei meinem jetzigen Arbeitgeber hält...  Obwohl ich im Februar schon 33 werde, ist das Thema Kinder noch weit weg für uns, für ihn wohl noch mehr als mich. Ich habe manchmal Angst, dass es nicht mehr klappt, wenn er so weit ist bzw. er vielleicht nie so weit sein wird, spreche auch nicht darüber, weil ich nicht ansatzweise so etwas wie Druck aufbauen möchte. Er soll es sich von selbst wünschen irgendwann. Wir sind eben auch erst 1,5 Jahre zusammen, merke aber natürlich, dass Eltern etc. mein Alter oft im Blick haben. Er sieht es recht entspannt denke ich. Was ja vielleicht auch gut ist. Aber da ich hin und wieder daran denke, dass wir so in zwei Jahren da schonmal ernsthafter schauen sollten, finde ich das alles so unglücklich mit meiner Jobwechselei. Es hat mich monatelang innerlich fast zerrissen, da ich aufgrund von Erfahrungen eigentlich nie wieder für jemanden nicht auf meine so wichtigen Bedürfnisse hören wollte, dazu gehörte ganz weit oben, meine Heimat nicht zu verlassen. Dennoch habe ich es irgendwann getan. Nicht weil er mich überredet hat. Das hat er nicht. Er wollte auch nie, dass ich für ihn etwas aufgebe. Aber er konnte auch nicht seinen Job für mich aufgeben. Was mich sehr traurig gemacht hat. Nachdem ich ihn irgendwann ein bisschen mehr dazu ermutigt habe, sich doch wenigstens mal zu informieren, wie das mit einer Versetzung läuft, hatte er einen Antrag gestellt und dieser wurde, zu aller Überraschung, ja sogar genehmigt. Da haben wir uns das erste mal gestritten. Seine Ablehnung hat mich so verletzt, dass ich zwei Tage fast nur geweint habe. Es klingt übertrieben, aber es hat mir so weh getan. Aber objektiv gesehen: ich habe ihm gleichzeitig auch andere Signale gesendet, indem ich mich ja auch schon beworben hatte und ein Vorstellungsgespräch, dass da sogar noch offen war, hatte. Ich glaube es hat mich deshalb so verletzt, weil er vom ersten Date an immer gesagt hat, er möchte schnellstmöglich zurück (ist auch seine alte Heimat) und gleichzeitig habe ich immer gespürt, dass er es gar nicht möchte. Das hat mich so wütend gemacht. Mittlerweile erzählt er jedem ganz offen, dass wir in zwei Jahren zumindest in diese Region (Münsterland, jetzt sind wir im bergischen Land) zurückgehen werden. Ich habe schon mehrmals die Erfahrung gemacht, dass es sogar der Beziehung schadet, nicht auf seine Gefühle und Bedürfnisse zu hören. Deswegen habe ich mehrmals mit ihm gesprochen und versucht ihm das zu erklären. Die Alternative wäre gewesen, dass wir dann erst in zwei Jahren zusammengezogen wären. Ohne es überzubewerten, es ist nunmal Realität, dass ich schon Anfang 30 bin, dann wäre ich schon fast mitte 30 gewesen, wenn wir zusammgezogen wären und dann geht man ja auch nicht sofort weitere Schritte. Ich liebe ihn, ich habe noch nie das Gefühhl gehabt, dass ich so gut zu jemandem passe und möchte eine gemeinsame Zukunft mit ihm. Deswegen bin ich irgendwann an den Punkt gekommen, wir nehmen die Mitte (auch wenn sie das nicht ist). Es war so aussichtslos, mir aber unsere Liebe zu wichtig. Aufgrund meiner Erfahrung wäre es richtig gewesen, zu sagen, ich bleibe in meiner Stadt, behalte meinen Job oder suche mir dort einen neuen, wenn der Job an sich der falsche ist. Ich weiß, man soll das mit dem Alter nicht zu eng sehen, aber auch die Fernbeziehung an sich, alles unter der Woche nach der Arbeit noch erledigen (Sport, Haushalt, Freunde), weil man am Wochenende zum Partner fährt, ist irgendwann anstrengend und wollte ich auch nicht. Viele meiner Freunde sehen keine Logik darin, für zwei Jahre eine Wohnung zu suchen, in einer Stadt, wo niemand jemanden kennt (wobei er die 35 Minuten schonmal er fährt als ich meine Stunde und zehn Minuten), wenn wir langfristig sowieso wieder in meine Heimat wollen. Nach 1,5 Jahren jetzt die Stelle wechseln und dann nach weiteren 1,5 -2 Jahren schon wieder. Habe meinem Freund damals auch gesagt, dass es schwer ist, jetzt schon, da mir die Erfahrung fehlt und daher nur Absagen kommen und dann in weiten 1,5 Jahren schon wieder wechseln, wer glaubt mir da noch, dass ich langfristig etwas suche, mit Mitte 30 aus privaten Gründen zurück in die Heimat? Das wird schwer... weil er immer sagte, ich hätte es so einfach in der freien Wirtschaft, er als Lehrer würde ohne Grund gar nich versetzt etc. Ich habe das immer hinterfragt, woher er das denn so sicher wüsste etc. Seinen Versetzungantrag hat er dann nur gestellt, um mich zu beschwichtigen, das konnte ich so sehr spüren... was ja dann auch so war Aber egal mit wie vielen Menschen ich geredet habe: einen richtigen Lösungsvorschlag sonst hatte niemand. Manchmal habe ich Angst, dass er nie so weit sein wird, wirklich in meine Heimat zu ziehen und auch Kinder zu bekommen - aber zugesichert hatte er es mir mal... und ansprechen erzeugt Druck, was glaube ich, bei ihm nicht gut ist. Und JA, ich habe mich zum Teil aufgegeben, wusste das es nicht ganz richtig ist, aber ich wusste irgendwann keine Alternative mehr. Hätte ich "gefordert", mache, was du zu Beginn gesagt hast, geh zurück und komm in meine Stadt und er wäre damit unglücklich gewesen, was hätte das mit ihm oder uns gemacht? Nunja, er unternimmt gern viel und es ist eine mega schöne Stadt, wir hätte meine (und seine dort) Freunde treffen können, einfach richtig leben Ich weiß gar nicht, ob er merkt, dass ich meine Heimat vermisse. Er vermeidet es eher oder will davon nichts hören, wenn etwas negativ ist. Also nicht, dass er nicht feinfühlig ist, das ist er sehr.

