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Zwickmühle - schlechtes Gewissen weil ich kündige

31. Juli 2016 um 0:38

Hallo ihr Lieben

Mein Problem ist eigentlich ein Luxusproblem, aber ich wünschte ehrlich gesagt nicht in dieser Situation zu sein.

Ich war bis vor einem Monat befristet angestellt und konnte in dem Bereich leider nicht weiter übernommen werden.
Der Arbeitgeber war sehr bemüht und hat für mich einige Zeit später eine Stelle in einem anderen Bereich organisiert, die jetzt Monat beginnt. Allerdings ist diese Stelle auch wieder nur eine Vertretungsstelle und, wenn die Kollegin wieder da ist bin ich weg. Ich war natürlich sehr froh und nahm das Angebot an. Den Vertrag unterschrieb ich letzte Woche.
Einen Tag später bekam ich dann Post von einem Arbeitgeber bei dem ich einige Zeit vorher ein Vorstellungsgespräch hatte.
Ich kann den Job haben, wenn ich möchte. Diese Stelle ist unbefristet und vom Gehalt her weiter oben eingeordnet.
Wenn ich diesen Job annehme wäre ich beruflich endlich angekommen. Es ist auch definitiv sicher, dass man mich will. Ich muss nur noch den Vertrag unterschreiben.
Eigentlich müsste ich Luftsprünge machen, denn ich habe beruflich schon viel kämpfen müssen.
Stattdessen mache ich mich seitdem verrückt. Mein Gewissen macht mich bekloppt. Mein jetziger Arbeitgeber war immer sehr nett und hat alles versucht, um mich zumindest befristet zu beschäftigen. Man verlässt sich auf mich und braucht meine Hilfe auch. Aber man kann mir weder einen unbefristeten Vertrag geben, noch ein angemessenes Gehalt.
Um das Gehalt geht es mir aber gar nicht, sondern um das Unbefristete. Ich bin 31 und es wird Zeit beruflich anzukommen. Zwar habe ich ich immer gearbeitet, aber immer befristet. Immer die Sorge gehabt und immer auf der Suche nach neuen Stellen gewesen. Das wäre mit dem zweiten Jobangebot vorbei.
Aber ich bin wirklich hin und her gerissen. Was ich an meinem jetziger Arbeitgeber habe weiß ich, aber was mich bei dem Neuen erwartet weiß ich nicht.
Und wenn ich zu dem zweiten Arbeitgeber wechsle. Wie sage ich es dem ersten Arbeitgeber? Ich werde definitv ehrlich sein. Aber ich habe Angst, dass man sauer ist. Mit denen will ich es mir auf keinen Fall verscherzen. Ich habe dort wirklich alle gern. Wie man merkt schwärme ich echt von denen. Aber leider ist es auf Dauer nicht alles. Ich habe mit einer befristeten Stelle z.B. auch keine Planungssicherheit. Könnte mir nicht mal ein Auto finanzieren (nur als Beispiel), wenn meins kaputt geht.
Und halt immer diese Unsicherheit. Meine Stelle ist ja nicht mit Datum befristet. Wenn die Kollegin wiederkommt bin ich 2 Wochen später arbeitslos. Leider kann mir der AG auch keine bessere Stelle bieten. Er würde sofort.
Wie ihr merkt belastet es mich sehr. Ich bin leider auch so herzgesteuert und weiß es sehr zu schätzen, wie der erste Arbeitgeber ist. Aber ich muss ja auch an meine Zukunft denken.
Wie sehr ihr es? Was würdet ihr tun? Und wärt ihr sauer anstelle des ersten Arbeitgebers oder wäre es verständlich, wenn ich das zweite Jobangebot annehme?

Ich habe übrigens trotz Befristung wieder eine Probezeit, da es eine neue Stelle ist. Das heißt ich kann mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Ich würde aber dann um einen Aufhebungsvertrag bitten, denn es bringt ja nichts mich für einen Monat einzuarbeiten.

LG


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31. Juli 2016 um 18:17

@glyzinie
Danke für deine Antwort.
Naja irgendwann wechseln ist gut...morgen ist mein erster Arbeitstag und ich sage sofort, dass ich nicht bleibe.
Das ist nicht wirklich ein Streben nach Harmonie, sondern ich will den Leuten die mir geholfen haben, eigentlich nicht vor den Kopf stoßen. Ich weiß es sehr zu schätzen, wieviel Mühe sich der Arbeitgeber gegeben hat, um mich zumindest nochmal befristet einzustellen.
Die verlassen sich darauf, haben schon meinen Arbeitsplatz eingerichtet. Das macht mir echt ein ziemlich schlechtes Gewissen.
Ich werde denen sicher auch mal wieder über den Weg laufen, was nicht unbedingt das Problem ist. Möchte aber ungern so einen negativen Abschluss dort.

Blöd ist, dass die zweite Einstellungszusage so kurzfristig kam. Aber da kann ich ja auch nichts für.
Trotzdem dreht es mir echt den Magen um. Sehr blöde Sache.

Ich werde morgen früh sofort das Gespräch suchen und um einen Auflösungsvertrag bitten. Da es ein für mich noch fremdes Aufgabengebiet ist, müsste man mich erst einarbeiten, damit ich überhaupt was machen kann. Und das lohnt sich nicht.
Hoffentlich hat der Chef ein wenig Verständnis.

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