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Unglücklich im Praktikum- wie mit Kritik umgehen?

30. November 2013 um 17:56

Ich mache derzeit ein Praktikum in einem Büro, habe diesbezüglich absolut keine Vorerfahrung (habe nur vorher ein FSJ und ein Praktikum gemacht, beides in sozialen Bereichen, wo ich "nur" direkt mit Leuten gearbeitet habe, keine theoretischen Arbeiten o.ä.) . Möchte allgemein in Richtung Soziale Arbeit gehen. Da mein Chef Sozialarbeiter ist, lerne ich schon einiges, aber dieses Praktikum unterscheidet sich deutlich von meinen anderen Praktika, die viel praktischer angelegt waren.

Anfangs war mein Chef auch ganz verständnisvoll und meinte, es wäre okay wenn ich Fehler mache. Da aber gerade meine Anleiterin wohl extrem oft gegen mich gewettert hat, hat sich das nun ein wenig gedreht. Ich bin mir absolut bewusst, dass ich noch viele dumme Fehler mache, die mir vermutlich nicht passieren würden, wenn ich da 2 Jahre wäre und nicht 2 Monate.

Und es mag auch sein, dass andere Praktikanten in den 2 Monaten weitaus besser waren als ich. Dazu muss ich aber auch noch sagen, dass eine zweite Praktikantin derzeit da ist, die noch mehr Fehler macht als ich, und wir kriegen den Ärger dann eben oft zusammen ab, egal wer von uns beiden Mist gebaut hat.

Es sind keine dramatischen Fehler die ich verbaue, es läppert sich halt nur und kostet trotz allem Zeit. Wenn dann zB in der einen Akte eine Wegbeschreibung fehlt oder sowas in der Art. Wenn ich konkrete Fragen habe, frage ich ja auch eigentlich immer nach, aber manchmal ist mir etwas ja einfach nicht bewusst; doch das liegt dann aus Sicht meiner Chefs in meiner Eigenverantwortung, weil ich "mitdenken müsse". Und in Bereichen wo ich mich sicher fühle, kann ich das ja auch. Ich hab auch keine Null- Bock- Einstellung, sonst würde ich nicht freiwillig ein unbezahltes Praktikum machen.

Ich fühle mich dort nur teils sehr überfordert und diese passiv- aggressive Kritik, welche sich auch auf die Stimmung im Büro auswirkt, macht mich ganz krank. Ich hab seit zwei Wochen durchgehend Bauchschmerzen, weil ich solchen Stress direkt körperlich merke.

Da das Praktikum Ende Dezember endet, ist kündigen an sich keine Option für mich. Mir ist ja auch bewusst, dass mich solche Situationen auch in anderen Arbeitsbereichen erwarten werden und ich lernen muss, damit umzugehen.

Da ich derzeit in meinem persönlichen Leben leider ziemlich labil bin und auch ohne beruflichen Stress genug um die Ohren hätte, verkrampfe ich leider immer mehr und es wird einfach nicht besser

Wie lerne ich, Kritik auf der Arbeit nicht zu persönlich zu nehmen, mich nicht als schlechten Menschen/Versager zu fühlen und wie gehe ich mit einer problematischen Kollegen- Beziehung um?

Was die Arbeit selbst betrifft, bemühe ich mich trotz allem immer höflich und nett zu bleiben, Kritik anzunehmen und Fehler auch durchaus meinerseits zu thematisieren. Wenn ich eine Aufgabe kriege, versuche ich mir erst zu überlegen, was dafür alles getan werden muss und diese Liste abzuarbeiten. Ich bezweifle, dass es in diesem Praktikum selbst noch wirklich besser werden wird, doch ich möchte trotzdem versuchen aus der Sache zu lernen und mir ein paar Anhaltspunkte mitzunehmen.

Ich hoffe, ihr könnt mir ein paar Denkanstöße geben, die mir helfen, die verbleibenden Wochen zu überstehen

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10. Dezember 2013 um 14:15

Hey
Hallo Liebes
zuerst einmal weiß ich, wie du dich fühlst. Ich habe diese Situation während meiner Ausbildung leider 2,5 Jahre durchstehen müssen. Aber das was ich dir rate ist, kündige das Praktikum.....ich weiß das hört ich jetzt total blöde an ABER.....wenn es deine Ausbildung wäre, dann würde ich dir raten etwas anderes zu probieren, aber alles was einen krank macht, sollte man lassen.und du wirst nicht dafür bezahlt..und bei allem was du uns hier geschildert hast, wird dein Arbeitszeugnis ja nicht gerade rosig ausfallen....solltest du dennoch weiter in dem Praktikum bleiben, würde ich auf Konfrontation gehen...das habe ich so gemacht, es wurde erst schlimmer und zum Schluss war alles gut! Was ich damit sagen will ist, wenn du einen Fehler nicht nachvollziehen kannst oder einen andere Reaktion erwartet hast, dann geh zu einer deiner Vorgesetzten (aber bitte unter vier Augen, nur unter vier Augen) und lege ihm deine Ansicht dar. Alle Menschen sind unter vier Augen anders als wenn es 6 sind!

