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Studium, staatl. Anerkennung, unpassender 1. Job und was nun?

12. November 2016 um 10:22

Hallo liebe gofeminin-Leserinnen und Leser,

der Titel dieser Diskussion beschreibt mein Problem recht gut. Ich habe Soziale Arbeit studiert und habe auch meine staatliche Anerkennung direkt im Anschluss hinten dran gehängt. Nun stehe ich in meinem ersten "richtigen" Job in einem Jobcenter. Ich bin dort seit 8 Monaten eingestellt und war bis vor kurzem dort auch recht zufrieden. Leider habe ich dort einen heftigen, gewalttätigen Übergriff auf einen Kollegen miterlebt, sodass ich dort nun nicht mehr arbeiten kann und auch möchte. Ich befinde mich in fachärztlicher Behandlung und gehe das Problem an. Allerdings ist mir klar geworden, dass dort nicht mehr mein Arbeitsplatz sein kann.
Doch was mache ich nun? Im Studium heißt es immer, dass man mit der sozialen Arbeit soooo viele Möglichkeiten hat. Klar es werden händeringend Akademiker für die Flüchtlingsarbeit oder die Kindertageseinrichtungen gesucht, aber das ist nicht das was ich mir vorstellen kann. Damit habe ich mich im Studium auch überhaupt nicht befasst, da mir von Anfang an klar war, dass dies nicht mein Weg sein wird. Der Arbeitsmarkt sieht generell nicht so rosig derzeit aus und mir fehlen schlichtweg auch die zündenen Ideen. Gibt es hier vielleicht Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben, dann erstmal vor einer Sackgasse standen, einen Weg dann aber gefunden haben und diese Erfahrung mit mir teilen würden?
Ich sollte noch erwähnen, dass ich ebenfalls eine schulische Ausbildung im kaufmännischen Bereich habe (staatl. geprüfte kaufmännische Assistentin) und mir ein Job in einem festen Büro mit administrativen Tätigkeiten durchaus Spaß macht. Das habe ich immer hin auch an der Arbeit im Jobcenter geschätzt. Aber gibt es so viele Jobs in welchen auch Sozialarbeiterinnen Fuß fassen können? Und wenn ja welche Arbeitgeber sind das?

Ich würde mich über ein paar Meinungen, Gedanken und Denkanstöße freuen. Vielleicht bin ich ja doch nicht so allein mit meiner Situation wie ich bisher annehme.

Liebe Grüße ins Netz,

LilaOrchidee3

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12. November 2016 um 16:29

Danke glyzinie für deine Antwort. Genau das ist der Knackpunkt - was kann ich mir vorstellen? Ich bin ziemlich ratlos. Spezialisiert im Studium habe ich mich nicht auf den Bereich Jobcenter, sondern auf den Bereich des Gesundheitswesens und der Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen. In diesem Bereich habe ich auch meine staatliche Anerkennung absolviert - ambulant betreutes Einzelwohnen von psychisch erkrankten Menschen.

Die Anzeigen die derzeit online sind, sind eben im Bereich der Flüchtlingshilfe oder im Kindertagesstättenbereich. Das kann ich mir wie gesagt so gar nicht vorstellen. Aber es muss doch irgendetwas geben wo man mit dem Studium auch in eine andere Richtung gehen kann und vielleicht meine schulische Ausbildung (Wirtschaft) und mein Studium miteinander verbinden kann??

Das mit der Ruhe ist vollkommen klar und da hast du auch sicherlich recht. Nur gebe ich mir nun schon mehr als 6 Wochen Ruhe und so langsam muss ein Plan B her, da ich nicht vor habe in der Arbeitslosigkeit zu landen. Mein derzeitiger Vertrag ist befristet und aller wahrscheinlichkeit nun auch nicht mehr verlängert werden. Abgesehen davon möchte ich dort auch nicht mehr arbeiten und kann es auch nicht mehr.

Viele Grüße

LilaOrchidee3

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13. November 2016 um 18:55
In Antwort auf lilaorchidee3

Danke glyzinie für deine Antwort. Genau das ist der Knackpunkt - was kann ich mir vorstellen? Ich bin ziemlich ratlos. Spezialisiert im Studium habe ich mich nicht auf den Bereich Jobcenter, sondern auf den Bereich des Gesundheitswesens und der Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen. In diesem Bereich habe ich auch meine staatliche Anerkennung absolviert - ambulant betreutes Einzelwohnen von psychisch erkrankten Menschen.

