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Unmöglicher Kollege

21. Dezember 2010 um 12:09

So, mein erster Beitrag in diesem Forum, hallo ihr da draussen

Ich komme zu euch, weil ich einfach gern eure Meinungen zu meinem "Problem" hören möchte. Seit etwa anderthalb Jahren arbeite ich in einem kleinen Betrieb, erst nur in den Ferien als Vertretung der Sekretärin.
Jetzt habe ich meine Ausbildung begonnen, bin 20.

Bereits "damals" fiel mir ein Kollege besonders auf.
Nicht, weil er besonders gut aussieht (im Gegenteil) oder besonders nett ist oder gar engagiert mit Rat und Tat zur Hilfe steht, nein - vielmehr ist er mir sofort an ersten Tag aufgefallen, da er alles kommentiert.
Egal was ich machen (auch jetzt noch), zu allem gibt er seinen Senf ab. Zum Kaffee (alle Kollegen finden ihn schon seehr stark, er findet ihn viel zu schwach), über das perfekte Einräumen der Spülmaschine bishin wie geparkt wird (1 Millimeter zu nah dort und da).
Anfangs fand ichs ja ganz nett und habe ihn auch nicht allzu ernst genommen, allerdings hat sich sein Verhalten eher verschlechtert als verbessert.

Sein Ton ist nicht mehr spaßig, sondern vielmehr angriffslustig.
Ich erstelle unseren Newsletter, der monatlich an unsere Kunden per Mail rausgeht, und was macht er? Nachdem der Chef den Newsletter abgesegnet hat, kommt er zu mir und motzt die ganze Zeit rum, an Dingen, die nicht mal nennenswert sind. (dazu muss ich sagen, dass ich verstärkt im Vertrieb/Marketing eingesetzt bin und er Entwickler ist)

Die Krönung war aber unsere Weihnachtsfeier.
Erst letzte Woche hatte ich die Aufgabe, für unsere gesamte Firma eine Weihnachtsfeier auf die Beine zu stellen. Es war das erste mal, dass ich so eine große und verantwortungsvolle Aufgabe übertragen bekommen habe, die ich auch allein gemeistert habe.
Meine Chefin hat entschieden, dass die Weihnachtsfeier nicht im Konferenzraum abgehalten wird, sehr zum Ärger meines besagten Kollegen.
Nun, jedes Mal, wenn ich eine Mail an alle Kollegen rausgeschickt hab, kam er runter geeilt, und hat mich blöd angemacht, von wegen, wieso wir die Weihnachtsfeier nicht im Konferenzraum machen und dieses und jenes und überhaupt.
Als er dann mitbekommen hat, wo die Weihnachtsfeier tatsächlich stattfindet, in einem Art Lagerraum, kam er nach unten gerannt, wutentbrannt, und hat sich sowas von aufgeregt.

Es fielen Sätze wie "wer hat sich diesen sc***ssdreck ausgedacht?!".. aber noch nicht genug.
Ich habe alle Kollegen gebeten, unsere Stühle vom Konferenzraum nach unten zu bringen, da ich selbst an dem Tag in der Berufsschule war und nur für die letzten Vorbereitungen - und zur Weihnachtsfeier selber - zur Firma gefahren bin.
Tja, als ich dann kam, war ungefährt soviel gemacht: .
Von 20 Stühlen waren vielleicht 5 unten, und als ich dann einen meiner Kollegen gefragt habe, ob sie untereinander was ausgemacht hätten, kam die Antwort, dass besagter Kollege sich eingemischt hätte und ich nochmal mit der Chefin reden sollte! Da war es 1h vor der Feier!!!

Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie begeistert ich darüber war. Nicht nur, dass er mit der (Organisation der ) Weihnachtsfeier überhaupt garnix zu tun hatte, nein, er - und das unterstell ich ihm jetzt einfach mal! - versucht auchnoch meine Anstrengungen zu sabotieren, da er genau wusste, dass ich - das unterstell ich ihm jetzt auch einfach mal! . in der Berufsschule bin und nix machen kann bis ich abends da bin.
Er war auch weg als ich ankam, und kam so ne halbe Stunde vorher. Das erste, was er zu mir sagte, was nicht "hallo" sondern vielmehr "WO IST DER ROTWEIN?! ICH HAB IHN AUF DEN TISCH GESTELLT!" und in was für einem Ton! Die Tische waren noch "nackt", ohne Tischdecke oder Deko, weil ich das abends alles erst machen konnte. Dann gings weiter, ich hätte ihm gefälligst ein Glas Rotwein bereitstellen sollen, woraufhin ich entgegnet habe, dass er mir davor hätte Bescheid sagen müssen und ich das dann gemacht hätte - worauf er dann meinte, meine Kollegin, die ich früher immer vertreten hätte, wisse das. Ja super, ganz toll, dann weiß ich das natüüüüüüüüüürlich auch. (was ich aber nicht gesagt habe sondern garnix mehr)

