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Wie kann ich diesem übergriffigen Chef seine Grenzen aufzeigen?

13. Juni 2017 um 17:50

Hallo, liebe Community,

ich könnte echt nur noch heulen wegen meiner beruflichen Situation!

Seit 6 Jahren bin ich in einem kleinen Unternehmen als Büroangestellte beschäftigt, das immer mehr den Bach runtergeht. Der Chef hat finanzielle Probleme und hat in seinem Frust im letzten halben Jahr einige Mitarbeiter rausgeworfen. Das für mich unverständliche daran ist, dass er sich permanent von Auszubildenden in der Probezeit trennt und dann nach kurzer Zeit wieder neue einstellt. Keine Ahnung, wie das jedes Mal so mitten im Jahr funktioniert!

Schon immer hatte ich das Gefühl, das mein Chef meine Persönlichkeit und meine Leistungen nicht besonders schätzt. Gekündigt hat er mir trotzdem bis heute nicht, was auch damit zusammenhängen könnte, dass ich meistens gelassen mit seinem tyrannischen Verhalten umgehe. Wie es in mir aussieht, weiß er zum Glück nicht!

Ich habe mich im letzten halben Jahr verstärkt um einen anderen Job bemüht, aber leider nichts gefunden.

Schon immer bestand bei meinem Chef die Neigung, zu privates von sich zu erzählen und auch uns Mitarbeiter teilweise zu persönliche Dinge zu fragen.
Ich habe meistens versucht, ihm so wenige Informationen wie möglich zu liefern. Was mir mal mehr und mal weniger gut gelang.
Doch seit ein paar Monaten thematisiert er fast nur noch sexuelles!

Mehmals hat er jetzt mir gegenüber schon erwähnt, dass die männlichen Auszubildenden nur das Poppen im Kopf haben. Es mache ja auch mehr Spaß als arbeiten, oder? Als ich darauf nicht antwortete, meinte er, dass wir beide ja schon gar nicht mehr wissen, was Sex eigentlich ist!
Vor kurzem fragte er mich, ob am Wochenende mein Liebhaber vorbeikomme. Ich antwortete darauf, dass der keine Zeit habe, wie Männer nun mal sind. Ich wollte das ganze ein bisschen ins lächerliche ziehen.
Einmal forderte mich der Chef auf, doch endlich Feierabend zu machen. Zuhause warte doch bestimmt schon frischgebadet der Freund. Was ich nur mit einem "natürlich" kommentierte.

Letzte Woche erzählte er mir von seiner ersten Freundin, mit der er einige Jahre zusammen gewesen sei. Dass er einmal voll die Panik geschoben habe, weil sie die Befürchtung hatte, schwanger zu sein. Er betonte, dass ihm der Sex als junger Mann keinen Spaß gemacht habe. Schließlich habe es da die Pille für unverheiratete Frauen noch nicht gegeben.
Dann sprach er mal wieder von seiner verstorbenen Partnerin und dass er keine neue mehr wolle. Er glaube, dass es die große Liebe nur einmal im Leben gebe. Ich stimmte zu und meinte, dass man dann ja auch immer vergleichen würde. Er sagte, dass dem so sei und eine andere vielleicht nicht so zärtlich wäre.
Ich war echt peinlich berührt, weil mir das zu intim war.

Gestern fand ich es aber einfach nur noch ekelhaft!
Der Chef ließ sich mal wieder über eine Auszubildende aus, die er nur aus Mitleid eingestellt habe. Er kritisierte, dass sie schon mit ihrem Freund zusammenlebt. Man könne in so jungen Jahren doch auch Sex haben, ohne gleich zusammen zu ziehen. Wenn er bedenke, wie oft er in jungen Jahren Geschlechtsverkehr gehabt habe! Da habe er auch nicht mit der Freundin zusammengewohnt. Er tippte sich gegen die Stirn und meinte, DAS sei wichtiger als DAS, wobei er auf die Brust zeigte. Dann lachte er und meinte, na ja, das eine könne man sich für abends aufheben. Ich würde ihn schon verstehen.

Er hat mich noch nie direkt angebaggert. Er hat nur einige Male beiläufig erwähnt, dass ich eine hübsche Frau sei und mir mehr zutrauen solle.
Wenn er meine Leistungen kritisiert kommt schon mal ein: "Wir beide mögen uns doch, oder? Warum ärgern Sie mich dann?"

Ich kann inzwischen mit seiner Art nicht mehr umgehen, denn es widert mich an, wie er mit mir spricht!

