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Ständiges Mobbing - was kann man da machen? Bitte helft mir!!

16. Februar 2010 um 14:17

Hallo,

ich habe ein wirklich sehr großes Problem mit meinem Arbeitgeber. Die Geschicht begann bereits im März 2006. Damals begann ich nach dem Studium meine Festanstellung in der Firma in der ich bereits mein Praktikum absolviert habe. Während des Praktikums war dort alles Prima. Doch dann begann für mich die Hölle auf Erden. Meine Abteilungsleiterin hat von Menschenführung überhaupt keine Ahnung und hat auch kein Rückgrat, um sich für andere einzusetzen. Ich hatte direkt neben meinem Arbeitsplatz zwei Kolleginnen, die mich ständig mit dem Wissen beider Chefs aufs übelste gemobbt haben. Ich telefoniere zu laut, ich sei nicht hübsch genug für den Empfangsbereich, ich würde zu laut tippen. Angeblich war auch mein PC zu laut, sodass er mit Schaumstoff gedämmt werden musste, da die beiden Damen mit täglichem Kopfweh zu kämpfen hätten, sobald ich anwesend sei. Der oberste Chef wurde ständig mit diesem Thema konfrontiert und sein Kommentar zu mir war nur: "Wenn es da unten jetzt nicht Ruhe gibt, dann müssen sie halt gehen!" Ich hatte nur einen Vorteil, dass der Prokurist auf meiner Seite stand und mir immer wieder geholfen hat. Als er mich dann in seine Abteilung holen wollte, haben die beiden Damen und meine Abteilungsleiterin voll dagegen getan und auf einmal hieß es vom Chef: "Das Mädchen ist so zierlich, sie hat so schlanke Schultern. In meinen Augen ist die nicht belastbar und bleibt am Besten an diesem Arbeitsplatz. Sie ist nur ein billiger Betriebswirt!" Ich muss dazu sagen, dass ich eine von insgesamt vier Betriebswirten in der Firma bin, zwei davon sind die Chefs und zwei sind Sachbearbeiter.

Ich stand morgens schon immer auf und mir war total schlecht. Das Arbeiten machte ja auch wirklich nur noch Spass. Gott sei Dank habe ich einen tollen Ehemann, der mich voll unterstützt und immer wieder aufbaut.

Im Oktober 2007 habe ich dann erfahren, dass ich schwanger bin. Dann wurde alles nur noch viel schlimmer. Schon allein meine Anwesenheit wurde als negativ angesehen. Als ich dann nach meiner Hochzeit krankgeschrieben wurde, war es nur noch die Hölle für mich. Es kam nun soweit, dass ich im April 2008 eine Frühgeburt hatte, weil sich stressbedingt die Plazenta abgelöst hatte. Mein Kind musste per Notkaiserschnitt geholt werden und lag zwei Wochen auf Intensiv, da es nur knapp dem Tod entgangen war. Ich selbst hatte einen sehr hohen Blutverlust, sodass ich von Glück sagen konnte, dass es mir bald wieder gut ging. Aufgrund des Stresses und der schweren Geburt, wurde unser Kind zu einem Schreikind. Das ging das ganze erste Jahr so. Meine Ärzte bestätigten mir alle, dass die Plazentaablösung, die schwere Geburt und das Schreikind alles auf den psychischen Stress während der Schwangerschaft zurückzuführen sei.

Nun bin ich momentan ja noch im Erziehungsurlaub, aber im Dez. 2008 ließ ich mich dazu überreden, wieder ein paar Stunden zu arbeiten, da der Chef bei mir angekrochen kam und meinte, dass ich doch nicht so leicht zu ersetzen sei und sie mich deshalb dringendst wieder bräuchten. Dazu muss man sagen, dass seit Jan. 2009 bereits meine zweite Nachfolgerin da ist und ich diese einleren musste. Ich erfuhr zwar ständig, dass das ganze Jahr 2008 nur über mich geschumpfen wurde, vor allem von meiner AL, dass ich voll schlecht sei. Man könnte ja froh sein, dass man mich los sei. Ich hätte sowieso nichts gekonnt, etc. Als ich jedoch 2009 dann wieder anfing, wurde ich sehr zuvorkommend behandelt. Mir ging es wirklich gut, bis ich dieses Jahr im Januar eine Woche krank war (schwere Grippe). Dann hieß es auf einmal: "Wir hatten doch ausgemacht, dass sie nur bis März arbeiten. Wir stellen jetzt jmd neues ein, dann brauchen wir sie eh nicht mehr!" Ich arbeitete höchstens sechs Stunden und auf einmal wurde mir ab Februar jedesmal, egal wie lange ich da war, 45 min Pause abgezogen. Als ich mich nun dagegen gewehrt habe und nachfragte, ob da nicht die gesetzliche Regelung greifen würde, dass man erst nach 6 Std. eine Pause einlegen müsste, sagte der Chef zu mir: "Da können Sie gleich mein Büro verlassen!! Sie drehen doch eh nur Däumchen solange niemand da ist!! Sie arbeiten doch sowieso nichts!!" Ich hatte jedesmal meine Arbeit, die mir angegeben wurde erledigt. ICh habe immer meine Stunden voll durchgearbeitet und jetzt bekomme ich wieder den Schuh in den A****! Dan eröffnete mir meine AL noch: "Die neue Kollegin kommt am 1. März. Die sitzt dann an ihrem Platz. Für sie sollte ich mir dann zwar was einfallen lassen. Aber bisher habe ich noch keine Idee!"