4. Gehalt: Das ist relativ: Lebensqualität lässt sich schlecht aufrechnen, aber ein Wegfall des Pendelns bringt nicht nur mehr Freizeit, sondern du sparst auch Kosten fürs Auto. Wenn du sogar noch z.B. mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren könntest, hättest du gleich noch was für die Gesundheit getan (und es hilft beim Abschalten). --> siehe Pkt. zuvor

5. Deine eigene Gesundheit: Das ist wirklich wichtig, sogar das Allerwichtigste: Deine Gesundheit muss oberste Priorität haben, denn die ist bestimmend für alles andere. Wenn du selbst nicht gesund bist, wenn du nicht Gesundheit und Lebensfreude ausstrahlst, kannst du sowieso vergessen, einen Job in dieser Richtung zu bekommen. Wer stellt denn eine abgekämpft wirkende, blasse, kränklich aussehende oder gar moppelige Dame für sowas ein? --> ja, das stimmt. Die Pendelei bzw. der Stress, der mit dem Autofahren verknüpft ist, ist sicher nicht Auslöser (habe schon mehrere Jahre Probleme mit Migräne), aber negativer Einfluss hierauf

Hab das derzeit eigentlich schon für mich entschieden, dass ich wechseln muss. Obwohl ich mich innerlich schon längst verabschiedet habe, macht es mich traurig. Was ich derzeit auf der Arbeit leiste (gut, ich selbst sehe es immer negativer), entspricht eigentlich nicht den Anforderungen an mich selbst. Ich habe gestern nach Stellen gesucht. Die nächstgrößere Stadt hier ist Wuppertal, wohin ich durch den Berufsverkehr 30 Minuten pendeln würde, was ok ist oder eben bei den wenigen Personalvermittlungen hier in unserer Kleinstadt mal einfach anrufen und bewerben.

Danke auch für deine Tipps hinsichtlich der Mirgäne! Ich habe leider erst in ein paar Monaten einen Termin bei einem Neurologen bekommen, so lange versuche ich selbst wieder etwas achtsamer zu mir zu sein und nicht mehr zu sehr den Kopf zu zerbrechen.