LG und viel Glück, fühl dich gedrückt!!!

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10. Dezember 2013 um 18:18
In Antwort auf anise_12282811

Hey
Hallo Liebes
zuerst einmal weiß ich, wie du dich fühlst. Ich habe diese Situation während meiner Ausbildung leider 2,5 Jahre durchstehen müssen. Aber das was ich dir rate ist, kündige das Praktikum.....ich weiß das hört ich jetzt total blöde an ABER.....wenn es deine Ausbildung wäre, dann würde ich dir raten etwas anderes zu probieren, aber alles was einen krank macht, sollte man lassen.und du wirst nicht dafür bezahlt..und bei allem was du uns hier geschildert hast, wird dein Arbeitszeugnis ja nicht gerade rosig ausfallen....solltest du dennoch weiter in dem Praktikum bleiben, würde ich auf Konfrontation gehen...das habe ich so gemacht, es wurde erst schlimmer und zum Schluss war alles gut! Was ich damit sagen will ist, wenn du einen Fehler nicht nachvollziehen kannst oder einen andere Reaktion erwartet hast, dann geh zu einer deiner Vorgesetzten (aber bitte unter vier Augen, nur unter vier Augen) und lege ihm deine Ansicht dar. Alle Menschen sind unter vier Augen anders als wenn es 6 sind!

LG und viel Glück, fühl dich gedrückt!!!


Danke für den Tipp!

Vor 2 Wochen gab es schonmal eine große Aussprache mit meinem Chef, wo er eigentlich sehr verständnisvoll wirkte und auch zugab, dass das alles nicht so rosig ist (weil ich auch Sachen abkriege, die ich gar nicht falsch gemacht hab etc.)

Im Endeffekt war es nun so, dass es letzte Woche noch eine große Eskalation gab.. Es ging um ne Kleinigkeit, er hat so lang rumgeschrien bis mir irgendwann (zum ersten Mal) die Tränen gekommen sind, danach wurd er noch aufbrausender.. und ich danach für den Rest der Woche krankgeschrieben war.

Gestern bin ich dann wieder zur Arbeit gekommen und bisher ist die Situation total ruhig. Mein Chef hat ansonsten nichts verlauten lassen.
Es ist mir inzwischen auch egal, ob ich ein gutes oder schlechtes Zeugnis kriege (zurzeit rechne ich damit, dass er im Zeugnis verlauten lässt, dass ich nicht belastbar sei)- aber ich will das Praktikum um meinetwillen fertig machen.

Ich will einfach nicht das Gefühl haben, dass mich sowas kleinkriegt. Es sind nur noch 2 Wochen (nicht mal :P ) und die zieh ich jetzt noch durch.
Und danach kann ich mir freudestrahlend was neues suchen und weiß, ich bin weder darauf angewiesen noch muss ich da je wieder hin. Also passt für mich alles


Falls das hier aber irgendwer liest, der in einer ähnlichen Situation steckt; Wenn es mehr als 2 Wochen gewesen wären, die noch vor mir wären, hätte ich gekündigt!!!
In so einem Umfeld kann man nicht arbeiten. Gut, wenn es einem egal ist dass jemand cholerisch wird (d.h. hier rein, da raus), dann kann mans vielleicht tolerieren.

Aber ich merk jetzt auch nochmal, dass alles was ich richtig oder sogar gut mache total untergeht (ich hör auch kein "Danke" oder "Gut gemacht", auch wenn ich Überstunden mache) und immer nur auf den Fehlern rumgehackt wird, die wirklich nie dramatisch waren bisher. Mal was falsch eingeheftet, ein Zettel noch nicht abgelegt oder sowas in der Art. Mir ist klar, dass auch solche Sachen den Ablauf stören bla bla- aber ganz ehrlich, wenn man Perfektion erwartet, sollte man keine Praktikanten ohne Aus- oder sonstige Vorbildung einstellen!

Ich versuch mir grad immer wieder vor Augen zu halten, wieviel ich schon gelernt hab (hab ich tatsächlich viel!) und wieviel ich auch schon gut gemacht hab, und den Rest an mir abprallen zu lassen bis ich da raus bin. Das ist weder konstruktive Kritik, noch in sonstiger Weise ein Maßstab an dem ich mich messen müsste.


Danke für deine Aufmerksamkeit und deine lieben Worte <3

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