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Was ist nur mit mir los?

27. November 2007 um 19:57

Hallo allerseits,

ich würde gern mal meine derzeitige Situation beschreiben, vielleicht hat jemand ja ein paar Tipps für mich:

Seit 01.10.07 befinde ich mich in einem Arbeitsverhältnis. Vorher habe ich studiert. Wirtschaftswissenschaften - genauer BWL. Anfangs habe ich mich auf die Arbeit gefreut. Auch war ich erfreut darüber, dass ich direkt einen unbefristeten Vertrag bekommen habe. Ich bin zuständig im Bereich Einkauf und Zahlungsabwicklung. Zugegeben, eigentlich wollte ich niemals im Einkauf landen. Auch die Rechungsregulierung war nie wirklich mein Ding. Trotzdem habe ich mich auf das Arbeitsangebot eingelassen weil ich dachte, dass es evtl. als "richtiger Angestellter" (also nicht als Praktikant oder so) mit einem festen Verantwortungsbereich interessanter wird. Außerdem ist das Gehalt (gemessen am Durchschnittseinstiegsgehalt) gut.
Zu meinem Vorgesetzten habe ich ein recht "lockeres" und gutes Verhältnis. Er redet ständig von "langfristigen" Vorhaben. Ich habe ihm schon bei meiner Einstellung gesagt, dass ich lieber ins Controlling bzw. Projektsteuerung tätig wäre. Er sagt, dass das direkt nach dem Studium nicht möglich sei (zumindest bei ihm). Er argumentierte "...Sie müssen das Ganze schon von unten ab gesehen haben um später evtl. mal im Controlling zu sitzen...". Er sagte auch "...als Controller schieben Sie Zahlen hin und her... sie müssen aber auch wissen wo die Zahlen produziert werden...denn wenn die Zahlen nicht produziert werden können Sie sie auch nicht hin und herschieben..." soweit einleuchtend.

Mein Vorgesetzter - er hat immer ein offenes Ohr für mich - hat mir sogar ein Projekt gegeben. Er hat mich sozusagen zum Projektleiter ernannt. Es geht um die Umstrukturierung des Einkauf - Umstellung auf elektronische Beschaffungsverfahren usw. Vielleicht belügt er mich ja und will mich "verheizen" aber ich glaube, dass er es Ernst meint wenn er sagt, dass ich mich gedulden soll, dass ich mich erstmal bewähren muss bevor er mich für qualitativ höherwertige Aufgaben einsetzen kann.

eigentlich alles soweit so gut.

Nun aber zu meinem Problem. Mir fällt das Arbeiten gehen (obwohl es erst 8 Wochen sind und obwohl ich wirklich Perspektiven bekomme - er hat mich soage schon auf ein Seminar geschickt usw.) sehr schwer. Jeder morgen ist eine Qual. Jeden morgen denke ich drüber nach ob ich kündigen soll - ohne zu wissen was danach ist. Heute habe ich es ihm sogar gesagt - er meinte ich soll das alles nochmal genau überdenke und verwies mich auf die langfristige Sicht und Chancen in diesem Unternehmen.

Das Problem ist, es wäre egal was ich arbeiten würde, es würde mir glaube ich NIE spaß machen. Ich komme mir dabei so fremdbestimmt vor. ICh habe das Gefühl mein ganzes Gedankengut, meine Seele, meine Kreativität für ein "paar Euro" zu verkaufen. Immer mehr merke ich, dass arbeiten bedeutet, dass man sich zumindest unter der Woche voll und ganz der Arbeit widmet. Abends habe ich nicht einmal mehr Lust und Motivation trainieren zu gehen. Auch auf Lebensmitteleinkauf habe ich keine Lust. Ich fühle mich total fertig von der Arbeit und denke ständig nur daran, dass ich in 12 Studen schon wieder aufstehen muss und arbeiten gehen muss. Dazu kommt, dass ich mit 24 Jahren in der Firma (zumindest in dieser Niederlassung) der jüngste (dazu auch noch studiert) bin. Es herrschen also zur Zeit auch gewisse Konflikte innerhlab der Belegschaft bzgl. meiner Akkzeptanz. Manche denken wohl: "...jetzt kommt da dieser junge Schmarotzer und bekommt gleich ein Projekt aufgetragen usw,...," das übliche halt.

Manch einer der das hier liest denkt sich vielleicht: Boahh was will der Typ. Ich weiß, es gibt viele die froh wären unter diesen Bedingungen arbeiten zu können. die froh wären einen unbefristeten Vertrag zu bekommen und einen solchen Vorgesetzten zu haben. Trotz dass cih ihm von meinem Vorhaben (dem Kündigen) erzählt habe motiviert er mich weiterhin und verspricht mir Perspektiven langfristiger Natur. Eigentlich der wahnsinn oder? EIn anderer hätte mich wahrscheinlich sofort aus dem Büro geschmissen...

Ich verstehe mich selbst nicht mehr. Habe einfach keine Lust. Ich fühle mich so wie im Gefängnis und wenn ich daran denke dass ich noch 43 Jahre lang arbeiten muss dann könnte ich kotzen. Auch habe ich schon über ein zweites Studium nachgedacht, aber ... meine Mutter sagt kürzlich zu mir: Du warst doch nie zufrieden. In der Schule fandest du die Schule schlecht. Während dem Studium fandest du das Studium schlecht und wolltest arbeiten. Und jetzt findest du das Arbeiten schlecht. Weißt du überhaupt was du willst?


