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Schmollende Kollegen - wie damit umgehen?

22. März 2011 um 6:38

Ich arbeite in einer größeren Abteilung, zu der auch eine Werkstatt gehört. Da die Tür zur Werkstatt immer geschlossen ist, hatte ich lange Zeit nicht mitbekommen, dass sich viele der Kollegen dort nicht miteinander verstehen - es gibt sozusagen zwei feindliche Lager.

Da alle Mitarbeiter beider Lager nett zu mir sind, war mir egal, ob bzw. warum die untereinander Streit haben. Reingezogen werden möchte ich da auf jeden Fall sowieso nicht.

Ein Lager hat einen jüngeren Leithammel und ein Lager einen älteren Leithammel. Mein persönlicher Eindruck ist, dass der Ältere auf den Jüngeren eifersüchtig ist. Neulich mußte der Jüngere meinem Chef bei ein paar Dingen helfen (schwer tragen, transportieren), und da ist er auch immer super zuverlässig zur Stelle, und mein Chef ist zufrieden. Als ich mich dann bei dem Jüngeren für die Hilfe bedankte (es war viel Arbeit, und er hat letztendlich auch mir geholfen), hat der Ältere das gehört, und seitdem grüßt er nur knapp, guckt mich mit so einem leidenden Blick an. Vorher blieb er immer möglichst lange an meinem Schreibtisch stehen und hat Smalltalk gemacht (was mir persönlich häufig zu viel war, und ich war dann immer froh, wenn eine Führungskraft aufkreuzte).

Solange alles so bleibt wie jetzt, kann ich gut damit umgehen, aber ich denke, dass der Ältere irgendwann etwas melodramatisches zu mir sagen wir. Da er mich unheimlich an einen Ex erinnert, wenn er so kindisch schmollt, will ich mir die Peinlichkeit ersparen, unsachlich zu reagieren.

Gerne hätte ich ein paar Formulierungen im Hinterkopf (damit mir dann nicht die Temperamentsgäule durchgehen ). Wie kann ich möglichst knapp und sachlich abgrenzen?

Natürlich weiß ich nicht, was er sagen wird, aber ich vermute, dass ein schmollender Hinweis kommt, dass ich mich ja plötzlich mit Kollege K. so gut verstehe.............oder er wir mit trauergetränkter Stimme mich darauf hinweisen, dass ich mir sicherlich denken kann, warum er nicht mehr so oft bei mir vorbeikommt................... .......

Wer kennt so eine Situation?

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22. März 2011 um 10:58

Das beste ist - in den meisten Fällen - sich dumm zu stellen
und genau DAS würde ich an Deiner Stelle tun. "warum Du Dich so gut mit Kollegen K. verstehst..." mit großen fragenden Augen anschauen und sagen, dass Du keine Ahnung hast, wovon er redet.
und "...dass ich mir sicherlich denken kann, warum er nicht mehr so oft bei mir vorbeikommt......." mit großen fragenden Augen anschauen und sagen "...keine Ahnung, ich dachte Du hattest Stress...."
und wenn er dann tatsächlich mit dem Grund herausrückt, dann würde ich ihm klarmachen, dass sowohl ER als auch Kollege K. aufgrund der netten Art, der Hilfsbereitschaft, der....bei Dir gleich "beliebt" sind und wenn es Streitigkeiten untereinander gibt, dass Du Dich da raushältst, weil Du nichts damit zutun hast.

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22. März 2011 um 17:19
In Antwort auf flyingkat

Das beste ist - in den meisten Fällen - sich dumm zu stellen
und genau DAS würde ich an Deiner Stelle tun. "warum Du Dich so gut mit Kollegen K. verstehst..." mit großen fragenden Augen anschauen und sagen, dass Du keine Ahnung hast, wovon er redet.
und "...dass ich mir sicherlich denken kann, warum er nicht mehr so oft bei mir vorbeikommt......." mit großen fragenden Augen anschauen und sagen "...keine Ahnung, ich dachte Du hattest Stress...."
und wenn er dann tatsächlich mit dem Grund herausrückt, dann würde ich ihm klarmachen, dass sowohl ER als auch Kollege K. aufgrund der netten Art, der Hilfsbereitschaft, der....bei Dir gleich "beliebt" sind und wenn es Streitigkeiten untereinander gibt, dass Du Dich da raushältst, weil Du nichts damit zutun hast.


Die Lösung gefällt mir sehr gut. Vielen Dank.

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23. März 2011 um 15:53
In Antwort auf vena_11880019


Die Lösung gefällt mir sehr gut. Vielen Dank.

Diesen Verhaltensvorschlag finde auch ich prima!
Tatsächlich hast Du ja gar keinen Grund den einen Kollegen dem anderen vorzuziehen - und das würde ich auch so beibehalten. Damit signalisierst Du Neutralität und auch Vertrauen!

Dennoch ein Tipp: versteife Dich nicht so sehr darauf, dass der ältere Kollege beleidigt ist und Dich irgendwann sogar anspricht, denn diese Erwartungshaltung wirst Du 'irgendwie' (völlig unbewusst natürlich) auch ausstrahlen - und dann kannst Du sicher sein, dass Dich der ältere Kollege irgendwann darauf anspricht!

Also, mach' Dir einfach nicht so viele Gedanken um etwas, das Dir eigentlich doch gut tut: Du musst jetzt nicht mehr so lange mit der älteren Quatschbacke quasseln.

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24. März 2011 um 5:32
In Antwort auf ngaire_12351690

Diesen Verhaltensvorschlag finde auch ich prima!
Tatsächlich hast Du ja gar keinen Grund den einen Kollegen dem anderen vorzuziehen - und das würde ich auch so beibehalten. Damit signalisierst Du Neutralität und auch Vertrauen!

Dennoch ein Tipp: versteife Dich nicht so sehr darauf, dass der ältere Kollege beleidigt ist und Dich irgendwann sogar anspricht, denn diese Erwartungshaltung wirst Du 'irgendwie' (völlig unbewusst natürlich) auch ausstrahlen - und dann kannst Du sicher sein, dass Dich der ältere Kollege irgendwann darauf anspricht!

Also, mach' Dir einfach nicht so viele Gedanken um etwas, das Dir eigentlich doch gut tut: Du musst jetzt nicht mehr so lange mit der älteren Quatschbacke quasseln.


Stimmt, "das Dir eigentlich doch gut tut: Du musst jetzt nicht mehr so lange mit der älteren Quatschbacke quasseln." empfinde ich tatsächlich so.

Danke für den Hinweis mit der Ausstrahlung. Das macht auch Sinn. Der größte Teil der Kommunikation läuft ja non-verbal ab. Zum Glück bin ich jetzt so beschäftigt, dass ich mittlerweile nicht mehr an den älteren Kollegen denke sondern nur noch kurz sein Schmollen zur Kenntnis nehme, wenn er an meinem Tisch vorbeihuscht.

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24. März 2011 um 20:41


Heute kam der Schmollmund an und wollte mir Fotos zeigen von seiner Theatergruppe (wir haben eine Theatergruppe in der Firma - das ist also keine Ironie meinerseits). Er sagte, er hätte die Fotos nur digital, und sie wären zu groß, um sie zu mailen. (Ja, ja. ).

Ich werde auf der Hut sein. Er hatte angefangen, zu schmollen, als bei uns riesige organisatorische Veränderungen bekanntgegeben wurden. Damals haben viele versucht, mich auszuhorchen.

Ich muß jetzt echt aufpassen, dass ich nicht zwischen die Fronten gerate.

K., der jüngere Kollege, verhält sich weiterhin neutral und korrekt.

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