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Selbstständig machen oder nicht...

19. Juli 2018 um 16:53

Hey ich habe seid langem eine Idee im Kopf und will diese umsetzten das Problem ist nur mein Mann findet es nicht gut den ich könnte damit in seinen Augen nix verdienen und da ich ja alles selbst tragen muss wegen Versicherung und allem
Ich weiß aber auch das man Geld beantragen kan als Zuschuss 
Was denkt ihr ihr so darüber ist vielleicht jemand hier der sich selbstständig gemacht hat?

es soll in den Bereich kleidung Design und Verkauf gehen 


 

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20. Juli 2018 um 12:47

Ich bin auch selbständig. 

Was du tun kannst: es gibt die Möglichkeit, sich auch bei der IHK beraten zu lassen, sollte es um ein Fach gehen, das damit zu tun hat. 
Bräuchtest du denn ein hohes Startkapital, um deine Selbständigkeit zu beginnen? Dann müsstest du vermutlich einen Businessplan erstellen, damit die Bank prüfen kann, ob das ganze Sinn macht oder ob die ihren Kredit nie wieder sehen. Bei der KfW-Bank gibt es oft einen günstigen Kredit. Aber die prüfen natürlich auch. 

Was ich aber auf jeden Fall empfehlen würde: versichere dich lieber nicht bei einer privaten Versicherung. Wenn du dich freiwillig gesetzlich versicherst, dann zahlst du in Abhängigkeit von deinen Einkünften. Dh wenn du viel verdienst, dann zahlst du viel, wenn du wenig verdienst, dann zahlst du wenig (unter einen Mindestbeitrag kommst du aber nie, der ist um die 150 Euro). In der privaten Versicherung zahlst du immer gleich viel (auch wenn es beschissen läuft) und du kannst nicht in die gesetzliche zurück wechseln, außer, du bist nochmal irgendwo angestellt. Wenn deine Selbstständigkeit mal pleite gehen sollte, dann kommst du solange aus der privaten nicht raus, bis du wieder angestellt bist. ab dem 56. Lebensjahr kommst du gar nicht mehr raus. Wenn du mal Kinder hast, dann müssen alle Kinder in die private und das kann irre teuer werden. In der gesetzlichen sind die Kinder kostenfrei familienversichert. 
Du brauchst für die Selbständigkeit einen Steuerberater, der im Jahr mind. 700 Euro kostet. 
Auch solltest du dir Gedanken um deine Rente machen, denn normal zahlt man in die gesetzliche Rentenversicherung nicht mehr ein. Du hast auch keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld, wenn man lange genug raus ist aus der Beitragszahlung.
Du hast keine Einkünfte bei Urlaub oder Krankheit, je nachdem, was du machen willst, musst du vielleicht in der Zeit sogar jemanden beschäftigen, der dich vertritt. Deine Kosten (Miete, Versicherungen, Krankenkasse usw) laufen natürlich weiter. Das würde einen Urlaub/eine Krankheit schnell mal teuer machen. 
Am sinnvollsten kann es sein, erstmal nebenberuflich zu starten und wenn du merkst, es gibt Kunden und Aufträge, dann kannst du dich immernoch ganz der Selbständigkeit widmen. Bei manchen Sachen geht das aber natürlich nicht, z.B. Boutique. 

Das gute ist aber: du bist dein eigener Chef, du arbeitest für dich und für sonst niemanden. Okay, für das Finanzamt noch... À propos: Steuervorauszahlungen sind nicht schlecht, dann kommt nicht mit dem Steuerbescheid eine riesige Nachzahlung. 

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29. Juli 2018 um 8:47

Lass dich erstmal beraten. Wie oben schon genannt kannst du zu IHK gehen, hab ich damals auch gemacht. Ich hatte ein Kleingewerbe nebenbei. Hab mehrer Seminare besucht und und und. Würde ich dir vielleicht erstmal raten, ein Kleingewerbe draus zu machen. Dann siehst du wie es läuft und kannst dich dann immer noch vergrößern wenn es gut ist. Wenn du mehr wissen möchtest, wie es bei mir war kannst du mir gerne PN schicken.

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30. Juli 2018 um 7:19

Klar hat das auch seine Nachteile, wenn man ein Kleingewerbe hat. Hatte damals auch eine Steuerberaterin an meiner Seite. Aber ich denke erstmal für den Anfang um zu schauen wie es überhaupt läuft, ist es gar nicht schlecht. Vergrößern kann man sich ja dann immer noch.

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8. Oktober 2018 um 12:58

Ich hatte auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet, weil ich seinerzeit noch völlig ahnungslose Studentin war und von meiner ersten Auftraggeberin da rein genötigt worden bin. Was die so toll dran fand, eine Rechnung mit ausgewiesener MwSt. zu bekommen statt brutto=netto (ich hab ja netto dasselbe verlangt), weiß ich nicht, fürchte aber, sie war noch ahnungsloser als ich.

Inzwischen bin ich heilfroh, jetzt Kleinunternehmer zu sein. Ich überlege schon, ob ich alle gewerblichen Anteile abstoße. Ich habe ewig nur Tätigkeiten gemacht, die als freiberuflich eingestuft werden von den Ämtern. Dann kam was hinzu, was definitiv gewerblich ist. Seitdem führe ich zwei Einnahmen-Überschuss-Rechnungen, was natürlich einen extra Aufwand bedeutet. Da ein Steuerberater bei meinem Umsatz weitaus mehr kostet als ich im Monat einnehme (das Spiel hatte ich schon), verzichte ich und mache selbst, was mir jährlich zwei lästige Tage einbringt.

