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Wie geht man mit Dailys um?

16. Februar um 11:40 Letzte Antwort: 16. Februar um 19:19

Hallo zusammen, 

Ich habe ein Problem mit dem Umgang von Dailys vor teamkollegen und Vorgesetzten. 
Diese täglichen Sitzungen dauern 15 bis max 30 min und sind dafür da das man von dem letzten tag berichtet, was man gemacht hat etc. 
Da ich im Sales arbeite geht es dabei auch um das reporting bzgl. Erfolg von erstellten Gesprächen. 
Ich finde das persönlich aber schwierig zu handhaben wenn der eine kollege sich noch rein arbeitet oder die andere kollegin noch nichts geschafft hat weil sie vllt einfach keinen erreicht hat, dann selbst von eigenen Ergebnissen zu berichten. Man selbst will die kollegen vor den Leitern nicht unnötig unter druck setzen möchte aber auch signalisieren das man was geschafft hat. Ich bin kein fan davon sich hervorzuheben weshalb ich meistens in Wir form rede. 
Wie geht man mit solchen Situationen um? 
Ich meine Klappe halten und nichts sagen ist ja auch nicht richtig. 
Vllt kann hier jmd mit berufserfahrung berichten? 
Wär sehr dankbar für nen guten tipp=) 

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16. Februar um 16:59

hmmmm...

Also wenn sich jemand noch reinarbeitet, wissen die Chefs das ja nun wohl auch.
Dass man nicht jeden Tag einen Lauf hat, sollten sie auch wissen, das ist doch völlig normal, dass man an dem einen oder anderen Tag einfach nur auf der Stelle tritt. (Spoiler: geht einem auch als Chef noch so! )
Als Chef würde ich jedenfalls sehr, sehr irritiert und mißtrauisch sein, wenn es anders wäre.

Von daher bringt mich Deine Argumentation da schon auch ins Grübeln. Natürlich bist Du an einem Tag mit Treffern "besser", also zumindest "erfolgreicher" als jemand, der niemanden erreicht hat und auch als jemand, der sich noch einarbeitet. Warum genau sollte man das überspielen, das ist doch völlig klar, logisch und normal.
Natürlich gehört da aber genauso dazu, mit eigenen Problemen und Fehlern genauso offen umzugehen. Nicht überspielen, nicht verstecken, nicht mit dem Finger auf andere zeigen (kein "ABER DER / DIE HAT...!" ) und vor allem: lösungsorientiert statt problemorientiert.
Genau damit bist Du dann auch fair gegenüber den Kollegen, denn auch Du wirst Tage haben, wo Du auf der Stelle trittst und auch Du wirst Fehler machen. Wie Deine Kollegen auch.
Es ist doch weder eine Schande, wenn es an einem Tag nicht läuft, noch ist es eine Schande, einen guten Tag zu haben. Was die miesen Tage angeht - da sind die Berichte genauso wichtig. Kommt das gelegentlich vor - alles klar, normal. Kommt das öfter vor - kann (und muss) man etwas ändern. Ja, manchmal liegt es daran, dass die falsche Person im Job ist (ich wäre im Sales beispielsweise ganz sicher ganz falsch). Oder es gibt Tipps von erfahereneren Kollegen, die helfen. Dass man bestimmte Berufsgruppen wie Ärzte, Lehrer, ... am besten an einem bestimmten Wochentag erreicht. Oder am besten zwischen 7 und 8 Uhr - und gerade Schulferien sind, weswegen in den Schulen eh keiner da ist, aber die Ärzte etwas mehr Ruhe haben, weil die Praxen gerade leerer sind (wild zusammen phantasiert, ich bin Informatiker, ich habe davon keinen Schimmer ).
Nichts davon ist doch per se schlimm.

In der Wir-Form reden, wenn jeder über sich berichten soll, klingt noch mehr danach, dass Du Dir halt von dem, was IHR, nicht DU gemacht habt, einfach ein dickes Scheibchen auf die eigene Fahne schreibst. Die anderen berichten doch auch von den EIGENEN Erfolgen, oder? Nur Du hast keine eigenen, denn Du bedienst Dich an den Erfolgen des Teams? Das verbessert nichts. Wenn die Aufgabenstellung lautet: berichte von DEINEM letzten Tag, dann ist ICH-Form angesagt. Natürlich mit Ausnahme von "als das Problem ... auftrat habe ich mich mit a, b und c zusammengesetzt und b fand dann die Lösung, dass wir..."

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Bei Dir hat man das Gefühl, der Sinn eines Meetings entspricht in etwa einem Inquisitionstribunal.
In 99% der Jobs ist das falsch - und bei dem einen verbleibenden Prozent sollte man umgehend einen neuen Job suchen.

Der Sinn eines daily-Meetings ist:
- Kollegen und Vorgesetzte auf dem Laufenden halten, damit sie
-- von den eigenen Erfahrungen profitieren können
-- über aktuelle Entwicklungen im Bilde sind
- eventuelle Probleme möglichst frühzeitig erkennen, damit man
-- vermeiden kann, dass sich jemand sinnlos "festfrisst"
-- Unterstützung organisieren / gemeinsame Lösungen finden kann
-- vermeiden kann, dass andere auch noch in die gleiche Falle tapsen
- Erfolge und Erfolgstrategien erkenn kann, damit
-- alle von guten Konzepten profitieren können
-- andere von guten Ansätzen lernen können
- sich untereinander abstimmen,
- Mißverständnisse vermeiden,
- sinnlos doppelte Arbeit vermeiden,
- Kommunikation fördern,
- Probleme in Prozessen und Abläufen erkennen und verbessern können (wozu auch bspw. die Einarbeitung gehört, auch die kann enorm verbesserungsbedürftig sein und das bemerkt man u.a. dabei, dass eben nichts vorwärts geht! )
=> kein Tribunal, keine Inquisition.

 

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16. Februar um 19:19

P.S.: die Basis einer jeden Zusammenarbeit sind Informationen.
Wenn Du Dich wie vor einem Tribunal verhältst, also ohne Folter am besten gar nichts sagst und alles, was Du sagst, möglichst so verwischst, das es fast nichts mehr aussagt, arbeitest Du gegen Chefs und Kollegen.

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