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Teufelskreislauf Arzthelferin, was soll ich machen?

11. September um 10:31

Hallo! Ich hoffe mir kann jemand helfen:

Ich bin seit 2014 ausgelernte Arzthelferin, der Job an sich macht mir sehr viel spaß, ich kümmere mich gerne um Menschen und die Arbeit in einer Praxis macht mir ansich viel Spaß.

Das Problem ist, dass ich nach dem beenden meiner Ausbildung nur noch Probleme in diesem Job habe, inzwischen bin ich so traurig und verzweifelt das ich mich frage, ob dieser Job noch etwas für mich ist und ob ich nicht was anderes machen sollte. Da ich aber angst habe überstürzt zu handeln hatte ich mir gehofft ihr habt mir einen Rat, dies sind meine wichtigsten Punkte:

1. Finde keine Vollzeitstelle auf langer Sicht:
Der Betrieb in dem ich gelernt habe bildet nur aus, sie übernehmen nicht, seit 4 Jahren hangle ich mich nun von Praxis zu Praxis. Ich brauche eine Vollzeit stelle, viele wollen nur auf 450 beschäftigen. Viele wollen ihr Team auch nicht auf lange sicht erweitern. Ist einfach fakt. Habe schon bissige Kommentare bekommen als ich bei Gesprächen gefragt habe ob sie planen Langfrisrig einzustellen. 

2. Gehalt:
Eine MF verdient nicht viel. Bekomme Aktuell 1200 Netto, wenn man bedenkt, wieviel Verantwortung und Aufgaben ich habe, ist das ein Witz. Lt. Tarifvertrag würden mir 1500 zustehen, aber die wollte mir bis jetzt kein Arzt zahlen. Es ist jedes Mal nen Tanz um jeden Euro. Mein jetztiger Chef sagte Geld sei nicht alles, soll froh sein das ich arbeit habe - lol -___-. Und glaubt mir das ist kein einzelfall!! 

3. Arbeitszeit:
Wer denkt man hat in diesem Job geregelte Arbeitszeiten irrt. Arbeite Momentan 9-11h am Tag mit einer Stunde pause, die Ärzte sparen in der Regel an MFA's, man ist ständig gezwungen unterbesetzt zu Arbeiten, ich kann von Mo-Fr keine Termine planen, werde wenn ich nen Vormittag mal frei habe immer angerufen das ich kommen muss. Wie gesagt, das war bisher über all so. Kann auch da wo ich gerade bin, kein Urlaub buchten, wenn zuviele Ausfallen muss ich den aufgeben.

4. Wer lang dabei ist, darf alles.
Es gibt Arzthelferinnen die der Arzt lange kennt, diese dürfen alles. Gel-Nägel, früher heim gehen, werden ernst genommen bei Probleme, werden bevorzugt, dürfen unbeliebte arbeit delegieren usw. Das ist so nervig. Die werden auch nie angerufen wenn es darum geht einzuspringen.

5. Gesundheitliche Probleme.
Die nun schon Jahre andauernde berufliche Unsicherheit schlägt mir nun seit einigen Jahren schon auf die Gesundheit. Dauerstress, kein Privatleben etc nagen an mir, mein Hausarzt ist der Meinung ich stehe bald vor einem Burnout und solle mir überleben ob ich so weitermachen will. 

Ich habe soviel gesehen und könnte ewig weiter erzählen. 
Die große frage ist nun, was soll ich machen? Ein wechsel ist klar aber als was und wohin? Eine Umschulung zu einem anderen Beruf will ich nicht machen, ich habe eine Wohnung und brauche das Geld. Kenne auch einige MFAs den es ähnlich erging, die sind dan in einem Büro unter gekommen z.B. als Schreibkraft und die meisten sind mit ihren alternativen glücklich. 

Vielen Dank

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13. September um 14:02

Alles muss man sich ja auch nicht gefallen lassen. Meine Mutter war Krankenschwester bevor sie in Rente ging. Die hat eben am Telefon gesehen, dass es die Arbeit ist und ist nicht hingegangen. Da sollte man nämlich auch ständig einspringen.  Schaff sämtliche ABs ab auf Telefon und Handy. Und wenn du sogar Urlaub hast, brauchst du schon erst recht nicht kommen.
Ansonsten finde ich die Vorschläge von dalcou auch gut. Ich weiß ja nicht, ob du jetzt auf Allgemeinarzt ausgebildet bist oder was anderes. Aber besonders bei speziellen Ausbildungen lohnt das.
Vollzeit auf lange Sicht: Wie lang ist diese Sicht denn bei dir persönlich? Bei Frauen ist das Alter zwischen 25 und 40 kritisch, besonders wenn sie noch keine Kinder haben. Wenn sich der Arbeitgeber denkt: Die könnte morgen ein Kind bekommen, sieht es mit lange Sicht immer schlecht aus.

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16. September um 16:49

Ich kann deine Situation absolut verstehen und nachvollziehen, mir ging es früher nämlich fast genauso oder eher noch schlechter.
Mein Rat wäre auch, die Fühler auszustrecken nach Stellen, die mit deiner Qualifikation auch machbar, aber eben nicht in einer Arztpraxis sind.
Gute Ideen wurden schon genannt.
Oder du überlegst dir doch nochmal, was du Neues machen könntest.
(und ja, Geld ist sowieso 'n A*schloch )

Nach insgesamt 7 Jahren hab ich selbst meinen Absprung insofern geschafft, als dass ich in eine Klinik gewechselt habe. Und das war für mich ein großer Glücksgriff, auch wenn ich dafür einen Wohnortwechsel (75km) in Kauf nehmen musste.