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8. Oktober 2018 um 13:18

Das nervigste ist nur (fand ich immer) das die Handwerkskammer halt auch Geld haben will und da muss man rein (so war es bei mir und so wurde es mir auch erzählt).

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8. Oktober 2018 um 20:55
In Antwort auf ariter88

Das nervigste ist nur (fand ich immer) das die Handwerkskammer halt auch Geld haben will und da muss man rein (so war es bei mir und so wurde es mir auch erzählt).

Das mit der Handwerkskammer ist wirklich davon abhängig, was man macht. Freie Berufe haben damit nichts zu tun - und Künstler beispielsweise sind Freiberufler in aller Regel.

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9. Oktober 2018 um 6:54

Ah ok, das wusste ich auch noch nicht. Wurde mir in den zahlreichen Seminaren nicht erzählt. Danke für den Tipp

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25. März um 15:20
In Antwort auf blondie1994

Hey ich habe seid langem eine Idee im Kopf und will diese umsetzten das Problem ist nur mein Mann findet es nicht gut den ich könnte damit in seinen Augen nix verdienen und da ich ja alles selbst tragen muss wegen Versicherung und allem
Ich weiß aber auch das man Geld beantragen kan als Zuschuss 
Was denkt ihr ihr so darüber ist vielleicht jemand hier der sich selbstständig gemacht hat?

es soll in den Bereich kleidung Design und Verkauf gehen 


 

Hallo. ich bin im 15ten Jahr selbstständig. Aus meiner Sicht kommt es konkret auf die Branche an, in der du dich selbstständig machen willst und auf dein Alter.
Die Branche Kleidung, Design und Verkauf, finde ich echt schwierig, da da die Konkurenz groß ist.

Dein Mann wird das ganze kritisch sehen, weil er fürchtet, letzten Endes alleiniger Verdiener zu sein.

Für mich, haben sich immer die eigenen Sozialkosten als am höchsten dargestellt. Ich arbeite für mich allein, habe ein Geschäft und keine Mitarbeiter. Ich bin im Handel.  Welchen Krankenkassenbeitrag du zahlen wirst, kannst du dir selbst ausrechnen. Wenn du auf deinen aktuellen Lohnschein nachschaust, siehst du, wie du für deine Krankenkasse bezahlst, den gleichen Anteil bzw den 1,5fachen Anteil bezahlt dein Arbeitgeber. Du musst beide Anteile selbst tragen können !  In der gesetzlichen Rente kannst du erst mal bleiben und dort einzahlen und später , falls es gut läuft selbst eine Rentenvorsorge kreiiren.

Was wirklich auch teuer ist, egal ob du Gewinn oder Verlust machst, ist das was sicher kommt---> die Steuer. Auch wenn du Vorrauszahlungen machst, ist eben der Steuerberater sehr teuer. Ich bin in Sachsen-Anhalt und mache Buchhaltung ect. selbst und zahle trotzdem 1000Euro im Jahr an den Steuerberater!  Stellt sich aus deinen Unterlagen heraus, das du keine Umsatzsteuern zahlen musst, weil deine Gewinne zu niedrig sind, oder du bekommst jedes mal Rückzahlungen zurück, stuft das Finanzamt dich als "Liebhaberei" ein. Dann behauptet das Finanzamt das du dein Hobby zum Beruf gemacht hast, den der Staat zahlen soll. Dieser Hahn wird dir dann zugedreht und dann kannst du keine Ausgaben mehr geltend machen, musst aber trotzdem Steuern zahlen!

Die Mieten sind in den Hochburgen sehr hoch und stellen sich oft , als höchsten Posten heraus.

Besonders optimistisch sehe ich das also auch nicht.  Du kannst sicher herausfinden, ob du Fördermittel bekommen kannst. Früher gab es die "Ich-AG", was es heute gibt, weiß ich nicht.
Falls du an "aufstocken" gedacht hattest, dafür musst du dem Arbeitsamt weiter zu Verfügung stehen und dich als Vermittelbar halten. Eines geht ja nur. "Aufstocken" hängt auch vom Verdienst deines Mannes ab.


Von einem Förderkredit der KFW rate ich ab !  Hier bezahlst du anfänglich nur die Zinsen und später die Tilgung dazu. Das heisst, du hast am Anfang eine kleine Rate, die nach einigen Jahren aber in die Höhe schnellt !

Früher sprach man von 2-3 Jahren Anlaufzeit um Gewinne in der Selbstständigkeit zu schreiben, heute sind es bodenständig betrachtet 5-6 Jahre, die man an Geduld aufbringen muss. Gut , wenn dein Mann dann Geld verdient.

In meinem Umfeld sind mir viele Selbstständige bekannt, die weniger verdienen, als der gesetzliche Mindestlohn.
Viele haben mehrere Standbeine!

Mein Rat: Versuche es mit einem Nebengewerbe. Bleibe in deinem Hauptberuf und  betreibe deine Idee als Nebengewerbe...du kannst, wenn es ein Erfolg wird, immernoch auf Vollgewerbe umsteigen.

Viel Glück.






 

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