Es ging dann noch insofern weiter, als das er an allem rumgemeckert hat, von der Deko über das Besteck bishin wie unfähig ich wäre. Da frage ich mich, wieso gute Ratschläge erst geben, wenns eh schon zu spät ist, und vorallem in so einem Ton?.. Ich war mit den Nerven am Ende, und hab geweint, und dann mit meiner Chefin geredet, dass ich heim will und ihr erzählt was los ist.

Das hatte dann zur Folge, dass mir mein Chef erstmal ein Glas Prosecco in die Hand gedrückt hat und meine Kolleginnen vom Vertrieb und die Personalerin plus ein externer Mitarbeiter beruhigend auf mich eingeredet und mich überzeugt haben, doch noch zu bleiben.
Hab ich dann auch. War auch ganz nett soweit.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass solches Verhalten nicht geht, und das legt er nicht nur mir gegenüber an den Tag, sondern auch den anderen Mitarbeitern gegenüber - und wie meine Chefin in dem Moment dann auch meine, auch meinem Chef gegenüber.

Wie soll ich mich ihm gegenüber nun verhalten?
Ich habe nicht vor, mehr auf seine "Anmerkungen" zum Newsletter einzugehen, sondern vielmehr nur 'ne Rückantwort à la "Vielen Dank für den Hinweis." ohne weiters Kommentar zu senden. Aber wie soll ich mich in Zukunft verhalten? Einfach weglaufen? Ihm versuchen, Paroli zu bieten? Schwierige Situation..

Ich freue mich schon auf eure Ratschläge!

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11. Januar 2011 um 4:47


Wie reagieren denn die Anderen auf seine Art?
Ich habe auch zwei besserwisserische Kollegen, die sich anhören wie dein Kollege.

Bei meinem Kollegen versuche ich immer, positiv zu sein. Wenn er an etwas rumnörgelt, was der Chef schon abgesegnet hat, dann mache ich ihm klar, dass seine Argumente auch was für sich haben aber dass ich nur ausgeführt habe, was der Chef für gut befunden hat und dass er gerne seine Ideen mit dem Chef besprechen kann. Entweder gibt er dann Ruhe, oder er rennt zum Chef rein und macht sich dort unbeliebt.

Mit diesem Antwortstrickmuster "ich erfülle nur den Willen des Chefs" kannst du fast alles abhandeln.
Anfangs habe ich genervt auf diese Diskussionen reagiert, bis ich merkte, dass diese Besserwisser ja richtig einen Kick davon kriegen, auf Widerstand zu stoßen. Wenn man freundlich bleibt und das nicht persönlich nimmt (sich sagt "Na ja, er will nur spielen und kapiert nicht, dass sein Chef mehr zu sagen hat"), dann steht man über der Sache und kann leichter damit umgehen.

Hat dein Kollege irgendwelche Talente?
Meiner hat z.B. ein gutes Allgemeinwissen zum Thema Physik und Chemie. Da ich da manchmal etwas wissen will, sage ich z.B: "Sie kennen sich doch gut aus - könnten Sie mir vielleicht erklären, warum.....". Dann fühlt er sich gebauchpinselt, und ich bin informiert. Mein Kollege will manchmal nur Aufmerksamkeit. Seitdem ich auch mal auf ihn zukomme, haben wir weniger nervige Diskussionen.

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1. Februar 2011 um 15:22

Antwort auf die Antwort
Die Kollegen reagieren unterschiedlich, wobei ich vom Großteil sagen kann, dass sie einfach gar nichts sagen. Außer wenn er nicht in der Nähe ist, dann wird sich beschwert.
Dass sie in seiner Gegenwart nichts sagen, kann aber evtl. damit zusammen hängen, dass die Mitarbeiter recht häufig wechseln und schon am ersten Tag bekannt wird, was er für ein uncharmanter Kerl ist.. und sie sich nicht auf seine Abschussliste setzen wollen.
Nur ein oder zwei der älteren Damen (damit meine ich über 40^^) bieten ihm ab und zu Paroli, jedoch meistens im Spaß gemeint.

