Home / Forum / Job & Karriere / "Vater" auf der Arbeit

"Vater" auf der Arbeit

24. Oktober 2009 um 10:03

Hallo!

Es geht bei mir um ein Problem auf der Arbeit. Eigentlich ist es weniger ein Problem, mehr eine Situation. Es gibt da einen Vorgesetzten von mir, mit dem ich durch Zufall fast ein Jahr zusammenarbeiten musste. Wir haben uns sehr gut verstanden, aber er ist vom Wesen her auch jemand, der zu allen (wirklich allen) Menschen immer (wirklich immer, lol) freundlich ist. Deswegen habe ich mir auch nicht viel drauf eingebildet. Haben privat gesprochen, über dies über das, oftmals auch über Streitthemen (Politik, etc..., wo wir dann so richtig halt offen diskutiert haben und ich meist schmollend aus der Diskussion raus bin, weil er ja sowieso meistens Recht hatte )

Nun es war auf jeden Fall eine tolle Zeit.

Das Problem fing nun an, als ich eben in eine andere Abteilung versetzt wurde. Dort fühle ich mich nicht sehr wohl, werde teilweise scharf geschnitten von den Kollegen da. Das hat er gemerkt und nach gehakt. Alles schön und gut, hab mich sehr gefreut, dass er sich für mich interessiert und mir helfen wollte.

Aber nun kommen immer häufiger von ihm solche Andeutungen, dabei geht es meist darum, dass er sich wohl schon immer eine Tochter gewünscht hat (hat er mir damals, als ich bei ihm in der Abteilung war, gesagt und erwähnt es immer wieder, bzw. häufiger in letzter Zeit. Nun fiel auch schön öfter der Satz: ... wenn du MEINE Tochter wärst, dann...)

(Vielleicht zum besseren Verständnis: er ist Mitte/Ende 50, ich bin 20, genauso alt wie einer seiner drei Söhne.)

Ich will ihm keinesfalls unterstellen, dass es etwas Sexuelles ist, insbesondere deswegen nicht, weil ich seine ganze Familie sehr gut kenne (seine Frau, seine Geschwister, seine drei Söhne etc.), wir auch einiges privat schon unternommen haben mit seiner Familie. (Die ganze Familie ist super nett und wir kommen alle gut miteinander aus) und ausserdem sagt mir das mein Bauchgefühl.^^ Er hat ja auch nie irgendwie getatscht bzw. ist ja immer mehr als korrekt zu mir gewesen und ich habe ihn wirklich lieb gewonnen. Da kann man wirklich keinen Hintergrund in Richtung Sexuelle Belästigung hinein interpretieren.

Nun weiss ich nicht.... als wir da damals solang in einem gemeinsamen Büro saßen, hatte ich ihm auch mal erzählt, dass ich nicht die TYP A Kindheit hatte, also hab kein sonderlich gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Aber ich denke, das merkt man mir sowieso an. Ich bin ein sehr verschlossener Typ und lasse die Menschen nicht so an mich ran. Ausser ihn jetzt irgendwie. Mit ihm kann ich ganz toll reden, wir verstehen uns wirklich gut. Und das Reden mit ihm erleichtert mich auch irgendwie. Ich kann eben alles loswerden, was ich Zuhause nie konnte und weiss, dass es eben so versiegelt bei ihm bleibt, wie ich es gesagt habe. Das er nichts weitersagt, was ich ihm anvertraue.

Was genau kann ich denn in so einer Situation machen? Ich denke eben irgendwie, sieht er in mir vielleicht so eine Art Tochter, die er nie hatte (aber immer haben wollte) und ich sehe ja nun eine Art Vaterfigur bzw. eine Art Mentor in ihm.

Soll ich ihn darauf ansprechen (würde ich mich vermutlich nicht trauen) oder einfach mal abwarten? Wobei abwarten in der aktuellen Situation nicht so gut ist, weil mich solche Sätze wie ... wenn du MEINE Tochter wärst, dann hättest du/könntest du/würdest du ... doch irgendwie verletzen, auch wenn ich weiss, dass er sie nicht böse meint.

Aber vielleicht renne ich jetzt ins offene Messer, wenn ich mich drauf einlasse, dass er sich so als Vater aufspielt und er dann vielleicht nicht die Erwartungen erfüllt/erfüllen kann, die ich dann stelle. Und ich wurde schon von meinem Vater enttäuscht, ein zweites Mal brauch ich die Erfahrung nun wirklich nicht! Ich meine, er ist ja an sich wirklich nur ein Kollege... bzw. eigentlich mittlerweile schon n Freund geworden.... (Das ist ja das paradoxe, kann man mit 55 jährigen Menschen als 20-Jährige befreundet sein?!... aber ich meine, ich bin so gut wie die einzige junge Frau da, alle andern sind 35 und aufwärts... könnten rein rechnerisch alles meine Eltern sein, aber trotzdem muss man sich dann ja arrangieren bzw. freundet sich mit denen an...)

Merkwürdig, merkwürdig.

Ich weiss nicht so richtig, wie ich mich jetzt verhalten soll und wäre um jeden Rat dankbar.

Wisst ihr, er ist einfach genau SO, wie ich mir meinen Vater gewünscht hätte. Deswegen bin ich grade auch so verwirrt, weil ja nun von ihm so Aussagen kommen Du bist die Tochter, die ich immer wollte... was nun?!

Ansich passt alles, ich suche eine Vaterfigur, er sucht eine Pseudo-Tochter... aber ja.. wie gesagt. Es ist halt trotzdem nur ein Arbeitskollege, wenn ich es mal drastisch ausdrücke. Und auch wenn ich seine Familie kenne und wir auch privat was unternehmen, bin ich halt eben NICHT seine Tochter, bzw. er ist NICHT mein Vater.

So, das war's erstmal. Ich bitte um Rat.
Janni

Mehr lesen

6. November 2009 um 13:36

Also...
Kann mir denn wirklich keiner helfen?

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

14. Dezember 2009 um 19:56
In Antwort auf sonje_12557602

Also...
Kann mir denn wirklich keiner helfen?

Naja...
wirklich gar keine idee? es wird und wird nich besser. und ich weiß einfach nicht weiter...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram

Das könnte dir auch gefallen