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Wie überlebe ich die nächsten Tage?

25. September 2012 um 0:29

Hallo ihr... ich bin gerade ziemlich schlaflos, deshalb versuche ich jetzt einfach, meinen Frust wegzuschreiben...

Wo soll ich anfangen? Ich arbeite seit einem Jahr auf dem Amt, vorher habe ich eine zweijährige Ausbildung dort absolviert. Dort angefangen habe ich aus lauter Blauäugigkeit, mir wurde ein anschließendes vollfinanziertes Studium versprochen, Leitungsfunktion inklusive. Nach der Ausbildung Pustekuchen, das Studium könnte ich selbst zahlen, die Zeit dafür rausarbeiten und eine andere Stelle danach gibt es nicht. So habe ich nach diesem Jahr entschieden, die Reißleine zu ziehen und meine Zelte dort abbzubrechen. Habe meinen Traumstudienplatz bekommen und auf Arbeit mit offenen Karten gespielt. Anfangs hieß es noch "Ja Mädel, das ist das Beste was du tun kannst, hier verschwinden bevor du zu alt bist!". Seit ich jedoch die Zusage der Uni in. Händen hielt, war ich der Arsch für alle.

Krankheitsbedingt waren wir schwach besetzt und so habe ich allen Arbeit abgenommen, mir sicher auch zu viel geben lassen. ich hab dabei nie irgendwas versemmelt, alles lief gut. Nur meine Ablage blieb in der Zeit liegen. Als ich im Sommer nach zwei Wochen Urlaub zurückkam, hatte sich die Stimmung so hochgeschaukelt, dass niemand mehr mit mir sprach. Wegen der verdammten Ablage. Wegen erledigten Vorgängen, die ich nicht in die Akten sortiert hatte, sondern die noch (alphabetisch geordnet) in meiner Ablage lagen. Gut, man konnte sich nach vielen Zickereien einigen, dass ich nichts weiter übernehme, sondern halt die Kasperaufgaben mache. Lochen, sortieren, abheften. Und dann durfte ich mir ständig anhören, wie überfordert alle sind, und wie viele Stunden alle schrubben, wo bei mir nach 40h (bezahlten 37) der Hammer fällt. Dann wurde mir vorgeworfen, ich würde mit meiner Nullbockeinstellung die Stimmung vergiften. Egal was ich machte, alles war falsch. Entscheidungen durfte ich nur noch als letzte erfahren, wenn überhaupt.

Gerade habe ich Urlaub. Freitag muss ich wieder los, die letzten sechs Tage. bis zur Freiheit. Und heute schrieb mich ein Kollege an, dass ich Ärger bekomme, weil ich vertrauliche Informationen nach außen getragen hätte. Das habe ich nicht, niemals. ich weiß überhaupt nicht wie er darauf kommt, oder was es ihn angeht (da. andere Abteilung), aber jetzt habe ich Angst. Es sind nur noch sechs Tage, aber ich hasse diesen Schuppen so abgrundtief... Mein Gegenüber ist total unfähig, leitet alle ihre Fälle an andere Behörden weiter oder gibt sie mir. Selbst von den kleinsten Arbeiten ist sie heillos überfordert, noch dazu ist sie Ausbildungsleiterin und hasst alle Auszubildenden. Meine neue Chefin ist eine linke Kuh, wer ihr einmal ausversehen nicht hallo gesagt hat, hat auf alle Ewigkeit verschissen und wird so klein wie möglich gehalten. Zwei andere Kollegen stiften mehr Chaos als alles andere, aber klopfen sich dafür krankhaft oft die Schulter. und noch eine ist eine notorische Lügnerin. Wer gerade nicht da ist, wird niedergemacht. Und ich bin sowieso eine undankbare Göre...