Allerdings kann ich berichten, dass seit der Weihnachtsfeier kein einziger Kommentar seinerseits mehr gefallen ist. Einer meiner Kollegen, mit dem ich mich super verstehe, und der an besagter Feier im Skiurlaub war, hat mich darauf angesprochen, und gemeint, dass es SO schlimm war hätte ich gar nicht erzählt.. und er habe sowieso mit dem Motzer gesprochen und ihn gefragt wie er die Feier fand; der habe dann auch gesagt dass es ihm wohl etwas leid tue. Woraufhin ich dann meinte, das sei ja interessant, auch, dass er es nur zu ihm und nicht zu mir sagt.
Ich vermute, dass mein Chef ihn sich zur Brust genommen hat, vielleicht wars auch die Chefin (sie macht auf mich immer den Eindruck, als könne sie sehr gemein sein wenn was nicht läuft^^).. die Personalerin wollte auch noch auf ihn zugehen. Vielleicht hat er aber auch einfach nur ein schlechtes Gewissen und traut sich nicht mehr, wer weiß.
So oder so bin ich über die Entwicklung erfreut, endlich Ruhe.

Zwecks deiner Frage, ob er etwas gut kann: ja, kann er. Anscheinend ist er ein begnadeter Entwickler. (unser Unternehmen ist in der IT-Branche) Deshalb denkt er auch, er hat eine Sonderstellung.
Davon gibts bei uns auch mehrere Kollegen, nur ist eben keiner so unfreundlich wie er.

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4. Februar 2011 um 13:47
In Antwort auf ihsan_12297876

Antwort auf die Antwort
Die Kollegen reagieren unterschiedlich, wobei ich vom Großteil sagen kann, dass sie einfach gar nichts sagen. Außer wenn er nicht in der Nähe ist, dann wird sich beschwert.
Dass sie in seiner Gegenwart nichts sagen, kann aber evtl. damit zusammen hängen, dass die Mitarbeiter recht häufig wechseln und schon am ersten Tag bekannt wird, was er für ein uncharmanter Kerl ist.. und sie sich nicht auf seine Abschussliste setzen wollen.
Nur ein oder zwei der älteren Damen (damit meine ich über 40^^) bieten ihm ab und zu Paroli, jedoch meistens im Spaß gemeint.

Allerdings kann ich berichten, dass seit der Weihnachtsfeier kein einziger Kommentar seinerseits mehr gefallen ist. Einer meiner Kollegen, mit dem ich mich super verstehe, und der an besagter Feier im Skiurlaub war, hat mich darauf angesprochen, und gemeint, dass es SO schlimm war hätte ich gar nicht erzählt.. und er habe sowieso mit dem Motzer gesprochen und ihn gefragt wie er die Feier fand; der habe dann auch gesagt dass es ihm wohl etwas leid tue. Woraufhin ich dann meinte, das sei ja interessant, auch, dass er es nur zu ihm und nicht zu mir sagt.
Ich vermute, dass mein Chef ihn sich zur Brust genommen hat, vielleicht wars auch die Chefin (sie macht auf mich immer den Eindruck, als könne sie sehr gemein sein wenn was nicht läuft^^).. die Personalerin wollte auch noch auf ihn zugehen. Vielleicht hat er aber auch einfach nur ein schlechtes Gewissen und traut sich nicht mehr, wer weiß.
So oder so bin ich über die Entwicklung erfreut, endlich Ruhe.

Zwecks deiner Frage, ob er etwas gut kann: ja, kann er. Anscheinend ist er ein begnadeter Entwickler. (unser Unternehmen ist in der IT-Branche) Deshalb denkt er auch, er hat eine Sonderstellung.
Davon gibts bei uns auch mehrere Kollegen, nur ist eben keiner so unfreundlich wie er.


Es freut mich für dich, dass sich die Situation beruhigt hat. Leute, die sich auf ihrer hochwohlgeborenen Sonderstellung ausruhen, können sehr nervig sein.

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