Da hat es mir nun endgültig gereicht. Ich habe dann auf Monatsende meine geringfügige Beschäftigung beendet. Meine URlaub und meine Überstunden eingereicht. Dann hieß es vom Chef noch: "Sie kommen aber nächstes Jahr schon wieder?" Ich habe bisher auch noch nichts gegenteiliges gesagt.

Ich fühle mich seit gestern wieder so mies. Ich denke die ganze Zeit, warum ich mich wieder daraufg eingelassen habe. Ich hatte gestern noch einen Arztermin zur Krebsvorsorge und da war dann mein Blutdruck bei 195/92. Ist ja nicht verwunderlich.

Vielleicht kann mir ja jmd. helfen und mir einen Rat geben. Meint ihr man könnte gegen die Firma was machen? Vielleicht bin ich ja auch selbst schuld. Ich fühle mich nur noch mies.

Liebe Grüße

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26. März 2010 um 11:59

Opfer
So wie du schreibst siehst du dich offenbar als Opfer und du scheinst auch für dein Umfeld, Chefs, Kollegen ein leichtes und williges Opfer zu sein.

Sorry, du hast dich entschieden in der freien Wirtschaft zu arbeiten. Freie Wirtschaft bedeutet aber immer Kampf. Ein Unternehmen kämpft gegen die Konkurrenzunternehmen, Chefs kämpfen gegeneinander, um den Job nicht zu verlieren, Mitarbeiter kämpfen gegeneinander um ihren Job zu behalten oder um befördert zu werden.

Du wirst im Job nur bestehen können, wenn du anfängst zu kämpfen.

Zum Thema Mobbing: Mobbing betreiben nur Schwache gegen Schwächere. Jemandem der versucht zu mobben würde ich mich niemals anzubiedern versuchen. Ich würde ihn verachten und ihm das zeigen. Und im nu würdest du andere Kollegen auf deine Seite ziehen, weil diese dem Stärkeren folgen und nicht einem armseligen Mobber.

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4. Juni 2010 um 11:51

Ständiges mobbing
Hi naddel,
habe deinen Bericht gelesen und kann wirklich mitfühlen.
Und gerade solche Angriffe wie:

Zitat:
(Angeblich war auch mein PC zu laut, sodass er mit Schaumstoff gedämmt werden musste, da die beiden Damen mit täglichem Kopfweh zu kämpfen hätten, sobald ich anwesend sei.)

Ich hätte gekontert:: ach hat der arme PC Husten? Vielleicht sollte er noch ein Salbeibonbon bekommen, ich hole gleich den Arzt)

Oder ich hätte gesagt: : wie, schreit der arme PC schon wieder? Ich glaub, dem ist schlecht, der muss unbedingt mal in Urlaub

Daraus hätte sich im Büro wieder eine Lachnummer ergeben.

Die anderen merken dann das man sie nicht ernst nimmt , somit hätten sie keine Angriffsfläche.

Aber du musst für dich entscheiden ob es für dich noch tragbar ist dort zu arbeiten. Und so wie du schreibst ist die Situation so heftig das sich das wohl auch nicht mit einem klärenden Gespräch ändern würde. Du kannst nur rausgehen aus diesem miesen Arbeitsklima und dir einen neuen Job suchen.

Du musst mal überlegen wie lange willst du das mitmachen und wenn diese Angriffe dich jetzt schon so übel mitnehmen was soll aus deiner Gesundheit und deiner Psyche werden. Außerdem hast du ein Kind für das du Verantwortung trägst.

Oder du entwickelst ein dickes Fell. So habe ich es in meinem Job gemacht. Wenn es bei mir so einen vollkommenen lächerlichen Angriff gibt, sehe ich das mit Humor und bleibe sachlich. Es trifft mich nicht mehr. Ich habe im Laufe meiner beruflichen Laufbahn gelernt, und ich habe oft gewechselt, das es Menschen gibt, die es anscheinend für ihr Ego brauchen andere Menschen mies zu machen. Das wirst du in jeder Branche und in jeder Gegend Deutschland finden. Schadenfreude wird hier großgeschrieben. Überall. Also wunder dich nicht und nimms gelassen.


viele mitfühlende Grüße

Sina

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