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25. September um 12:16

Ich habe gerade mein praktisches Jahr hinter mir und war in vielen Famulaturen in Praxen. Ich kann deine Aussagen so nicht bestätigen. Alle meine Freunde stellen in Vollzeit und nach Tarif ein. Das mit der Verantwortung kann ich so nicht ganz teilen. Bei uns machen wir Ärzte so gut wie alles, außer halt BEs, EKG usw. aber das gehört nun mal zum Job dazu. 
Du solltest dich vielleicht auf große Praxen spezialisieren also Versorgungszentren.

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26. September um 14:55

Dass es in Arztpraxen nur Teilzeitstellen gibt, kann ich nicht bestätigen.
Ich bin ZMFA und ausgebildete Helferinnen werden händeringend gesucht !! Es stimmt dass der Beruf nicht so toll bezahlt wird. Aber Tarif ist schon drin.
Vielen ist der stressige Tagesablauf und die Arbeitszeiten zu viel. Deshalb schmeißen viele das Handtuch.

Als Schreibkraft wirst Du auch nicht mehr verdienen.
 

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27. September um 0:22
In Antwort auf nimerjya

Hallo! Ich hoffe mir kann jemand helfen:

Ich bin seit 2014 ausgelernte Arzthelferin, der Job an sich macht mir sehr viel spaß, ich kümmere mich gerne um Menschen und die Arbeit in einer Praxis macht mir ansich viel Spaß.

Das Problem ist, dass ich nach dem beenden meiner Ausbildung nur noch Probleme in diesem Job habe, inzwischen bin ich so traurig und verzweifelt das ich mich frage, ob dieser Job noch etwas für mich ist und ob ich nicht was anderes machen sollte. Da ich aber angst habe überstürzt zu handeln hatte ich mir gehofft ihr habt mir einen Rat, dies sind meine wichtigsten Punkte:

1. Finde keine Vollzeitstelle auf langer Sicht:
Der Betrieb in dem ich gelernt habe bildet nur aus, sie übernehmen nicht, seit 4 Jahren hangle ich mich nun von Praxis zu Praxis. Ich brauche eine Vollzeit stelle, viele wollen nur auf 450 beschäftigen. Viele wollen ihr Team auch nicht auf lange sicht erweitern. Ist einfach fakt. Habe schon bissige Kommentare bekommen als ich bei Gesprächen gefragt habe ob sie planen Langfrisrig einzustellen. 

2. Gehalt:
Eine MF verdient nicht viel. Bekomme Aktuell 1200 Netto, wenn man bedenkt, wieviel Verantwortung und Aufgaben ich habe, ist das ein Witz. Lt. Tarifvertrag würden mir 1500 zustehen, aber die wollte mir bis jetzt kein Arzt zahlen. Es ist jedes Mal nen Tanz um jeden Euro. Mein jetztiger Chef sagte Geld sei nicht alles, soll froh sein das ich arbeit habe - lol -___-. Und glaubt mir das ist kein einzelfall!! 

3. Arbeitszeit:
Wer denkt man hat in diesem Job geregelte Arbeitszeiten irrt. Arbeite Momentan 9-11h am Tag mit einer Stunde pause, die Ärzte sparen in der Regel an MFA's, man ist ständig gezwungen unterbesetzt zu Arbeiten, ich kann von Mo-Fr keine Termine planen, werde wenn ich nen Vormittag mal frei habe immer angerufen das ich kommen muss. Wie gesagt, das war bisher über all so. Kann auch da wo ich gerade bin, kein Urlaub buchten, wenn zuviele Ausfallen muss ich den aufgeben.

4. Wer lang dabei ist, darf alles.
Es gibt Arzthelferinnen die der Arzt lange kennt, diese dürfen alles. Gel-Nägel, früher heim gehen, werden ernst genommen bei Probleme, werden bevorzugt, dürfen unbeliebte arbeit delegieren usw. Das ist so nervig. Die werden auch nie angerufen wenn es darum geht einzuspringen.

5. Gesundheitliche Probleme.
Die nun schon Jahre andauernde berufliche Unsicherheit schlägt mir nun seit einigen Jahren schon auf die Gesundheit. Dauerstress, kein Privatleben etc nagen an mir, mein Hausarzt ist der Meinung ich stehe bald vor einem Burnout und solle mir überleben ob ich so weitermachen will. 

Ich habe soviel gesehen und könnte ewig weiter erzählen. 
Die große frage ist nun, was soll ich machen? Ein wechsel ist klar aber als was und wohin? Eine Umschulung zu einem anderen Beruf will ich nicht machen, ich habe eine Wohnung und brauche das Geld. Kenne auch einige MFAs den es ähnlich erging, die sind dan in einem Büro unter gekommen z.B. als Schreibkraft und die meisten sind mit ihren alternativen glücklich. 

Vielen Dank

Such dir eine Stelle in einem Krankenhaus. Dort gibt es viele Möglichkeiten und die Bezahlung ist auch seeehr viel besser. Du kannst auch einen Röntgenschein machen und in der Radiologie arbeiten. Dann sind allerdings Nacht- und Wochenenddienste zu leisten, die allerdings auch wieder mehr Einkommen bedeuten.
 

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Von: buttua1
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10. September um 15:09

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