Wie kann ich ihm Grenzen aufzeigen, ohne undiplomatisch zu werden?

Liebe Grüße,
Serlina

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26. Juni 2017 um 19:23
In Antwort auf serlina78

Hallo, liebe Community,

ich könnte echt nur noch heulen wegen meiner beruflichen Situation!

Seit 6 Jahren bin ich in einem kleinen Unternehmen als Büroangestellte beschäftigt, das immer mehr den Bach runtergeht. Der Chef hat finanzielle Probleme und hat in seinem Frust im letzten halben Jahr einige Mitarbeiter rausgeworfen. Das für mich unverständliche daran ist, dass er sich permanent von Auszubildenden in der Probezeit trennt und dann nach kurzer Zeit wieder neue einstellt. Keine Ahnung, wie das jedes Mal so mitten im Jahr funktioniert!

Schon immer hatte ich das Gefühl, das mein Chef meine Persönlichkeit und meine Leistungen nicht besonders schätzt. Gekündigt hat er mir trotzdem bis heute nicht, was auch damit zusammenhängen könnte, dass ich meistens gelassen mit seinem tyrannischen Verhalten umgehe. Wie es in mir aussieht, weiß er zum Glück nicht!

Ich habe mich im letzten halben Jahr verstärkt um einen anderen Job bemüht, aber leider nichts gefunden.

Schon immer bestand bei meinem Chef die Neigung, zu privates von sich zu erzählen und auch uns Mitarbeiter teilweise zu persönliche Dinge zu fragen.
Ich habe meistens versucht, ihm so wenige Informationen wie möglich zu liefern. Was mir mal mehr und mal weniger gut gelang.
Doch seit ein paar Monaten thematisiert er fast nur noch sexuelles!

Mehmals hat er jetzt mir gegenüber schon erwähnt, dass die männlichen Auszubildenden nur das Poppen im Kopf haben. Es mache ja auch mehr Spaß als arbeiten, oder? Als ich darauf nicht antwortete, meinte er, dass wir beide ja schon gar nicht mehr wissen, was Sex eigentlich ist!
Vor kurzem fragte er mich, ob am Wochenende mein Liebhaber vorbeikomme. Ich antwortete darauf, dass der keine Zeit habe, wie Männer nun mal sind. Ich wollte das ganze ein bisschen ins lächerliche ziehen.
Einmal forderte mich der Chef auf, doch endlich Feierabend zu machen. Zuhause warte doch bestimmt schon frischgebadet der Freund. Was ich nur mit einem "natürlich" kommentierte.

Letzte Woche erzählte er mir von seiner ersten Freundin, mit der er einige Jahre zusammen gewesen sei. Dass er einmal voll die Panik geschoben habe, weil sie die Befürchtung hatte, schwanger zu sein. Er betonte, dass ihm der Sex als junger Mann keinen Spaß gemacht habe. Schließlich habe es da die Pille für unverheiratete Frauen noch nicht gegeben.
Dann sprach er mal wieder von seiner verstorbenen Partnerin und dass er keine neue mehr wolle. Er glaube, dass es die große Liebe nur einmal im Leben gebe. Ich stimmte zu und meinte, dass man dann ja auch immer vergleichen würde. Er sagte, dass dem so sei und eine andere vielleicht nicht so zärtlich wäre.
Ich war echt peinlich berührt, weil mir das zu intim war.

Gestern fand ich es aber einfach nur noch ekelhaft!
Der Chef ließ sich mal wieder über eine Auszubildende aus, die er nur aus Mitleid eingestellt habe. Er kritisierte, dass sie schon mit ihrem Freund zusammenlebt. Man könne in so jungen Jahren doch auch Sex haben, ohne gleich zusammen zu ziehen. Wenn er bedenke, wie oft er in jungen Jahren Geschlechtsverkehr gehabt habe! Da habe er auch nicht mit der Freundin zusammengewohnt. Er tippte sich gegen die Stirn und meinte, DAS sei wichtiger als DAS, wobei er auf die Brust zeigte. Dann lachte er und meinte, na ja, das eine könne man sich für abends aufheben. Ich würde ihn schon verstehen. 

Er hat mich noch nie direkt angebaggert. Er hat nur einige Male beiläufig erwähnt, dass ich eine hübsche Frau sei und mir mehr zutrauen solle.
Wenn er meine Leistungen kritisiert kommt schon mal ein: "Wir beide mögen uns doch, oder? Warum ärgern Sie mich dann?"

