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Wie reagieren, wenn der Chef indiskret und respektlos ist?

16. Juli 2016 um 14:46

Liebe Community,

ich (39) arbeite seit über einem Monat an ein paar Abenden pro Woche als Reinigungskraft von Büroräumen. Wenn ich dort putze, sind die Angstellten schon in den Feierabend. Nur der Chef ist meistens noch für eine Stunde da.

Am Anfang empfand ich ihn als sympathisch. Manchmal fragte er mich, wie es mir geht und es kam zu einem kurzen Smalltalk. Einmal wollte er nur mal wissen, ob ich verheiratet sei und Kinder habe. Als ich verneinte, fragte er, ob ich denn eine Freundin habe, mit der ich mal etwas unternehmen könne. Ganz normale Fragen eben.

Am Montag ist er mir zum ersten Mal sehr negativ aufgefallen. Er war sehr geladen, es kam zu wüsten Beschimpfungen über seine Auszubildende, die nur Sex im Kopf habe und die er doch nur aus Mitleid heraus eingestellt habe. Dann schimpfte er noch über seine Haushaltshilfe, die einen kleinen Unfall hatte und jetzt ausfalle. Dabei ließ er sich über die Unzuverlässigkeit von Frauen aus. Ich sagte nicht viel dazu und ließ ihn seinen Dampf ablassen.

Gestern hatte ich ein Gespräch mit ihm, dass mich total aus dem Konzept gebracht hat. Es ging zu sehr ins private und ich habe dummerweise seine Fragen noch brav beantwortet!
Er war sehr umgänglich drauf und erzählte mir, dass er seiner Auszubildenden fristlos gekündigt und schon eine neue eingestellt habe. Das war also schon mal der Grund für seine gute Stimmung. Er stellte mir noch ein paar Fragen, wie es bei mir aussehe, was ich gelernt habe, etc. Das war ja noch alles ok. Ich sagte ehrlich, dass ich von ALG II lebe, mich beruflich gerade anderweitig orientiere und in welchem Bereich ich gerne arbeiten möchte.
Das fand er wohl nicht so toll und wollte wissen, wie ich denn mit dem wenigen Geld klar komme. Dass ich dann wohl nur in Discountern einkaufe? Ob ich denn auch genügend Bewerbungen schreibe?

Dann wurde er sehr privat. Ich wusste ja schon, dass seine langjährige Lebensgefährtin vor einigen Jahren verstorben ist. Heute sagte er, dass er deshalb ohne Arbeit nicht existieren könne. Er würde das nicht so können wie ich, nur in den Abendstunden arbeiten. Er habe eine sehr harmonische Beziehung gehabt, in der es nie ein böses Wort gegeben habe. Auch wenn die sexuellen Aktivitäten im Laufe der Jahre nachlassen, so seien sie doch immer da gewesen. Was ihm jetzt fehle, sei aber nicht unbedingt der Sex, sondern Liebe.
Wie es denn komme, dass eine hübsche Frau wie ich keinen passenden Partner gefunden habe. Ob ich vielleicht als junges Mädchen zu schwierig gewesen sei.
Ich habe ausweichend geantwortet, dass ich irgendwie immer an die falschen geraten bin. Er wollte wissen, ob die Männer nur das eine gewollt haben. Ich sagte, ja, unter anderem. Zu weiteren Ausführungen war ich wirklich nicht bereit.

Ok, ich kann verstehen, dass er sich einsam fühlt und Redebedarf hat. Es ging mir aber zu weit, und ich habe mich leider nicht getraut, ihm das ganz offen zu sagen.

Wie soll ich mich in Zukunft bei derartigen Gesprächen verhalten?
Ihm sagen, dass mir das zu weit geht? Auch auf die Gefahr hin, den Nebenjob wieder zu verlieren?

Liebe Grüße,
Klarissa

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26. Juli 2016 um 17:03

Chef stellt indiskrete Fragen
Hallo glyzinie,

dieser Chef ist der Arbeitgeber.
Darf ich ihm trotzdem sagen, dass mich so ein Gespräch zu sehr aufhält?

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