@venus finsternis: so einfach ist das leider nicht mit einfach neue Ausbildung, neuer Beruf. Ich bin gelernte Bürokauffrau, habe einige Jahre darin gerarbeitet und dann 2013 noch einmal studiert. Ich bin erst von etwas mehr als 1,5 Jahren fertig geworden und muss irgendwann auch noch in ein paar Jahren das Bafög zurückzahlen... recht hast du vielleicht, aber die Rahmenbedingungen sind derzeit so, dass ich erstmal probieren möchte, Erfahrungen in meinem wirklichen Studienschwerpunkt zu sammeln, ohne Pendelei und dann für mich zu schauen, gibt es Weiterbildungen, mit denen ich langfristig vielleicht noch den Umweg ins Gesundheitswesen oder Teilbereichen dessen schaffe...


@Baum: vielen Dank, es tut gut zu hören, dass andere das nachvollziehen können



 

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1. Oktober 2018 um 14:40
In Antwort auf maya2402

Hallo zusammen,

zu meiner Situation: ich bin im Juli mit meinem Freund zusammengezogen. Nach etwas mehr als einem Jahr Fernbeziehung (nur 130 km) und einigen Monaten Überlegungen, sind wir in eine Kleinstadt zwischen unseren Wohnorten gezogen. Mir ist es sehr schwer gefallen, aus meiner Heimatstadt wegzuziehen, weg von meinen Freunden und "meinem Leben". Trotzdem habe ich es gemacht, weil ich meinen Freund wahnsinning liebe, wir beide schon Anfang 30 sind und in der Beziehung auch irgendwie "weiterkommen" wollte, seine Nähe öfter genießen, als nur am Wochenende.

Aktuell pendelt er 35 Minuten zur Arbeit, ich ca. eine Stunde, mal fünf Minuten weniger, mal auch 15 Minuten mehr, so dass ich manchmal über zwei Stunden am Tag im Auto sitze. Vor dem Umzug bin ich  auch schon 35 Minuten je Weg gefahren - ich wusste zwar, dass es anstrengend wird, aber für zwei Jahre machbar. Da ich oft im Stau stehe und wir beide auch am Wochende oft zu unseren Freunden fahren (was ja auch wieder mind. eine Stunde je Weg ist), ist schon echt viel. Er ist Lehrer und fährt daher zu etwas besseren Zeiten, ohne Baustellen und Stau. Selbst bei ihm habe ich manchmal das Gefühl, dass es hm zu viel ist. Aber er kann dann nachmittags schon etwas runterkommen. Wir gehen beide um  6.30 Uhr aus dem Haus, ich bin dann gegen 18.15 Uhr zu Hause, +/1 Im Vgl. zu Kollegen gehe ich super früh, arbeite in einem großen Konzern. Bin meistens um 16.45 oder 17.00 Uhr weg, damit ich wenigstens noch etwas vom Abend habe. Abends bin ich jedoch meist platt. Zwinge mich dann noch zum Sport, aber da ich (schon mehrere Jahre) Probleme mit Mirgäne habe, ist es dann spätestens nach der Autofahrt so übel, dass ich fast nichts mehr machen kann.

Ich merke, dass mir die Belastungen zu groß werden, obwohl ich es nicht will und mich wirklich oft zusammenreiße. Ich bin sehr dünnhäutig geworden, meine Migräne ist deutlich schlimmer geworden, oft gereizt und  traurig. Ich bereue sehr, dass ich nicht "einfach" zu ihm gezogen bin, er hing auch sehr an seiner Wohnung und es hätte ihn sehr glücklich gemacht. Ich habe ca. 25 Bwerbungen geschrieben, jedoch nur eine ernsthafte Möglichkeit gehabt. Hier habe ich mich nicht getraut, da ich zu Jahresbeginn noch nichtmal ein Jahr bei meinem jetztigen Arbeitgeber war und Chancen nicht verbauen wollte. Sonst nur Absagen und denke jetzt wird es nicht leichter. Ich habe BWL studiert, mit Schwerpunkt Personalmanagement, arbeite jetzt als Assistentin der Geschäftsführung, bei der ich auch einige Randthemen aus dem Personalmanagement übernommen habe, bin unter anderen Ausbilderin. Plane auch ganz viele Events für die Mitarbeiter, was echt toll ist. Trotzdem quäle ich mich oft durch den Tag, ich bin nachmittags manchmal so erschöpft, dass ich es gar nicht mehr schaffe, mich auch nur halbwegs zu konzentrieren. Ich kann viel mehr, als ich derzeit zeige/mache. Ich kanns nur derzeit nicht besser. Manchmal mag ich den Job, dann verfluche ich ihn, weil so viel für mich nicht passt. Mir ist jedoch noch nicht ganz klar, ob es die Randbedingungen sind (Entfernung, nicht entsprechend dem Studium), warum ich den Job dann so negativ sehe (habe innerlich wohl schon gekündigt) oder der Job selbst. Manchmal, eigentlich inzwischen oft, geht es so weit, dass ich denke, das falsche studiert zu haben. Bis ich ganz blöd in die Ausbildung zur Bürokauffrau "gerutscht" bin, war immer klar, dass ich ins Gesundheitswesen möchte, etwas sinnvolles tun. Mich ekelt das mittlerweile alles so extrem an: das ganze Getue, dieses Arsch aufreißen, nur um reiche Menschen noch reicher zu machen, MA so zu beeinflussen, dass sie noch besser, schneller,... werden. So bin ich nicht, so will ich nicht sein. Klingt blöd, denke daher ganz oft selbst: du warst und bist alt genug, du hast die Entscheidungen getroffen, jetzt musst du auch mit den Konsequenzen leben. Wollte immer ins Gesundheitswesen, deswegen habe ich ursprünglich auch mal den Weg eingeschlagen und Fachabi in dem Bereich. Bin manchmal so tief frustriert, dass ich gar nicht mehr weiß, was ich tun soll. Mein Freund hat seine Wohnung für mich aufgegeben und fährt nun ja auch weiter, 35 anstatt 20 Minuten. Ich fühle mich SO schlecht.