Ich kann inzwischen mit seiner Art nicht mehr umgehen, denn es widert mich an, wie er mit mir spricht!

Wie kann ich ihm Grenzen aufzeigen, ohne undiplomatisch zu werden?

Liebe Grüße,
Serlina

Hat denn niemand hier eine Idee? 

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26. Juni 2017 um 22:01

Ich würd mir da schlichtweg eine neue Arbeit finden - so ein vergiftetes Klima würde ich nicht aushalten.

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10. Juli 2017 um 22:56

Heute hatte ich ein "tolles" Erlebnis!

Beim Einkaufen in der Mittagspause kam ich an einer Pizzeria vorbei und in dem Moment kam mein Chef dort raus. Er fragte mich, ob ich einen Kaffee mit ihm trinken wolle und ich war so irritiert, dass ich ja sagte.
Diese Begegnung hätte ich mir besser erspart! Er fragte mich, wie es mir gehe, was ich natürlich mit "gut" beantwortete. Anscheinend glaubte er mir nicht und er wollte wissen, was so schwer sei (ich war letzte Woche schlecht drauf und hatte auch eine kleine Auseinandersetzung mit ihm wegen verspäteter Gehaltszahlung). Ich sagte darauf nichts.

Dann nahm das Gespräch mal wieder eine eher unappetitliche Wende. Er erzählte, dass er mal einen Furunkel im Intimbereich gehabt habe, der operativ entfernt werden musste. Er habe darauf bestanden, dass keinesfalls eine junge Schwester ihn dort rasieren durfte. Das sei ja wohl verständlich. Er stamme schließlich aus einer Generation, wo der Sex bei den Eltern nur im Dunklen stattfand und die Frau dabei ihr Nachthemd anbehielt.
Ein junger Arzt habe ihn vor der Operation darauf hingewiesen, dass es sein könne, dass ein Samenstrang verletzt würde und er anschließend impotent sein könnte! Er habe daraufhin auf ein Gespräch mit dem Chefarzt bestanden, der ihm versicherte, dass seine Sexualfunktionen erhalten blieben und er auch weiterhin eine Frau befriedigen könne!

Was hat mich so etwas zu interessieren?
Ich glaube, er hat kein Gespür dafür, wann er im Gespräch zu weit geht!

Als er zahlte, zückte er einen 100-Euro-Schein. Der Kellner fragte MICH scherzhaft, ob er den Rest behalten dürfe.
Mein Chef sagte zu ihm, dass  ICH das nicht zu bestimmen habe. Das könne ich nur, wenn wir ein Verhältnis hätten, aber wir haben keins.

Der Mann ist einfach nur schrecklich!
Mich ärgert, dass ich mich nicht besser abgrenzen kann!

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12. Juli 2017 um 12:47

Hallo dalocu,

danke für deine Antwort.

Das ist eine ganz gute Idee, das Gespräch mit ihm zu suchen und mich vorher in schriftlicher Form gründlich darauf vorzubereiten. Es wäre zumindest ein Versuch wert, auch wenn er wahrscheinlich ein Mensch ist, der sich sein Fehlverhalten niemals eingestehen würde.
Natürlich habe ich auch ein bisschen Angst vor seiner Reaktion. Wenn ihm etwas nicht passt, reagiert er manchmal sehr aufbrausend. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ihm finanziell das Wasser bis zum Hals steht!
Doch was er da macht, ist eindeutig ein Missbrauch seiner Macht!

Im nachhinein denke ich natürlich auch, dass es einfach nur dumm von mir war, mich am Montag zu einem Kaffee von ihm einladen zu lassen. Denn das Gespräch diente doch wieder nur dazu, Frust bei mir abzuladen und mich dazu noch sexuell zu belästigen.
Denn er erzählte nicht nur von diesem Eingriff, eventueller Impotenz, etc., sondern meinte auch noch, dass ich mich ja wohl auch nicht von einem jungen Pfleger intim rasieren lassen wolle. Von einem jungen Mann, der vielleicht mein Sohn sein könnte.
Doch ich habe mich nicht getraut, ihn abzuwimmeln und und zu sagen, dass ich keine Zeit habe.

Jetzt muss ich sehen, wie es weitergeht.
Erst einmal werde ich jetzt versuchen, einen möglichst passenden Moment zu finden und dann das Gespräch mit ihm zu suchen.
Lieber wäre mir natürlich, bald einen neuen Job zu finden!

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