Die Anzeigen die derzeit online sind, sind eben im Bereich der Flüchtlingshilfe oder im Kindertagesstättenbereich. Das kann ich mir wie gesagt so gar nicht vorstellen. Aber es muss doch irgendetwas geben wo man mit dem Studium auch in eine andere Richtung gehen kann und vielleicht meine schulische Ausbildung (Wirtschaft) und mein Studium miteinander verbinden kann??

Das mit der Ruhe ist vollkommen klar und da hast du auch sicherlich recht. Nur gebe ich mir nun schon mehr als 6 Wochen Ruhe und so langsam muss ein Plan B her, da ich nicht vor habe in der Arbeitslosigkeit zu landen. Mein derzeitiger Vertrag ist befristet und aller wahrscheinlichkeit nun auch nicht mehr verlängert werden. Abgesehen davon möchte ich dort auch nicht mehr arbeiten und kann es auch nicht mehr.

Viele Grüße

LilaOrchidee3

Du hast dich also auf die Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen speziallisiert und würdest gerne in diesem Bereich auch Arbeiten? Also mit Menschen weniger aber im Jobcenter. Meinst du denn das du Aufgrund der erlebten Sache dafür stabil genug bist? Grade in diesem Bereich passieren ja doch schon immer mal knall harte Dinge. Da braucht man schon harte Nerven.
Wenn du dich dafür gewappnet fühlst könnte eine Arbeitsstelle z.B. auch im Maßregelvollzug etwas für dich sein oder bei der Forensik. Da gibt es schon viele Dinge die eine Sozi machen kann.  

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13. November 2016 um 23:00

Hi du,

ich bin Sozialpädagogin und beschäftige mich auch gerade etwas mit dem Arbeitsmarkt... 
So schlecht sieht der nicht aus - wobei da die Region schon auch ne Rolle spielen dürfte.
Interessant finde ich, dass du zwar durch dein Erlebnis Angst vor Übergriffen durch Klienten hast, aber gleichzeitig gerne mit psychisch Kranken arbeiten möchtest/es dir vorstellen kannst. 
Im Einzelwohnen mag das vielleicht nicht so unbedingt der Fall sein - aber im stationären Bereich hast du die Problematik von Übergriffen genauso, eher noch mehr als im JC. 

Die Arbeit mit Flüchtlingen - wo derzeit tatsächlich viele Jobs zu haben sind - dürfte mE auch vieles von der Arbeit mit Psychisch Kranken beinhalten - grad wenn du dir den Bereich der Unbegleiteten Minderjährigen anschaust. Evtl lohnt es sich ja, sich auf so ne Stelle einfach mal zu bewerben und so mal genauer rauszufinden, was fachlich gefordert und benötigt wird? Mit Traumata und den Folgen, Organisation und Aufbau eines Lebensplanes dürftest du es da z.B. auch zu tun bekommen... 
Was mir sonst noch einfällt: Tätigkeit als Berufsbetreuerin (selbständig oder angestellt) oder im Sozialdienst einer Klinik. 

Vielleicht kannst du das Pferd ja auch von hinten aufzäumen und dir mal einen Überblick verschaffen, welche Sozialen Einrichtungen es in deiner Region gibt?

Tiri
 

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16. November 2016 um 13:06

Du könntest dich auch initiativ bewerben, wenn in den Einrichtungen, die dich interessieren derzeit keine Stellen ausgeschrieben sind. Außerdem stimme ich Tiri vollkommen zu, was die Arbeit mit Flüchtlingen angeht.

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18. November 2016 um 15:50

Mir fällt auch Sozialdienst, Integrationsfachdienst, berufliche Reha und Wiedereingliederung ein

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20. November 2016 um 13:54
In Antwort auf tirima

Hi du,

ich bin Sozialpädagogin und beschäftige mich auch gerade etwas mit dem Arbeitsmarkt... 
So schlecht sieht der nicht aus - wobei da die Region schon auch ne Rolle spielen dürfte.
Interessant finde ich, dass du zwar durch dein Erlebnis Angst vor Übergriffen durch Klienten hast, aber gleichzeitig gerne mit psychisch Kranken arbeiten möchtest/es dir vorstellen kannst. 
Im Einzelwohnen mag das vielleicht nicht so unbedingt der Fall sein - aber im stationären Bereich hast du die Problematik von Übergriffen genauso, eher noch mehr als im JC. 

