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Wenn man keine Lust mehr hat zu arbeiten....

21. Januar 2013 um 16:29

...hat man wohl ein Problem. Ich stecke derzeit in dieser Zwickmühle. Allerdings muss ich zugeben, dass ich immer gerne arbeiten gegangen bin und ich habe auch gerne die Früchte meiner Arbeit genossen. Mit meinen gerade mal 32 Jahren war ich allerdings auch erst 12 Jahre lang am schaffen....also nicht wirklich lang. Als gelernter Systemelektroniker habe ich die letzten 7 Jahre als Disponent gearbeitet, zuerst bei einem kleinen IT Dienstleister in Neuss, der dann leider Insolvenz angemeldet hat und die letzten 5 Jahre bei einem großen IT Dienstleister der für seine Drucker bekannt ist. Und genau hier find das ganze Theater an. Die letzten 5 Jahre über Zeitarbeit und in einem ziemlich bescheidenen Umfeld, so dass ich im September letzten Jahres beschlossen habe zu kündigen. Mein erster Gedanke Montags morgens war: wann ist endlich wieder Wochenende. Der bloße Gedanke, wieder ins Büro fahren zu müssen reichte aus, um starke Kopfschmerzen und Sodbrennen zu verursachen. Hinterher kam noch Schwindel hinzu. Das war dann der Grund, zu kündigen und seit her, komischerweise: keine Beschwerden. Allerdings kann ich nicht mehr zurück und möchte auch nicht für einen der andere IT Firmen arbeiten. Egal ob Cancom, Hemmersbach, T-Systems, Bechtle oder Computacenter, es sind alles die selben Bedigungen und Gaunermethoden wie bei meinem letzten ARbeitgeber. Vor kurzem hatte ich ein Vorstelungsgespräch bei Computacenter, wobei ich mich schon seit Jahren frage warum es eigentlich es eigentlich Computacenter und nicht Computercenter heißt, und schon gings mir wieder spei übel. Nicht nur, dass die Stelle nicht der Ausschreibung entsprach und die Bezahlung bescheiden war, es war schon die Tatsache für diese Firma arbeiten zu müssen. Somit war das Gespräch schon im Vorfeld zum scheitern verurteit.
Es sind aber nicht nur die IT Firmen die mich so schrecklich "annerven", allein schon wenn in einer Stellenausschreibung steht: "Wir nach ITLE oder Isonorm hastenichgesehen zertifiziert" bin ich eigentlich schon satt. Ich habe in den vergangen Jahren gelernt, dass alles nur blöde schönschreiberi ist, auf die Jungmanager abfahren. Und trotz toller Zertifikate sieht die Realität meist ganz anders aus. Aber ich kann diesem neumodischen Scheiss nichts abgewinnen. Auch Prozesse oder Prozessmanagemend sind Dinge, die ich einfach nicht mehr ab kann, die aber ja Standart sind, in jedem Konzern.
Am liebsten würde ich etwas im Bereich Tierfutter machen. Die Selbstständigkeit wurde leider von der Bank abgelehnt, also habe ich mich mal über Futterhaus und Fressnapf informiert. Aber auch beides fällt flach. Aus moralischen Bedenken kann ich hier einfach nicht anfangen zu arbeiten. Beide Unternehmen folgen dem aktuellen Trend, den Verkauf durch 400 Kräfte zu realisieren. Mittlerweile ist das im Einzelhandel ja eine gängige Methode. Ich persönlich finde das unvertretbar und Abzocke an den Mitarbeitern. Seit her gehe ich auch bei Fressnapf und Futterhaus nicht mehr einkaufen....Geschäfte wie Kik und Co meide ich schon seit langem.
Und jetzt steh ich da und mach ein dummes Gesicht. Die einen Verarschen ihre Kunden, die anderen verarschen die Mitarbeiter und bei beiden kann ich wegen moralischer Bedenken, die mich im Nachhinein krank machen, nicht anfangen und ich habe keine Ahnung in welche Richtung es gehen soll.
Ich würde ja wieder arbeiten gehen, wenns denn stimmig ist. Aber ich kann und werde meine Arbeitskraft nicht irgendwelchen Gaunern zur verfügung stellen. Auch wenn es total blöd klingt. Aber es macht einfach keinen Sinn. Ich hatte vor einig Wochen ein Vorstellungsgespräch bei einer Firma, im verlaufe des Gespräches habe ich die Personalchefin gefragt, was sie denn zu den durchweg schlechten Bewertungen auf kununu sagt. Viele Mitarbeiter hatten das Unternehmen als extrem schlechten Arbeitgeber bewertet. Anstatt eine Antwort zu bekommen, hat sich mich dann direkt rausgeschmissen. Ich weiss natürlich, dass man so eine Frage in einem Vorstellungsgespräch nicht stellt, aber eigentlich sagt die Reaktion der Dame schon alles.

Und jetzt muss ich solangsam erstnhafte Gedanken machen, wie es weiter gehen soll, denn irgendwie muss bald mal wieder ein bisschen Geld reinkommen. Es scheint verdammt schwer zu sein, etwas zu finden, hinter dem man auch persönlich stehen und verantworten kann.

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22. Januar 2013 um 7:28

Moralische Ansprüche und Stolz
muss man sich leisten können. Entweder hältst du weiterhin an deinen hohen moralischen Ansprüchen fest und zeihst dann unter die nächste Brücke, oder du arangierst dich mit deiner Umwelt und verdienst dir wieder deinen Lebensunterhalt. Wenn du nicht arbeitest ist die Alternative ALG ! oder Hartz 4 und ich wiederum habe keine Lust deine hohen moralischen Ansprüche zu fianzieren.

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22. Januar 2013 um 8:17
In Antwort auf heiner9999

Moralische Ansprüche und Stolz
muss man sich leisten können. Entweder hältst du weiterhin an deinen hohen moralischen Ansprüchen fest und zeihst dann unter die nächste Brücke, oder du arangierst dich mit deiner Umwelt und verdienst dir wieder deinen Lebensunterhalt. Wenn du nicht arbeitest ist die Alternative ALG ! oder Hartz 4 und ich wiederum habe keine Lust deine hohen moralischen Ansprüche zu fianzieren.

So war das auch nicht gemeint - alg ist keine lösung
vom ALG leben hab ich auch keine Lust...das sollte auch nicht der Kern der Aussage sein. Wie ich ja geschrieben habe, bin ich immer gerne arbeiten gegangen und ich finde es sogar wichtig, den eigenen Lebensunterhalt bestreiten zu können. aber es muss doch auch ein Weg geben, der beides vereint. Die Möglichkeit, arbeiten zu gehen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

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