Hinzu kommt (das hatte ich auch immer im Kopf, wohl auch einer der Gründe, warum ich mich fürs Pendeln entschieden habe), dass wir beide in zwei Jahren zurück in meine alte Heimat wollen, das stand schon immer fest. Da er jedoch seine Klasse noch zu Ende begleiten möchte, geht es erst in zwei Jahren mit der Versetzung. Also eine Stelle bekommen würde er sofort, sein Antrag (war nur theoretisch) wurde sogar genehmigt, er hätte jetzt im Sommer wechseln können, wollte es aber nicht. Selbst wenn ich jetzt eine Stelle finden würde, hätte das zur Folge, dass ich in zwei Jahren wieder einen neuen Job wechseln müsste. Denn es käme definitiv nur eine Stelle mit max. 30 min Fahrtzeit je Strecke in Frage, das hatte ich früher ja auch schon und ist völlig ok.

Das alles klingt nach Luxusproblemen, aber mir gehts wirklich schlecht, psychisch und langsam auch körperlich. Ich habe manchmal sogar Angst, dass diese Belastungen meine Beziehungen irgendwann gefährden könnten. Ich möchte nichts überstürzen, aber momentan tendiere ich sogar dazu, eine Stelle bei einer Personalvermittlung anzunehmen, da würde ich höchstwahrscheinlich schnell etwas finden. Das bedeutet vor allem weniger Geld, aber Einsparung von Stress, mehr Zeit, mehr "Ankommen" hier vor Ort (hoffe ich), Einstieg ins Personalwesen..? Dann würde ich zumindest endlich mal richtige Praxis bekommen und so vielleicht eine Stelle darüber langfristig finden in dem Bereich. Und ich könnte herausfinden, ob ich vielleicht doch das richtige studiert habe und es nur wegen der Randbedingungen derzeit so schwarz gesehen habe. Ich würde mich gern weiterbilden, was ich derzeit vergessen kann. Vielleicht könnte ich dann noch irgendwie die Kurve bekommen Richtung Gesundheitswesen... zum Beispiel im betrieblichen Gesundheitsmanagement oder im Bereich der Aus- und Weiterbildung. Irgendetwas muss passieren, so geht es einfach nicht weiter. Ich habe mich schon an eine Beratung gewand, wo ich aber erst in einem Monat wieder einen Termin habe. Hat jemand einen Tipp für mich?

naja, ich fürchte, das nimmt generell eher zu bei den aktuellen Entwicklungen.

Bei mir selbst sind es 1.5h je Richtung. Falls mal wieder irgendwie der Zugverkehr hakt (was schnell mal an 4Tagen pro Woche passiert ) gern auch mehr. So um 1h haben die meisten Kollegen, mit 1,5h bin ich aber längst nicht an der Spitze unter den Kollegen hier in der Firma oder auch in den Firmen in der Gegend.
Wir arbeiten halt in München. Kann man super arbeiten, nur leider gar nicht bezahlbar wohnen.
So geht es in vielen anderen Städten auch.

Deswegen muss ich da meinen Vorrednern schon widersprechen: das ist tatsächlich eher ein Luxusproblem, da solche Arbeitswege eher die Regel als die Ausnahme sind. Also es sei denn, man räumt im Aldi Regale ein, der nächste Aldi ist nicht weit weg.