Die Arbeit mit Flüchtlingen - wo derzeit tatsächlich viele Jobs zu haben sind - dürfte mE auch vieles von der Arbeit mit Psychisch Kranken beinhalten - grad wenn du dir den Bereich der Unbegleiteten Minderjährigen anschaust. Evtl lohnt es sich ja, sich auf so ne Stelle einfach mal zu bewerben und so mal genauer rauszufinden, was fachlich gefordert und benötigt wird? Mit Traumata und den Folgen, Organisation und Aufbau eines Lebensplanes dürftest du es da z.B. auch zu tun bekommen... 
Was mir sonst noch einfällt: Tätigkeit als Berufsbetreuerin (selbständig oder angestellt) oder im Sozialdienst einer Klinik. 

Vielleicht kannst du das Pferd ja auch von hinten aufzäumen und dir mal einen Überblick verschaffen, welche Sozialen Einrichtungen es in deiner Region gibt?

Tiri
 

Hi Tiri, danke für deine umfangreiche Antwort. Ja wie gesagt so schlecht sieht der Arbeitsmarkt nicht aus, wenn man sich denn in der Arbeit mit Kindern oder Flüchtlingen sieht. Ich sehe mich in diesen Bereichen der sozialen Arbeit nicht und daher bringen mir diese Jobangebote auch nicht wirklich viel.
Und ich muss nochmal klar stellen, dass ich nicht weiterhin mit psychisch erkrankten Menschen arbeiten möchte. Hierin habe ich nur meine staatliche Anerkennung absolviert. Dies soll nicht mein weiterer Weg sein.

Interessant klingt die Tätigkeit "Berufsbetreuerin". Was ist denn darunter zu verstehen? Ist das die selbe Tätigkeit wie die im Jobcenter? Könntest du mir dazu vielleicht ein wenig mehr erzählen.
Im Sozialdienst in einer Klinik zu arbeiten wäre vielleicht noch eine Möglichkeit. Immerhin bin ich hier nicht allzu nah dran bei den Patienten und wenn diese wieder entlassen werden bin ich auch aus dem Umfeld raus. Zudem gibt es hier keinen Zwangskontext so wie in vielen anderen Bereichen der sozialen Arbeit.

Gibt es denn jemanden hier in der Community der vielleicht im Kliniksozialdienst arbeitet und ein wenig erzählen kann? Wie ist der Tagesablauf? Was fallen für Aufgaben an? Ist die Bezahlung in Ordnung oder ist es eher nach dem Motto "viel Stress und wenig Entlohnung hierfür"? Wäre lieb, wenn sich jemand findet der ein wenig das Tätigkeitsfeld aus eigenen Erfahrungen beschreiben kann. Im Internet ist es doch recht platt beschrieben und ich finde es meist besser, wenn jemand aus seinen eigenen Erfahrungen berichtet

Liebe Grüße
lilaorchidee3

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20. November 2016 um 13:57
In Antwort auf nico8411

Du hast dich also auf die Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen speziallisiert und würdest gerne in diesem Bereich auch Arbeiten? Also mit Menschen weniger aber im Jobcenter. Meinst du denn das du Aufgrund der erlebten Sache dafür stabil genug bist? Grade in diesem Bereich passieren ja doch schon immer mal knall harte Dinge. Da braucht man schon harte Nerven.
Wenn du dich dafür gewappnet fühlst könnte eine Arbeitsstelle z.B. auch im Maßregelvollzug etwas für dich sein oder bei der Forensik. Da gibt es schon viele Dinge die eine Sozi machen kann.  

Ich muss klar stellen, dass ich diese Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen nicht mehr machen möchte. Ich habe diese Tätigkeit lediglich in meinem Anerkennungsjahr ausgeführt und sehe mich auch hier nicht noch einmal oder aber für Jahre. Ich sehe mich nicht stabil genug dafür - derzeit. Vielleicht kann ich es mit gewachsener Berufserfahrung wieder einmal, aber derzeit ist dies auch nicht der Weg den ich gehen möchte. Daher sehe ich mich auch nicht im Maßregelvollzug oder in der Forensik. Diese zwei Berufe habe ich schon im Studium ausgeschlossen.
Aber vielen Dank für die Tipps und die Anregung. Es hilft mir sehr, wenn ich darüber nachdenken kann, ob ich mich darin sehe oder nicht und hilft beim selektieren der Möglichkeiten.

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20. November 2016 um 14:08
In Antwort auf belleroyale

Mir fällt auch Sozialdienst, Integrationsfachdienst, berufliche Reha und Wiedereingliederung ein

Hi belleroyale,

danke für deine Vorschläge. Das sind natürlich Ideen in welche ich mal denken könnte und zudem nicht allzu fern wäre von meinem Job im Jobcenter, immerhin hatte ich dort auch mit beruflichen Rehas und Wiedereingliederungen zu tun gehabt.

Vielen Dank!

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