Es sind nur sechs Tage. Aber ich weiß gerade nicht, wie ich die überstehen soll. Wenn ich wirklich eine Abmahnung bekomme, dann auch ein mieses Arbeitszeugnis. Ich könnte heulen. Ich hab da wirklich alles gegeben und nie mehr als kleine Schönheitsfehler gemacht. Und jetzt hassen mich alle.

Danke erstmal falls ihr bis hier gelesen habt. Ich könnte so viel mehr schreiben, aber das geht vom Hundertsten ins Tausendste...

Liebe Grüße !

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25. September 2012 um 7:35

Kopf hoch
du schaffst das schon. Kneif die Pobacken zusammen und durch. Denk dir einfach, 'di könnenmich alle mal am A.... lecken'. Ich würde keine 40 Std arbeiten wenn ich nur 37 bezahlt bekomme. Bei mir würde pünktlich nach 37 Stunden der Hammer fallen.

Über dein Arbeitszeugnis würde ich mir keine Gedanken machen. Notfalls kansnt du eines dass entsprechend formuliert ist einklagen.

Also Augen zu und durch.

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25. September 2012 um 18:54
In Antwort auf heiner9999

Kopf hoch
du schaffst das schon. Kneif die Pobacken zusammen und durch. Denk dir einfach, 'di könnenmich alle mal am A.... lecken'. Ich würde keine 40 Std arbeiten wenn ich nur 37 bezahlt bekomme. Bei mir würde pünktlich nach 37 Stunden der Hammer fallen.

Über dein Arbeitszeugnis würde ich mir keine Gedanken machen. Notfalls kansnt du eines dass entsprechend formuliert ist einklagen.

Also Augen zu und durch.

Danke!
Danke für deine Worte! Und du hast sowas von Recht!!!

Heute war ich an der Uni und hab mal alles angeschaut. Ich freue mich so unendlich, das lasse ich mir nun auch nicht mehr vermiesen! Die werdens schon ohne mich schaffen und sehen, wo sie hinkommen.

Liebe Grüße

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26. September 2012 um 20:37

Oh je
Hallo Steffi!

Du arme, du tust mir wirklich leid, ich kann total nachvollziehen wie es dir geht. Eins verstehe ich nicht: Du schreibst noch "6 Tage bis zur Freiheit". Musst du da dann nie wieder hin, weil der Vertrag dann ausläuft und du ein Studium bezahlt bekommst? Oder verstehe ich das falsch? Mir ging es während meiner Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten so, denn ich wollte ursprünglich Rechtsanwalts-und Notarfachangestellte werden und musste nur noch 2 Wochen zum Notar (andere Kanzlei). Die waren da so furchtbar zu mir, dass ich Panikattacken bekam und die ganze Sache abgeblasen hab, weil ich einfach nicht mehr hinwollte. Aber am besten wäre es natürlich, augen zu und durch, dass wird schon wenn man nur ein bisschen was absitzen muss. Ich hatte meine Entscheidung damals auch gut durchdacht, da ich diesen Beruf nur notgedrungen gewählt habe und sowieso nicht mehr in der Branche arbeiten wollte, war es nicht schlimm, wenn ich doch nur ReFa geworden bin. Also, für und wieder abwägen und eine Entscheidung treffen und dann auch dazu stehen. Das schaffst du schon!

LG

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30. September 2012 um 19:51
In Antwort auf alodia_11974788

Oh je
Hallo Steffi!

Du arme, du tust mir wirklich leid, ich kann total nachvollziehen wie es dir geht. Eins verstehe ich nicht: Du schreibst noch "6 Tage bis zur Freiheit". Musst du da dann nie wieder hin, weil der Vertrag dann ausläuft und du ein Studium bezahlt bekommst? Oder verstehe ich das falsch? Mir ging es während meiner Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten so, denn ich wollte ursprünglich Rechtsanwalts-und Notarfachangestellte werden und musste nur noch 2 Wochen zum Notar (andere Kanzlei). Die waren da so furchtbar zu mir, dass ich Panikattacken bekam und die ganze Sache abgeblasen hab, weil ich einfach nicht mehr hinwollte. Aber am besten wäre es natürlich, augen zu und durch, dass wird schon wenn man nur ein bisschen was absitzen muss. Ich hatte meine Entscheidung damals auch gut durchdacht, da ich diesen Beruf nur notgedrungen gewählt habe und sowieso nicht mehr in der Branche arbeiten wollte, war es nicht schlimm, wenn ich doch nur ReFa geworden bin. Also, für und wieder abwägen und eine Entscheidung treffen und dann auch dazu stehen. Das schaffst du schon!