Allerdings pendle ich immer mit dem ÖPN, nicht mit dem Auto. Kann ich früh schlafen und abends lesen - damit ist die Zeit nicht komplett für die Katz. Und seit neuestem sind Home-Office-Möglichkeiten zum Glück sehr auf dem Vormarsch - ab und an mal ein Arbeitsweg von 0 hilft auch.
Eine Einschränkung der Lebensqualität ist es trotzdem - und nicht gerade wenig. Von Mo-Fr gehe ich halt 6 Uhr aus dem Haus und bin 18:45 wieder da. Und dann bin ich auch durch, da ist echt nimmer viel los mit mir.

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1. Oktober 2018 um 14:43
In Antwort auf avarrassterne1

naja, ich fürchte, das nimmt generell eher zu bei den aktuellen Entwicklungen.

Bei mir selbst sind es 1.5h je Richtung. Falls mal wieder irgendwie der Zugverkehr hakt (was schnell mal an 4Tagen pro Woche passiert ) gern auch mehr. So um 1h haben die meisten Kollegen, mit 1,5h bin ich aber längst nicht an der Spitze unter den Kollegen hier in der Firma oder auch in den Firmen in der Gegend.
Wir arbeiten halt in München. Kann man super arbeiten, nur leider gar nicht bezahlbar wohnen.
So geht es in vielen anderen Städten auch.

Deswegen muss ich da meinen Vorrednern schon widersprechen: das ist tatsächlich eher ein Luxusproblem, da solche Arbeitswege eher die Regel als die Ausnahme sind. Also es sei denn, man räumt im Aldi Regale ein, der nächste Aldi ist nicht weit weg.

Allerdings pendle ich immer mit dem ÖPN, nicht mit dem Auto. Kann ich früh schlafen und abends lesen - damit ist die Zeit nicht komplett für die Katz. Und seit neuestem sind Home-Office-Möglichkeiten zum Glück sehr auf dem Vormarsch - ab und an mal ein Arbeitsweg von 0 hilft auch.
Eine Einschränkung der Lebensqualität ist es trotzdem - und nicht gerade wenig. Von Mo-Fr gehe ich halt 6 Uhr aus dem Haus und bin 18:45 wieder da. Und dann bin ich auch durch, da ist echt nimmer viel los mit mir.

zu schnell abgeschickt...


Eine Einschränkung der Lebensqualität ist es trotzdem...
... aber das gleiche ich lieber auf anderem Wege aus. Eben damit, dass ich nicht mit dem PKW zur Arbeit fahre, dadurch, dass ich auch immer wieder auf Home-Office-Mgl. gedrängt habe (und das inwzischen auch echt Früchte trägt), dadurch, dass ich dann abends mir extra Zeit nur für mich und nur zum Regenerieren nehme, etc.