...nein, ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht! Ich merke nur, dass ich so wie es ist unglücklich bin, weiß aber auch nicht was ich will! Geht es anderen ähnlich? Ich bin wirklich kein Schmarotzer , ich will auch nicht auf Staatskosten leben. Warum bekomme ich das mit einem geregelten Alltag nicht hin? Warum bin ich nicht glücklich dabei?

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7. Dezember 2007 um 15:42

Ganz normal
Hey, lass dich nicht von Aussagen beunruhigen, dass du dir einen Therapeuten suchen solltest oder so, völliger Quatsch. Denn: was du durchmachst ist ziemlich normal.

Es geht nicht allen so, es gibt viele leute, die Leben einfach so vor sich hin, stellen nichts in Frage und sind ziemlich glücklich damit. Andere (so wie du und auch ich) können ständig die ganze Welt in Frage stellen und sind auch oft unglücklich über ihre jeweilige Situation.

ich kann dich sehr gut verstehen, mir ging es am Anfang meiner Arbeitszeit auch so. Ich hab mich gefragt, was das überhaupt für einen Sinn macht und bin nicht damit klar gekommen, jeden Tag mindestens 8 Stunden auf Arbeit zu sitzen, nur noch 5-6 Wochen Urlaub im Jahr zu haben, das heißt, keine endlos langen Reisen und Ferien mehr.... ich hab mich auch wie im Gefängnis gefühlt. Ich hatte auch Probleme mit der Akzeptanz. Ist schon komisch, wenn du Jungspund einer 50 Jährigen erfahrenen Person sagen musst was sie zu machen hast. Vor allem unter Frauen ist es schwer, sich hochzuarbeiten und durchzubeißen.

Glaub mir, das wird besser. Du gewöhnst dich an den geregelten Arbeitstag und nach ein paar Jahren wirst du gar nicht mehr dran denken dass du das mal nicht konntest.

Also: gib nicht auf, vor allem: bleib in der Firma denn so wie es aussieht hast du es da erstmal recht gut. Ändern und Job wechseln kannst du in 2 Jahren immer noch. Und jammer deinem Chef nicht mehr die Ohren voll, irgenwann reicht es dem auch

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7. Dezember 2007 um 17:58

Hey Bornalive
Ich könnte mir gut vorstellen, dass es mit der bloßen Eingewöhnung zusammen hängt. Ein Studium und ein geregeltes Arbeitsverhältnis---da gibt es große Unterschiede.

Ich sehe es allein schon an den Tagesabläufen. Mein Freund ist Student, ich arbeite seit mehreren Jahren in einem festen Anstellungsverhältnis. Mein Freund teilt sich seinen Tag selber auf, ist flexibel und hat nebenbei dadurch auch immer mal wieder Zeit die Vorzüge eines Studiums zu genießen. Ich gehe jeden Tag von 9-18h arbeiten, stehe immer um die selbe Zeit auf und habe abends immer den selben Zeitraum für Freizeitaktivitäten zur Verfügung. Das ist wirklich wenig, wenn ich mich mit meinem Freund vergleich, was jetzt nicht heißt das er weniger tut, er ist halt flexibler als ich. Auch ich habe nach Feierabend nicht mehr viel Lust auf große Erledigungen, ich weiß genau was du meinst. Man will einfach nur entspannen und merkt dabei immer wieder wie wenig Zeit dafür bleibt.

Auf der anderen Seite ist es auch oft so, dass die Studenten etwas ganz anderes erwarten wenn sie dann in die Arbeitswelt eintreten. Oder aber sie sind Theoretiker und die Praxis liegt ihnen gar nicht so, wie sie sich das gedacht hätten...

Ich muss dir sagen, so wie du deinen Arbeitsplatz beschreibst, solltest du auf jeden Fall daran festhalten. Jemand der dich fördern will findest du nicht an jeder Ecke. Und auch mit der Argumentation deines Chefs (also weshalb du nicht direkt ins Controlling gehen kannst) stimme ich absolut überein. Ich finde es schon bemerkenswert wieviel er dir trotzdessen schon zutraut und wie sehr er bemüht ist dir das ganze schmackhaft auszulegen. Schlechte Stimmung auf dem Arbeitsplatz wirst du überall mal haben, das ist leider so, dafür sind wir Menschen.

Ich würde dir ans Herz legen diese Chance für dich zu nutzen.

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8. Dezember 2007 um 17:52

Was ist nur mit mir los?"
Guten Abend,

ich möchte nur sagen,mir gehts genau so,ich habe 13 jahren in einer firma gearbeitet,die arbeit hat mir spass gemacht,ich bin gut mit den kollegen klar gekommen.ABER.mir ging es genau wie dir.wenn ich mich morgens nicht wohl fülte bin ich zum arzt gegangen habe mich krank schreiben lassen.in der firma wollte ich nur nachhause.bin öfter früher abgehauen.irgent wann bin ich gekündigt worden wegen fehlzeiten.jetzt suche ich erneut arbeit ,wobei ich gar keine kust habe.ich fühle mich wohl zuhause.aber arbeiten muss mann doch,um den lebensunterhalt zu verdienen.

Grüsse

Katharina

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