LG

Danke chantakalypse!
Hey du!

Danke für deine Worte!
Ich muss dann tatsächlich nicht wieder hin, weil ich einen Aufhebungsvertrag arrangiert habe. Ich verlasse das Unternehmen also, und studiere etwas ganz anderes. Als wäre ich frisch vom Abi gekommen und es hätte die letzten drei Jahre nicht gegeben. Noch fünf Tage, dann habe ich es überstanden. Klar gibt es dort auch Menschen, die ich vermissen werde, aber hauptsächlich merke ich, dass ich da durchdrehe, langsam aber sicher.

Es ist schon nicht leicht, das ganze Zwischenmenschliche. Arbeitest du jetzt in einer ganz anderen Branche?

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12. Oktober 2012 um 13:50

Hast du es gut überstanden?
Wie waren die letzten 6 Tage?
Hilfe brauchst du jetzt vermutlich nicht mehr, aber ich woltle mal sagen dass ich deine Angst und das Gefühl sehr sehr gut nachvollziehen kann. Ich habe gerade meine Ausbildung abgebrochen, weil ich mich in einer ähnlichen Situation befand. Bei mir wären es noch 3 Monate gewesen (vermutlich länger, da ich die Prüfung unter diesen Bedingungen nicht geschafft hätte). Ich kenn das Gefühl, wenn alle gegen einen sind, ich kenen die Phasen, wenn nicht mehr mit einem (sondern nur ÜBER einen) gesprochen wird. Ich kenne die Blicke, die Spannung die in der Luft liegt und das Gefühl, wenn man morgens aufsteht und an den bevorstehenden Tag denkt.
Ich habe es in meinem betrieb nciht mehr ausgehalten und über 1 Jahr gekämpft da weg zu kommen, es klappte nicht, also musste ich die Notbremse ziehen und abbrechen, weil der Stress zu viele gesundheitlichen Folgen hatte.

Jetzt gratuliere ich dir hiermit also zu deiner Freiheit! Und den Gedanke, dass du diesen Schuppen nie wieder betreten und diese Fre***n nie wieder sehen musst, solltest du gaaanz langsam und intensiv sacken lassen Viel Erfolg!

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30. Oktober 2012 um 8:35

Wo bleibt dein Selbstbewußtsein
Hi, sorry,
glaube nicht, dass dein Arbeitzeugnis (so) schlecht ausfüllt. Und wenn gehst du zum Anwalt und forderst ein neues an.

Also, du siehst ja alle Mitarbeiter im ziemlich schlechten Licht, da ist es klar, das sie dich genauso (schlecht) sehen. Scheinen aber auch wirklich Zustände dort zu sein... und kein nettes Betriebsklima mehr.

Also, wenn du was weitererzählt hättest, dann könntest du vielleicht eine Abmahnung bekommen... rechtliche Konsequenzen - wo gibt es die schon im Amt? Es wird viel drüber geredet... mehr passiert nicht.
Hört sich wie Hetze unter Kollegen an... mehr nicht.

Wie lange vorher hast du denn schon von deinem Studium erzählt, wenn es erst Monate später losging? Und nach dem Studium ist doch dein jetztiges Zeugnis "zweitrangig", oder willst du dich wieder in einem Amt bewerben?

Vielleicht sind sie neidisch, dass du ein Studium beginnen kannst (wie finanzierst du es denn?).

Liebe Grüße
gotravel

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