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22. Dezember 2018 um 18:16

Hallo zusammen, zwei Monate später melde ich mich noch einmal. Leider geht es mir gerade akut erneut nicht gut und leider hat sich an meiner Situation noch nichts geändert. Um ehrlich zu sein, geht es mir heute ziemlich schlecht. Meine Überforderung, so nenne ich es mal, wirkt sich mittlerweile auch sehr auf unsere Beziehung aus. Eine Trennung steht im Raum, von ihm... Ich denke immer wieder mal, es geht, ich hab mich an die Fahrerei gewöhnt, dann geht es gar nicht mehr. Ich weiß nicht, woran konkret sich eine Depression oder Burnout oder was auch immer bemerkbar macht, aber ich fühle mich einfach erschöpft an vielen Tagen. Wenn ich wieder besonders starke Kopfschmerzen habe, könnte ich einfach oft nur heulen. Auf der Arbeit oder unter Freunden in der Heimat ist alles gut, ich bin fröhlich, der größte Teil meines Jobs macht mir Spaß. Aber sobald ich länger im Auto sitze, zurück fahre, freue ich mich zunächst mega auf meinen Freund, aber ich fahre meistens eine Stunde und zehn Minuten, von Tür zu Tür sind das oft fast eineinhalb Stunden, wenn ich dann noch einen Arzttermin habe oder wir direkt zu einer Veranstaltung in der nächstgrößeren Stadt (Wuppertal) wollen, fahren wir nochmal mind. 20 -25 Minuten und wieder zurück, so dass ich an solchen Tagen auf 3 Stunden Fahrtzeit komme. Am Freitag ist es askaliert - ich komme nach Hause, weiß, dass mein Freund schon seit 11 Uhr frei hat und ich fange wieder an zu weinen auf der Couch, als ich um 18.30 da bin. Das kommt so oft vor, dass ich dann sage, dass ich einfach nicht mehr kann und so erschöpft und traurig bin... später ist dann alles wieder gut. Besonders an Tagen mit Migräne ist es schlimm - das löst so viel aus, dass er auf so viel Rücksicht nehmen muss. Das alles frustriert mich am meisten, dass ich so unglücklich bin, nicht mehr so unbeschwert und fröhlich... hab dann am Freitag noch den Koffer gepackt, Kleinkram erledigt und meinen Freund dann um 20.30 Uhr gefragt, ob wir nicht etwas später oder früh morgens fahren können. Er meinte dann, das würde sich dann nicht lohnen... es wäre aber okay, wenn wir dann zu Hause bleiben. Das wollte ich dann aber auch nicht. Ich hab schon so oft das Gefühl auf Dinge verzichten zu müssen, wegen Zeitmangel, Migräne... sind dann zwei Stunden später wieder aufgestanden und losgefahren... nach zweieinhalb Stunden waren meine Kopfschmerzen so übel, dass wir hin und her diskutiert haben, wieder nach Hause zu fahren. Das bin dann auch wieder ich, dass ich mich nicht entscheiden kann, wenn ich so emotional bin... dann hat er im Streit die Entscheidung getroffen. Es war so furchtbar. Wir haben uns dann am Freitag morgen, als wir zurück waren, direkt schlafen gelegt. Gestern hab ich dann noch superviel erzählt, warum ich so schwer aus meiner Heimat wegkonnte (Münster), dass ein Trennungsgrund von meinem Ex unter anderem war, dass ich in der Stadt, in der ich mit ihm gelebt habe, mir nicht ewig vorstellen konnte zu wohnen. Hatte vor einigen Tagen schon einmal zu ihm gesagt, dass ich auf jeden Fall nach den geplanten 1,5 Jahren nicht nur ins Münsterland sondern direkt nach Münster zurück möchte. Momentan ist es ganz schlimm, dass ich die Stadt, das Lebensgefühl, die Menschen dort vermisse. Er weiß all das jetzt und denkt, ich wäre unglücklich hier. Ich bin froh, mit ihm zusammenzuwohnen, ich liebe ihn über alles und ich wünschte, ich würde all das nicht fühlen, wäre entspannter und glücklicher. Ich habe noch viel erzählt... ich weiß ich denke einfach zu viel. Es war immer alles so unbeschwert in der Beziehung, bis das Thema zusammenziehen aufkam. Ich weiß nicht, was manchmal mit mir los ist und wie meine Stimmung so kippen kann. Ein großes Problem ist auch das Thema Neid, vielleicht sogar das Hauptproblem. Ich schäme mich dafür, dass so zu sagen. Er weiß das auch seit gestern, wusste es vorher auch schon ein bisschen. Ich werfe ihm unterschwellig oft vor, dass er mehr Zeit hat. Mehr vielleicht gar nicht, er muss als Lehrer auch viel vorbereiten, aber allein die ganzen Ferien, die er fast vollständig auch als solche nutzt und frei hat. Er ist einmal die Woche um 12.30 Uhr zu Hause, an den anderen Tagen zwischen 14 und 16 Uhr, er bereitet dann auch noch etwas vor, aber oft auch nicht und kann sich die Tage, an denen etwas ansteht auch so organisieren, dass er mal schon schläft, in die Stadt geht etc. Er fährt kürzer... er hat das Gefühl, als würde ich ihm das nicht gönnen. Das tue ich!! Ich würde das alles nur auch so gern so gut hinbekommen, entspannter sein Ich fühle mich nur noch abgehetzt. Ich glaube, ich überfordere ihn und unsere Beziehung arg. Er meinte, ihn stört gar nicht, dass ich gewisse Dinge habe oder blöd finde, aber nichts dagegen tue... Job, Migräne Seit gestern steht er nun völlig neben sich (Abbruch Prag-Fahrt und Reden), spricht kaum ein Wort, schläft und ist müde. Er weiß nicht, ob er noch mit mir Zusammensein möchte. Auf die Frage hin, ob er mich noch liebt, hat er mit ja geantwortet. Mich macht das alles völlig fertig. Es sollte so schön sein und ich mache es selbst kaputt. Ich bin so fertig im Moment... Musste das einfach mal runterschreiben

 

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